Chris Goss, Mastermind der Masters of Reality, gilt als Gründervater des Stoner Rock. Nicht umsonst ist er als Produzent von Kyuss und später auch den Queens Of The Stone Age stilprägend für deren Sound gewesen. Bis Sonntag 26.5.24 stehen noch drei Konzerte in Deutschland an. Zu den regulären Shows kommt noch ein einstündiger Auftritt am Mittwoch 22.5. um 18 Uhr im „Lo-Fi Store“ in Köln-Ehrenfeld.
Eine zweiteilige Doku zeigt die frühen Tage von Die Sterne, Tocotronic, Blumfeld & Co. | Foto: ARD (Montage: IMAGO/Stefan Malzkorn/malzkornfoto.de, IMAGO/Brigani-Art/Pohlmann, IMAGO/Brigani-Art, NDR)
Die ARD legt nach in Sachen Musikdokus. Nach „Hip Hop made in Germany“, „Echt – unsere Jugend“ und „VIVA – zu geil für diese Welt!“ folgt am 28. Mai ein Zweiteiler über „Die Hamburger Schule – eine Musikszene zwischen Pop und Politik“.
Recklinghausen zeigt sich von seiner bunten und vielfältigen Seite | Foto: Patrick Stöver
Die Stadt Recklinghausen und die Sparkasse Vest Recklinghausen haben die Initiative ergriffen, um mit Blick auf die Europawahl am 9. Juni ein Bekenntnis für Freiheit, Meinungsvielfalt und Demokratie abzulegen. Passend dazu gibt es ein buntes Festivalprogramm mit Live-Musik, einem internationalen Food-Market und Info-Ständen, an dem sich auch zahlreiche Vereine, Verbände und Initiativen beteiligen. Das Ganze startet am Samstag, den 25. Mai von14 bis 22 Uhr, im Willy-Brandt-Park – der hinter der VHS Recklinghausen liegt.
Eden Golan aus Israel beim Eurovision Song Contest 2024 in Malmö by Arkland cc 4.0
Weltweite Soli mit Hamas, in der arabischen Welt ist es erstaunlich still. In Malmö kreischen sie zu Tausenden eine Israelin nieder, im Televoting wird sie auf Händen getragen. Wird Pop unpopulär?
„In den arabischen Hauptstädten ist es ruhig geblieben“, sagte Olivier Roy eine Woche nach dem 7. Oktober, den Massakern der Hamas, dem Schweizer Magazin Republik: „In Kairo, Tunis oder Rabat gab es keine Demonstrationen, wurden keine israelischen Fahnen verbrannt. Das ist neu“, so der französische Orientalist und Politologe, „bisher war die «arabische Straße» ein enorm wichtiger Faktor im Palästina-Konflikt. Beim jetzigen Überfall spielt sie keine Rolle.“ Roys Deutung: „Die Barbarei der Terrorakte der Hamas hat die arabische Solidarität unterminiert. So etwas kann und will man nicht mittragen.“ Eingeschoben dieser Satz: „Hörbar ist höchstens die «europäische Straße».“ Die wokeStraße, ersetzt sie die arabische?
Licht aus – Sopt an – das Ruhrpott Rodeo gilt als eines der beliebtesten Festivals in NRW| Foto: Klaus Homann
Dieses Jahr wartet das beliebte Punk-Rock-Open Air (05.- 07. Juli) mit so unterschiedlichen Bands und Kollektiven, wie Pussy Riot und Bad Religion, Sum 41 oder Money Boy auf. Für den Rodeo-Nachwuchs-Wettbewerb haben sich sage und schreibe rund 500 Bands beworben, die besten sieben davon stehen morgen, Samstag, den 11. Mai, auf der Bühne vom Essener Club Turock. Und deren Gewinner zieht Anfang Juli hoch nach Hünxe, um mit den Suicidal Tendencies oder den Toy Dolls die Bühne zu teilen. Das – und vieles mehr – erklärt Alex Schwers vom Ruhrpott Rodeo im Interview.
Fisch & Oldrik spielen auch im Juni beim „Songs & Bonbons“ Festival | Foto: Klaus Homann
Die erste Ausgabe vom SONGS AND BONBONS Festival präsentiert am 8. Juni ausgesuchte Singer und Songwriter im Waltroper Jugendcafé Yahoo. Jeder Besucher erhält beim Eintritt eine Tüte gemischte Süßigkeiten, um sich auf das bunte Programm einzustimmen. Neben fünf Live-Künstlern wird es eine Ausstellung mit Straßenfotografien des Essener Fotografen Klaus Homann geben. Darüber hinaus will man bei SONGS AND BONBONS auf Talks und Diskussionen setzen, um den Musikstandort Waltrop zu stärken. In Zukunft soll das Festival in Serie gehen – und jedes Jahr im Frühsommer stattfinden.
Am 27. April in der Christuskirche Bochum: Michael Wollny Trio | Foto Gregor Hohenberg
“The most exciting piano trio in Europe ”, so hört die britische The Times das Michael Wollny Trio, die Hamburger Die Zeit erklärt es zum „aufregendsten Piano-Trio der Welt“. Beides keine Blätter, die mit Superlativen um sich werfen, nehmen wir Tim Lefebvre am Bass: Ihn hat auch Sting schon in seine Band geholt, ebenso Elvis Costello, Jamie Cullum, Till Brönner … Und: Der Wollny-Gitarrist hat den Bass auf dem letzten Album von David Bowie gespielt, auf “Black Star”, es ist Bowies Vermächtnis. Most exciting, dieses Trio, in der Tat – hat das noch was mit Jazz zu tun?
Suzanne Valadon, Der Geigenkasten, Paris 1923. Sammlung Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris | Public Domain
Ukrainer, die ihr Leben geben, um Putins Terror zu stoppen, Israelis, die ihr Leben geben, um Hamas-Terror zu stoppen, Chorwerk Ruhr besingt Mysterien.
André Caplet war gerade zum Leiter der Pariser Oper berufen worden, als der Erste Weltkrieg ausbrach, der 38jährige meldete sich zum Militär, wurde bei einem Gasangriff schwer verletzt, hat das Gemetzel durchlebt. Seinen Beruf, das Dirigieren, musste er aufgeben, im Ersten Weltkrieg sind mehr als 1,3 Millionen französischer Soldaten gefallen. In dem Jahr, in dem Frankreich das Ruhrgebiet besetzt – in Deutschland beginnt ein Krisenjahr wie keines zuvor, gleichzeitig beginnen die Roaring Twenties – , 1923 also schreibt Caplet ein Werk, mit dem er versucht, den immensen Schrecken etwas entgegen zu setzen, die grauenhaften Bilder im Kopf zu übermalen. Eine Gegenwelt, die er erschließt, indem er das Leben eines Juden erzählt, wie es sich in den Augen seiner Mutter gespiegelt haben mag.
Roland Nagy aka Fausto Mercier spielt im Zuge des Blaues Rauschen Festivals im Doirtmunder Club Tresor am 1. Juni | Foto: Libor Galia
Das Festival BLAUES RAUSCHEN präsentiert in seiner 6. Ausgabe vom 24.Mai 2024 bis zum 08. Juni 2024 ein internationales Programm zeitgenössischer künstlerischer Auseinandersetzungen mit audiovisuellen Kreativ- und Produktionstechniken aus den künstlerischen Randbereichen zwischen Avantgarde, Krach-Kunst und anverwandten Soundexperimenten.
Terror wird gern als tiefgründig verstanden, ein irgendwie existenzielles Tun. Tatsächlich unergründlich und ein Mysterium sind, die Terror widerlegen. Weil sie ihn selbst dann, wenn das Messer die Kehle durchschneidet, nicht heranlassen an ihr Selbst. Mitte April besingt Chorwerk Ruhr die „Mystères du Rosaire“, ein furchtbar aktuelles Thema.
„Man spricht zu oft und zu bereitwillig vom Mysterium des Bösen“, schreibt Emmanuel Carrère, Tag für Tag hat der französische Schriftsteller den knapp einjährigen Prozess gegen die Killer verfolgt, die November 2015 in Paris 130 Zivilisten ermordet und beinahe 700 Menschen verstümmelt haben, sie saßen in Straßen-Cafés und Restaurants, hörten ein Konzert im Bataclan, verfolgten