Loveparade: Im Tunnel und an der Treppe

Trauer am Ort der Loveparade

Es ist der 1.11.2019, Allerheiligen, ich sitze im Regionalexpress Richtung Köln/Bonn und kurz nachdem wir die Skyline von Mülheim hinter uns gelassen haben, prasseln dicke Regentropfen auf die gebogenen Scheiben der roten Doppelstockwagen, die Landschaft der Ruhrauen wird durch diesen Schleier pointilistisch und als ich am Duisburger Hauptbahnhof aussteige, bedecken Pfützen den Bahnsteig. Hier wird demnächst eine komplett neue Bahnhofsüberdachung gebaut werden und daher werden die Lecks in der altersschwachen Dachkonstruktion gar nicht mehr repariert, es lohnt ja nicht mehr. Ich checke im Ibishotel direkt am Ausgang ein und als ich mein Zimmer im zweiten Geschoss betrete, bin ich erfreut, es ist klein, hell, sauber und ruhig. Ich stelle meinen Rucksack ab und schaue aus dem Fenster zum Hauptausgang.

Hier sind sie zu Tausenden vor zehn Jahren fröhlich und in Feierlaune angekommen, folgten brav den Hinweisen der Ordner um zum Festivalgelände zu gelangen. Für 21 von ihnen war es der letzte Tag ihres jungen Lebens.

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Landesgartenschau: Plastikblumen aus wiederaufbereitetem Kunststoff

Zeche Friedrich Heinrich, Schachtanlage 1/2, während der Landesgartenschau 2020 – Fördertürme und Zechenpark Foto: © Steffen Schmitz (Carschten) / Wikimedia Commons Lizenz: CC BY-SA 4.0

Unsere Gastautorin Irmgard Bernrieder hat die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort besucht.

Bäume wachsen langsam. Oft werden sie älter als Menschen, aber wir sehen ihr Wachstum nicht und staunen, wenn ihre Äste den Giebel berühren. 800 große, sprich ältere Bäume wurden auf dem Areal der Landesgartenschau Kamp-Lintfort gepflanzt, dazu 270 000 Blumenzwiebeln und 22 000 Stauden, wie den Verlautbarungen von Stadt und Land zu entnehmen ist. Die Planung der Landschaftsarchitekten Berlin (BBLZ), die vor drei Jahren von der Jury zum Gewinner erkoren wurden, folgte wohl von Anfang an konventionellen Mustern, die sich seit dem Beginn dieser seit den 1970er Jahren stattfindenden Veranstaltungsform herausgebildet haben.

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Ruhrbarone-Ausflugstipp: Die Zeche Waltrop

Das alte Zechengelände in Waltrop. Foto(s): Robin Patzwaldt

Im Ruhrgebiet gibt es bekanntlich zahlreiche lohnende Ausflugsziele, wie wir in unserer losen Reihe der Ruhrbarone-Ausflugstipps ja schon seit ein paar Jahren immer wieder neu unter Beweis zu stellen versuchen.

Häufig sind das bisher überregional bekannte Orte gewesen, die Besucher aus dem gesamten Ruhrgebiet und darüber hinaus anziehen.

Heute will ich an diese Stelle auch einmal ein weniger bekanntes Ziel vorstellen, das mich persönlich schon seit frühester Jugendzeit begleitet, und welches ich bis in die Gegenwart hinein mehrfach im Jahr gerne Besuche: Die ehemalige Zeche in Waltrop.

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Das Sommerloch 2020


Von unserer Gastautorin Irmgard Bernrieder

Das Sommerloch 2020 wächst sich aus, und insgeheim fürchten wir, dass es unermesslich sein könnte. Menschenleere Räume und der digitale Hall der Streamings und schwindelnde Unsicherheit für immer? Dieser Sommer vergeht, die Seuche bleibt: Antikörper, Immunität,

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Bochum: Kultur statt Carp

Jahrhunderthalle Bochum/Foto:Stadt Bochum

Ein schöne Idee: Die knapp Bochumer Jahrhunderthalle mit ihrer Fläche von knapp10.000 Quadratmetern steht zurzeit leer. Die Ruhrtriennale unter Intendantin Stefan Carp und andere geplante Veranstaltungen wurden wegen Corona abgesagt. Nun, das wurde gestern bei einem Treffen von Kulturveranstaltern und der Stadt Bochum und ihrem Tochterunternehmen Bochumer Veranstaltungs-GmbH  besprochen, soll die Jahrhunderthalle für kleinere Veranstaltungen der freie Szene genutzt werden. Abstand und Belüftung sind kein Problem, auch auf den Toiletten und im Eingangsbereich können Menschentrauben vermieden werden.

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Von den Vor- und Nachteilen des ‚Schietwetters‘

Urlaub an der Ostsee. Früher war alles besser. Foto: privat

Man mag es ja eigentlich gar nicht glauben, dass wir schon Mitte Juli haben. Bei einem Blick aus dem Fenster kriegt man aktuell eher die Krise. Ausgerechnet in dem Jahr, in dem Corona unsere Reiseaktivitäten massiv einschränkt, ist auf den Sommer in unseren Breiten mal wieder kein Verlass.

Nachdem wir in den vergangenen Jahren stets viel zu warme und trockene Phasen in dieser Jahreszeit zu beklagen hatten, ist diesmal das genaue Gegenteil der Fall. Kaum Freibadwetter bisher. Viel zu kalt, um draußen etwas zu unternehmen und insgesamt deutlich zu kühl für die Jahreszeit.

Was man hier bei uns im Ruhrgebiet vielleicht noch als Künstlerpech abbuchen kann, das ist für die Urlaubsgebiete, speziell auch für die Küstenregionen an Nord- und Ostsee so richtig bitter.

Da kommen aus ‚Not‘ in diesen Ferien fast schon automatisch deutlich mehr Touristen aus dem eigenen Land in den Sommermonaten zu Besuch, und ausgerechnet in dem Jahr bestätigen sich wieder einmal alle Vorurteile gegen den Urlaub im eigenen Land.

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Dangerboy im youtube-Roulette

AMORIA nennt sich das neue Album von DANGERBOY

Dangerboy ist ein tolles Trio aus dem Ruhrgebiet und mit ››Amoria‹‹ legen sie nun ihr drittes Album vor. Musikalisch beackern sie dabei ein Feld zwischen zackigem New Wave und ein paar Neue Deutsche Welle-Referenzen – aber immer mit dem ganz eigenen Touch arrangiert und zu einem traditionsbewussten Trademarksound zusammengefasst. Mit Bassmann Harpo Calypso, der in Gladbeck lebt und arbeitet, haben wir uns zu einem Youtube-Bingo-Spielchen verabredet: jede von unseren Fragen hat er mit einem Song-Video beantwortet.

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