Seit dem 15. März 2020 unterhalten sich die Ruhrbarone mit Magnus Memmeler. Bis heute sind 33 Interviews entstanden, die auf den Katastrophenschutz blicken und auch die Corona-Krise nachzeichnen. Im 34. Interview geht es u.a. um 426 Tote innerhalb eines Tages, um einen Parteitag und um den Rettungsdienst.
3D-Grafik des SARS-CoV-2-Virions Bild: CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM – This media comes from the Centers for Disease Control and Prevention’s Public Health Image Library (PHIL), with identification number #23312 Lizenz: Gemeinfrei
Bundesweit bisher eine Million Corona-Infizierte. Und wie sieht es in den Großstädten an der Ruhr aus? Mehr als 1.000 Menschen sind dem Corona-Virus im Ruhrgebiet zum Opfer gefallen. Wie geht es nun weiter? Was kommt auf das Industriegebiet noch zu? Voraussagen anhand eines ausgeklügelten Simulationsmodells. Und ein Blick in den Rückspiegel zeigt, wie gut oder schlecht das Prognosemodell ist.
Der Teil-Lockdown funktioniert: Die Zahl der täglichen Neuinfektionen geht leicht zurück. Möglicherweise haben wir die Spitze der zweiten Welle gerade vor ein paar Tagen hinter uns gebracht. Aber die Todeszahlen verharren auf hohem Niveau. Bis Silvester sind weitere 10.000 Tote zu befürchten, so die neueste Prognose der Universität des Saarlandes von gestern. Trotzdem können wir hoffen, dass die Pandemie nicht außer Kontrolle gerät.
Sterben an Covid-19 nur die Alten? Könnten Jüngere ohne Rücksicht ihr gewohntes Leben führen? Sollten sie das gar tun, sobald Risikogruppen geimpft sind? Von unserem Gastautor Dirk Specht.
Diese Fragen werden bisher hauptsächlich medizinstatistisch beantwortet. Bevor man dem folgt, sollte man wissen, dass es versicherungsmathematisch nicht so aus sehen würde! Während nämlich Mediziner nach absoluten Häufigkeiten suchen – was vollkommen richtig ist, denn da gibt es den größten medizinischen Bedarf – schauen Versicherungsmathematiker nach etwas anderem: Hier geht´s ums Geld. Denn Versicherungen handeln mit Risiken gegen Geld. Man übergibt ihnen also ein Risiko und bezahlt dafür mit Geld. Das Ziel der Versicherung ist es, mit dem Geld das Risiko abdecken zu können und zusätzlich einen Gewinn zu erzielen. Daher rechnen Versicherungsmathematiker – ich war einige Zeit in dem Bereich tätig – Risiken anders.
Seit dem 15. März 2020 unterhalten sich die Ruhrbarone mit Magnus Memmeler. Bis heute sind 32 Interviews entstanden, die auf den Katastrophenschutz blicken und auch die Corona-Krise nachzeichnen. Im 33. Interview geht es u.a. wiedermal um das Gesundheitswesen, um den Impfstoff und die anstehenden Massenimpfungen, um den Katastrophenschutz natürlich und das Chaos im Bundestag.
Göring im Nürnberger Prozess, 8. März 1946 Foto: United States Army Signal Corps photographer – Harvard Law School Library, Harvard University Lizenz: Gemeinfrei
Heute vor 75 Jahren begann in Nürnberg der Hauptkriegsverbrecherprozess gegen Teile der Nazi-Elite. Für viele von ihnen endete das Verfahren mit einem Strick um den Hals, einige wie Albert Speer logen und schleimten sich zu einer Haftstrafe und Hermann Göring brachte sich in seiner Zelle mit Zyankali um. Göring ist es auch, von dem zurzeit in den Sozialen Medien ein Zitat die Runde macht, dass vor allem bei Coronaleugnern beliebt ist, die die
Technische Universität Dortmund, Mathe Tower, ein von weitem sichtbares Gebäude mit rotierendem TU Logo Foto: Tuxyso / Wikimedia Commons Lizenz: CC BY-SA 3.0
Der Berliner Justizsenator Dirk Behrendt ist ein Grüner. Wie viele Grüne mag er Forschung und Fortschritt nicht. Vor wenigen Tagen hat RKI-Chef Lothar Wieler einen Warnbrief an den Berliner Senat geschrieben. Wieler uns andere Experten befürchten, dass die Corona-Forschung unter Behrendt leidet. Der Tagesspiegel schrieb:
Dass uns die aktuellen Einschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie deutlich länger erhalten bleiben dürften als ‚nur‘ bis Ende November, wie es der Wellenbrecher-Lockdown ursprünglich vorgesehen hatte, das dürfte auch schon vor der heutigen Sitzung der Verantwortlichen sonnenklar sein. Von Lockerungen kann derzeit gar keine Rede sein. Es wird bei der Besprechung mit der Kanzlerin eher um weitere Verschärfungen der Einschränkungen gehen.
Dass das nicht anders geht, zeigen schon die aktuellen Zahlen des RKI. Von einer Senkung des Inzidenzwertes auf unter 50 Neuinfizierte pro 100.000 Leute in sieben Tagen, wie es angestrebt wird, kann derzeit jedenfalls gar keine Rede sein.
Gelockert werden können die bestehenden Regeln somit in keinem Falle. Wenn jedoch von weiteren Beschränkungen die Rede ist, werden die Details in diesen Tagen, selbst für in diesen Punkten von Querdenkern und Skeptikern gerne als ‚linientreue‘ Zeitgenossen verunglimpfte, so wie mich, immer schwerer nachvollziehbar. Neuester Schwachpunkt ist das von einigen offenbar angestrebte Verbot des diesjährigen Silvesterfeuerwerks.
Seit dem 15. März 2020 unterhalten sich die Ruhrbarone mit Magnus Memmeler. Bis heute sind 31 Interviews entstanden, die den Katastrophenschutz ins Visier nehmen und auch die Corona-Krise nachzeichnen. Im 32. Interview geht es u.a. um das Gesundheitswesen am Limit, das Zuständigkeitsgerangel und den Pfauentanz im Katastrophenschutz, um das Chaos an den Schulen und die fehlende Ehrlichkeit und Kritikfähigkeit in der Politik.
Klassenzimmer einer Grundschule Foto: DALIBRI Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Lage ist weiterhin diffus, wie ich zuletzt geschrieben hatte: Wir sind in einer zweiten Welle, die bereits höher als die erste ist und die sich langsamer bewegt. Das ist tückisch. Von unserem Gastautor Dirk Specht.
Wir haben die Kontrolle verloren, die Testung und das Meldewesen sind nicht mehr zuverlässig. Laut Testdaten sehen wir eine Kuppe der Welle, die jüngsten Zahlen zeigen grundsätzlich, dass der Trend sogar dabei ist, zu kippen und die Epidemie in eine Sinkungsrate übergeht.
Ich möchte betonen, dass das so oder so ein sehr gutes Signal ist, wie auch immer sich das tatsächlich darstellen mag. Die Zurückhaltung der Bevölkerung sowie der Lockdown light zeigen Wirkung, das ist natürlich weder überraschend, noch sollte es klein geredet werden!