Was mir Angst macht – Teil II

Der Hass wächst, weiter, weltweit. Das macht mir Angst. Es gibt Demos in Paris, London, New York. Auch bei uns. Nun droht die Hamas in jeder Stadt, in jedem Land mit Rache. Die Hamas will Juden angreifen und töten überall, immer. Der Hass sucht sich einen irren Ausweg, wenn er das Ziel nicht direkt trifft. Das ist absehbar. Israel wird reagieren, wird weltweit Hamas töten. Verteidigen nennt sich das dann. Die Bombe am Ohr. Die Geheimangriffe der Sondereinheit Caesarea.

Vielleicht werden nur schuldige getroffen. Wer weiß das? Kein Gericht hat geurteilt, niemand hat sich verteidigt. Der Frieden im Land zerfetzt im Schrapnell.

Es werden Flugzeuge entführt, gesprengt. Dann Straßen gesperrt, gebombt, gesprengt. Menschen sterben. Unschuldige sterben. In Ländern, die nichts damit zu tun haben. Ich hasse das. Es führt zu nichts. Der Hass wird nur größer.

Schaut Euch das an: Eine Frau will sich ohne Erlaubnis ihres Mannes in die Luft sprengen und die Menge johlt. Mir macht das Angst, wenn die Entschlossenheit und der Hass durch Bomben und Krieg geschürt werden.

Dir gefällt vielleicht auch:

17 Kommentare

  1. #1 | Malte sagt am 5. Januar 2009 um 19:03 Uhr

    Schafft alle Religionen ab, vielleicht ist dann endlich ruhe. Egal von wem es ausgeht, es ist krank, pervers und menschenverachtend. Niemand hat das Recht, diese Kinder zu töten, egal was die Väter getan haben. Und wo für haben wir einen „Sicherheitsrat“, wenn der ‚eh nichts zu stande bringt, dank der „Weltpolizei“ USA?

    Gruß
    Malte!

  2. #2 | Jens König sagt am 5. Januar 2009 um 19:21 Uhr

    „Es führt zu nichts.“
    das ist falsch lieber David. Es führt zur „Tyrannei der bösen Männer“ um hier -ausgerechnet- mal die Bibel zu zitieren (oder Pulp Fiction, daher kenn ich’s).

    Die Einzigen, die von diesem Krieg (oder wie man es auch nenen mag) profitieren, sind die, die im Frieden, in wörtlicher Auseinandersetzung, bei rationaler Betrachtung der Dinge, in einer aufgeklärten Gesellschaft, niemals etwas zu sagen hätten. Die Dummen und Gemeinen, die Gierigen und Herrschsüchtigen. Die mit Gewalt auch noch den friedfertigsten zu Gegengewalt anstacheln können. Die mit Religion argumentieren, die irgendeinen Gott als Rechtfertigung im Schilde führen, weil sie keine wirklichen Argumente haben.

    Cui bono. Wem nutzt diese Auseinandersetzung? Wenn man das weiss, weiss man auch, wohin das führt.

    Meine These: Zum Gottesstaat. Oder mindestens zur Festigung selbiger so sie schon bestehen. Und deshalb widerspreche ich dem „Es führt zu nichts“, auch wenn ich weiss, dass gemeint war, dass es zu nichts Gutem führt oder irgendein wirkliches Problem löst.

  3. #3 | Stefan Laurin sagt am 5. Januar 2009 um 19:48 Uhr

    Klar, vor dem israelischen Angriff war die Hamas ja eher eine Ansammlung von Blumenkindern die jede Form der Gewalt abgelehnt hat. Was sagt Otto Schily doch einst so treffend: „Wer den Tod liebt kann ihn haben…“

  4. #4 | Jens König sagt am 5. Januar 2009 um 19:53 Uhr

    Äh, was, Stefan willst Du mir (oder Malte? oder wem?) damit sagen?
    Ich steh wieder mal aufm Schlauch.

  5. #5 | Stefan Laurin sagt am 5. Januar 2009 um 20:51 Uhr

    @Jens: Ich hab mich auf den Text von David bezogen – sorry. 🙂

  6. #6 | S. Knile sagt am 6. Januar 2009 um 22:24 Uhr

    Hass macht Angst? Gewalt führt zu nichts?
    Geschwurbel mit einem derart geringen Neuigkeitswert passt doch überhaupt nicht zu den Ruhrbaronen und auch nicht zum geschätzten Herrn Schraven. Ist der vielleicht noch im Winterurlaub und lässt statt seiner eine Vertretung in die Tasten hauen?

  7. #7 | David Schraven sagt am 6. Januar 2009 um 23:18 Uhr

    Mir macht Hass Angst. Und Gewalt führt zu nichts Gutem.

    So ist das S. Knile. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

    Und mich beschäftigt das.

    @ Stefan.

    Mir geht es nicht darum, dass die Hamas vorher friedlich war, sondern darum, dass ich befürchte, dass aus der Eskalation jetzt in Gaza ein Terrorkrieg wird, der Grenzen überschreitet.

  8. #8 | Stefan Laurin sagt am 7. Januar 2009 um 00:00 Uhr

    @David: Wir haben schon längst einen Terrorkrieg. Und mit Gewalt wurde auch schon Gutes erreicht: Diktaturen wurden mit Gewalt beendet, Republiken erschaffen, Unabhängigkeit erkämpft und Rechte erstritten. So pauschal funktioniert das mit der Gewalt nicht.

  9. #9 | Arnold Voß sagt am 7. Januar 2009 um 00:07 Uhr

    Wenn man zum Krieg Israels gegen die Hamas nicht das allseits beliebte Gutmenschengeschwurbel ablassen möchte, dann hat man sich selbst und anderen die folgenden Fragen zu beantworten:

    1) Möchte ich da leben wo die Hamas (gewählt oder nicht) die Macht hat?
    2) Was würde ich tun, wenn ich dort aus irgendeinem Grunde leben müsste?
    3) Möchte ich da leben wo die Hamas ihr Raketen hinschießt bzw. was würde ich tun, wenn ich dort leben müsste?
    4) Wenn ich nur die Wahl hätte, in einem Land zu leben wo die Hamas regiert oder in Israel, wo würde ich dann lieber leben wollen?
    5) Was würde ich tun, wenn ich nur in Israel leben möchte oder könnte und ziemlich genau wüsste, dass die Hamas über kurz oder lang Raketen haben wird, die dort jeden Ort erreichen können?

  10. #10 | Dirk E. Haas sagt am 7. Januar 2009 um 12:37 Uhr

    @ Arnold:

    6) Ist es nicht viel zu billig, pazifistische Grundhaltungen als Gutmenschengeschwurbel abzuqualifizieren?

    7) Sind jene Israelis, die die politischen und militärischen Strategien ihrer Regierung für grundfalsch und irrational halten, einfach nur blöd ? oder fehlgeleitet?

    8) Warum ist es so schwer, zwischen Bevölkerung und regierenden Parteien zu unterscheiden? ? Nicht jeder Israeli ist für den Fundamentalismus der mitregierenden Schas-Partei (oder den der ultra-religiösen Siedler ? Wirrköpfe, die Rabin und Scharon mit kabbalistischen Todesflüchen belegt haben) verantwortlich; genau so wenig muss jeder Palästinenser in Gaza seinen Kopf für die Hamas und ihre Raketenwerfer hinhalten (die Hälfte der Bewohner Gazas hat die Hamas eben nicht gewählt!).

    9) Ist es nicht sogar obszön, so zu tun, als hätten Palästinenser gegenwärtig die Wahl, sich zwischen einem Leben in Israel oder im Gazastreifen zu entscheiden?

    Einige Ihrer Fragen hat zumindest Ehud Barak ja schon vor Jahren beantwortet: wäre er als Palästinenser geboren worden, so Barak in einem Interview, wäre er vermutlich einer terroristischen Vereinigung beigetreten, um gegen die israelische Besatzungsmacht zu kämpfen. Er hat, auf seine Weise, die eigentlich simple Logik dieses asymetrisch ausgetragenen Territorialkonflikts verstanden.

    Ansonsten:
    https://www.thenation.com/doc/20090112/eldar?rel=hp_picks

  11. #11 | Arnold Voß sagt am 7. Januar 2009 um 13:02 Uhr

    Dirk, ich habe nur eine einzige Gegenfrage, die sie mit all ihren prinzipiell so wunderbar richtigen Aussagen/Fragen nicht beantwortet haben: Meine Frage nr.5!

    Und nun zur Obszönität und ihrer Frage nr.9:

    Nein, jetzt haben die Palästinenser keine Wahl (mehr) . Allerdings hindert sie keiner daran, ihre Regierung zu stürzen, und was viel wichtiger ist: Sie hatten mehrfach die Wahl zwischen Krieg und Frieden und sie, respektive ihre gewählten Vertreter, haben sich von Anfang an und jedes Mal mehrheitlich für den Krieg gegen Israel entschieden. Und ein gehöriger Teil von ihnen nicht nur für den Krieg sondern für den totalen Krieg!

    Wundert es sie da, dass ultrarechte Parteien in Israel immer mehr Macht bekommen haben? Wundert es sie da, dass auch die Pazifisten in Israel immer weniger zu sagen haben? Wundert es sie da, das die Mehrheit der Israels einfach die „Schnauze voll“ hat?

    Sie machen es sich verdammt leicht Dirk, wenn sie denen Obszönität und Billigkeit vorwerfen, die nach langem Studium der Verhältnisse den Mut haben klar und deutlich Stellung beziehen und sich schwierige Fragen auch beantworten statt immer wieder neue zu stellen, die dann auch nicht beantwortet werden. Wenn man den Arsch im Warmen hat, ist es leicht Pazifist zu sein und an alle Seiten für mehr Frieden und Vernunft zu appellieren! Das nenne ich Gutmenschengeschwurbel und ich kann es einfach nicht mehr hören!

    Mit dem Geld was die Palästinenser in den letzten Jahrzehnten von überall her bekommen haben, hätten sie eine vorbildlichen und blühenden Staat bauen können. Sie haben es nicht getan und ihr Anführer haben sich obendrein einen großen Teil davon in die eigenen Tasche gesteckt. Das ist die Wahrheit, der sich die Palestinenser einfach nicht stellen wollen. Und das ist die Wahrheit der sich auch ihre Unterstützer nicht stellen wollen.

    Die Versöhnung war also möglich und sie ist nicht an Israel gescheitert sondern an denen, die sie partout und bis heute vernichten wollen! Und wissen sie, wieso das heute immer weniger sich offen zu sagen trauen? Weil sie zunehmend und aus gutem Grunde Angst haben, dass irgendein muslimischer Fanatiker das zu lesen oder zu hören bekommt und seine unkontrollierbaren Schlüsse daraus zieht.

    P.S.: Und wissen sie Dirk, was ich obszön finde? Wenn man z.B. die Raketenbasen mit den man in ein anderes Land auf Wohngebiete schießt bewußt in Wohngebieten errichtet. Wenn man z.B. noch halbe Kinder dazu verführt sich für eine Idee oder eine totalen Krieg selbst in die Luft zu sprengen, um andere Menschen, die ebenso unschuldig sind, mit in den Tot zu reißen. Wenn man z.B. jungen Männern, die auf Erden Töten, dafür Jungfrauen im Himmel verspricht. Wenn man z.B.den Anghörigen der Selbstmordattentäter eine lebenslange Pansion verspricht, damit es ihnen leichter fällt ihren Kinden/Männern usw. bei dieser Tat zu unterstützen bzw. sie dazu zu überreden. Wenn z.B. Frauen Kinder singend und siegesjohlend auf der Straße tanzen, weil andere Frauen und Kinder von Bomben zerfetzt wurden.

  12. #12 | David Schraven sagt am 7. Januar 2009 um 13:14 Uhr

    Hi Arnold,

    „Wenn man den Arsch im Warmen hat ist es leicht Pazifist zu sein!“

    Genau – schwierig ist es gegen das Töten von Kindern und Frauen und Männern zu sein und nach Auswege suchen zu wollen, wenn das Blut aus dem Maul der Hetzer trieft – und die Mächtigen Leichen sehen wollen.

    Es geht nicht um Pro-Israel oder Pro-Palestina.

    Es geht um Pro-Ende-Abschlachterei.

    Da bin ich ich Pro-Papst. 🙂

    https://62.77.60.84/audio/ra/00144707.RM

    Wer allein in die Vergangenheit schaut, wird keinen Ausweg für die Zukunft finden.

    Natürlich muss man erkennen und lernen, was zum Krieg führt, damit man die Fehler in Zukunft vermeiden kann. Aber am wichtigsten ist es nach vorne in Frieden zu schauen und nicht heute wieder den Hass von morgen zu säen.

  13. #13 | Arnold Voss sagt am 7. Januar 2009 um 13:42 Uhr

    David, glaubst du wirklich ich hätte was dagegen, wenn dieser Krieg sofort beendet würde? Natürlich nicht! Aber an deinem „Pro Pabst“ wird doch das Dilemma deutlich: Wie soll denn der höchste Christ mit seinen Forderungen Gehör finden, wenn er selber Teil des Problems ist.Im Israel Krieg geht es nicht nur um Land sondern, und das ist doch das, was das ganze so hasserfüllt und mörderisch macht, um Religion! Die Hamas macht zwischen Juden und Christen keinen großen Unterschied! Wozu auch! Die Hamas und ihre Anhänger sind aus Prinzip unversöhnlich!

    P.S. Die Hamas könnte übrigens den Krieg sofort beenden wenn sie ihre Raketenbeschuss einstellen würde. Ja sie hätte es gar nicht dazu kommen lassen müssen, wenn sie den Raketenbeschuss nicht wieder angefangen hätte.

    P.P.S. Und der Papst hätte in seiner letzten Enzyklika nicht noch einmal den Alleinvertretungsanspruch der katholischen Kirche deutlich machen und das Verbot des gemeinschaftlichen Gottesdienstes mit anderen Religionen aussprechen können.

  14. #14 | Dirk E. Haas sagt am 7. Januar 2009 um 17:59 Uhr

    @ Arnold: Man muss nicht mal Pazifist oder ?Unterstützer? des palästinensischen Volkes sein, um die politischen und militärischen Strategien der gegenwärtigen israelischen Regierung für falsch, kontraproduktiv, irrational whatever zu halten. Es reicht völlig, die vitalen Interessen des israelischen Staates und seiner Bevölkerung im Auge zu haben.

    Dass die Hamas die Bevölkerung Gazas weiter ins Elend führt (und dafür Israel die Schuld gibt), ist doch unbestritten ? genauso wie die florierende Martyrerindustrie im arabischen Raum. Oder die jahrzehntelange Alimentierung palästinensischer Organisationen durch andere Staaten und Institutionen. Das ist aber eine Realität, die man nicht aus der Luft wegbomben kann, sondern anders überwinden muss.

    Was da ? seitens und im Interesse der Israelis ? nötig und hilfreich sein könnte, hat Akiva Eldar (Haaretz) in dem von mir oben geposteten Artikel aus meiner Sicht einigermaßen plausibel dargelegt.

    Die Palästinenser müssen ihrerseits sehen, wie sie ihre Regierung in Gaza wieder loswerden (das wird nicht einfach und womöglich nicht ohne neuerliches Blutvergießen ablaufen, denn die Hamas ist keine Partei, die man so locker mal abwählt). Ich bin aber überzeugt: Bei der Wahl zwischen ?Tod?, ?Elend? oder ?Land? werden sich auch die meisten Palästinenser für ?Land? entscheiden.

  15. #15 | Arnold Voß sagt am 10. Januar 2009 um 12:40 Uhr

    Dirk, fast alles was ich lese, und das gilt auch für den von ihnen empfohlenen Artikel, hat, was die vorgeschlagenen Lösungen betrifft, eher mittel bis langfristigen Charakter und baut letztlich auf ein Nachgeben der Hamas respektive der dort verhandlungsbereiten Politiker.

    Nicht nur, dass diese in der absoluten Minderheit sind. Der militärische Flügel der Hamas und ihre Hintermänner haben immer wieder dafür gesorgt, dass eben diese mittel- bis langfristigen und damit grundsätzlichen Lösungen (Zwei sich gegenseitige anerkennende Staaten usw.) systematisch torpediert bzw. im wahrsten Sinne des Wortes unter Dauerbeschuss genommen wurden. Nun hat diese Bewegung auch noch die Macht in Gaza übernommen.

    Die Hamas will weiter diesen Dauerkrieg der im Moment, mit all seinen Grausamkeiten, wieder mal aus der latenten in die manifeste Phase getreten ist. Und damit noch ein letzte Mal zu meiner Frage Nr. 5. Wenn ein Land unter Dauerbeschuss liegt, dann ist es, respektive seine politische und militärische Führung, zu sofortigen, zumindest aber zu sehr kurzfristigen Entscheidungen gezwungen. Kein anderes Land auf der Erde hätte das auch nur einen Monat lang ohne Gegenwehr akzeptiert. Das Problem ist jedoch, dass solche Entscheidungen schon aus der Natur der Sache heraus häufig den langfristigen Lösungsstrategien wiedersprechen bzw. die Lage noch weiter verschlimmern.

    Aber genau das will ja die Führung der Hamas. Denn Dauerdruck ohne Atempause, der jedes Land, sei es noch so friedfertig, in den „Amoklauf“ zwingt, respektive die Friedfertigen und Verhandlungsbereiten zur absolute Minderheit macht und das Volk als ganzes in das moralische Dilemma eines immer brutaler werdenden Krieges treibt.

    Diese Dilemma wird von der Hamas bewußt voran getrieben, in dem ihre Kämpfer die anderen Palästinenser in Geiselhaft nehmen, d.h. absichtlich aus Wohngebieten, ja sogar aus Schulen und Krankenhäusern heraus auf Israel, respektive die israelische Armee, schießen und dann systematische filmen lassen, wenn diese zum Äußersten greift.

    Das ist die wahre Obszönität dieses Krieges und sie wird von der Hamas bewußt herbeigeführt. Die Israelis sind keine besseren Menschen noch ist ihr Militär anders als jedes andere Militär auf dieser Welt. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass es mit der Hamas keinen Frieden geben kann. Solche Leute kämpfen „bis zum letzten Blutstropfen“, bis ihr eigenes Land, für das sie sich vorgeblich opfern, in Schutt und Asche liegt.

    Uns Deutschen sollte dieses Modell bekannt vorkommen. Die traurige Gewissheit dass, wenn Hitler bzw. die deutsche Armee den Krieg gewonnen hätte, die übergroße Mehrheit meiner Landsleute ihm weiterhin und erst recht mit voller Inbrunst zugejubelt hätte, bringt mich dazu, dass ich letztlich – so leid es mir für das ganze Elend tut – sogar froh bin, dass mein Land in Schutt und Asche gelegt wurde, um diesem Spuk ein für alle Mal seiner Mehrheitsfähigkeit in diesem meinem Lande zu berauben.

    P.S. Glauben sie, dass es die gleichen „Friedens“-Demonstrationen wie zur Zeit in Deutschland gäbe, wenn zur Zeit die Hamas siegen und nach Israel einfallen würde? Und können sie sich vorstellen welche Freudentänze und welches Siegesgejohle es da in Palästina gäbe (von den gleichen Leuten die jetzt leiden) , je mehr Israelis krepieren müssten? Und glauben sie, dass dann genauso viel im muslimischen Fernsehen über die Greueltaten an israelischen Frauen und Kindern berichtet würde wie jetzt über die an den Palästinensern?

  16. #16 | Dirk E. Haas sagt am 11. Januar 2009 um 23:33 Uhr

    @ Arnold:
    Es ist richtig, den ?Amoklauf? in Anführungszeichen zu setzen, denn es ist kein Amoklauf. Es ist vielmehr eine schon länger geplante militärische Operation, somit auch keine kurzfristige oder sofortige Entscheidung, zu der sich die IDF gezwungen sah (denn die Hamasraketen fliegen schon etwas länger). Die Operation ist Teil einer längerfristigen Strategie zur Konfliktführung ? keine zur Konfliktlösung. Warum ist das so? Womöglich hat es, wie Dan Diner behauptet, mit der Dialektik der Nichtanerkennung zu tun: https://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/feuilleton/dialektik_der_nichtanerkennung_1.1660883.html
    Jedenfalls: diese Art der Konfliktführung geht über kurz oder lang substanziell schief; das ist es, was Leute wie Eldar sagen.

    Eine Strategie (oder ?Operation?), die gegenwärtig nicht erfolgreich zwischen der palästinensischen Bevölkerung und Raketenwerfern der Hamas unterscheidet, schadet Israel. Dass die Hamas alles tut, dieses Unterscheidenkönnen zu verunmöglichen, ist auch nicht neu. ?Schnauze voll? ist zwar verständlich, aber nichts, was hilft.

    Zu Ihrer wiederholt aufgeworfenen Frage Nr. 5: Ob mit oder ohne ?Gegossenes Blei? ? es wird sowieso darauf hinauslaufen, dass für den Stopp der Raketenangriffe auch die Blockade des Gazastreifens gelockert werden muss, und die Grenzen werden unter Beteiligung von internationalen Einheiten (z.B. UN-Truppen, auch mit Kontingenten aus arabischen Ländern) kontrolliert werden. Sollten die Hamas dann wie angekündigt auch auf UN-Truppen schießen, hätten wir eine deutlich andere Situation als jetzt: Die Hamas würde keinen verhassten Staat, sondern die UN angreifen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Hamas sich das lange wird leisten können (ihre Funktionäre in Gaza sind, trotz der notorisch pathetisch-martialischen Rhetorik, in weiten Teilen Radikalopportunisten, wenn es um den Machterhalt geht).

    Zu Ihrem P.S.: Nein, ich mache mir keine Illusionen, plädiere aber auch hier dafür, den politisch-ideologischen Mainstream nicht mit dem Ganzen zu verwechseln.

  17. #17 | Arnold Voss sagt am 12. Januar 2009 um 00:26 Uhr

    Ich hoffe schon lange auf eine internationale Lösung des Konfliktes, wie sie sie oben kurz skizziert haben. Ich bin mir allerdings sicher, dass es leider erst der jetzt stattfindenen und im wahrsten Sinne des Wortes gnadenlosen Zuspitzung bedurfte, dass die Völkergemeinschaft überhaupt die Bereitschaft zeigt, sich entsprechend massiv vor Ort einzumischen und die damit verbundenen Risiken über viele Jahre auch militärisch zu tragen.

    Die Hamas, zumindest aber Teile von ihr, da bin ich mir ganz sicher, werden auch auf die Uno-Soldaten schießen und noch viel Schlimmeres mit ihnen machen. Und wie sich die Uno in der Vergangenheit in solchen Fällen angestellt hat,lässt das nichts Gutes erwarten, bzw. wird die Hamas genau auf die bekannten militärischen Schwächen der Weltgemeinschaftsoldaten und die Zerstrittenheit ihrer politischen Vertreter setzen und das massiv ausnutzen.

    Da auch die Israelis aus gutem Grunde damit rechnen, werden sie, bevor es – wenn überhaupt – soweit ist, möglichst die gesamte militärische und politische Infrastruktur der Hamas nachhaltig zerstören wollen. Und die Fatah wird das, trotz ihrer Solidaritätbekundungen mit den Palästinensern in Gaza, gut finden.

    Wenn es militärisch Ernst wird, hat die EU allerdings als Ganze bislang gekniffen und die Weltgemeinschaft hat immer erst dann Eingegriffen wenn es viel, viel zu spät war. Das Blutvergießen wird also noch eine gehörige und schlimme Zeit weitergehen und die Ideologen aller Coleur werden daran ihr Mütchen kühlen und die Fanatiker ihrem Hass freien Lauf lassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Werbung