Aserbaidschans Angriffe auf Armenien werden weitergehen, befördert von Europas Schweigen.

Jerewan mit dem Ararat im Hintergrund Foto: Matthias Süßen Lizenz: CC BY-SA 4.0

Am 13. September 2022 griff Aserbaidschan armenisches Staatsgebiet an. Mit schweren Waffen und Drohnen wurden Dutzende armenische Städte und Dörfer im Süden Armeniens bombardiert. Die aserbaidschanische Armee drang nicht etwa nach Bergkarabach, sondern in international anerkanntes armenisches Territorium ein und besetzte einen Teil des armenischen Staatsgebietes. Von unserem Gastautor Ilias Uyar.

Von diesem kriminellen Überfall las man in Deutschland wenig bis gar nichts. Was die Deutschen zu lesen bekamen, glich einer Räuberpistole nach Karl May: Zusammenstöße im fernen Kaukasus, zwischen Armenien und Aserbaidschan flammen erneut Gefechte auf, beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig und so weiter.

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Nach Tod von Mahsa Amini: Massenproteste gegen das Regime im Iran

Auf Twitter wird über die Proteste im Iran ausführlich berichtet


Nach dem gewaltsamen Tod der iranischen Kurdin Mahsa Amini kommt es überall im Iran zu Massenprotesten gegen das verhasste Regime in Teheran. Von unserem Gastautor Thomas von der Osten-Sacken.

Wenn im Iran der Chef der so genannten Sittenpolizei seinen Hut nehmen muss, dann ist dies ein ziemlich sicheres Zeichen, dass irgend etwas so gar nicht rund läuft. Nur drei Tage nach dem gewaltsamen Tod der iranischen Kurdin Mahsa Amini wurde Ahmed Mirzaei gefeuert und Staatspräsident Ebrahim Raisi entschuldigte sich bei der Famile der Verstorbenen und kündigte eine Untersuchung des Falles an.

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Documenta: „Die Erklärung des Aufsichtsrats ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten“

Friedrichsplatz. Zentrum der Documenta 15 am 22. Juni 22 by Baummapper CC 3.0


Von unserem Gastautor Jonas Dörge.

Am 16.09.2022, also neun Tage vor dem Ende der documenta 15, formuliert der Aufsichtsrat der documenta-GmbH folgendes:

„Die Gesellschafter schließen sich dem Votum der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an, wonach die Tokyo Reels des Kollektivs Subversive Films nicht mehr gezeigt werden sollen, mindestens bis eine angemessene Kontextualisierung vorgenommen wurde.“

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Documenta: Findungskommission stellt sich hinter Ruangrupa

Findungskommission der Documenta 15 Foto: Nicolas Wefers/DocumentaPR Lizenz: Copyright

Von unserem Gastautor Jonas Dörge.

In der Findungskommission der Documenta, die Ruangrupa die Documenta15 in die Händegab,  sitzt ein gewisser Charles Esche. Seit Januar ist durch die Recherche des Bündnis gegen Antisemitismus Kassel bekannt, dass diese Personalie eine der Hauptursachen für den kulturpolitischen Skandal ist, der in der Bundesrepublik seines gleichen sucht. Umfangreich hat auch die Autorin Caroline Fetscher auf die höchst problematische Zusammensetzung des documenta-Beirates im Tagesspiegel hingewiesen. Der antizionistische und antisemitische Grundton der documenta 15 ist vor allem von der Ruangrupa zu verantworten, die jedoch von der

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Mit der gewohnten weinerlichen Arroganz reagieren die Documenta-Macher auf die Kritik des Experten-Gremiums

Antisemitisches Weltbild, Rückseite: Documenta 15 by C. Suthorn cc by sa 4.0


Neues über die Documenta von unserem Gastautor Jonas Dörge.

Die Mitglieder des „Gremiums zur fachwissenschaftlichen Begleitung der documenta fifteen“ haben eine Presseerklärung veröffentlicht. Sie ist vernichtend. Die Erklärung bezieht sich vor allem auf die in der Tat bösartige Filmvorführung „Tokyo Reels Film Festival“ der Gruppe Subversive Film, die dringend zu stoppen sei. Es heißt in der Erklärung:
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Ausgerechnet in Sankt Petersburg formiert sich politischer Widerstand: Putin soll wegen Hochverrats abgesetzt werden

Vladimir Putin Foto: Kremlin.ru Lizenz: CC-BY 4.0


Lange schien es, als würde es Putin mit Hilfe seines Propagandapparats und seiner Geheimdienste gelingen, fest im Sattel zu bleiben, auch wenn sich sein Krieg gegen die Ukraine zum Desaster entwickelt hat. Doch die Anzeichen mehren sich, dass die politische Unterstützung für ihn in Russland zu bröckeln beginnt. Ausgerechnet aus seiner Heimatstadt Sankt Petersburg ist jetzt eine offizielle Initiative gekommen, ihn wegen der Erfolglosigkeit der „Militäroperation“ wegen Hochverrats anzuklagen und aus dem Amt zu entfernen. Auch wenn der Vorstoß scheitern sollte, wird er als Signal an andere politische Gremien wirken, Putins Kriegspolitik zunehmend kritisch zu sehen. Von unserem Gastautor Volker Eichener.

Schon Platon wusste, dass ein Diktator die Bevölkerung hinter sich bringen kann, wenn er einen Krieg beginnt. Seit Mitte 2018 dümpelten die Zustimmungswerte der russischen Bevölkerung, die das Levada-Zentrum regelmäßig ermittelt, für Putin nur noch knapp oberhalb der 60-Prozent-Marke. Als er den Krieg gegen die Ukraine begann, schossen die Zustimmungswerte sofort wieder auf 83 Prozent hoch. Der weit überwiegende Teil der russischen Bevölkerung begeistert sich für den Krieg gegen das Nachbarland, und Putin hatte bereits begonnen, sich mit Zar Peter dem Großen zu vergleichen und weitere imperialistische Expansionen in alle

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Isolationspflicht: Mehr Mut zur Eigenverantwortung

Andrew Ullmann Foto: Schlappinho Lizenz: CC BY-SA 4.0


„Die COVID-19-Pandemie hat uns seit zweieinhalb Jahren fest im Griff. Auch wenn wir auf die Endphase der Pandemie zusteuern, wird sie bis zum Herbst nicht vorbei sein“, warnt Ruhrbarone-Gastautor FDP-Gesundheitsexperte Andrew Ullmann in seinem Gastbeitrag.

Daher hat die Bundesregierung mit der Fortentwicklung des Infektionsschutzgesetzes ein umfassendes Paket auf den Weg gebracht, um besser auf die kalte Jahreszeit vorbereitet zu sein.

Doch welche Rolle spielen in der Endphase der Pandemie noch staatlich verpflichtende Regelwerke oder die eigene Gesundheitskompetenz im Sinne der Eigenverantwortlichkeit und Entscheidungsfreiheit. Und mindestens genauso wichtig, was ist mit der gesellschaftlichen Verantwortung Maßnahmen freiwillig oder staatlich verpflichtend einzuhalten? Der Staat wird es nicht schaffen, jeden vor Infektionen zu schützen. Denn die Verfassung gibt uns lediglich vor (Art 2 Abs. 2 GG Satz (2)), dass jeder das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit hat.

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„Menschen, die das grammatische Geschlecht nicht vom biologischen unterscheiden können, sollten Nachhilfeunterricht nehmen“

Hans Henneke Foto: CDU-Ratsfraktion Bochum Lizenz: Copyright


Unser Gastautor Hans Henneke ist Mitglied der CDU-Ratsfraktion in Bochum und sieht die Pläne der Stadt offiziell zu gendern kritisch.

In den letzten Jahren war es auch schon präsent im Schriftverkehr, in Beschlussvorlagen oder Mitteilungen der Bochumer Stadtverwaltung: das Gendersternchen. Es gab nur kein System für seine Verwendung, da auch alle möglichen Alternativschreibweisen genutzt wurden – bis hin zum heute beim Verwaltungsvorstand nicht mehr ganz so populären generischen Maskulinum.

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„Heiß wogt unter unseren Lesern der Kampf um die Romane des Reiseerzählers Carl May“

Winnetou-Illustration von Otto Krauskopf, dem Großvater des Autoren Lizenz: Copyright


Die an einen Shitstorm erinnernde aktuelle Presseschlacht um die Winnetou-Filme und den zugrunde liegenden Erzählungen von Karl May ist wahrlich nicht neu. Von unserem Gastautor Peter Krauskopf

Bereits 1889, als Karl May als Mitarbeiter des im sogenannten „Kulturkampf“ zwischen der protestantischen Bismarck-Administration des Deutschen Reiches und der katholischen Kirche gegründeten katholischen Unterhaltungszeitschrift „Deutscher Hausschatz“ mit seinen Reiseerzählungen das erste Mal Kultstatus erlangte, brachte der Hausschatz-Redakteur Heinrich Keiter in einem Editorial die Situation folgendermaßen auf den Punkt: „Heiß wogt unter unseren Lesern der Kampf um die Romane des Reiseerzählers Carl May.“ Noch heißer sollte es aber im letzten Lebensjahrzehnt Mays, etwa von 1900 bis 1912, werden. Mit dem Erscheinen seiner „Gesammelten

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Documenta: Antisemitismus differenziert betrachten

Die Säulen des Fridericianums bemalt von Dan Perjovschi | C. Suthorn cc-by-sa-4.0

Der Documenta-Kurator Anselm Franke wirft im Monopol-Magazin ein paar Nebelkerzen, um die wohl antisemitischste Kunstschau auf deutschem Boden seit 1945 reinzuwaschen. Von unserem Gastautor Thomas von der Osten-Sacken.

Bei der documenta fifteen ist man inzwischen ein wenig kleinlauter geworden, tritt vorsichtiger auf und gibt sich reflektiert, was alles kein Wunder ist angesichts der nicht abreißenden Skandale und ihres Missmanagements. Erst jüngst wieder fand darüber Sascha Lobo im Spiegel, der die Kunstausstellung ja schon vor Wochen treffend in »Antisemita« umgetauft hatte, sehr deutliche Worte und forderte: »Macht die documenta fifteen, die wohl antisemitischste Kunstschau auf deutschem Boden seit 1945, zu – sofort.«

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