Abfallgesellschaft Ruhr – Auf die Schnelle

Dass es beim Tochterunternehmen des Regionalverbandes Ruhr (RVR) Korruption gibt, war schon lange bekannt. Nun geht es bei der AGR-Tochterfirma DAR um Autos.

Nachdem im Februar der einstige Geschäftsführer der Dualen Abfallwirtschaft und Verwertung Ruhrgebiet GmbH (DAR), Dr. K., wegen Untreue verurteilt worden war, traf es gestern den früheren technischen Leiter und Prokuristen. Auch er hatte ein Faibel für Autos. Die DAR ist eine hundertprozentige Tochter der Abfallgesellschaft Ruhr. Diese wiederum gehört zu 100 Prozent dem RVR.

Bei der DAR ließ sich der Prokurist wie sein Chef von einem Autohändler aus Wattenscheid schmieren. Dafür, dass überzogene Rechnungen für Firmen-Lkw  aus der DAR-Kasse bezahlt wurden, gab es für beide Männer einen Sondertarif für dolle Privatautos.

Der DAR-Boss hatte für den Schmu im Februar 22 Monate auf Bewährung sowie eine Auflage von 40 000 Euro kassiert. Sein untergebener Prokurist kam jetzt mit 90 Tagessätze à 40 Euro davon. Also mit einer Strafe von 3600 Euro.

Warum? Weil der Chef sich gleich 37-mal auf Kosten der AGR-Tochter bereichert hat, sein Untergebener nur einmal um einen Rabatt von 5100 Euro für einen Mittelklassewagen. Im Gegenzug hatten die beiden Männer dem Wattenscheider Händler versprochen, dass die DAR pro Lkw 1700 E Aufschlag zahlen werde.

Hurra. Das stärkt mein Vertrauen in die AGR-Aufsichtsmechanismen. Immerhin wurden die beiden Typen enttarnt.

Interessant ist noch folgendes. Der alte AGR-Chef Michael Vagedes hatte gleich zwei Dienstwagen. Einen Dicken mit Fahrer für Werktags und einen Mittelklassewagen ohne Fahrer für das Wochenende. Kein Scheiß. Das ist verbürgt. Vagedes war auch der, der damals den Deal mit Brochier eingefädelt hatte.

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Nobby
Nobby
16 Jahre zuvor

Der AGR-Klüngel ist nichts neues.
Das Finanzgebaren der AGR wird von den Politikern der Kreises Wesels schon lange kritisiert. In hinblickt auf die Deponien in Rheinberg und Schermbeck ist fühlt ist man Kreis nur belogen und betrogen worden.

Petra
Petra
16 Jahre zuvor

Die Klüngelei im RVR ist wirklich nichts Neues, es ist allgemein bekannt, dass im RVR altgediente „Genossen“ versorgt werden, die dann in den gleichen Seilschaften den Wohlstand ihrer Freunde mehren. Vor diesem Hintergrund ist es sehr bemerkenswert, dass der jetzige Fraktionsvorsitzende der SPD und designierte Bürgermeisterkandidat in Dinslaken, Herr Dr. Michael Heidinger in der Ratssitzung am 17.06. trotz aller Warnungen (die CDU hat argumentiert, dass noch nicht alle Informationen für eine Beschlussfassung vorliegen und der Landrat von Wesel noch weitere Auskünfte auf Landesebene eingeholt hat, die abgewartet werden sollen) eine Resolution durchgedrückt hat, dass die Stadt Dinslaken dafür votiert, im RVR zu bleiben (die CDU hat sich enthalten, es gab von den übrigen Fraktionen nur wenige Gegenstimmen). Wenn man bedenkt, dass selbst die Bürgermeisterin von Dinslaken, die eine Verfechterin für den Verbleib im RVR ist, dafür war, ggf. eine Sondersitzung einzuberufen, wenn die zusätzlich erbetenen Auskünfte eingeholt werden, ist das Verhalten von Herrn Dr. Heidinger überhaupt nicht zu verstehen…

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