Documenta: Ruangrupa lügt BDS schön

Ruangrupa, v.l.n.r. Ajeng Nurul Aini, farid rakun, Iswanto Hartono, Mirwan Andan, Indra Ameng, Daniella Fitria Praptono, Ade Darmawan, Julia Sarisetiati, Reza Afisina, 2019, Foto: Jin Panji/PR Documenta Lizenz: Copyright


Die aktuelle Ausgabe von Kultur & Politik, der Monatszeitung des Deutschen Kulturrats, widmet sich mit einem Schwerpunkt dem Antisemitismusskandal der Documenta 15.

Dass sich der Deutsche Kulturrat in der aktuellen Ausgabe seiner Monatszeitung Kultur & Politik mit dem Antisemitismusskandal der Documenta beschäftigt, ist ein wichtiges Zeichen. Zumal sein Geschäftsführer Olaf Zimmermann erneut in einem Leitartikel unter der Überschrift „Antisemitismus und Israelfeindlichkeit haben keinen Platz im Kulturbereich!“ klar Stellung bezieht. Auch andere Beiträge wie ein Text des israelischen Soziologen Natan Sznaider oder ein Interview mit Josef Schuster, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland zeigen, dass der Kulturrat das Thema angemessen aufgreift.

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„Heiß wogt unter unseren Lesern der Kampf um die Romane des Reiseerzählers Carl May“

Winnetou-Illustration von Otto Krauskopf, dem Großvater des Autoren Lizenz: Copyright


Die an einen Shitstorm erinnernde aktuelle Presseschlacht um die Winnetou-Filme und den zugrunde liegenden Erzählungen von Karl May ist wahrlich nicht neu. Von unserem Gastautor Peter Krauskopf

Bereits 1889, als Karl May als Mitarbeiter des im sogenannten „Kulturkampf“ zwischen der protestantischen Bismarck-Administration des Deutschen Reiches und der katholischen Kirche gegründeten katholischen Unterhaltungszeitschrift „Deutscher Hausschatz“ mit seinen Reiseerzählungen das erste Mal Kultstatus erlangte, brachte der Hausschatz-Redakteur Heinrich Keiter in einem Editorial die Situation folgendermaßen auf den Punkt: „Heiß wogt unter unseren Lesern der Kampf um die Romane des Reiseerzählers Carl May.“ Noch heißer sollte es aber im letzten Lebensjahrzehnt Mays, etwa von 1900 bis 1912, werden. Mit dem Erscheinen seiner „Gesammelten

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Documenta: Antisemitismus differenziert betrachten

Die Säulen des Fridericianums bemalt von Dan Perjovschi | C. Suthorn cc-by-sa-4.0

Der Documenta-Kurator Anselm Franke wirft im Monopol-Magazin ein paar Nebelkerzen, um die wohl antisemitischste Kunstschau auf deutschem Boden seit 1945 reinzuwaschen. Von unserem Gastautor Thomas von der Osten-Sacken.

Bei der documenta fifteen ist man inzwischen ein wenig kleinlauter geworden, tritt vorsichtiger auf und gibt sich reflektiert, was alles kein Wunder ist angesichts der nicht abreißenden Skandale und ihres Missmanagements. Erst jüngst wieder fand darüber Sascha Lobo im Spiegel, der die Kunstausstellung ja schon vor Wochen treffend in »Antisemita« umgetauft hatte, sehr deutliche Worte und forderte: »Macht die documenta fifteen, die wohl antisemitischste Kunstschau auf deutschem Boden seit 1945, zu – sofort.«

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Wokeness beim Film: Selbstdarsteller statt Schauspieler

Natalie Wood Foto (Ausschnitt): Unknown publicity photographer Lizenz: Gemeinfrei


Immer häufiger und heftiger wird gefordert, dass Schauspieler nur das spielen dürfen, was sie auch tatsächlich sind – ob es jetzt um ihre Ethnizität oder ihre sexuelle Präferenz geht. Aspekte, die früher mal Privatsache waren. Nicht mehr. Big Brother is casting you. Von unserem Gastautor Karsten Kastelan.

In Shakespeares und Christopher Marlowes Zeiten wurden Frauenrollen ausschließlich von Männern gespielt, was sich letzten Endes als etwas antiquiert und verfehlt herausstellte. Aber auch nachdem dieser elisabethanische Ausrutscher korrigiert wurde, änderte dies nichts an der Profession. Menschen stellten jemanden oder (im Fall von Außerirdischen) etwas dar, was sie im wirklichen Leben nicht waren. Was irgendwie sinnvoll erscheint, schließlich blieben die Superhelden-Filme unserer Zeit sonst unbesetzt, weil man für Thor keinen entsprechenden Gottessohn finden kann und das Casting für Superman immer damit enden würde, dass ein Darsteller vom Wolkenkratzer plumpst.

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Schauspielhaus Bochum ist Theater des Jahres

Schauspielhaus Bochum Foto: Hans Jürgen Landes Lizenz: CC BY-SA 4.0

Das Schauspielhaus Bochum ist „Theater des Jahres“. Erstmals seit 40 Jahren setzten die Kritiker das Bochumer Haus in der jährlichen Umfrage des Magazins „Theater heute“ an die Spitze aller deutschen Spielhäuser. Die diesjährige Kritikerumfrage gestaltete sich schwierig: 15 der 45 befragten Kulturjournalistinnen und -journalisten enthielten sich eines Votums. Trotzdem gab ein deutliches Ergebnis: Das Schauspielhaus Bochum unter der Leitung

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