Vom moralischen Kompass zur geopolitischen Beliebigkeit

Carlo Masala Foto: Hochschule der Bundeswehr/christophbusse.de Lizenz: Copyright


Warum deutsche Sicherheitsexperten wie Carlo Masala und Claudia Major die Ukraine verteidigen – und Griechenland ignorieren. Von unserem Gastautor Andreas Papakonstantinou.

In der Ukraine gilt das Völkerrecht – in der Ägäis offenbar nicht. Während Griechenland unter militärischem Druck steht, empfehlen deutsche Sicherheitsexperten wie Carlo Masala und Claudia Major, die Türkei in europäische Verteidigungsprojekte wie REARM Europe einzubinden. Wer so denkt, verteidigt nicht das Völkerrecht – er bewertet es nach geopolitischem Nutzen.

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„Wie kann man sich Antifaschist nennen und den arabischen Faschismus bejubeln?“

Andrej Hermlin, Deutscher Pianist und Bandleader Foto: Willi Wallroth Lizenz: Gemeinfrei


Andrej Hermlin ist nicht nur ein prominenter Musiker, sondern auch überzeugter Sozialist. Nach dem 7. Oktober 2023 trat er nach über drei Jahrzehnten Mitgliedschaft aus der Partei Die Linke aus. Warum er Sozialist bleibt und warum er sich von der Partei verraten fühlt. Von unseren Gastautoren  Ellen Daniel und Michael Miersch.

Frage: Herr Hermlin, wie haben Sie das Ende der DDR erlebt?

Andrej Hermlin: Mir war Mitte der 80er Jahre klar, dass dieser Staat auf tönernen Füßen stand und es nur noch eines Windhauchs bedurfte, damit er zusammenbricht. Ich habe das offen ausgesprochen. Wie genau und wann, die DDR kollabieren würde, wusste ich natürlich nicht.

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Mit 54 zum Bund? Thomas Hüser erläutert seine Entscheidung zur Rücknahme der Kriegsdienstverweigerung.

Thomas Hüser Foto: Privat


Warum die Rücknahme der Kriegsdienstverweigerung ein legitimer Schritt ist – und auch mit 54 Lebensjahren eine Bedeutung hat. Von unserem Gastautor Thomas Hüser.

Die Entscheidung, eine bereits erklärte Kriegsdienstverweigerung zurückzunehmen, mag auf den ersten Blick irritierend wirken. Schließlich handelt es sich dabei um eine bewusste Erklärung, unter keinen Umständen Waffen zu führen oder an Kampfhandlungen teilzunehmen. Doch die Lebensrealität und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ändern sich, und damit auch die persönliche Haltung. Ich wurde 1990 gemustert. Im Jahr

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Düsseldorf: „Mama. Von Maria bis Merkel“

Der SPIEGEL: Mutter Angela 39/2015, Zeitschrift, 2015, Stiftung Museum Kunstpalast, Foto: LVR-ZMB – Annette Hiller.

Was sehen Sie vor Ihrem inneren Auge, wenn Sie das Wort MAMA hören?“ Für wen haben Sie mütterliche Gefühle?“ Wer sorgt für Sie?“ Was ist die lustigste / schönste Erinnerung, die Sie an Ihr Kind / Ihre Mutter haben?“ Was kann Mutterschaft in der Zukunft bedeuten?“  – Wie Frauen bis heute über Mutterschaft definiert werden, zeigt die Ausstellung „Mama. Von Maria bis Merkel“. Ein Bericht von unserer Gastautorin Christiane Jochum.

Der Besucher wird von den dargestellten Eingangsfragen empfangen und aufgefordert, sich von ihnen durch die Ausstellung begleiten zu lassen. Sie erweisen sich als gute Leitlinien, die gezeigten Exponate nicht nur passiv zu konsumieren, sondern kritisch im besten Sinne zu betrachten und sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

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Alle in die Rentenkasse – und alles wird gut? Leider nicht

Bärbel Bas sichtlich gut gelaunt am Infostand der SPD Duisburg Foto (Archiv): Peter Ansmann


Warum das Umlagesystem an Grenzen stößt, Österreich kein echtes Vorbild ist, und was Deutschland von Schweden, der Schweiz und sogar den USA lernen könnte. Von unserem Gastautor Carsten Seifert.

„In die Rentenversicherung sollten auch Beamte, Abgeordnete und Selbstständige einzahlen“ Schlägt Bärbel Bas (SPD), Bundesministerin für Arbeit und Soziales, vor. Nach Vorstellung der neuen Ministerin sollen künftig alle in die Rentenkasse einzahlen.

Die Idee ist nicht neu. Sie ist beliebt, klingt gerecht – löst aber das eigentliche Problem nicht. Das deutsche Rentensystem basiert auf dem Umlageverfahren und gerät nicht wegen fehlender

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Die unbekannte Revolution, die bis heute die Welt verändert

Das Kraftwerk Datteln 4. Foto: Robin Patzwaldt


Die wichtigsten Erfindungen stammen aus den 1880er-Jahren. Sie bildeten die Grundlage für eine radikale Verbesserung der Lebensumstände. unserem Gastautor Axel Bojanowski.

Die wichtigsten Erfindungen stammen aus den 1880er-Jahren – es folgte ein Aufschwung, wie ihn die Welt nie zuvor gesehen hat. In den 1880er-Jahren ereignete sich eine stille Revolution, die bis heute die meisten technischen Neuerungen ermöglicht. Vielen gelten Smartphone und Internet als besondere Durchbrüche. In Wirklichkeit, schreibt der Technologie-Forscher Vaclav Smil, handele es sich bei den meisten technischen Neuerungen der letzten Jahrzehnte um Variationen zweier grundlegender Erfindungen aus den 1880er-Jahren: des Mikroprozessors und der Radiowellen.

»Immer leistungsfähigere Mikrochips steuern heutzutage alles, vom Indus­trieroboter über den Autopiloten eines Passagierflugzeugs bis zu Küchenherden und Digitalkameras, und mobile Kommunikation nutzt ultrahochfrequente Funkwellen«, schreibt Smil. »Tatsächlich waren die vielleicht produktivste Blütezeit des menschlichen

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Paramount Deutschland, Nathan Fielder und der Holocaust

Paramount Deutschland
Wie Nathan Fielder sich das Büro von Paramount Deutschland vorstellt. Quelle: HBO

Was ist da los bei Paramount Deutschland? Ein kanadischer Comedian nimmt in seiner Comedyserie bei Paramount+ einen Sportartikelhersteller auf die Schippe, der Werbung für einen Holocaustleugner machte. Später verschwand die Folge aus der Paramount Mediathek. Maximilian Schulz hat sich angeschaut, was es damit auf sich hat.

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„Transparenz ist ein zentrales Prinzip der liberalen Demokratie“

Hasso Mansfeld Foto: Privat


Unser Gastautor Ludger Weg sprach mit dem
Kommunikationsberater Hasso Mansfeld über Demokratie und Transparenz.

Warum ist Transparenz so wichtig, obwohl das Thema in der öffentlichen Debatte kaum eine Rolle spielt?
Transparenz berührt den Kern der Demokratie. Zwei aktuelle Anlässe haben das Thema wieder ins politische Blickfeld gerückt: zum einen die 551 Fragen der CDU/CSU

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Geschlechtswechsel als juristische Fiktion

Der Oberste Gerichtshof des Vereinigten Königreichs ist in der Middlesex Guildhall in London untergebracht Foto: Hogweard Lizenz: Gemeinfrei


In Großbritannien sorgt das Gerichtsurteil zur Definition des Begriffs „Frau“ im Gleichstellungsgesetz weiterhin für große Erleichterung und einen Dominoeffekt. Wo vorher großzügig das Self-ID-Prinzip angewendet wurde, wird es jetzt wieder zurückgefahren. Daran zeigt sich, dass der Transaktivismus sich mit der Forderung nach Self ID selbst ins Knie geschossen hat. Auch in Deutschland kann es zu ähnlichen Entwicklungen kommen.  Von unserem Gastautor Till Randolf Amelung 

Kurz vor Ostern urteilte der britische Supreme Court darüber, dass für den Begriff „Frau“ in Gleichstellungsgesetzen die biologische Geschlechtsdefinition entscheidend ist. Geklagt hatte die feministische Organisation Women for Scotland, weil Schottland ein Gleichstellungsgesetz erlassen hatte, was definitorisch auch biologisch männliche Transfrauen mit rechtlicher

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