
Gabriele Gysi bedankt sich bei jedem, der die Brandmauer einreißt. Neben ihr steht Claudia Wittig, stellvertretende Fraktionsvorsitzende des BSW im Oblast Sachsen-Anhalt, und mahnt zur Geschlossenheit der Friedensbewegung. Der Landesverband verbreitet den gemeinsamen Auftritt auf Facebook.
Wegen unserer Offline-Zeit womöglich verpasst: Unser Beitrag vom 21. Oktober dokumentiert den gemeinsamen Russland-Antrag von AfD und BSW, Wittigs Auftritt in Magdeburg und Jörg Urbans Russland-Werbung.
Oblast Sachsen-Anhalt: AfD und BSW erfüllen den Freundschaftsplan
Auf seiner Facebook-Seite präsentiert das BSW Sachsen-Anhalt eine Videobotschaft von Claudia Wittig und Gabriele Gysi, aufgenommen laut Begleittext am Rande einer Podiumsdiskussion in Magdeburg. Gysi sagt:
„Ich bin für jeden dankbar, der diese entsetzliche Brandmauer einreißt.“
Wittig warnt in derselben Botschaft davor, die Friedensbewegung zu spalten. Das BSW veröffentlicht beides zusammen und ruft dazu auf, miteinander zu reden und für den Frieden auf die Straße zu gehen.

Im Begleittext erscheint die Brandmauer als Ärgernis, ihre Beseitigung als Beitrag zur Verständigung. Einen Grund für die Abgrenzung zur AfD nennt die Partei dort nicht.
Am 21. Oktober 2026 bewarb der Landesverband dann mit einem weiteren Facebook-Clip Wittigs Gespräch im Politik-Podcast „2,1 Millionen“ von Mitteldeutscher Zeitung und Volksstimme. Der Begleittext betont die Bedeutung der fünf BSW-Abgeordneten im Landtag. Statt fester Bündnisse stellt die Partei wechselnde Mehrheiten in den Mittelpunkt. Auch ein überparteilicher Ministerpräsident wird als Gesprächsthema angekündigt.
Das sind zwei unterschiedliche Botschaften, die gut nebeneinanderpassen: Im parlamentarischen Betrieb möchte das BSW sich die Partner offenhalten. Im Video mit Gysi bekommt die Abgrenzung zur AfD den Ruf einer lästigen Spaltung.
Wie praktisch diese Offenheit werden kann, hat der Landtag bereits gezeigt. Am 14. Oktober 2026 beschlossen AfD und BSW gemeinsam einen Antrag zur Russlandpolitik. Wie im verlinkten Vorgängerbeitrag erläutert, wurden damit weder Sanktionen aufgehoben noch Waffenlieferungen gestoppt. Politisch war die gemeinsame Abstimmung trotzdem ein deutliches Signal.
Eine neue Vereinbarung mit der AfD oder eine Zusage für deren Ministerpräsidentenkandidaten enthalten die Beiträge nicht. Dokumentiert ist die Werbung gegen eine Grenze, die AfD und BSW bei ihrer gemeinsamen Abstimmung bereits überschritten haben.
Die AfD muss bei dieser Werbung nicht einmal selbst mitspielen.
Die Öffentlichkeitsarbeit übernimmt das BSW.
Wegen unserer Offline-Zeit womöglich verpasst: Unser Beitrag vom 21. Oktober dokumentiert den gemeinsamen Russland-Antrag von AfD und BSW, Wittigs Auftritt in Magdeburg und Jörg Urbans Russland-Werbung.
Oblast Sachsen-Anhalt: AfD und BSW erfüllen den Freundschaftsplan
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