Der Westen unterschätzt die Gefahr des globalen Islamismus

Marko Martin in Israel Foto: Privat Lizenz: Copyright

Unterschätzen die Bürger freiheitlicher Demokratien die Gefahr des Islamismus? Wer davor warnt, wird reflexhaft als „antimuslimischer Rassist“ angeprangert. Das erinnert an die oftmals vergeblichen Warnungen vor dem Stalinismus im 20. Jahrhundert. Der Schriftsteller Marko Martin spricht im Interview über das Gemeinsame der Dissidenten von damals und heute. Von unseren Gastautoren Ellen Daniel und Michael Miersch.

Frage: Du hast mehrere Bücher über die antitotalitären Intellektuellen des 20. Jahrhunderts geschrieben, die den Nationalsozialismus bekämpften, ohne dem Stalinismus auf den Leim zu gehen. Dein essayistisches Werk ist voller Bezüge auf Menschen wie Manés Sperber, Alice Rühle-Gerstel, Melvin Lasky, Hans Sahl, Elisabeth Fischer-Spanier. Die meisten davon sind in Deutschland ziemlich unbekannt. Wie kamst du zu diesem Lebensthema? 

Marko Martin: Mich hat immer interessiert, was nicht Teil des Kanons war und ist. Kurz gesagt: Ludwig Marcuse anstatt Herbert Marcuse, Czesław Miłosz anstatt Jean-Paul Sartre. Interessanterweise gibt es nämlich gerade im progressiven Bereich eine geradezu pfäffische Kanonisierung, da werden bis heute die immergleichen Namen aufgefahren – Brecht, Adorno etc. Nachdem ich im Mai 1989 als neunzehnjähriger

Weiterlesen

„Ich werde überleben. Weil ich leben will“

Eli Sharabi Foto: Foreign, Commonwealth & Development Office Lizenz: CC BY 4.0


Eli Sharabis literarischen Erinnerungen an seinen Überlebenskampf.
Von unserem Gastauor Roland Kaufhold. 

Eli Sharabi überlebte 491 Tagen Hamashaft. Bereits wenige Wochen später gibt er einem israelischen Sender, trotz der Bedenken seiner Ärzte, ein großes Interview, in dem er das Unvorstellbare erzählt, als Zeitzeuge. Das Interview wurde auch von Phoenix übernommen.

Weiterlesen

„Russland wird nicht aufhören, selbst wenn die Ukraine irgendeinem Abkommen zustimmen würde“

Andrij Madzharov Foto: Privat


Andrij Madzharov ist ukrainischer Veteran. Zerschossen, zusammengeflickt – und entschlossen, die Stimmen seiner toten Kameraden dorthin zu tragen, wo Europas Haltung entschieden wird: nach Brüssel. Zu Fuß, 1.500 Kilometer, mitten ins Herz des Kontinents. Sein Weg führte über Bochum.

Putins Krieg gegen die freie Ukraine begann vor elf Jahren. Madzharov stand schon damals an der Frontlinie, die Europa von Russland trennt. 2022 wurde er als Mitglied einer Spezialeinheit schwer verwundet und überlebte. Seitdem spricht er für die Veteranen, für die Verwundeten, für jene, die nie zurückkamen. Den Ruhbaronen hat er gesagt, was er  vom  US-Friedensplan hält, nachdem die Ukraine unter anderem ihre Territorien in den

Weiterlesen
Werbung


Es gibt nur eine Freiheit – und die entspringt dem Westen

Bücher Foto: Laurin


Als „Mosaikrechte“ der kulturellen Hegemonie von links-rot-grün trotzen – darauf lässt sich wohl die Idee der „alternativen“ Buchmesse
SeitenWechsel herunterbrechen, die am Wochenende zum ersten Mal in Halle stattfand. Doch wie verhält sich das Liberal-Konservative zum rechten Rand? Und bedeutet die Ablehnung des Konzepts „Brandmauer“, dass man jede Hemmung gegenüber Rechtsextremen verlieren muss? Von unserem Gastautor Tizian Sonnenberg.

Einer Analyse der Welt  zufolge profitierte die Buchmesse SeitenWechsel davon, dass rechte Verlage auf den großen Messen in Leipzig oder Frankfurt regelmäßig mit Antifa-Protesten konfrontiert waren und die Veranstalter ihnen in der Folge keinen Raum mehr gaben. Susanne Dagen, Verlegerin (Edition BuchHaus Loschwitz) und

Weiterlesen

„Die globalen Treibhausgasemissionen werden erst die Kurve bekommen und deutlich sinken, wenn die heutigen armen Menschen der Welt einen grundlegenden Wohlstand erreicht haben“

Luftbild des Nationalparlaments von Bangladesch, Jatiya Sangsad Bhaban in Dhaka Foto: Pinu Rahman Lizenz: CC BY-SA 4.0


Ökonomin Joyashree Roy aus Bangladesch erzählt im Interview, warum sie dem Fortschritt vertraut. Das Interview führte Robert Benkens.

Liebe Frau Roy, bei uns in Deutschland wird Bangladesch in Schulbüchern und Projekten eigentlich immer als Beispiel für die Verheerungen des Klimawandels, des Kapitalismus und als Opfer der Globalisierung dargestellt. Was denken Sie darüber?

Wenn Bangladesch als Beispiel für die Verheerungen des Klimawandels dargestellt wird, ignoriert man die vielfältige Identität des Landes mit seinen extrem fruchtbaren Böden, den Flüssen und ihren Nebenflüssen, die den Grundwasserspiegel und die Bodenfeuchtigkeit aufrechterhalten, die perfekt für die Landwirtschaft und Fischzucht sind, und der lokalen sozialen Kultur, die

Weiterlesen

Darum ist es beim Thema Trans wichtig, dass nicht Aktivisten den Ton an Hochschulen angeben   

Schild, das während des Vortrags hochgehalten wurde, Foto: Till Randolf Amelung Lizenz: Copyright


Ich dachte, ich hätte mich längst daran gewöhnt, von manchen queeren und ultra-progressiven Kreisen seit Jahren angefeindet zu werden. Nichts könnte mich innerlich mehr erschüttern. Doch ich wurde eines Besseren belehrt. Von unserem Gastautor Till Randolf Amelung.

Was war passiert? Am vergangenen Dienstag war ich eingeladen, einen Vortrag mit dem Titel „Transgender Wars – Why Became Biological Facts a Controversy?“ im Rahmen eines Seminars an der Leuphana-Universität in Lüneburg zu halten. Der Vortrag wurde für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, weil mein Thema von

Weiterlesen

Der Staat Israel ist nicht das Problem. Er ist die Antwort auf das Problem.

Israelflagge in der Nähe der Klagemauer/Jerusalem; Foto: Peter Ansmann
Israelflagge in der Nähe der Klagemauer/Jerusalem; Foto: Peter Ansmann


Es gibt eine Sache, die kaum jemand laut ausspricht, aber jeder in der Region versteht: Was die umliegenden Staaten, die Islamisten, die „Widerstandsbewegungen“ und ihre westlichen Fans wirklich fertigmacht, ist nicht das, was Israel angeblich tut. Es ist, was Israel nicht mehr ist. Von unserem Gastautor Christopher-Ariel Merkel.

Jahrhundertelang waren Juden überall eine geduldete Minderheit auf Abruf. Wir durften leben, solange die Mehrheit Lust hatte, uns leben zu lassen. Wenn sie keine Lust mehr hatte, kamen Pogrom, Vertreibung, Enteignung, Mord. In

Weiterlesen
Werbung


„Der deutschen Gesellschaft ist der Antisemitismus in doppelter Hinsicht gleichgültig“

Slogan „Free Palestine from German Guilt“ bei einer antisemitischen Demonstration am Berliner Kottbusser Tor (2023) Foto: Montecruz Lizenz: CC BY-SA 3.0


Überlegungen zum Antisemitismus als Mobilsierungsfaktor. Von unserem Gastautor Jonas Dörge.

Wenn jemand mit einer Person, die jüdisch ist und ihre Furcht vor dem deutschen Rechtsextremismus ausdrückt, nicht einverstanden ist und ihr antwortet „packen Sie schon mal Ihre Koffer“ oder „ich wünsche schon mal eine gute Reise …“[1] spricht aus diesem die Weltanschauungen des Antisemiten. Der Spruch, man solle doch gehen, trifft vor allem Juden aus dem linken oder linksliberalen

Weiterlesen

„Art is resistance“?! – Fortsetzung

Ausschnitt aus einem Posting Screenshot: Felix Zeigler


Die Ausstellung „art is resistance – artists against genocide“ im Dortmunder Rekorder II hat aufgrund eindeutig pro-djihadistischer und antisemitischer Positionen einiger beteiligter Künstler für Entsetzen gesorgt – Ruhrbarone berichtete[1]. Folgerichtig haben die Betreiber des Veranstaltungsortes die Ausstellung frühzeitig beendet. Das Statement des Rekorder II lässt allerdings viele Fragen offen. Zudem sind weitere Aussteller durch israelfeindliche und Terrorismus-verherrlichende Positionierungen aufgefallen. Von unserem Gastautor Felix Zeigler.

Nach Sichtung aller oder zumindest der meisten im Rekorder II ausgestellten Exponate fällt auf, dass unzählige Werke den Staat Israel delegitimieren oder dämonisieren. So wurden viele Bilder ausgestellt, deren Hauptmotiv eine Landkarte eines Palästinas ist, welches sich über das gesamte Gebiet des heutigen Israels, der Westbank und des Gazastreifens erstreckt. From the river to the sea – für einen Staat Israel als Zufluchtsort für alle Jüdinnen

Weiterlesen

„Art is resistance“?!

Abu Migrantifa


Am vergangenen Wochenende war im Rekorder II in der Dortmunder Nordstadt die Ausstellung „art is resistance – artists against genocide“ des Kollektives Artist Action Germany zu sehen. In der Ausstellung, bei der Kunstwerke von kongolesischen, sudanesischen und palästinensischen Künstler
gezeigt wurden, waren Personen als Ausstellende und offenbar auch in der Organisation des Begleitprogramms involviert, die antisemitische Bildsprache nutzen und teilweise sogar Terrorismus massiv unterstützen und glorifizieren. Von unserem Gastautor Felix Zeigler.

In der Ausstellung waren zum Beispiel Bilder eines „Künstlers“ zu sehen, der sich auf Instagram selbst „Abu Migrantifa“ nennt. Auf seiner Instagram-Seite finden sich zahlreiche Bilder, die

Weiterlesen