Nachdenken über Morrissey

Morrissey Foto: Michael Schreiner

Anlässlich der Veröffentlichung seines dreizehnten Studioalbums und des einzigen zugehörigen Deutschland-Konzerts im Palladium drischt die Musikpresse aktuell auf den sechzigjährigen Briten ein. Wir finden das befremdlich und haben einen Freund, der Fan ist, gebeten, ein paar Gedanken dazu aufzuschreiben. Hier nun das Ergebnis. Von unserem Gastautor Michael Schreiner.

Im Mai 2019 wurde Steven Patrick Morrissey 60 Jahre alt – von Bestrebungen, den Ruhestand vorzubereiten, ist allerdings nichts zu vernehmen. Pünktlich zu seinem sechzigsten Geburtstag veröffentlichte er mit „California Son“ ein Coveralbum der besonderen Art: 12 Tracks, die in der Jugend und jungen Erwachsenenzeit des Sängers zu seinen Lieblingsstücken gehörten,

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Lesefreude für das Stayhome-Office-Sofa: Der Schakal

Bestseller-Autor von politischen Thrillern: Frederick Forsyth; Foto: Das blaue Sofa / CC BY2.0

Eigentlich sollte es unnötig sein, den heutigen Buchtipp für’s Stayhome-Office-Sofa überhaupt vorstellen zu müssen. Aber den geplanten Lesetipp habe ich jetzt verworfen, da mir am Ende des Artikels und beim verlinken mit Online-Händlern einfiel:

Seehas mit Stich ist an vielen Stellen in schwäbischen Dialekt verfasst und die seelischen Abgründe schwäbischer Familien im Umkreis von Friedrichshafen am Bodensee könnten – in einem Blog mit Schwerpunkt Ruhrgebiet – fehl am Platz sein.  Auch wenn die, in diesem Buch ermittelnde, Polizistin aus Köln (Immerhin NRW!) kommt.

Ich stelle heute, als Notlösung, einen echten Klassiker vor: Die Story dürfte jedem bekannt sein. Das Buch wurde zweimal verfilmt, zuletzt mit Richard Gere und Bruce Willis (Der sichtbare Freude daran hatte, einmal den „bösen Buben“ zu spielen!).

Auch wenn man die Filme kennt:

Dieser Bestseller aus dem Jahre 1971 sollte trotzdem in keinem Bücherregal fehlen. Ich hab diesen Thriller mehr als einmal gelesen: Und bin jedesmal von der Erzählweise von Frederick Forsyth begeistert.

Lesetipp für das Stayhome-Office-Sofa: Der Schakal

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25 Jahre ‚1Live‘ beim WDR? Ein Geburtstag, der traurig stimmt!

Kofferradio. Foto: AurigaM36 Lizenz: Gemeinfrei

Am gestrigen 1. April 2020 machten vermehrt Meldungen die Runde, dass die WDR-Hörfunkwelle ‚1Live‘ offenbar ihren 25. Geburtstag feierte. Mich stimmte diese Nachricht traurig. Denn mich erinnert dieser Geburtstag in erster Linie daran, dass der WDR-Hörfunk in den vergangenen Jahren in seiner Qualität doch sehr nachgelassen hat.

Für mich persönlich, ich bin Jahrgang 1971, gibt es im derzeitigen Radioprogramm des WDR leider keine wirkliche ‚Heimat‘ mehr. ‚1Live‘ nervt mich, WDR 2 ist mir zu nachrichten bzw. wort-lastig und WDR 3, 4 und 5 kommen für mich als ‚Stammsender‘ aus ähnlichen Gründen jeweils auch nicht in Frage. Ein Musiksender für Leute mit meinem Geschmack gibt es beim Westdeutschen Rundfunk schon viele Jahre lang leider nicht.

Nun könnte man ja sagen, dass das ganz normal ist, denn schließlich kann man es auch der große Westdeutsche Rundfunk nicht jedem 100%ig recht machen. Doch ganz so einfach ist das dann auch wieder nicht. Denn das Radioprogramm hat sich in den vergangenen Jahren grundsätzlich schon sehr verändert. Und das nicht zum Guten.

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„Mein Leben als Dosenöffner“ – Online-Lesung im Schatten von Corona

Dr. Mario Ludwig und Kater Spikey (2019 im Alter von 19 Jahren verstorben); Foto: Jodo
Dr. Mario Ludwig und Kater Spikey (2019 im Alter von 19 Jahren verstorben); Foto: Jodo

Es ist ja aktuell nicht leicht mit der Unterhaltung: Rausgehen am Abend fällt flach.

Die, ansonsten vorbildliche, gastronomische Szene in Duisburg ist Offline. Was bleibt sind Facebook, Videochats bei denen auch mal ein Bier getrunken wird, Netflix und Amazon Prime.

Jede Ablenkung ist in diesen Zeiten willkommen. Vor zwei Tagen wurde ich auf eine Online-Lesung, die in irgendeiner Katzen-Facebookgruppe propagiert wurde, aufmerksam.

Dr. Mario Ludwig hatte zu einer Lesung aus seinem Buch geladen. Schon der Titel des Werks, triggert jeden menschlichen Mitbewohner eines oder mehreren Stubentigers:

Mein Leben als Dosenöffner

Eine Info zu Ariel Scharon und Mosche Dajan (Meinen Katern!), da wegen  meinen Stubentigern diese Lesung ein besonderes Vergnügen war: Sie lassen sich schwer erziehen.

Es existieren anscheinend doch, man denkt ja immer es seien Klischees,  verdammt viele Parallelen bei den Eigenarten von Katzen.

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Online-Spielplan des Schauspiel Dortmund zeigt „Die Parallelwelt“ und „Lolita“

Szenen aus „Die Parallelwelt“ Foto: Birgit Hupfeld Lizenz: Copyright

Seit fast zwei Wochen ist das Schauspiel Dortmund mit seinem Spielplan online. Bisher ist das Programm täglich gewachsen, denn die meisten Inszenierungen bleiben abrufbar. Zu sehen sind lange nicht mehr gesehene Produktionen wie die Live-Hörspiele von Filmemacher Jörg Buttgereit „Green Frankenstein“/“Sexmonster“ oder Kay Voges‘ „Einige Nachrichten an das All“,

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Cartoons ohne Bilder #92


Wimmelbild. Ein Spargelfeld. Darauf mehrere Personen in schlecht sitzenden Regenjacken und zu großen Gummistiefeln. Einer hat eine Leinwand und benutzt einen Spargel wie einen Pinsel. Ein weiterer singt schallend. Einer ist schwarz gekleidet und weiß geschminkt und macht Pflückbewegungen, ohne etwas in der Hand zu haben. Einer hält zwei Spargel wie Trommelschlägel und schlägt in die Luft. Einer wischt sich theatralisch den Schweiß von der Stirn.

Bildunterschrift: Weil die Saisonarbeiter fehlen, werden jetzt arbeitslose Künstler als Erntehelfer eingesetzt.

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Schauspiel Dortmund: Mit „Einige Nachrichten an das All“ in die zweite Déjà-vu-Woche

Szene aus „Einige Nachrichten an das All“ / Copyright: Daniel Hengs

Eine Woche Online-Spielplan feiert das Schauspiel Dortmund mit dem preisgekrönten Film „Einige Nachrichten an das All“ von Intendant Kay Voges am kommenden Montag, 30. März. Unter dem Motto Déjà-vu zeigt das Schauspiel seit vergangenem Montag täglich Inszenierungen aus zehn Jahren Dortmund. Die filmische Inszenierung des Erfolgsstücks von Wolfram Lotz eröffnete 2012 die Spielzeit in Dortmund und wurde beim NRW-Theatertreffen als „Bestes Stück“ sowie auf Film-Festivals von Los Angeles bis St. Petersburg mehrfach ausgezeichnet.
In der surrealen Handlung wünschen sich die Freunde Lum und Purl aller biologischen Wahrscheinlichkeit zum Trotz ein gemeinsames Kind – und warten, ob der Autor des Stückes, in dem sie sich befinden, in der Handlung ein Kind für sie vorgesehen hat. Währenddessen tritt der so genannte Leiter des Fortgangs mit einer Maschine auf, die Botschaften ins All versendet. Nach und nach empfängt er die merkwürdigsten Gäste: Eine dicke Frau, die zu Gast war in der Talkshow Brit, den CDU-Politiker Roland Pofalla, Heinrich von Kleist und einen skurrilen Botaniker aus dem 18. Jahrhundert namens Rafinesque. Finden seine Gäste eine Botschaft, die es lohnt, ins All versendet zu werden? „Einige Nachrichten an das All“ ist am 30. März ab 18 Uhr online unter tdo.li/dejavu zu sehen, darüber hinaus zur selben Zeit auch erstmalig auf nachtkritik.de.

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Neue Kreator Single: ›666 – World Divided‹

Im Jahr 1985 erschien mit „Endless Pain“ die erste LP von Kreator. Aus kleinen Verhältnissen stammend hat sich die Band zur Weltmarke etabliert, Fans haben sie in Südamerika, Australien oder Japan – und spielten über 2.000 Konzerte in über 60 Ländern. Heute melden sie sich mit einer neuen Single zurück

Ihr Proberaum ist noch immer in Altenessen, ganz nah an der Zeche Carl. „Es gibt keinen Grund das zu ändern“, sagt Mille – und diese heimatverbundene Bodenständigkeit wirkt sympathisch und plausibel. Nach drei Jahren veröffentlicht die Band heute einen neuen Track: „Wir freuen wir uns, euch unsere brandneue Single ›666 – World Divided‹ präsentieren zu dürfen“, sagt Bandkopf, Sänger, Songschreiber und Gitarrist Mille Petrozza. „Mehr als je zuvor ist die Message dieses Songs wichtiger: wir müssen zusammenhalten in dieser immer gespalteneren Welt. Passt auf euch auf und am wichtigsten: Stay Metal!“



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