Die Autorinnen und Autoren des Ruhrbarone wünschen euch allen ein frohes Weihnachten.
Die Autorinnen und Autoren des Ruhrbarone wünschen euch allen ein frohes Weihnachten.

Was in diesem Jahr mit der Debatte um Achille Mbembe und später die Initiative GG 5.3 Weltoffenheit und ihren Trittbrettfahrern begann, könnte 2021 zu einem der bestimmenden Themen werden: Die Relativierung des Holocaust. Wer sich auf diese Auseinandersetzung vorbereiten möchte, sollte Steffen Klävers Buch „Decolonizing Auschwitz?“ lesen.
Deutschland hat mehr noch als Großbritannien oder Frankreich einen großen Nachholbedarf, wenn es um die Diskussion seiner Kolonialverbrechen geht. Sogar das Deutschland überhaupt einmal eine Kolonialmacht war, dürfte nicht allen hier lebenden Menschen bekannt sein. Dafür gibt es verschiedene Gründe. In Folge des Ersten Weltkriegs verlor Deutschland alle seine Kolonien, wirtschaftlich waren sie nie besonders bedeutend und es gab auch nur eine überschaubare Zahl an Siedlern. Auch die Genozide an den Hereros, Namas und Pangwas in den afrikanischen Kolonien haben keinen festen Platz in der Erinnerungskultur des Landes. Die Shoah und die deutsche Kolonialisierung des Ostens, die mit dem Vernichtungskrieg gegen Polen und die Sowjetunion nach Jahrhunderten ihren Höhepunkt fanden, sind die prägenderen historischen Ereignisse und das aus guten Gründen: Wie andere Kontinentalmächte auch konzentrierten sich Deutschland und all seine historischen Vorläufern auf Eroberungen zu Land und die Shoah unterschied sich fundamental von allen anderen bekannten Genoziden der Geschichte.

Nachdem das Bundesverfassungsgericht gestern den Eilantrag von ARD und ZDF zur sofotigen Erhöhung der Gebühren abgelehnt hat, muss WDR-Intendant Tom Buhrow die finanzielle

Wie für viele andere Kreative auch, war das Jahr 2020 für die Schauspielerin und Musikerin Corinna Pohlmann ein ganz besonderes. Viele Pläne wurden in den vergangenen Monaten massiv durcheinandergewürfelt und erschwert.
Für die Ruhrbarone hat sich unser Autor Robin Patzwaldt mit der 31-jährigen, gebürtigen Wuppertalerin, die inzwischen in Berlin lebt, kurz vor dem Jahresende einmal ausgetauscht und sich mit ihr über ihre aktuellen Pläne und die allgemeine Lage für die Künstler im Lande unterhalten.
Herausgekommen sind ein paar durchaus positive Ansätze, die in diesen vielfach trüben Tagen durchaus Mut und Hoffnung in Bezug auf das kommende Jahr machen können.


Es ist für Künstler die mit dem Staat in Symbiose leben eine unangenehme Vorstellung, aber der Staat hat das Recht zu entscheiden, wofür er sein Geld ausgibt – und wofür nicht. Mit Zensur hat das nichts zu tun.
Der Begriff der Zensur zieht sich, mal mehr, mal weniger deutlich, durch die beiden in den vergangenen Wochen veröffentlichten und von zahlreichen Künstlern und Wissenschaftlern unterschriebenen Plädoyers. Sie erweckten den Eindruck, als ob die Entscheidung des

Eine kahle Geröllhalde, darauf nur ein paar verrostete Stahlträger, die traurig in den Himmel ragen. Am Rand ein großes Baustellenschild: „Hier entsteht ein Park – mit Abenteuerspielplatz, Naherholungsgebiet, Badesee, Blumenschau“, eine Zeichnung des Parks inklusive.
Im Vordergrund eine Gruppe wütender, protestierender Menschen. Sie halten Schilder hoch: „Kein Park auf unserer Geröllhalde“, „Naherholung – Nein, Danke!“, „Bürgerinitiative gegen die Parkpläne“, „Unsere Geröllhalde – unsere Entscheidung!“
Läuft Ihnen auch ein kalter Schauer den Rücken runter, wenn Sie im Heute Journal oder im Deutschlandfunk mal wieder gesprochene Gendersternchen hören? Mir schon. Aber es gibt nicht nur emotionale, sondern auch ganz handfeste Gründe, warum Medien nicht mit * sprechen sollten.
Ich erinnere mich noch ganz genau an meine Anfänge beim Radio. „Worüber sprechen die Menschen heute in Dortmund?“ Das war die typische Einstiegsfrage in der morgendlichen Konferenz, in der wir die Themen festlegten, über die wir an diesem Tag berichten wollten. „Wie wir sprechen“ – das war kein Thema. Das stand von Anfang an mit der Gründung des Privatfunks in Deutschland fest. So wie die Menschen auf der Straße. Keine gestelzte akademische Sprache, sondern eben ganz normal so wie wir mit Freunden plaudern.

Die Initiative GG 5.3 Weltoffenheit und ihr Gefolge setzen sich für einen internationaleren Blick auf die BDS-Kampagne und den Boykott Israels ein und auch die Süddeutsche Zeitung fordert die „Öffnung zur Welt.“ Bei Debatten in Deutschland die internationale Perspektive nicht zu verlieren, ist eine gute Idee. Und das nicht nur beim Thema Israel.
Im Plädoyer der Initiative GG 5.3 Weltoffenheit für eine mit Steuergeldern bezahlte Zusammenarbeit mit Anhängern BDS-Kampagne findet sich ein kluger Satz: „Es ist unproduktiv und für eine demokratische Öffentlichkeit abträglich, wenn wichtige lokale und internationale Stimmen aus dem kritischen Dialog ausgegrenzt werden…“

Die „Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ soll UNESCO-Welterbe werden. Der Blick des Ruhrgebiets richtet sich erneut auf seine Vergangenheit.
Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur will gemeinsam dem Land NRW, dem Regionalverband Ruhr ( RVR), den Landschaftsverbänden und der Emschergenossenschaft dafür sorgen, dass die „Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ UNESCO-Welterbe wird. Keine Frage, das Ruhrgebiet gehört zu den Regionen auf der Welt, die stark durch die Industrialisierung geprägt sind. Das betrifft nicht nur die ehemaligen Industriebauten, die einem hier überall begegnen. Der Boden hat sich durch den Bergbau gesenkt, Flüsse und Bäche haben ihren Lauf verändert und Halden wurden aufgeschüttet. Die Industrie prägt die Landschaft des Reviers.