Die Hofer Filmtage wurden zur Bühne für kleine und große Kinowunder

Im ausführlichen Panel-Gespräch wurde das Werk von Rainer Werner Fassbinder gewürdigt | Foto: Peter Hesse

Die 59. Internationalen Hofer Filmtage fanden in diesem Jahr vom 21. bis 26. Oktober 2025 unter dem Motto „The Place to Grow“ statt – ein Leitsatz, der das Festival in diesem Jahr besonders treffend beschrieb. Wie kaum ein anderes Filmfestival in Deutschland stand Hof erneut für Aufbruch, künstlerisches Wachstum und die Entdeckung neuer filmischer Stimmen. In diesem Jahr zeigte das Festival neben vielen Neuerscheinungen auch Klassiker von David Lynch oder Rainer Werner Fassbinder.

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Lange her, dass Pop tatsächlich queer war. The Sweet in Bochum

Sweet 1975 by Capitol Records – Publik Domain

Mascara und Kajal, Glitzerhöschen und Glamour, Pailletten und Plateau. Wie der Topact einer Queer-Pride-Party von heute. Nur in den 70ern. Und ohne Erziehungsprogramm. Eine fröhliche Lässigkeit im Umgang mit Gender, Sex und Outfit, sie brüllten niemandem an: „Du musst“, sie spielten allen vor: „Du kannst“.

Was? Den aufrechten Tanz, so ein Plateau ragt schon mal 10 cm hoch. In einem Interview hat Andy Scott, Gitarrist und Gründungsmitglied der Band, einmal erzählt, wie sie anfangs in Stöckelschuhen aufgetreten seien und wie schwierig es für sie gewesen sei, solche Schuhe überhaupt in passender Größe aufzutreiben. Bis sie einen Schuhmacher fanden, der eigens für sie den Plateau-Schuh erfand. Den Stöckelschuh des Glam-Rock, des Bubblegum-Pop, die Basics der SWEET.

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Ein Besuch in der Villa Hügel in Essen – zwischen Staunen und Beklemmung

Die Villa Hügel in Essen im Oktober 2025. Foto(s): Robin Patzwaldt

Vor ein paar Tagen war ich zum ersten Mal in der Villa Hügel in Essen. Für jemanden, der seit Anfang der 1970er-Jahre im Ruhrgebiet lebt, wurde das höchste Zeit. Schließlich ist die Geschichte dieser Region untrennbar mit der Familie Krupp verbunden – und damit auch mit diesem Haus, das so viele Mythen, Machtfantasien und Widersprüche in sich trägt.

Ich wusste natürlich, wie die Villa aussieht. Aus Filmen, Fotos, Dokumentationen. Aber sie dann tatsächlich zu betreten, über diese makellos gepflegten Wege zu gehen, auf die weiten Rasenflächen zu blicken, das war etwas anderes. Es war – das klingt vielleicht pathetisch – fast wie ein kleiner Kulturschock.

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