Literarische Welthungerhilfe für den Pott


Rainer Osnowski von der lit.COLOGNE wies neulich  in der Vorankündigung zur lit.RUHR zu Recht auf die prekäre Lage der Alphabetisierung im Ballungsraum Ruhrgebiet mit rund fünfeinhalb Millionen Einwohnern hin und malte seine Vision, dass dort „erstmals Autoren auftauchen, die bislang daran vorbeigegangen sind.“ Das interessiere auch jene Verlage, „für die das Ruhrgebiet bislang noch Diaspora ist.“

Literatur und Alphabetisierung im Ruhrgebiet

Sucht man nach den Gründen für die Situation des Ruhrgebiets als Diaspora der Literatur, fällt zunächst ins Auge, dass diese Ansammlung von Steinkohletagebausiedlungen von Beginn an stark migrantisch geprägt war, was den Pütt in der Alphabetisierungsquote generell an das untere Ende der Pisa-Skala zurückwarf, sogar bereits, als es die Pisa-Studie noch gar nicht gab. Der polnische Zechenarbeiter liest nämlich am liebsten die Bibel (AT), spätere Generationen haben sich auf reich bebilderte  Bedienungsanleitungen zum Kurzschließen von deutschen Personenkraftwagen im Hochpreissegment verlegt. Spätere Wellen von Gastarbeitern wie Italiener, Jugoslawen und Türken bereicherten zwar ebenfalls die hiesige Küche, leisteten jedoch – abgesehen von italienschen Schlagertexten und den gesammelten Schriften von Mustafa Kemal Atatürk – ebenfalls keinen nennenswerten Beitrag zur Literarisierung. Was die eigeborenen Ruhrstädter angeht, so lässt sich festhalten, dass diese aufgrund ihres Soziolekts „Ruhrpott“[i] sehr in der Rezeption von Texten des Hochdeutschen behindert sind.

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Der Ruhrpilot

Wulf Bernotat Foto: International Students’ Committee Lizenz: CC BY-SA 3.0


Ruhrgebiet:
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Ruhrgebiet: Erste Fusion im Nahverkehr seit 100 Jahren…WAZ
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Pilger über Monate in der Türkei gefangen

David B. Foto: Privat/Facebook


Warum bekommt ein Deutscher, am 2. April in der Türkei inhaftiert, am 24. Juli einen ersten Besuch der deutschen Botschaft? Sind einfache Bürger weniger wert als „Aktivisten“, Journalisten und eine Übersetzerin? Von unserem Gastautor Ulrich Sahm.

David B. ,55, wollte von seiner Heimatstadt Schwerin zu Fuß bis nach Jerusalem pilgern. Für den Pädagogen war das neben einem persönlichen „Gebet mit den Füßen“ auch ein „gelebtes Projekt des Friedens und der Völkerverständigung“. Ganz bewusst wollte der Christ auf die Hilfsbereitschaft seiner Mitmenschen in der Fremde vertrauen. Es wanderte also ab November 2016 und wollte zu Ostern in Jerusalem sein. In Tagestouren von rund 40 km lief er zunächst über Breslau nach Auschwitz, weil seine Mutter aus einer jüdischen Familie in Breslau kam. Von dort ging es über den Balkan in die Türkei. Unterwegs hatte er viele Begegnungen. Oft kam er in Kirchengemeinden und Klöstern unter, manchmal auch in Privatquartieren. In der Türkei wurde er mit seiner freundlichen, offenen Art sehr herzlich aufgenommen. Das ging lange erstaunlich

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Der Ruhrpilot

Armin Laschet bei seiner ersten Rede als Ministerpräsident im NRW-Landtag.


NRW:
 Wie hält es Laschet mit dem Geld?…WB
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Der Ruhrpilot

Dogan Akhanli Foto: Raimond Spekking Lizenz: CC BY-SA 4.0


NRW: 
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NRW: Kirchen in gewähren rund 100 Flüchtlingen Schutz…WAZ
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Duisburg: OB-Kandidat Gerhard Meyer gegen DOC am Bahnhof…WAZ

Die Toten Hosen, Kraftklub und K.I.Z. rocken den Pott

Nach vier Jahren Pause wurde heute Abend in der Gelsenkirchener Veltins-Arena endlich wieder der Pott gerockt.

Nachdem das Tagesfestival “Rock im Pott” bereits zwei Mal mit grandiosen Rockbands wie den Red Hot Chili Peppers, Placebo, Jan Delay & Disko No. 1, The BossHoss und Kraftklub (2012) und System of a Down, Volbeat, Tenacious D, Casper, Deftones und Biffy Clyro (2013) und hohen Besucherzahlen (2012 mit 41000 Besuchern) ausserordentlich gut punkten konnte, fanden 2014, 2015 und 2016 keine weiteren Festivals mehr statt.

Am heutigen Samstag versuchten sich die Organisatoren (Live Nation, Dirk Becker Entertainment und Prime Entertainment) mit ausschließlich deutschen Acts und einer gewagten Mischung aus Hip Hop und Punk dann endlich an einem Comeback und konnten mit fast 38.000 Fans erneut auf ganzer Linie überzeugen.

Um 16 Uhr eröffneten Grim104 und Testo, das Berliner Hip-Hop-Duo Zugezogen Maskulin, das Pott-Festival im Stadion des FC Schalke 04. Das Duo präsentierte sich, ähnlich wie K.I.Z, die das Ruder um 17:10 Uhr übernahmen, als Persiflage auf Gangsta-Rap, indem sie Klischees, gespickt mit sarkastischen und ironischen Kommentaren, gekonnt übertrieben.

Damit kannte sich die zweite Berliner Hip-Hop-Formation um die Rapper Tarek, Maxim, Nico und ihrem Diskjockey DJ Craft am heutigen Abend ebenfalls bestens aus. Mit ihrem typisch schwarzen Humor machten K.I.Z. auch vor sozialkritischen Themen nicht Halt und legten provokant den Finger in so manche Wunde. Ihr letztes Album “Hurra die Welt geht unter“ (2015) erreichte Platz Eins der deutschen Charts.

Mit den Chemnitzern von Kraftklub gingen dann um 18:55 Uhr alte Bekannte bei “Rock im Pott“ auf die Bühne. Vor fünf Jahren gehörte die Band um Frontmann Felix Brummer noch zum Vorprogramm, nach drei Nummer-Eins-Alben ist der Durchbruch längst geschafft und somit gehörten Kraftklub heute zu den Headlinern des Festivals.

Mit ihrem Mix aus Indie, Punkrock und Hip Hop schafften sie den Spagat zwischen den beiden Genres und brachten die tobende Menge gelungen auf die Punkrockschiene. Ihr aktuelles Album “Keine Nacht für Niemand” stieg übrigens am 9. Juni 2017 auf Platz Eins in die deutschen Charts ein.

Für einen krönenden Abschluss sorgten dann  ab 20.50 Uhr Die Toten Hosen, die ihr komplettes, zweistündiges Musikprogramm präsentieren. Neben den Songs von ihrem aktuellen Album „Laune der Natur“ (Mai 2017) spielten die Düsseldorfer natürlich auch viele ihrer legendären Klassiker und sorgten für einen runden und vor allem emotionalen Abschluss des Festivals mit Stadion-Atmosphäre.

Die Toten Hosen Galerie:

Kraftklub Galerie

Galerie K.I.Z.

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„Wir und Heute Unterwegs“ – Yogafliegen mit Merkel

Der Bundestagswahlkampf ist öde? Von wegen: Cem Özdemir übt Yogafliegen – in Bochum. Angela Merkel erinnert sich in Dortmund daran, dass sie noch nicht gewonnen hat. Und Martin Kaysh sitzt mit David Schraven in der Bottroper Fußgängerzone, um über die Zukunft zu philosophieren, bevor Martin Schulz in Essen spricht. Da bewegt sich was…

Zu den anderen Folgen des „Wir und Heute“-Podcastes – und zum Abo des YouTube-Kanals geht es hier.

Die Hörversionen des Podcasts, sowie die Abos für iTunes und Spotify sind hier zu finden.

DAGDZ: Ein Interview mit Dr. Lars Dittrich (II)

 

Was wird evolutionär aus dem Menschen? (Foto: rui barros / Flickr / cc-by-2.0)

Gestern gab es ja den ersten Teil des Interviews mit Dr. Lars Dittrich. Heute geht es nun weiter. Ohne lange Vorrede. Wo waren wir? Wir hatten uns der Frage zugewandt, wie das eigentlich genau ist mit dem menschlichen Bewußtsein…

Sebastian Bartoschek: Ich ahne den Fehlschluss in meiner Frage, aber ich frage sie trotzdem: Woher weiß denn mein Bewusstsein, wenn es weg war, dass es wiederkommen muss? Oder gestehe ich da dem Bewusstsein ein Bewusstsein zu, das es gar nicht hat?

Lars Dittrich: Ich glaube, was da als Überlegung ein bisschen drinsteckt, ist, dass ich selbst quasi mein Bewusstsein bin und wenn das unterbrochen ist, dann bin ich nicht da und wenn ich einmal weg bin, dann bin ich weg.

Sebastian Bartoschek: Ist das eine Fehlannahme?

Lars Dittrich: Ja, ich würde sagen, das ist eine Fehlannahme. Ein bestimmtes Aktivitätsmuster, das das Gehirn hervorbringt, wäre das Bewusstsein. Wenn das kurz aussetzt und dann wieder anfängt, dann ist das Bewusstsein kurz weg und dann wieder da. Und dass ich im Prinzip mit meinem Leben weitermachen kann und jetzt nicht nochmal von vorne anfangen muss, wenn das passiert, dafür sorgt mein Gedächtnis, und das ist was anderes als das Bewusstsein. Man hat heute die Vorstellung, dass das Gedächtnis durch die spezifische und wiederholte Verschaltung der Nervenzellen untereinander geformt wird. Und das sind gewachsene Hardware-Kontakte, die wirklich da sind. Die sind das Gedächtnis, da steckt die Information drin. Und die verändert sich natürlich nicht, wenn ich kurz einen „Reboot“ mache. Also wenn mich jemand k.o. haut und dann wache ich wieder auf, das wäre dann so ein Reboot, dann habe ich natürlich immer noch mein Gedächtnis. Das, was dann weg ist, ist das, was kurz vorher passiert ist – sprich was halt noch nicht als Hardware gespeichert wurde, sondern nur als Software.

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Fury In The Slaughterhouse – live & acoustic in Wuppertal

Foto Martin Huch, Pressefoto

Nach ihrer erfolgreichen Open-Air Tour zum 30. Bandjubiläum haben Fury In The Slaughterhouse ein weiteres Geschenk für Ihre Fans: ab Ende Oktober 2017 gehen Gründungsmitglieder Kai und Thorsten Wingenfelder, Christof Stein-Schneider, Rainer Schumann, Gero Drnek und Christian Decker aus Hannover auf eine ganz besondere Akustik-Tour durch Deutschland.

Das Lustprinzip ist seit Gründung in 1987 der Kompass der Band, deren Geschichte von reichlich Herzblut und Intuition geprägt ist. Getreu diesem Prinzip können Fury In The Slaughterhouse in diesem Jahr, zum 30. Bandjubliäum, aus dem Vollen schöpfen. Deshalb geht die Jubiläum-Fete jetzt auch in die Verlängerung.

Ende April wurde im Hamburger Grünspan das Akustik-Album „Little Big World“ aufgezeichnet, mit dem sich für die Band ein Kreis schließt. Fury In The Slaughterhouse verbinden bestes musikalisches Handwerk mit emotionaler Tiefe in 23 ausgewählten Songs, die für dieses einmalige Konzerterlebnis eigens von Jan Löchel neu arrangiert wurden. „Die Akustik-Tour 25zum 30. Geburtstag ist ein Geschenk an unsere Fans und an uns selbst“, erklärt Thorsten Wingenfelder. „Ein Akustik-Set wie das, was wir auf der Little Big World Tour spielen wollen, hält unsere Band-Seele jung und lebendig. Im Endeffekt zeichnet unsere Band vor allem die Vielseitigkeit der einzelnen Mitstreiter aus. Deshalb darf das Spontane regieren und ein Drittel des vorher Geprobten klingt plötzlich ganz anders.“ Hautnah wie nie können die Fans sich bei dieser Tour überraschen lassen. Es wird klassische Fury-Songs geben, Nummern, die man in dieser Form nicht erwartet und Teile, die schmunzeln lassen. Mit aktuellem Blick auf die anstehenden ausverkauften Open-Air Termine krönt die Little Big World Tour 2017 – live & acoustic eines der erfolgreichsten Bandjubiläen Deutschlands – nicht nur für Fury In The Slaughterhouse selbst, sondern auch für ihre Fans.

In ihrer Bandgeschichte haben Fury In The Slaughterhouse bereits über vier Millionen Alben verkauft und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Als eine der wenigen deutschen Bands schafften sie den Durchbruch auch auf dem amerikanischen Markt.
Weltweit haben Fury In The Slaughterhouse mehr als 1000 Konzerte gespielt. Nach ihrer Trennung widmeten sich die Bandmitglieder anderen musikalischen Projekten. Besonders die Brüder Kai und Thorsten Wingenfelder feiern mit ihrem Band „Wingenfelder“ große Erfolge. Mitte März luden die sechs Vollblutmusiker vorab zum erneuten Klassentreffen in die TUI Arena in Hannover ein. 35.000 Fans sorgten nicht nur für drei ausverkaufte Abende, sondern auch für ganz viel Gänsehaut.
Das Album „Little Big World“ erscheint am 01.09.2017.

Tickets für den Termin am 29.10.2017 in Wuppertal gibt es unter www.eventim.de !

Veranstalter Headline Concerts & Semmel Concerts