Warum Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist – Marko Martins Freiheitsaufgaben

Marko Martin in Israel Foto: Privat Lizenz: Copyright


Manchmal braucht es den Blick von außen, um die eigene Selbstzufriedenheit bloßzulegen. Marko Martin liefert diesen Blick – scharf, manchmal polemisch und deshalb auch notwendig. Sein neues Buch Freiheitsaufgaben (Tropen, 2025) ist kein akademischer Essay, sondern ein politisches Störmanöver gegen die deutsche Neigung, Freiheit zu verklären, aber nicht ernst zu nehmen.

„Wir alle sind partiell im Irrtum. Auch wer gegen den Strom schwimmt, schwimmt im Strom.“
– Manès Sperber

Ausgangspunkt ist Martins Rede im Schloss Bellevue zum 35. Jahrestag der Friedlichen Revolution. Während Bundespräsident Steinmeier auf routinierte Würde setzte, erinnerte Martin an

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„Dass das gesamte Ruhrgebiet oder gar Nordrhein-Westfalen insgesamt blau wird, davon sind wir noch weit entfernt“

Oliver Lembcke Foto: Privat Lizenz: Copyright


Oliver Lembcke, Professor für Politikwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum, geht nicht davon, dass die AfD bei der Wahl am Sonntag das Ruhrgebiet erobert. Mittelfristig könnte das allerdings anders aussehen. Lembcke hat klare Vorstellungen, was geschehen muss, um diese Entwicklung zu verhindern.  Mit Oliver Lembcke sprach Stefan Laurin.

Ruhrbarone: Die AfD wird aller Voraussicht nach bei der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen am 14. September deutlich zulegen. Wird das Ruhrgebiet jetzt blau?

Oliver Lembcke: In gewisser Weise hatten wir diese Diskussion schon nach der Bundestagswahl. Bei den Landtagswahlen im Osten im vergangenen Herbst, dem letzten großen Lackmustest vor der Bundestagswahl, zeigte sich ein deutlicher Unterschied: ein blauer Osten und, hurra, ein Westen, der glaubte, davon nicht oder jedenfalls nicht so stark betroffen zu sein.

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Kann eine Meinung den Tod verdienen? Wann sollte der Mensch getötet werden?

Eine Luftaufnahme des Zeltes, in dem Charlie Kirk erschossen wurde. Foto: KSL News Utah Lizenz: CC BY 4.0

Angenommen, Sie hätten jetzt gerade eine Diskussion. Eine beliebige Diskussion, ein beliebiges Thema. Welche These oder Aussage müsste Ihr Gegenüber vertreten, damit Sie zu dem Schluss kämen, dass man Ihrem Gegenüber in den Hals schießen und so ermorden darf? Welche Aussage oder Denklogik hätte zur Folge, dass Sie nicht nur den Tod Ihres Gegenübers,

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Wer den Kampf nicht teilt, teilt die Niederlage

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission Foto: European Parliament Lizenz: CC BY 2.0


Bislang war die große Leidenschaft von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die Wirtschaft in Europa zu ruinieren. Ihr Green Deal trieb vor allem in Deutschland die Deindustrialisierung voran, vernichtet Arbeitsplätze und trägt dazu bei, dass die EU wirtschaftlich immer weiter hinter den USA und China zurückfällt. Nun hat sie ein zweites Thema für sich entdeckt: den Kampf gegen Israel, die einzige Demokratie im Nahen Osten und damit ein natürlicher Verbündeter Europas.

In ihrer „Rede zur Lage der Union“ – einer schon dem Namen nach ihrer Bedeutung nicht gerecht werdenden, peinlichen Kopie der „State of the Union Address“, die jeder US-

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Der Ruhrpilot

Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal an seinem Schreibtisch (Foto: Michael Westerhoff)


NRW:
„Wir Sozialdemokraten haben die Menschen mit kleinem Portemonnaie vergessen“…HB
NRW: Wie Landeschef Wüst gegen den Frust der Bürger vorgehen will(€)…WAZ
NRW: Haben die Konservativen aus dem Fehler von 1930 gelernt?(€)…FAZ

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„Wenn es so weitergeht, haben wir in Deutschland irgendwann amerikanische Verhältnisse“

Charlie Kirk Foto: Gage Skidmore Lizenz: CC BY-SA 2.0

Gestern wurde Charlie Kirk erschossen. Bei der Tagesschau spricht man von: „Vorfall an Universität“. Ist das Attentat wirklich nur ein Vorfall, oder ist dieser Mord an einem Politiker mit dem von Martin Luther King und J. F. Kennedy zu vergleichen? Wird es ein politisches Beben geben, was dadurch ausgelöst wird? Interessiert das in Deutschland überhaupt?

Gestern wurde der Politik-Influencer Charlie Kirk bei einem Attentat auf dem Uni-Campus der Utah Valley University, wo er Gastredner war, erschossen. Ausgerechnet, als ein Mann aus dem Publikum fragte, wie viele von Transgender-Personen verübte Attentate es in den USA in den vergangenen Jahren gegeben hat und Kirk zurückfragte: „Meinen Sie mit oder ohne Gang-Gewalt?“, fiel der tödliche Schuss. Er traf die Halsschlagader. Jede Hilfe kam zu spät.

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„Dass wir verlieren und die AfD zulegt, ist schon eingepreist“

Ehemalige Gaststätte in Gelsenkirchen Foto: Laurin

Die Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen ist der erste große Stimmungstest für die schwarz-rote Bundesregierung. CDU und SPD blicken aus guten Gründen mit Sorge auf das einwohnerreichste Bundesland.

Wenn am 14. September 13,7 Millionen Wahlberechtigte in Nordrhein-Westfalen in 396 Städten und Gemeinden sowie 31 Kreisen über die Zusammensetzung der Räte und Kreise abstimmen und Bürgermeister, Landräte und Oberbürgermeister wählen, wird das ganze Land gebannt auf die Ergebnisse blicken. Die Kommunalwahl ist nicht nur der erste große Stimmungstest für die schwarz-rote Bundesregierung, sondern zeigt auch, wo die

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Stell Dir vor es ist Krieg, und keiner merkt es

Russische Gebera-Drohne, Nachbau iranischer. Solche Geschosse wurden nun auch in Polen gefunden. Quelle: Dpsu.gov.ua

Russland greift erstmals Nato-Gebiet massiv mit Drohnen an – mögliche Vorbereitung oder Test für die befürchtete Ausweitung des Kriegs gegen die Ukraine zu einem europäischen Flächenbrand. Doch in Berlin beschäftigt sich man lieber mit anderen Dingen.

Am Tag nach dem Beschuss mit etwa 20 russischen Drohnen kannte man im betroffenen Polen und im Nato-Hauptquartier nur ein Thema: Ist das der Beginn der nächste Stufe von Putins Krieg gegen Europa? Polnische Medien berichteten in Sondersendungen, Ministerpräsident Donald Tusk versuchte, die Bürger zu beruhigen. Man habe alles im Griff. Die Nato löste Artikel 4 aus – Vorstufe zum Bündnisfall. Die deutsche Regierung dagegen senkte an diesem Tag die Mehrwertsteuer für Gastronomen. Mehr muss man zur deutschen Ahnungs- und Sorglosigkeit nicht sagen.

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11. September 14:46 – 15:03 Uhr

Christuskirche Foto: Ayla Wessel Lizenz: Copyright

Der 11. September 2001 war eine welthistorische Zäsur aus zwei Gründen: Die islamistischen Attacken auf New York lösten eine Welle des Terrors aus, sie dauert an bis heute, die Barbarei berauscht sich an sich selbst. Und: Vor 24 Jahren war die Welt für einen Moment in Mitgefühl vereint, dem Impuls, der einem sagt, das soll nie wieder sein. Er ging zügig vorüber, dieser inmalige Moment, heute  –  nach den Massakern an Israelis, mit denen sich Hamas aus der Menschheit herausgemordet hat  –  wird der islamistische Hass kultiviert, Terror zum „Widerstand“ verklärt, der Hass auf Israel zur schicken Pose.

Dass Terror einmal geächtet würde, wie Sklaverei geächtet worden ist, Folter, Streumunition? Völlig aussichtslos, Terror ist kein Stigma, Terror ist Ethos geworden.

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