Update: Der Aalhäcksler oder – Viel Spaß mit Greenpeace

Montage: Weserkraftwerk in Betrieb. Links die Turbinen

Ich habe vergangene Woche über das Weserkraftwerk im Staat Bremen berichtet und darüber, dass die Anlage Kritik von Fischforschern heraufbeschwört. Im Kern ging es darum, dass die Kritiker glauben, die Anlage werde die Wanderungen der vom Aussterben bedrohten Aale beeinträchtigen, die durch eine EU-Richtlinie geschützt sind. Dabei kam auch Kritik an Greenpeace auf, da Planer der Greenpeace-Energy-Tochter Planet Energy maßgeblich an dem Projekt beteiligt sind. Es hieß, Greenpeace kümmere sich um Wale, aber nicht um Aale.

Soweit die Vorgeschichte. ich habe die Geschichte in der Welt und auch hier im Blog veröffentlicht.

Danach bekam ich jede Menge Gegenwind. Mir wurde vorgeworfen, ich hätte Fakten falsch dargelegt. Auch hier im Blog. Dazu haben mich auch mehrfach Greenpeace-Sprecher angerufen und zwischen den Blumen bedroht. Ich habe die Greenpeace-Leute gebeten, mir zu sagen, welche Fakten falsch sind, damit ich das schnell ändern kann. Denn ich habe kein Interesse daran, hier im Blog eine falsche Berichterstattung stehen zu lassen. Ich weiß, man kann Fehler machen – man muss nur bereit sein, sie zu korrigieren.

Hier im Blog kann ich das schnell und unkompliziert tun. Bei der Welt ist das anders, da dort die Prozesse länger sind und die Verwantwortlichkeiten anders aussehen. Wie dem auch sei. Bevor überhaupt die Möglichkeit bestand, mit der Welt zu reden, hat Greenpeace einen Rechtsstreit dort vom Zaun gebrochen. Darüber wird an anderer Stelle zu reden und entscheiden sein. Denn ein Rechtsstreit ist wie ein Rechtsstreit zu führen.

Hier geht es allerdings um meinen Beitrag im Blog hier:

Auf meine Bitte, mir mitzuteilen, was daran falsch sein soll, hat mir ein Greenpeace-Sprecher eine Email geschickt, in der er folgende angeblich falsche Fakten auflistet. So soll ich geschrieben haben: 

In Bremen entsteht das größte Wasserkraftwerk der Republik, mitentwickelt von der Öko-Organisation.

Diese Behauptung ist unwahr. Richtig ist hingegen: Es entsteht nicht das größte Kraftwerk der Republik.

Nur, das hatte ich in meinem Blogbeitrag überhaupt nicht geschrieben. Ich hatte geschrieben, das Weserkraftwerk ist das größte Kraftwerk im Land Bremen.

Dann der zweite Fehler nach Meinung von Greenpeace:

An der Entwicklung war nicht die Öko-Organisation, sondern allein der unabhängige Ökostromanbieter Greenpeace-Energy e.G. mittelbar beteiligt.

Diese Argumentation finde ich ziemlich unredlich. Es scheint, als wolle sich Greenpeace hinter Greenpeace Energy verstecken, so als sei das eine völlig fremde Firma.

Deshalb kläre ich hier kurz die Verflechtungen zwischen Greenpeace und dem "unabhängigem" Ökostromanbieter Greenpeace-Energy auf.

Greenpeace Energy eG wurde auf Initiative des Greenpeace e.V. ins Leben gerufen. In einer Selbstdarstellung zur Gründung heißt es: Kein Energieanbieter könne die Greenpeace-Qualitätskriterien hinsichtlich „Versorgung, Transparenz und Neubau von Anlagen komplett realisieren. Es reift der Entschluss, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und ein eigenes Unternehmen zu gründen, das den hohen Anspruch an eine zukunftsfähige Energieversorgung erfüllt.“

Sowohl der Verein als auch die Genossenschaft verwenden ein und dieselbe Marke. Rechtlich sind sie von einander getrennt. Aber man kann kaum sagen, dass Greenpeace Energy unabhängig von Greenpeace ist. Der Versorger wird nämlich ideologisch und geschäftlich von der Umweltschutzorganisation dominiert. Die Namens- und Logoverwendung durch die e.G. ist vertraglich vereinbart und soll aufzeigen, dass Greenpeace Energy die vom Greenpeace e.V. aufgestellten Qualitätskriterien für „sauberen Strom“ erfüllt. Die entsprechende Verpflichtung zum Abschluss eines Lizenzvertrages mit dem Greenpeace e.V. ist bereits in der Satzung der Genossenschaft unter Paragraph 2 „Zweck und Gegenstand“ der e.G. Absatz 4 definiert. Demnach darf sich die Firma nicht unabhängig von Greenpeace entwickeln, sondern ist den Zielen von Greenpeace verpflichtet.

Als Gründungsmitglied hält der Greenpeace e.V. heute einen symbolischen Anteil von 55 Euro an der Genossenschaft.

Auch personell sind Greenpeace und Greenpeace Energy eng miteinander verflochten.

Operativer Vorstand der Greenpeace Energy ist Robert Werner (*1967). Noch vor dem Studium der Geografie (Dipl.) und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim arbeitete Robert Werner von 1990-1991 als Juniorcampaigner im Energiebereich von Greenpeace e.V. zum Thema Atomkraft. Im Jahr 2000 übernahm Robert Werner bei Greenpeace e.V. als Referent für Ökosteuer und Energiepolitik Aufgaben an den Hauptstadtstandorten Bonn und Berlin. Seit Juli 2001 ist er Vorstandsmitglied bei Greenpeace Energy eG und führt das operative Geschäft. Im Jahr 2002 trat er auch als Mitgeschäftsführer der Leitung von Planet energy GmbH bei und wurde im Jahr 2005 Mitglied der Geschäftsführung der Weserkraftwerk Bremen GmbH.

Der Aufsichtsrat der Greenpeace Energy besteht aus fünf Personen. Die Vorsitzende des Aufsichtsrates ist Brigitte Behrens, zugleich Geschäftführerin von Greenpeace e.V. Ihr Stellvertreter ist Volker Gaßner, zugleich leitet er in Personalunion den Bereich Presse, PR und NewMedia bei Greenpeace.

ich führ die Greenpeace-Argumentation mal fort. Was sollen Konzerne wie E.on oder RWE dazu sagen, wenn Greenpeace dort Müll vor die Tür kippt? Sollen die sagen, wir haben gar kein Kraftwerk? Das gehört einer Kraftwerkstochter von uns? Der Gundremmignen GmbH und CoKG? Das soll einer glauben?

Ich betrachte Greenpeace, Greenpeace Energy und Planet Energy hier schon als Einheit von Mutter, Tochter und Enkel. Und nur so kann das der Leser verstehen. Zumal ich im folgenden Text auch genau aufgeschlüsselt, dass sich die Greenpeace-Energy-Tochter Planet Energy um die Planungen für das Kraftwerk gekümmert hat.

Den nächsten Fehler stellt Greenpeace so dar. Demnach hätte ich im Blog geschrieben:

Hier errichten Planer von Greenpeace zusammen mit dem Stadt-Staat Bremen und mit Partnern aus der Öko-Branche das größte Wasserkraftwerk im Land?

Diese Behauptung ist unwahr. Richtig ist hingegen: Planer von Greenpeace sind ebenso wenig wie der Stadt-Staat Bremen an der Errichtung des Wasserkraftwerks beteiligt.

Die Nummer mit den Planern hatte wir schon. Ansonsten hatte ich im Blog geschrieben:

Hier errichten Planer von Greenpeace unter dem Schutz des Staates Bremen gemeinsam mit Partnern aus der Ökobranche und den kommunalen Stadtwerken das größte Wasserkraftwerk im Land.

Der Schutz des Stadt-Staates ist durch die massive politische Unterstützung gegeben.

Schließlich sagt Greenpeace:

In dem Artikel wird weiter behauptet:

Für das Wasserkraftwerk wurde ein neues Wehr quer durch den Fluss gelegt, damit die Turbinen laufen können. Dadurch wird der Zugang zum Meer versperrt. Kein Fisch kommt vorbei.

Auch diese Behauptung ist unwahr. Richtig ist hingegen: Für die geplante Wasserkraftanlage wurde kein neues Wehr quer durch den Fluss gelegt, sondern lediglich ein bereits seit 1906 vorhandenes Wehr genutzt. Der Zugang zum Meer wird nicht versperrt. Fische kommen an dem zukünftigen Kraftwerk und am Wehr vorbei.

Die Aussage von Greenpeace ist nachweislich falsch. Das Anfang des 20. Jahrhunderts gebaute Wehr gibt es nicht mehr. Es wurde vor Jahren abgerissen. Das Weserkraftwerk soll an dem 1993 eröffneten neuen Wehr 200 Meter den Fluss runter gebaut werden.

Allerdings habe ich mich hier tatsächlich mißverständlich ausgedrückt, wie ich bereits in den Kommentaren zum ersten Artikel bestätigt hatte. Ich meinte mit neuen Wehr das neue Wehr von 1993, das das alte Wehr von vor 100 Jahren ersetzt hatte. Am 93-er Wehr sollte damals schon ein Kraftwerk gebaut werden. Dies wird erst jetzt mit der Greenpeace-Energy-Anlage realisiert.

Der Zugang zum Meer wird versperrt, wenn die Stauklappen geschlossen sind, um die Turbinen des Kraftwerkes zu fluten.

Zudem finde ich blöd, dass Greenpeace in seiner Fehlerzusammenfassung das Zitat aus dem Zusammenhang reisst: Denn in dem folgenden Absatz habe ich die Position von Greenpeace zur Sache beschrieben:

 

Die Planer der Greenpeace-Firma Planet Energy haben das Problem erkannt. Gemeinsam mit der Firma Tandem wollen sie ein neues Schutzsystem im Weserkraftwerk installieren. Fische, die vom Meer in den Fluss aufsteigen, sollen über eine so genannte Fischtreppe das Wehr passieren. Arten, die in die See abwandern, sollen über moderne Rechen, Röhren und Abflussrinnen einen Weg an den Turbinen im Kraftwerk vorbei finden. Ein Sprecher von Planet Energy sagt: „Ich glaube, dass dieses Kraftwerk einen beispielhaften Fischschutz für ganz Europa hat.“

Erst danach habe ich die Kritik der Fischforscherin Dr. Adam an dem Projekt ausgeführt.

 

Zum Kern der Geschichte hat Greenpeace keinen Fehler ausgeführt, nur die oben angeführten Kleinigkeiten zu Randaspekten. Besonders ärgerlich finde ich das Versteckspiel, da dies von der Kritik ablenkt.

Ich habe Greenpeace die angeblichen Fehler zurückgeschickt und geschrieben, dass ich die angesprochenen Sachen nicht im Blog geschrieben habe oder keine Faktenfehler erkennen kann. Wenn sie echte Fehler benennen würden, wäre ich bereit diese zu korrigieren.

Als Antwort kam die telefonische Aufforderung, einen Link auf die Greenpeace-Seite zu setzen, mit der Darstellung von Greenpeace oder aber die Stellungnahme von Greenpeace zu meinem Welt-Artikel in einen Kommentar zu setzen.

Ok, das mache ich gerne. Denn ich finde es schade, dass Greenpeace bei so wenig Kritik von Fischforschern barscher mit Vernebeln und Ausweisen reagiert, als manch einer der angeblich bösen Konzerne.

Vielleicht liegt das nervöse Handeln an dem finanziellen Eigeninteresse der Organisation. So will Greenpeace Energy rund 50 Prozent an dem Weserkraftwerk als Bürgeranteile verkaufen. Da kommt die Aal-Kritik vielleicht nicht gut.

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11 Kommentare

  1. #1 | David Schraven sagt am 28. Januar 2009 um 18:57 Uhr

    Stellungnahme von Greenpeace-Energy zum Welt-Artikel von David Schraven
    vom 22. Januar:
    Weserkraftwerk ist ökologisches Vorzeigeprojekt

    22.01.2009 ? Der Artikel ?Das Umweltproblem von Greenpeace? von David
    Schraven in der ?Welt? vom 22. Januar verzerrt und verfälscht die Fakten
    zum Weserkraftwerk in unverantwortlicher Weise. Weder die Informationen
    über die Initiatoren des Projektes noch die Angaben über angebliche Mängel
    beim Fischschutz stimmen. Tatsächlich wird das Weserkraftwerk, das derzeit
    in Bremen gebaut wird, nicht nur umweltfreundlichen Strom liefern. Es gilt
    zu Recht auch beim Natur- und Fischschutz als beispielhaft. Im Folgenden
    werden wir auf die im Artikel aufgestellten Behauptungen eingehen.

    Der Welt-Artikel behauptet, dass Greenpeace (der Autor meint hier den
    Ökostromanbieter Greenpeace Energy eG) zusammen mit dem Stadtstaat Bremen
    das Kraftwerk errichten würde. Diese Aussage ist falsch. Das Kraftwerk
    wird ausschließlich von der Weserkraftwerk Bremen GmbH & Co. KG errichtet,
    an der der Stadtstaat Bremen nicht beteiligt ist.
    Die Initiative, am vorhandenen Weserwehr in Bremen-Hemelingen ein
    Wasserkraftwerk zu bauen, ging von zwei Partnern aus: der bremischen
    ?Tandem Investitions- und Beteiligungsgesellschaft für ökologische
    Projekte? und von ?Planet energy? ? einer hundertprozentigen Tochter des
    Ökostromanbieters Greenpeace Energy. Die wirtschaftlich unabhängige
    Genossenschaft wurde 1999 gegründet, um im Sinne von Greenpeace zum Aufbau
    einer umweltfreundlichen Stromversorgung in Deutschland beizutragen.
    Der Stadtstaat Bremen ist Genehmigungsbehörde und hat die Frage der
    ökologischen Verträglichkeit ausgiebig geprüft und in den
    Planfeststellungsbeschluss einfließen lassen.
    Planet energy, Tochterunternehmen von Greenpeace Energy, hat sich zudem
    seit Oktober 2008 aus der Geschäftsführung der Gesellschaft zurückgezogen,
    um sich nach der erfolgreichen Planungsphase anderen Projekten zuzuwenden.
    Der Autor des Artikels kennt diese Fakten, verschweigt sie jedoch in
    seinem Artikel.
    Nicht nur die Initiatoren des Projektes benennt der Autor falsch, auch
    seine Darstellung von Kraftwerk und Fischschutz sind voller Fehler. Hier
    ein Überblick (Zitate aus der Welt in Anführungszeichen):

    ? „Für das Weserkraftwerk wurde ein neues Wehr quer durch den Fluss
    gelegt, damit die Turbinen laufen können. Dadurch wird der Zugang zum Meer
    versperrt. Kein Fisch kommt vorbei.“
    Richtig ist: Für die geplante Wasserkraftanlage wird kein neues Wehr
    errichtet, sondern ein vorhandenes Wehr genutzt. Das Weserwehr
    Bremen-Hemelingen besteht seit nunmehr 20 Jahren. Dieser Neubau hat eine
    Wehranlage ersetzt, die 1906 errichtet wurde. Damit besteht seit nunmehr
    100 Jahren eine Wehranlage an der Weser in Bremen (siehe auch die
    Internetseite des Wasser- und Schifffahrtsamtes Bremen
    http://www.wsv.de/wsa-hb/). Abwandernde Fische aus der Weser gelangen über das
    Wehr flussabwärts, wie auch an den anderen sieben Staustufen mit
    Wasserkraftanlagen an der Weser (plus etlichen in den beiden
    Hauptzuflüssen Werra und Fulda). Für aufwandernde Fische besteht bereits
    ein Fischpass am vorhandenen Wehr, mit dem Bau der Wasserkraftanlage wird
    ein zweiter Fischpass hinzugebaut.

    ? „Das Kraftwerk in Bremen wird dafür sorgen, dass kaum noch ein Aal
    aus dem Harz, Hessen oder Bayern zurück ins Meer findet.“
    Richtig ist: Für diese Ansicht gibt es bei Betrachtung der tatsächlichen
    Bedingungen am gesamten Flusslauf keinen Beleg (s. oben). Grundsätzlich
    wird die Wehranlage das ganze Jahr über zu jedem Zeitpunkt mit einer
    Restwassermenge überströmt, die den Fischen einen natürlichen Abstieg
    ermöglichen. An der geplanten Wasserkraftanlage in Bremen wird in den
    Zeiten der Fischabwanderung (= höhere Abflussmengen) mehr als die Hälfte
    des Wassers im Fluss verbleiben. Für abwandernde Fische, die in Richtung
    der Wasserkraftanlage weiterschwimmen, sorgen zwei Rückhaltesysteme (Grob-
    und Feinrechen) in Verbindung mit drei Abwandermöglichkeiten (davon eine
    sohlnah über die gesamte Breite) dafür, dass Fische die Wasserkraftanlage
    umschwimmen und ihren Abwanderweg fortsetzen können.

    ? „Doch seit ein paar Jahren schwinden die Bestände merklich. Aufgrund
    dieses Schwundes steigt der Preis für Jungtiere.“
    Richtig ist: Für die Bestandsrückgänge gibt es verschiedene Gründe, die
    u.a. in der EU-Aalrichtlinie benannt sind. Die Fänge von Glassaalen an der
    Atlantikküste (mit hohem Anteil zum Delikatessenvertrieb) sorgen dafür,
    dass kaum noch Aufwanderungen von Glasaalen in der Weser und anderen
    Flüssen zu verzeichnen sind. Die dortigen Bestände stammen nahezu
    ausschließlich aus Besatzmaßnahmen.

    ? An der Weser würde dieser Kreislauf durch das Kraftwerk unterbrochen.
    ?Die Rückräder der Fische werden zerbrochen, Körperteile zerfetzt oder
    lebensbedrohlich beschädigt. Das Bremer Kraftwerk verstopft den
    Flaschenhals zwischen Wesersystem und Meer.?
    Richtig ist: Der Kreislauf besteht aus Aufwanderung und Abwanderung. Zum
    Thema ?Aufwanderung? sind die Fänge von Glasaalen entscheidend. An der
    Wasserkraftanlage bieten zukünftig zwei Fischpässe ausreichende und
    angepasste Aufstiegsmöglichkeiten. Die Abwanderung ist weiterhin über das
    Wehr möglich. An der Wasserkraftanlage bestehen die o. g. Schutz- und
    Abwandermöglichkeiten.

    ? ?Abwandernde Aale lassen sich treiben, schon bei geringer Strömung
    haben sie nicht mehr die Kraft sich neue Wege zu suchen.?
    Richtig ist: Aale lassen sich vorwiegend treiben, schwimmen jedoch bei
    Bedarf aktiv, weichen Hindernissen aus und suchen so geeignete
    Abwanderwege. Die Anströmgeschwindigkeiten am Feinrechen der
    Wasserkraftanlage sind so gering (unter 0,7 m/s), dass sie dieses
    Schwimmvermögen berücksichtigen.
    Daneben behauptet der Autor auch, dass es sich beim Weserkraftwerk um das
    das größte Wasserkraftprojekt in Deutschland handele. Dies ist ebenfalls
    völlig falsch.
    Im Artikel wird weiterhin eine Klage des Sportfischerverbandes
    Niedersachsen erwähnt. Dessen Argumente gegen den Fischschutz am
    Weserkraftwerk wurden gerichtlich geprüft und abgewiesen. Dass nun die
    Berufung beim Oberverwaltungsgericht zugelassen wurde, ist der ganz
    normale und völlig unspektakuläre juristische Ablauf.
    Nachdem Tandem und Planet energy über acht Jahren das Projekt bis zur
    Baureife vorangetrieben haben, begann im Frühjahr 2008 der Bau des
    Kraftwerkes. In die Betreibergesellschaft sind mit dem örtlichen
    Versorgungsunternehmen swb AG und dem durch seine Windkraftanlagen
    weltbekannten Auricher Anlagenbauer Enercon GmbH zwei neue Partner
    eingestiegen. Im Herbst 2008 zog sich Planet energy aus der
    Geschäftsleitung des Kraftwerkes zurück. Der Grund dafür ist die nötige
    Konzentration der eigenen Ressourcen auf neue Projekte, nachdem die
    Verwirklichung des Weserkraftwerkes gesichert ist.

    Wie geplant, wird Planet energy den Beteiligungsprospekt für die
    Bürgerbeteiligung am Kraftwerk erstellen und so dem Projekt verbunden
    bleiben. Allerdings verzögert sich die Veröffentlichung des Prospektes
    voraussichtlich auf Sommer 2009, da der mit dem Bau beauftragte
    Generalunternehmer rund fünf Monate hinter seinem Zeitplan liegt. Es
    liegen über 2000 Interessensbekundungen von Privatpersonen vor, die sich
    an dem Kraftwerk beteiligen wollen.

    Auch ist auf dieser Seite einiges zum Fischschutz beim Weserkraftwerk
    zusammengefasst:
    https://www.weserkraftwerk.de/fischschutz.php

  2. #2 | David Schraven sagt am 28. Januar 2009 um 18:58 Uhr

    Und noch was möchte ich sagen: Ich hab eigentlich nichts gegen Greenpeace – im Gegenteil. Aber ich kann nicht verstehen, wenn Leute, die andere dermaßen angreifen, wie Greenpeace, hier so auf Kritik von Forschern derart mimosenhaft reagieren. Das ist nicht nötig.

  3. #3 | zoom sagt am 29. Januar 2009 um 00:39 Uhr

    @David
    wenn du das „mimosenhaft“ nicht nur einfach dahin geschrieben hast, sondern es dich wirklich stört, schreit es doch geradezu nach journalistischer Aufarbeitung. Und dann noch deine Bemerkung: „Ich hab eigentlich nichts gegen Greenpeace – im Gegenteil. Aber …“
    Die Dissonanz scheint aus dem Widerspruch zwischen den hehren Zielen von Greenpeace und ihrem diesen Zielen scheinbar widersprechenden Handeln herzurühren. Soll heißen, dass dies mal jemand(Du!?) aufarbeiten müsste, so es noch nicht geschehen ist. Mit aller Vorsicht gesagt: Greenpeace scheint, nachdem, was ich allerdings nur von einer einzigen ehemaligen Mitarbeiterin gehört habe, eine „Kaderorganisation“ zu sein, die ehrenwerte idealistische Ziele verfolgt. Das waren n.b. die Jakobiner auch einmal gewesen ;-> Kurz und gut: Ich denke bei Organisationen wie Greenpeace, muss man mal irgendwann diesem Widerspruch journalistisch, recherchierend nachgehen.

  4. #4 | Torti sagt am 29. Januar 2009 um 09:48 Uhr

    Was hier mal wieder deutlich wird: Jede noch so idealistische Idiologie interessiert bei Widerspruch oder Fehlern nie Fakten oder auch nur andere Meinungen sondern einzig und allein der Erhalt der Ideologie.

    Ich habe schon vor Jahren aufgehört an Greenpeace zu spenden. Nicht weil ich deren Ziele falsch finde, im Gegenteil. Aber Greenpeace ist eine mit stalinistischen Kadermethoden geführte Organisation.

    Auch vor David Schravens Artikel gab es bereits mehrfach Pressekritik am Führungsstil der Organisation. Auch die von David Schraven aufgezeigte Verflechtung und Entstehung von Greenpeace nahestehenden Firmen die meistens den Namen Greenpaece nutzen dürfen ist vielen Unterstützern von Greenpeace ein Dorn im Auge.

    Ob berechtigt oder nicht jedenfalls wurde und wird gegen Kritiker immer schweres Geschütz aufgefahren.

    Bleibt zu hoffen, das noch weitere Journalisten sich nicht mundtot machen lassen und durch saubere Recherche überzeugen.

    PS: Und denn Prozess wird David Schraven gewinnen, er hat nichts falsches berichtet. Darum geht es auch gar nicht. Organisationen versuchen so kritische Berichterstattung zu unterbinden. Frei nach dem Motto: Sei nett, sonst verklagen wir dich, selbst wenn Du gewinnst hat du eine lange Zeit damit sehr viel Arbeit. Macht der DFB gerade mit einem Blog-Journalisten genauso….

  5. #5 | Martin Murphy sagt am 29. Januar 2009 um 11:08 Uhr

    Am meisten stört mich bei dieser Geschichte die Reaktion von Greenpeace. Die sollten lieber auf wirklich Mißstände aufmerksam machen, als gegen Journalisten vorzugehen. Nun frage ich mich, ob dieses Verhalten bei dem Verein System hat. Bitte dranbleiben.

  6. #6 | Frontbumpersticker sagt am 29. Januar 2009 um 13:31 Uhr

    Um einen Spruch aus der Zeit vor meiner Geburt leicht abzuwandeln: „Die größten Kritiker der Elche werden manchmal selber welche.“

    Wenn das die Art ist in der Greenpeace PR macht kann man sie nur bemitleiden. Die schießen sich selber ins Knie.

  7. #7 | tombra sagt am 8. Februar 2009 um 17:16 Uhr

    Wie wird man denn Vorstand mit Anfang 30 und so wenig Berufserfahrung wie dieser Robert Werner? Oder ist der nur ein Platzhalter?

  8. #8 | David Schraven sagt am 8. Februar 2009 um 19:38 Uhr

    Hi Tombra,

    keine Ahnung. Aber laut Greenpeace hat Werner von Greenpeace Energy ja nichts mit Greenpeace zu tun. Der ist ja völlig unabhängig, deswegen kann ich nicht an die Funktion eines Platzhalters glauben.

  9. #9 | moderliese sagt am 23. Februar 2009 um 01:57 Uhr

    meine Güte, was ist denn das für eine gegenseitige Einseiferei?
    bleibt doch mal beim Thema: ist das modernste Laufwasserkraftwerk wirklich ein Aalhäcksler oder hat sich da in den letzten 20 jahren vielleicht was getan? Grade wenn auch greenpeace mit drin hängt, oder erwartet ihr mehr von EON, Vattenfall und Co? Irgendwie enttäuscht in irgendeiner linken Vergangenheit? Immer noch Abnabelungskämpfe?

  10. #10 | Alexander sagt am 29. März 2009 um 21:58 Uhr

    Lieber David,

    um als zukünftiger Journalist(?) nicht all zu oft in Rechtshändel zu geraten, solltest Du den rat beherzigen etwas präziser zu arbeiten.
    Du schreibst zum Beispiel:
    [quote]Nur, das hatte ich in meinem Blogbeitrag überhaupt nicht geschrieben. Ich hatte geschrieben, das Weserkraftwerk ist das größte Kraftwerk im Land Bremen.[/quote]

    Und das ist schlicht unrichtig.
    Du hattest in Deinem Blog geschrieben und so steht es noch immer:

    [quote]Hier errichten Planer von Greenpeace unter dem Schutz des Staates Bremen gemeinsam mit Partnern aus der Ökobranche und den kommunalen Stadtwerken das größte Wasserkraftwerk im Land.[/quote]

    Du schriebst eben nicht, im „Land Bremen“.
    Und es ist als Leser schon wichtig zu wissen, in welcher Größenordnung man sich die vermeintliche Aalhäxelei vorzustellen hat, zumal ohne MW-Angabe.
    Ich z.B. dachte promt an Deutschland und nicht an das Land, den Stadtstaat Bremen.

    Eine Frage noch: sind denn die netten Fisch-Haché-Fotos von Frau Adam aus beschriebenem Kraftwerk an der Weser? Oder woher stammen sie?

    Gruß Alexander

  11. #11 | David Schraven sagt am 29. März 2009 um 22:23 Uhr

    @ Alexander.

    Zu Deinem Satz ich sollte präziser arbeiten, solltest Du besser lesen.

    Ich hatte geschrieben: „Hier errichten Planer von Greenpeace unter dem Schutz des Staates Bremen gemeinsam mit Partnern aus der Ökobranche und den kommunalen Stadtwerken das größte Wasserkraftwerk im Land.“

    Da ist nur die Rede vom Land und Staat Bremen. Nirgendwo ist die Rede von der Bundesrepublik. Warum soll ich zweimal Bremen hintereinander schreiben?

    Wenn Du über Dein Kaff schreibst, grenzt Du das auch nicht gegen den Rest der Welt ab. Es kommt auf den Bezugsraum an. Und der ist hier eindeutig das Land Bremen.

    Das Wort „Land“ bezieht sich eindeutig auf Bremen als Bundesland.

    Zu den Fotos: Lies die Fotobezeichnung. Da steht: Die Fotos stammen von „einem Rechen“ eines anderen Kraftwerkes, da der Rechen am Bremer Kraftwerk ja noch gar nicht gebaut ist.

    Grüße David

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