Volker Lösch inszeniert Beethovens „Fidelio“ in Bonn als Befreiungsoper für Gefangene in türkischen Gefängnissen

Fidelio in Bonn: © Thilo Beu

Die Inszenierung der einzigen Oper Beethovens von Volker Lösch in Bonn stellt sich bewusst dem Anspruch, die Wirklichkeit abzubilden und mit Mitteln des Theaters in Kombination mit Video- Technik das Publikum aufzurütteln und zum Handeln zu motivieren. Von unsere Gastautorin Ursula Hartlapp-Lindemeyer.

Dirk Kaftan und das Beethoven-Orchester , der Chor und die Solisten bringen die gesamte Musik der Oper zum Erklingen, aber die Dialoge sind durch Interviews mit echten Zeitzeugen ersetzt, die von eigenen Erlebnissen als politische Gefangene in türkischen Gefängnissen berichten und sich für die Freilassung von in der Türkei inhaftierten Angehörigen einsetzen.
Diese Inszenierung polarisiert. Einige Besucher wollen sich auf die Problematik der politischen Gefangenen nicht einlassen und protestieren. Die anderen aber sind begeistert und feiern nicht nur die hervorragenden Sängerinnen und Sänger, den Chor und das Beethoven-Orchester, sondern auch die Zeitzeugen, die ihr Anliegen vortragen.

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Ein Text über Verzicht und Verbot

Dacia Duster Foto: Warszawska róŋ Szerokiej w Tomaszowie Mazowieckim, w województwie łódzkim, PL,EU,CC0 Lizenz: CC0

Die ganze Politik soll sich zum Teufel scheren, wenn sie nicht dazu da ist, den Menschen das Leben etwas leichter zu machen.“  – Willy Brandt

Als Stefan mich bat, einen Artikel darüber zu schreiben, warum ich aus der SPD austrete, war mir relativ schnell klar, was die Intention dahinter war. Stefan wollte einen tollen Artikel auf ruhrbarone wie ein ehemaliges SPD Mitglied schön über seine Partei herzieht. Ich will ehrlich sein, diesen Gefallen will ich ihm nicht tun, aus mehreren Gründen. Zum Einen bin ich der Meinung, dass die SPD in vielen Fragen noch immer die richtigen Antworten liefert und zum Anderen habe ich in der SPD noch immer viele Freunde von denen ich fest überzeugt bin, dass sie jeden Tag aufstehen und das Richtige tun wollen. Daher bin ich der Meinung diesen Leuten für einen Artikel in den Rücken zu Fallen wäre einfach der falsche Weg. Von unserem Gastautor Marius Zima.,

Stattdessen würde ich lieber über ein Thema schreiben, was mich generell an der aktuellen Politik stört und ja auch ein Grund war warum ich die SPD verlassen habe: Der ständige “Ruf nach Verboten”. Verbote sind in der modernen Politik Links von CDU und FDP das Allheilmittel für alle Probleme geworden und beim Thema Klimawandel gehen sie einher mit einer ähnlich falschen Mentalität Dem “Ruf nach Verzicht“.

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„Was sich gestern vor dem WDR abspielte, hatte es seit Jahren in Köln nicht mehr gegeben“


Rund 100 Neonazis, Hooligans und extrem rechte „BürgerInnen“ demonstrierten vor dem WDR gegen das satirische Kinderlied. Angekündigt hatte die Kundgebung die Aktivistin „Myriam – die Stimme von Kandel“ „Omas und Opas“ die bei „Schnitzel und Eierlikör“ vor dem WDR auflaufen wollte. Von unserem Gastautor Karl Rosa.

Es kamen knapp 100 Teilnehmende zusammen, die vorgeblich den Ruf von „Oma und Opa“ verteidigen und das Liedgut bewahren wollten. Darunter reisten gewaltbereite und militante Hooligans von der „Bruderschaft Deutschland“ an, die Passant_innen und den Gegenprotest bedrohten und versuchten anzugreifen. Bis die Polizei vor Ort war, versuchten die Hooligans eine regelrechte Jagd durch die Innenstadt auf die anfangs recht kleine Gruppe des Gegenprotests. Teilweise per Livestream dokumentiert sind Rufe der Neonazis wie „Jagd sie!‘

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Mein Senf zu Weihnachten

 

Transport eines Weihnachtsbaums (1972) Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F038543-0006A / Mehmet, Sonal Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Von unserer Gastautorin Anastasia Iosseliani

Geehrte Leser!

Auch auf die Gefahr hin, wieder mit dem Grinch oder den Taliban verglichen zu werden, so muss ich doch etwas loswerden: Ich feiere kein Weihnachten, ich feiere kein Weihnachten weil ich Jüdin bin. Klar gibt es auch Juden,  die Weihnachten feiern und gefeiert haben. Aber ich feiere kein Weihnachten, habe ich noch nie getan. Als ich in Tbilisi bei meiner Grossmutter gelebt habe, haben wir, wie damals im post-sowjetischen Raum üblich, «Novi God» (dt: Neujahr) mit Mandarinen, Kulebyaka und Salat Olivier gefeiert und später, als ich bei meinem

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Streit um J.K. Rowling: „Buntglitzernde Bullies schaffen ein Klima der Angst“

Von unserer Gastautorin Naida Pintul.

Twitteristan steht also Kopf, weil Rowling findet, dass eine Frau für ihre Haltung zu Gender ihren Job nicht verlieren sollte. At this point ist nicht einmal primär (!) relevant, ob man die Haltung dieser Frau teilt, also ob man denkt, dass das biologische Geschlecht änderbar ist oder nicht. Es wird von buntglitzernden Bullies ein Klima der Angst geschaffen, die eigene Existenzgrundlage entzogen zu kriegen, wenn man ihre Dogmen nicht wiederholt. Nun hat Rowling allerdings geschätzt schon eine Millarde Flocken mit ihren Büchern verdient, so dass diese Leute sie weder canceln noch ihr den Job abspenstig machen können, womit als letzte Maßnahme nur noch bleibt, sie misogyn zu beschimpfen, emotional zu erpressen und in

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  Kollegah und der schnöde Mammon

Kollegah Foto: Pistenwolf Lizenz: CC BY-SA 3.0

Von unserer Gastautorin Anastasia Iosseliani

Geehrte Leser!

Für Sie ist es sicher kein Geheimnis, das Kollegah und ich nie Freunde werden, unteranderem weil ich finde, dass jemand wie Kollegah, der so oft austeilt, auch einmal lernen sollte einzustecken. Heute berichte ich Ihnen über einen Fall, bei dem Herr Felix Blume, so heisst Kollegah nämlich bürgerlich, etwas einstecken musste: Er hat einen Prozess gegen den

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Tribalismus in der Ummah

Emirates Foto: Андрей Бобровский Lizenz: CC BY 3.0

Von unserer Gastautorin Anastasia Iosseliani.

Geehrte Leser!

Das Thema des heutigen Beitrags ist der Tribalismus innerhalb der Ummah. Gesellschaften wie die Arabische sind extrem tribalistisch und das habe ich nicht aus irgendeinem obskuren Blog, sondern die These wird von seriösen Wissenschaftlern wie Mordechai Kedar vertreten. Aber Tribalismus ist nicht nur ein Problem innerhalb der arabischen Welt, sondern ist einer der Gründe, warum Somalia und Afghanistan inzwischen zu „failed states“ geworden sind und die beiden genannten Staaten sind nicht arabisch. Tribalismus ist auch einer der Gründe, warum es bis heute kein unabhängiges Kurdistan gibt. Auch die Kurden sind keine Araber. Aber der Fakt,

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Was wird aus der Labour-Partei nach dem Brexit?

Wahlkampfstand der Labour Party Foto: Philafrenzy Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die britische Labour-Partei ist gespalten. Die Blue-Labour-Bewegung hofft, dass einer Niederlage bei den Unterhauswahlen eine Neuorientierung folgt. Von unserer Gastautorin Sabine Beppler-Spahl.

Wenn am frühen Freitagmorgen in Großbritannien die Wahlergebnisse bekannt gegeben werden, dann wird sich der Blick besonders auf die Hochburgen der Labour Partei richten. In zahlreichen dieser Regionen, zu denen z.B. auch das „Black Country“ gehört, stimmte die Mehrheit 2016 für den Brexit. (In dem Ballungsgebiet Black Country, nördlich von Birmingham, dessen Namen an die Kohleförderung erinnert,  waren es sogar 67 Prozent.) Doch gerade hier muss die Partei, die mit dem Versprechen, ein neues Referendum abzuhalten, in den Wahlkampf gezogen ist, um jede Stimme bangen. Viele, so die Prognosen, wollen entweder die Konservativen (Tories) oder die Brexit-Partei wählen. Auch mit einer hohen Wahlenthaltung wird gerechnet, was ebenfalls keine gute Nachricht für Labour ist.

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Kriegsbeginn 1939 in der ostwestfälischen Provinz

Foto: Haller Kreisblatt/Haller Zeiträume

Da wir wissen, dass die Medien in den 1000 Jahren gleichgeschaltet waren, werden auch die Zeitungen im Ruhrgebiet und anderswo in „Großdeutschland“ ähnlich über die Sicherung der Ernährung berichtet haben wie das HALLER KREISBLATT(HK). Die Ernährungslage von 14-18, insbesondere der schlimme Hungerwinter 16/17 standen den älteren Volksgenossen noch allzu deutlich vor Augen.

Von unserem Gastautor Thomas Weigle.

Ein ähnliches Fiasko wollten die Nazis unbedingt vermeiden. Deshalb vermeldete das HK immer an prominenter Stelle die Erfolge an der Erntefront. Und tatsächlich war die Ernährung bis zum Kriegsende halbwegs gesichert, auch wenn die Zuteilungen kleiner wurden. Allerdings auch nur, weil aus den besetzten Gebieten,v.a.im Osten, ein rabiater Ernte- und Viehraub betrieben wurde.

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Christian Steiffen macht Dortmund zum Schlager-Olymp

Im Rüschenhemd, im Scheinwerferlicht, im FZW: Christian Steiffen. Foto: Johannes Hülstrung

Die „Ferien vom Rock ’n’ Roll“ sind lange vorbei. Und der einstige „Arbeiter der Liebe“ ist inzwischen zum „Gott of Schlager“ geworden. Für ein ganzes Wochenende steigt Christian Steiffen alias Hardy Schwetter von seinem Olymp und landet in Dortmund. Die zwei Konzerte im ausverkauften FZW sind eine amüsante Rückkehr in ein 70er-Jahre-Paralleluniversum. Von unserem Gastautor Johannes Hülstrung.

Christian Steiffen ist Schlager für alle, die Schlager blöd finden. Und besonders für Christian Steiffen persönlich, den man auch deshalb so mag, weil er sich selbst so mag. „Jetzt bin ich hier

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