Kuboshow

Grit Aulitzky, "Weißer Hase", Plüsch, präpariertes Fell, Füllung, 50 x 50 x 50 cm

Liebe Kunstfreunde, vergesst bitte für ein Wochenende mal den Farbenrausch im Museum Folkwang, der geht schließlich bis Januar. Von unserem Gastautor Marc Limbach.

Wen die Gegenwart und junge Künstler interessieren, der kommt am heutigen Sonntag bei der kuboshow in den Flottmann-Hallen auf seine Kosten, jeweils von 10 bis 19 Uhr.

Insekten in Schaukasten zu lustigen Szenerien arrangiert, die neusten Ideen der Malerei, streetart oder schlicht Objekte mit Witz, Häme und einer guten Portion Gesellschaftskritik. Eintritt: 6,50 Euro. Das ist es Wert und wer gleich an elitäre Kunstmessen denkt. Es gibt auch Werke für unter 100 Euro zu erstehen. Und keine Sorge, lästige Galeristen quatschen einem auch nicht einen Knopf ans Ohr. Viel Spaß!

Bohrhammers 5, Herne, www.kuboshow.de

Roma und Sinti müssen Kontingentflüchtlinge werden!

Neben sechs Millionen Juden wurden Hunderttausende Roma und Sinti, im Herrschaftsgebiet der Nazis ermordet. Überlebende Juden wurden teilweise entschädigt, das Vermögen der Verstorbenen zu 20 Prozent an Israel und anderen Nachfolgeorganisationen übergeben. Sie  waren immer arm, auch vor 1933. Sie erhielten keine besondere Wiedergutmachung. Von unserem Gastautor Nathan Warszawski.

Als die Sowjetunion und mit ihr der Eiserne Vorhang zusammenbrach, ergriffen die Juden im Ostens Europas die historische Gelegenheit, ihre ungeliebte Heimat in Scharen zu verlassen und ein neues Leben für sich und ihre Kinder dort zu suchen, wo sie weniger Unterdrückung erhofften. Das politische Chaos der Wiedervereinigung erlaubte den Juden, nach Deutschland als Kontingentflüchtlinge einzureisen. In ihrer Euphorie hatte die ehemals antisemitische, nun freie DDR als menschliche Wiedergutmachung den Juden die Staatsangehörigkeit angeboten. Das wiedervereinigte Deutschland musste das Versprechen erfüllen. Man sprach von der Stärkung der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland.

Von den 300.000 jüdischen Kontingentflüchtlingen, die Deutschland erreichten, schloss sich nur jeder Dritte einer jüdischen Gemeinde an, sodass die Gesamtzahl der registrierten Juden in Deutschland heute bei knapp bei über 100.000 liegt.

Da die DDR das Angebot nur an Juden richtete, wurden Roma und Sinti keine Kontingentflüchtlinge.

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Ale Ale Ale Ale oh BVB 09

Seit Tagen wird analysiert, Spieleraufstellungen kalkuliert und über die beste Taktik philosophiert. Und heute ist es endlich da! Das Champions-League Spiel Borussia BVB gegen Real Madrid. Ich sage ganz bewusst „endlich“ – weil nun die amateurhaften Expertengespräche unter den Männern ein Ende finden. Jeder hat die besten Tipps auf Lager, kennt sich besser aus als der Andere.. da frage ich mich, warum niemand von denen Profispieler geworden ist. Von unserer Gastautorin Jana-Lena Wendt.

Als fußballneutrale Frau hat man es da ja eher schwer. Man erntet verständnislose Blicke, bedauerndes Kopfschütteln und tiefe Seufzer aus der Männerwelt, die es nicht nachvollziehen kann, wenn man diese Begeisterung für Fußball einfach nicht teilen kann. Ich habe mir oft Mühe gegeben diesen Wahnsinn fühlen zu können. Bin regelmäßig zum Gucken in Bars gegangen, habe die aktuellsten Ergebnisse im Live-Ticker verfolgt und versucht mir einzuprägen, welcher Spieler in welche Mannschaft gehört. Doch ich erwischte mich häufiger dabei, mir Gedanken über die Farbe der Trikots zu machen, die neusten Frisurentrends unter den Spielern zu verarbeiten und die Spielerfrauen um ihr Aussehen zu beneiden. So richtig will der Funke einfach nicht überspringen.

Heute die Innenstadt zu betreten ist wie ein Spießroutenlauf, überall lauern die Schwarzgelben Fußballgestalten. Sie geben ihre Fangesänge zum Besten und ich bilde mir ein ungläubig beäugt zu werden, nur weil ich nichts schwarzgelbes trage. Kein Button ziert meine Tasche, kein Schal um meinen Hals und auch keine wilden Kriegsbemalungen im Gesicht. Es scheint, als würde sich die Stadt in eine eigene kleine Welt verwandeln, die zumindest heute von Fußball beherrscht wird.

Aber gönnen wir all den unzähligen Fans heute ihren Spaß! Ich weiß jedenfalls, dass ich heute Abend getrost zu Hause bleiben werde.

Unstatistik des Monats: Armut ist nicht Ungleichheit

In Kooperation mit dem RWI-Essen veröffentlichen wir einmal monatlich vorab die Unstatistik des Monats. Diesmal geht es um den Armutsbegriff. Von unserem Gastautor Walter Krämer.

Die Unstatistik des Monats Oktober heißt 15,8% und kommt vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden: „15,8 % der Bevölkerung waren 2010 armutsgefährdet“ meldeten die Amtsstatistiker am 17. Oktober 2012.

Die Zahl ist korrekt, nicht aber deren Interpretation. Als „armutsgefährdet“ gilt, wer jährlich netto weniger als 11.426 Euro zur Verfügung hat. Der Hauptkritikpunkt ist die Berechnung dieser Armutsgrenze. Dazu nimmt man europaweit 60 % des Durchschnittseinkommens. Wenn sich also alle Einkommen verdoppeln, verdoppelt sich auch die Armutsgrenze, und der Anteil der Armen ist der gleiche wie vorher.

Ferner ist in armen Ländern die Armutsgrenze kleiner als in reichen. Zieht also ein Gastarbeiter aus Portugal, der hier im Jahr nur 11.000 Euro zur Verfügung hat, in seine Heimat zurück, nimmt die kollektive Armut in Deutschland und Portugal gleichermaßen ab. Denn in Deutschland ist man mit 11.000 Euro jährlich arm, in Portugal dagegen nicht. Selbst wenn besagter Portugiese zuhause nur 7.000 Euro jährlich hätte, wäre er dort statistisch-offiziell nicht arm.

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TV-Tipp: Wenn Lebensträume wahr werden

Liebe Menschen mit geregelten Arbeitsverhältnissen,

stehen Sie am Montag morgen wie gewohnt auf, beziehungsweise, sollten sie um 8 auf der Arbeit sein, tun sie mal etwas Verrücktes uns schwänzen sie ihren Vormittagsdienst, sagen wir mal bis 12 Uhr.

Liebe Menschen ohne geregeltes Arbeitsverhältnis,

Stehen sie am Montagmorgen einfach mal früh auf …
denn es kommt ein guter Film für alle, die ihn heute oder gestern auf EINSFESTIVAL verpasst haben ( die Zeiten waren da aber auch nicht humaner, man tröste sich.)
Es gibt nicht viele gute Filme aus diesem Land, aber Dokus, das kann man hier gut.
Und diese ist besonders gut. Also gucken! Aufnehmen. Nun kann man nur noch hoffen, ihr bekommt Einsfestival (ansonsten DVD kaufen)!

Montag, Mo 22.10., 09.00 Uhr EinsFestival

Von unserer Gastautorin Anne Winterhagen

Das erfolgreichste Video aller Zeiten? Das tut uns leid…

Ich freue mich immer, wenn das Internet neue Phänomene hervorzaubert, von denen man sonst womöglich nicht erfahren hätte – wie zuletzt den Südkoreaner “Psy” mit seinem “Gangnam Style”. Psy ist seiner Heimat bereits seit einigen Jahren mit K-Pop erfolgreich, er hat dort sechs Alben veröffentlicht. Das Erfolgsrezept seines derzeitigen Hits “Gangnam Style”: ein lustig-alberner Tanzstil, einfach-effektive elektronische Discomusik, und ein koreanischer Text, der sich mit dem luxuriös-mondänem Lebensstil des Stadtviertels Gangnam in Seoul befasst. Von unserem Gastautor Daniel Schwerd.

Der Musikclip des Künstlers wurde in diesem Jahr bereits mehr als fünfhundert Millionen Mal angesehen, weltweit, er ist für alle diese Nutzer kostenlos bei Youtube verfügbar. Über zwei Millionen Besuchern hat der Clip so gut gefallen, dass sie es mit dem kleinen Daumen-hoch-Symbol positiv bewertet haben. Damit ist dieses Video das erfolgreichste Youtube-Video aller Zeiten geworden, es hat dafür einen eigenen Eintrag im Guinnessbuch der Weltrekorde bekommen.

Psy ist mittlerweile weltweit erfolgreich – in vielen Ländern der Welt ist sein Song in den Charts, zum Beispiel in Deutschland und Großbritannien bis auf Platz 1, in den USA bis auf Platz 2. Auch in den iTunes-Charts hat es der Song Mitte September bis auf Platz 1 geschafft – trotz der Tatsache, dass er kostenlos bei Youtube verfügbar ist. Es ist davon auszugehen, dass das Lied damit auch kommerziell ausgesprochen erfolgreich sein dürfte.

Rhetorische Frage: Ist dieser Song nun trotz oder wegen der vielgescholtenen “Kostenloskultur” des Internets so erfolgreich? Hätte Psy ebenfalls einen weltweiten Erfolg mit seinem Stück gehabt, wenn sein Video nicht gratis im Internet verfügbar gewesen wäre? Oder ist nicht eben genau dieser Erfolg ein Indiz dafür, dass durch das kostenlose Anbieten von Inhalten im Internet die Künstlerszene gerade nicht verarmt, sondern das sich damit ganz neue Chancen und Möglichkeiten ergeben – auch kommerzieller Art? Denn oft sind es gerade die Nutzer, die den Song kostenlos im Internet sahen, die ihn sich anschließend auch kaufen.

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Esoterik an Waldorfschulen – Bildung dank „Bildekräften“: Lest Rudolf Steiner!

‘Aus der Akasha-Chronik’, Buchcover Foto: Wikipedia, Lizenz: PD

Die aktuelle Debatte um die Gründung einer „staatlichen Waldorfschule“ in Hamburg wirft die Fragen auf: Soll Anthroposophie zum staatlichen Schulprogramm zählen? Wie esoterisch ist die Waldorfschule? Von unserer Gastautorin Jana Husmann.

Wer sich ein wenig mit Waldorfpädagogik beschäftigt und die Schriften ihres Begründers Rudolf Steiner (1861-1925) studiert, wird leicht über die sprachlichen Besonderheiten stolpern, welche die anthroposophische Rhetorik ausmachen. Das Wort “Bildekräfte” etwa gehört in diese Kategorie, ebenso wie der Begriff des “lebendigen Denkens”, den Steiner seinerzeit vom “toten” abstrakten Denken abzugrenzen suchte. Der heute zentrale Oberbegriff zur Beschreibung von Anthroposophie und Waldorflehre ist “ganzheitlich”. Das klingt irgendwie nach östlicher Weisheit, dem Einklang von Leib und Seele, nach Ausgeglichenheit und Wellness-Oasen. Wer wollte sich nicht gerne “ganzheitlich” fühlen und die Aromen von Weleda im Entspannungsbad genießen?

„Esoterisch“ und „okkultistisch“ hingegen sind Begriffe, die Waldorfschulen bisher eher ungern als Selbstcharakterisierung gelten ließen. Und dies, obwohl die Anthroposophie zweifelsohne den höheren Welten und geistigen Wesenheiten verpflichtet ist, die ihr Begründer Rudolf Steiner als selbsterklärter Hellseher und okkulter Meister beschrieb und verkündete. Doch, so die traditionelle Linie des Bundes der Freien Waldorfschulen, im Unterricht spielten die Inhalte der Anthroposophie keine Rolle. In der aktuellen Debatte um die Zusammenlegung einer öffentlichen Schule und einer Waldorfschule in Hamburg-Wilhelmsburg wird von Waldorfeltern und -schülern so auch immer wieder vehement beteuert, von „Astralleibern“ oder ähnlichem anthroposophischen Vokabular habe man im Unterricht noch nie etwas gehört.

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DFL-Papier “Sicheres Stadionerlebnis”: Freizeitpark Fußballstadion

Seit ein paar Tagen geistert ein DFL-Konzept namens “Sicheres Stadionerlebnis” durch Blogs undMedien. Dieses Konzept ist nach Meinung vieler Fußballfans in Wirklichkeit jedoch kein Anti-Gewalt-Projekt, sondern beinhalte den Versuch, “mit aller Macht grundlegende rechtsstaatliche Prinzipien für Fußballfans außer Kraft zu setzen“. So meint jedenfalls das St-Pauli-Blog “Magischer FC“. Damit sich jede/r selbst ein Bild machen kann, verweisen wir auf folgenden Download-Link. Von unseren Gastautoren von publikative.org

Unter anderem wird in dem Papier die Forderung nach Fanvereinbarungen erhoben. Die Clubs sollen dann anschließend in einer sogenannten “Selbstbindung” (lies = sich verpflichten), “keine Eintrittskarten mehr an Fanclubs” vergeben, “welche nicht bereit sind, eine Fanvereinbarung mit den genannten Mindestinhalten (Gewaltfreiheit, Anerkennung Stadionordnung im Hinblick auf das Verbot von pyrotechnischen Gegenständen etc.) abzuschließen“. Außerdem soll zum Beispiel “das Mitführen von ‘Blockfahnen’ und Bannern” verboten werden, “wenn diese zur Verschleierung der Täterschaft bei Einsatz von Pyrotechnik bzw. überhaupt zur Ermöglichung von Pyrotechnik missbraucht werden“.

Widerstand ist vorprogrammiert

Dass derartige Maßnahmen auf Ablehnung seitens der Fanszenen stoßen werden, kann man sich an drei Fingern abzählen: Denn Kollektivhaftung und schwammige Begriffe wie “Gewaltfreiheit” werden das Klima des Misstrauens nur noch weiter verschärfen. Die

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Hallo und drehet euch nicht um…

Ich hab mir den Mist da draußen mal genauer angesehen. Ist ja nicht so, dass ich ihn nicht schon vorher gesehen hätte, den Mist, oder dass er mich jeden Tag blöd von der Seite angrinsen würde, nur diesmal fing er auch noch an, an meinem Rockzipfel zu ziehen und das nervt gewaltig. Der Mist hat viele Namen, nenn ihn wie du magst,  die Welt, ihre Herrscher, Politiker, Drahtzieher, es ist immer gleich … Von Muddi.

Gibt es eigentlich irgendjemanden da draußen von denen, die sich da täglich in großen Runden versammeln, der, was auf die Matte kriegt?
Wie kleine Männchen beschimpfen sie sich und das Volk. Wie Lehrer wollen sie einen erziehen, gefälligst das zu machen oder das zu sein, was sie für das einzig Richtige halten.

Manchmal verhalten Sie sich auch wie hilflose Eltern, die etwas versprechen, um ein bisschen Ruhe zu haben und dann hält man das Versprechen einfach nicht ein und gibt dem Kind einfach was Ähnliches, nicht so teures.

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