Friedrich Merz und die nächste Kanzler-Peinlichkeit

Friedrich Merz, CDU (Foto: Roland W. Waniek)

Manchmal braucht es keine Pressekonferenz, keine neuen Umfragewerte und keine verlorene Wahl, um zu erkennen, wie es um einen Regierungschef steht. Manchmal reicht eine Begegnung hinter verschlossenen Türen. Der jüngste Bericht über Friedrich Merz und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig passt jedenfalls bestens ins inzwischen ziemlich ramponierte Bild unseres Bundeskanzlers.

Während Schwesig nach ihrem erfolgreichen Wahlkampf von anderen Ministerpräsidenten beglückwünscht worden sein soll, wollte Merz offenbar lieber abrechnen. Sein Vorwurf, sie habe mit ihrer Kampagne „Die Frau gegen Blau“ eigentlich gegen ihn statt gegen die AfD mobilisiert, soll schließlich in der bemerkenswerten Anschuldigung gegipfelt sein: „Sie haben die demokratische Mitte zerstört.“

Das sagt ausgerechnet Merz, unter dem als Bundeskanzler sich die AfD republikweit massiv vergrößert hat.

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Der Strandkorb und das große Staunen – Da ist er ja wieder, der Herr Amthor!

Das Bundeskanzleramt in Berlin – Wer soll hier eigentlich nach Friedrich Merz mal einziehen? Foto: Robin Patzwaldt

Lange hat es ja nicht gedauert, bis CDU-Politiker Philipp Amthor wieder in die Negativschlagzeilen geraten ist. Dieses Mal ist es ein Strandkorb. Im Kanzleramt. Auf dem Balkon vor seinem Büro. Die Szene aus der neuen Staffel der ZDF-Dokumentation „Inside CDU“ sorgt seit Tagen für Spott und Kopfschütteln. Amthor lässt das gute Stück aufstellen, begutachtet dessen Ausrichtung und erklärt sinngemäß, für den unwahrscheinlichen Fall einer Erholung könne er ihn ja noch in den Kanzlergarten drehen.

Ganz ehrlich: Mich überrascht daran weniger der Strandkorb als die Überraschung darüber.

Wer Philipp Amthor seit einigen Jahren beobachtet, dürfte inzwischen wissen, dass dieser Mann eine bemerkenswerte Begabung dafür besitzt, sich selbst zur Projektionsfläche zu machen. Mal unfreiwillig, mal offenbar ganz bewusst. Mal mit politischen Aussagen, mal mit Social-Media-Auftritten, mal schlicht durch die Art, wie er sich öffentlich präsentiert.

Was mich deshalb inzwischen viel mehr wundert, ist die Frage, warum seine Karriere trotz all dessen immer weiter nach oben geht.

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Die CDU und das System Amthor: Wenn das der Neuanfang sein soll …

Das Logo der CDU. Quelle Wikipedia, Linzenz: Gemeinfrei

Wie tief die CDU inzwischen in ihrer eigenen Führungskrise steckt, zeigt sich manchmal in einer einzigen Personalentscheidung. In Mecklenburg-Vorpommern ist es jetzt so weit. Die CDU fliegt erstmals in ihrer Geschichte aus dem Landtag, Landeschef Daniel Peters zieht die Konsequenzen und tritt zurück. Auch Generalsekretärin Katy Hoffmeister gibt ihr Amt ab. Und wer soll den Laden nun übergangsweise führen? Philipp Amthor. Ja, genau der.

Man muss sich diese Pointe wirklich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Nach einem historischen Absturz soll ausgerechnet jener Politiker den Neuanfang organisieren, dessen öffentliche Wirkung seit Jahren zwischen politischem Ehrgeiz, bewusster Selbstinszenierung und reichlich „Cringe“ pendelt. Frischer Wind sieht jedenfalls anders aus.

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Sahra Wagenknecht: Erst Schwerin, dann Moskau, dann wieder Gas

Sahra Wagenknecht mit geschlossenen Augen in Duisburg
Süße Träume von russischem Gas. Sahra Wagenknecht in Duisburg (Archivfoto, 2020: Peter Ansmann)

Sahra Wagenknecht hat für Mecklenburg-Vorpommern ganz Großes vor: Merkel und Schröder sollen mit Moskau reden, russisches Gas und Öl sollen wieder fließen.

Und falls die CDU aus dem Landtag fliegt, ist auch Friedrich Merz erledigt. So jedenfalls stellt sie es sich vor.

Für eine Landtagswahl ist das ein beachtliches Versprechen.

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Merz entdeckt plötzlich die Zapfsäule – zu spät für die Rettung?

Friedrich Merz, CDU (Foto: Roland W. Waniek)

Für Friedrich Merz und seine schwarz-rote Koalition wird es langsam ungemütlich. Sehr ungemütlich sogar. Die Umfragewerte der Union rauschen nach unten, die Stimmung im Land bleibt mies und inzwischen werden sogar erste Rücktrittsforderungen gegen den Kanzler laut. Und ausgerechnet jetzt entdeckt Merz ein Thema wieder, das seine Regierung über Wochen erstaunlich konsequent ignoriert hat: die explodierenden Spritpreise.

Nun kündigt der Kanzler an, man werde auf „Preistreiberei reagieren“. Ein konkretes Instrument gibt es allerdings noch nicht. Man werde „sehr bald“ einen Vorschlag vorlegen. Das klingt weniger nach durchdachter Politik als nach hektischer Suche nach einem politischen Rettungsring.

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„Wenn sich doch auch um alle Menschen in diesem Lande so intensiv gekümmert würde!“

Ein Buckelwal. Quelle: Wikipedia, Foto: Charles J. Sharp, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Es ist schon bemerkenswert, wie ein einzelner Buckelwal seit Wochen die Republik emotional fester im Griff hat als so manche Regierungskrise. Da schwimmt ein gigantisches Meeressäugetier namens „Timmy“ – oder „Hope“, je nach persönlicher PR-Vorliebe – durch die Ostsee, verirrt sich, strandet mehrfach, und plötzlich wirkt Deutschland wie im nationalen Ausnahmezustand.

Minister, Aktivisten, Kamerateams, Livestreams, Newsticker – man könnte fast glauben, wir hätten kollektiv beschlossen, unseren komplizierten Alltag für einige Zeit auszusetzen um stattdessen Walflüsterer zu werden.

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Serie: Wie esoterisch ist mein Gesundheitsministerium? Teil 9: Mecklenburg-Vorpommern

Letzte Woche fiel unsere beliebte Serie „Wie esoterisch ist mein Gesundheitsministerium?“ leider aus. (Wieso, könnt ihr hier nachhören.)

Heute geht es aber wieder weiter, und zwar mit einem Bundesland, das recht spät antwortete: Mecklenburg-Vorpommern.

Das Land von Wolf (und Eso?) - via wikicommons
Das Land von Wolf (und Eso?) – via wikicommons

Damit im Westen mehr über das Ostbundesland bekannt wird, als dass dort wilde Wölfe wohnen, haben wir insgesamt ein halbes Dutzend Mal für euch nachgefragt, bis wir die letztgültige Version von Antworten auf unsere Fragen hätten.

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