Die AfD will die finanzielle und militärische Unterstützung der Ukraine abbauen und keinen deutschen Beitrag zum Wiederaufbau leisten. Bevorzugten Zugriff auf ukrainische Rohstoffe hätte sie trotzdem gern.
Für ein angeblich hoffnungsloses Land scheint unter der Erde erstaunlich viel Brauchbares zu liegen.
Kirill Dmitrijew am 13. Mai 2025. Foto: Kremlin.ru / Wikimedia Commons, CC BY 4.0; Ausschnitt, mit KI ins Querformat erweitert.
Die AfD will Nord Stream wieder öffnen. Putins Sondergesandter Kirill Dmitrijew verspricht auf X schon einmal die gemeinsame Wiedereröffnung und lobt die Partei als Stimme des deutschen Volkes. Die Bundesregierung kommt in dieser Rollenverteilung nicht vor. Die europäischen Sanktionen allerdings schon – auch wenn sie im Post fehlen.
Die Bundesrepublik hat zwar eine Regierung, ein Auswärtiges Amt und Botschaften. Aber das ist offenbar nur diese komplett überschätzte Bürokratie der Altparteien: Im Weltmachtland der Alice Weidel reicht eine Erklärung, und schon erscheinen Washington und Moskau wie zwei Großmächte, die nervös auf den Rückruf aus der AfD-Zentrale warten.
Ein Mandat ist dabei eher hinderlich. Wer sich selbst zur letzten verlässlichen Ansprechpartnerin des Westens und des Ostens erklärt, muss schließlich keine Regierung bilden, keine Verträge verhandeln und vor allem niemanden fragen, ob sie überhaupt mit am Tisch sitzen darf.
Sahra Wagenknecht hat für Mecklenburg-Vorpommern ganz Großes vor: Merkel und Schröder sollen mit Moskau reden, russisches Gas und Öl sollen wieder fließen.
Und falls die CDU aus dem Landtag fliegt, ist auch Friedrich Merz erledigt. So jedenfalls stellt sie es sich vor.
Für eine Landtagswahl ist das ein beachtliches Versprechen.
Wenn eine Drohne mit professionellem Sprengstoff auf einem Flughafen auftaucht, kann man vieles fordern: gründliche Ermittlungen, eine nachvollziehbare Zuordnung der Tat und eine Bundesregierung, die vor Gegenmaßnahmen nicht zuerst den martialischen Trailer veröffentlicht.
Sahra Wagenknecht entscheidet sich für etwas anderes. Bei ihr wird aus der Sprengstoffdrohne ein Spielzeug und aus ukrainischen Beschuldigten gleich ein ganzes Land.
Russlands Netzwerke: Alle Wege von AfD und BSW führen nach Moskau!
Niemand muss auf eine geleakte E-Mail mit dem Betreff „Neueste supergeheime Weisungen aus Moskau!“ warten, um ein Netzwerk zu erkennen.
Netzwerke funktionieren gewöhnlich subtiler: Menschen treffen sich, reisen gemeinsam, schreiben für dieselben Medien, organisieren Veranstaltungen, öffnen einander Türen, trinken irgendwo in St. Petersburg (Russland) oder Merzig-Silwingen (Saarland) gemeinsam Kaffee – Tee ist zu gefährlich – und verbreiten dieselben politischen Botschaften.
Das ist deutlich langweiliger und erheblich unblutiger als eine Folge von „The Americans“. Dafür ist es keine Fiktion. Und die Verbindungen lassen sich belegen.
Gerade vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf diese Netzwerke.