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Größte Hallenveranstaltung in 2019 angekündigt: Vom hilflosen Umgang mit der AfD in Waltrop

Zuletzt ging es in Waltrop im Bundestagswahlkampf  sogar handgreiflich zu. Archiv-Foto: Michael Kamps

Die große politische Mehrheit in diesem Lande ist seit Jahren vereint im entschlossenen Kampf gegen die AfD. Viele Parteien sind sich einig in der grundsätzlichen Ablehnung vieler Ziele der selbsternannten ‚Alternative‘ und ihrer Verhaltensweisen. Seit langem kann man fast überall im Lande beobachten, wie auf unterschiedlichen Ebenen versucht wird den Einfluss der AfD in Parlamenten und auf die Gesellschaft gemeinsam zurückzudrängen.
Was jedoch häufig nicht zu erkennen ist, das ist ein wirklich griffiges Konzept dabei. Häufig wirken die Versuche recht ungelenk oder sogar regelrecht kontraproduktiv, kann sich die AfD doch viel zu häufig in eine Art Opferrolle flüchten, profitiert so am Ende vielfach sogar von den regelrecht überfallartigen Angriffen der ‚Altparteien‘ und Organisationen.

Ein Zeugnis von der völligen Planlosigkeit bei der Bekämpfung der AfD konnte man im Bundestagswahlkampf 2017 auch in Waltrop (Kreis Recklinghausen) beobachten. Da tauchte plötzlich und unerwartet ein Wahlkampfstand dieser Partei in der örtlichen Fußgängerzone auf, obwohl sie bis dato vor Ort faktisch noch gar keine Rolle gespielt hatte.
Entschlossen ging ein Parteienbündnis anderer Parteien spontan aktiv gegen den Stand der AfD vor. Im Zuge dieser Auseinandersetzung(en) wurde es zwischenzeitlich sogar handgreiflich. Wir berichteten damals mehrfach.

Die Diskussionen über dieses Verhalten der Lokalpolitiker verschiedener Parteien erhitzten damals im Anschluss die Gemüter in der gesamten Region. Geht man so angemessen mit einem politischen Konkurrenten um? Gebührt es sich nicht vielmehr, dass man sich mit Argumenten auseinandersetzt, statt eine andere Partei auf diese Art und Weise zu attackieren, regelrecht aus der örtlichen Fußgängerzone zu vertreiben?

In dieser Woche entflammte die zwischenzeitlich schon wieder vergessene Debatte wieder ganz neu. Eine Meldung der Lokalzeitung schreckte die Waltroper Politiklandschaft regelrecht auf:
„Die „größte öffentliche Hallen-Veranstaltung der NRW-AfD seit Jahresbeginn“ findet nach Partei-Angaben am 28. März in Waltrop statt. Bis zu 600 Personen werden erwartet, darunter Spitzen-Funktionäre wie Bundes- und Fraktionssprecher Dr. Alexander Gauland, der ehemalige Verfassungsschutz-Präsident Thüringens, Dr. Helmut Roewer, Landessprecher Thomas Röckemann und Bezirkssprecher Steffen Christ. Thema in Waltrop: „Prüffall AfD – Rechtsstaat in Gefahr?““

Das saß! Plötzlich war die emotionale Debatte aus dem Jahre 2017 wieder voll entflammt. Wie reagieren? Was tun? Gegendemo? Protest? Wenn ja, in welcher Form? Die Meinungen gingen auseinander.

Angekündigt wurde dann eine vergleichsweise ‚butterweiche‘ Gegenveranstaltung, bei der der Name AfD nicht einmal erwähnt wird:

„Am Donnerstag, den 28.03.2019 von 15:00 – 22:00 Uhr machen die Waltroper/innen deutlich, dass sie bei vielen Dingen unterschiedlicher Meinung sein können. Doch bei einer sind sie sich die Allermeisten einig: Waltrop hat keinen Platz für Rassismus!
Das „Bündnis für Demokratie Waltrop“ ruft alle Interessierten, Schulen, Vereine, Verbände und weiteren Institutionen auf, sich aktiv an der Veranstaltung des Stadtmarketing e.V. zu beteiligen und Flagge für die Demokratie (und damit automatisch gegen Rassismus) zu zeigen!
….
Zur Verdeutlichung:
Das „Bündnis für Demokratie Waltrop“ macht deutlich klar, dass die Belegung der Stadthalle für die Durchführung einer überregionalen, parteipolitischen Veranstaltung am 28.03.2019 zwar Auslöser, nicht aber Anlass für diese Veranstaltung ist.
Das Recht darauf, seine Meinung kundzutun, ist ein hohes Gut, das im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankert ist.
Bewusst haben sich die Akteurinnen und Akteure des Bündnisses für Demokratie Waltrop dafür ausgesprochen, sich für Demokratie und Vielfalt stark zu machen.
Bei der Veranstaltung „Waltrop bekennt Farbe für Demokratie und Vielfalt“ kommt jeder zu Wort – auch all jene, die beispielsweise eine kritische oder beunruhigte Stimme in sich tragen.“

Diese Pläne rief nun wiederum heftigen Widerspruch von Zeitgenossen hervor, denen dieser Plan so nicht entschieden genug war. Beispielhaft für diese Strömung stand ein vielbeachteter Leserbrief eines Bürgers, der die Ankündigung der Gegenveranstaltung in einem Leserbrief in der Lokalzeitung sogar geringschätzig als ‚Trallala-Veranstaltung‘ titulierte. Im Fortgang seines Schreibens machte der Anwohner zudem die Parteien im Waltroper Stadtrat durch ihre verfehlte Politik der vergangenen Jahre für das Erstarken der AfD mitverantwortlich.

Damit war die Debatte über den ‚richtigen‘ Umgang mit der AfD dann endgültig wieder groß und breit auf der Waltroper Tagesordnung: Wie umgehen mit der AfD? Viele lehnen sie entschieden ab. Der Umgang mit ihr ist allerdings unverändert umstritten und wirkt häufig doch ziemlich hilf- und planlos.

 

PS: Auch wir von den Ruhrbaronen werden uns das Treiben in Waltrop am 28. März 2019 rund um die Stadthalle vor Ort einmal näher anschauen und anschließend hier im Blog darüber berichten. Es wird spannend sein das Geschehen zu beobachten, wenn in knapp zwei Wochen rund 600 AfD-Anhänger und Funktionäre auf der „größten öffentliche Hallen-Veranstaltung der NRW-AfD seit Jahresbeginn“ auf die diversen Teilnehmer einer ‚Trallala-Veranstaltung‘ treffen.

 

RuhrBarone-Logo

24 Kommentare zu “Größte Hallenveranstaltung in 2019 angekündigt: Vom hilflosen Umgang mit der AfD in Waltrop

  • #1
    walter stach

    "Faschistisches Gedankengut, gepredigter Fremdenhass Verteufelung "anders Gläubiger", blindwütiger Nationalismus, ideologisch begründeter Rassismus………

    Das heutige in seiner Dimension wieder einmal unfaßbare, erschreckende und zutiefst traurig stimmende Ereignis in Neuseeland -mit ca. 5o von einem mutmaßlichen Faschisten getöteten Menschen -muslimischen Glaubens- ist für mich ein erneuter Beleg dafür, dass mehr denn je das Motto zu gelten hat:: "Wehret den Anfängen"!

    Im Vergleich zu den Brevik-Morden in Norwegen und zu den heutigen Morden in Neuseeland könnten die 12 Morde des NSU in Deutschland relativiert werden, aber auch sie waren und sie sind für mich Anlass, allen Anfängen eines nationalistischen, rassistischen, fremdenfeindlichen, antidemokratischen Wahns zu wehren -da kann es und da sollte es nichts geben, um "diese Anfänge" zu relativieren oder gar zu rechtfertigen , weil…….

  • #2
    Heribert Eisenhardt

    Wovon träumt ihr eigentlich? Das die AfD als demokratisch gewählte und zugelassene Partei keine Räume mieten darf, weil sie die falsche Gesinnung hat?
    Ich hab mal in einem Land gelebt, da reichte solche Begründung aus. Das Land hieß DDR.
    Ja, Demokratie und Toleranz sind anstrengend.

  • #3
    thomas weigle

    Ich lese grad DÜSTERE VORAHNUNGEN Deutschlands Juden am Vorabend der Katastrophe von Julius Schoeps. Vor 20 oder 30 Jahren hätt ich wohl gesagt : "Haben wir hinter uns." Heuer sind die Parallelen nur noch erschreckend. Es ist noch immer nicht ausgeschwitzt.
    Und bester @ Heribert Eisenhardt, warum sollte man der AfD Toleranz entgegen bringen? Macht doch der AfD- und Pregida-Mob auch nicht.

  • #4
    walter-stach

    Robin,
    ist Dein Kommentar zweimal bei den Ruhrbaronen eingestellt? Ich finde einen Beitrag von mir hier- sh.1- und einen anderen auf??
    Oder habe ich da irgend etwas verpaßt bzw. nicht begriffen?

  • #5
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Walter: Du hattest vorhin (wohl versehentlich) zunächst unter einem älteren Artikel von mir kommentiert:

    https://www.ruhrbarone.de/wie-mit-der-afd-umgehen-ungeschickt-laesst-gruessen/147675#comment-1185438

  • #6
    Bernd Schäfer

    Echt schade, ne? Wenn man so außen vor ist und als Quellen nur das hat, was die Waltroper Zeitung und die Sozialen Medien einem servieren.

    Macht ja normalerweise nichts. Man sollte sich nur dann nicht die Blöße geben zu zeigen, dass man von den Diskursen keine Ahnung hat.

    Vielleicht klappst ja beim nächsten Mal.

  • #7
    walter stach

    Robin,
    ich habe meinen Fehler bemerkt. Mein erster Beitrag zur bevorstehenden Veranstaltung in Waltrop am 23. 3. 2o19 habe ich unter einem einschlägigen Text von Dir aus 2o17 platziert; gehört aber hierhin -läßt sich das korrigieren?.

  • #8
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Walter: Ich kann ihn hier rüberkopieren. Moment….

    Kommentar von Walter Stach, 16.32 Uhr:

    Robin,
    ich habe hier mehrfach mitdiskutiert, wenn es um Ursachen der Existenz einer rechtsradikalen Partei in Deutschland ging -mit Umfragewerten "um die 15 %"- , wenn es darum ging, über denkbare Folgen der politischen Agitation der AFD für Gesellschaft und Staat gingt – negative Folgen für eine freiheitliche-pluralistische Gesellschaft und für den demokratischen Rechtsstaat- und wenn es um unterschiedliche Meinungen darüber ging, g, wie sich all diejenigen, für die eine freiheitlich-pluralistische Gesellschaft und für die der demokratischen Rechtsstaat "hohe Güter" sind, gegen die AFD wehren könnten, wehren sollten -jeder Einzelnen, gesellschaftliche relevante Organisationen, der Staat. Dazu kann ich jetzt und hier ebenso wenig Neues anmerken wie das offenkundig auch für die Kommentierenden vorweg der Fall zu sein scheint.

    Deshalb nur etwas "zu Waltrop":
    1.
    Dass die Stadt Waltrop der AFD gegenüber die Vermietung der Stadthalle für deren NRW-Kongress am 28.3. aufgrund der eindeutigen Rechtslage nicht verweigern konnte, sollte jedermann klar sein. Zudem sei daran erinnert, daß das Grundrecht der freien Meinungsäußerung und das der Versammlungsfreiheit im Rahmen der (grund-) gesetzlichen Schranken auch für die AFD gilt.

    Als Bürger der Stadt Waltrop halte ich es nicht nur für sinnvoll, sondern für lobenswert,
    daß
    a.)
    bisher keine sog. Gegendemonstrationen angekündigt und offenkundig weder seitens der demokratischen Parteien noch seitens "gesellschaftlich relevanter Gruppen" in Waltrop "in Planung" sind. Das schließt nicht aus, daß Gegendemonstranten präsent sein könnten -z.B. aus dem Umfeld der Antifa-Bewegung im benachbarten DO;
    daß
    b.)
    alle im Rat der Stadt vertretenen politischen Parteien und (meines Wissens) sehr, ,sehr viele der sog. gesellschaftlich relevanter Organisationen sowie einige stadtbekannte einzelne Bürger (in einem informellen sog.. Bündnis für Demokratie) dabei sind, für den 28. 3. nachmittags ab 15. 00 Uhr -Ende offen?- am sog. Kiepenkerlbrunnen in der Innenstadt ein Bürgerfest vorzubereiten. Ein Fest, auf dem "man" auf vielfältige Weise zeigen, erleben und mitmachen kann an einem "fröhlichen, bunten, offenen" Miteinander freier Bürger in einer freien und pluralistischen Bürgergesellschaft in Waltrop, einschließlich -so hoffe ich – vieler Gespräche über den Wert der Freiheit der Bürger in einer freien , pluralistischen Bürgergesellschaft. Ich freue mich jedenfalls auf das Miteinander vieler Waltroper- Bürger, auf ein Treffen mit alten und jungen Bekannten, auf das Kennenlernen vieler bisher unbekannter Neubürger und auf die Gespräche mit ihnen.
    .
    Das Alles nicht wegen, sondern trotz des gleichzeitig stattfindenden ADF-Kongresses .Und das Alles nicht g e g e n die AFD und wider ihre unsäglich antidemokratischen, rassistischen, nationalistischen, faschistischen Hass-Parollen, sondern f ü r die Werte, die die Basis sind für ein friedliches und menschenwürdiges Miteinander aller in Waltrop lebenden Menschen
    Und das dann, so meine ich, am 28.3. in Waltrop auf bzw. mit einem "bunten, fröhlichen" Fest einem Fest selbstbewußter demokratischen Bürger in Waltrop.
    Ich hoffe, daß auch viele "Nicht-Waltroper" am 23. nachmittags / abends den Weg zum Waltroper-Bürgerfest finden werden.

    PS
    Selbstbewußte Demokraten, die sich nicht permanent angehalten sehen, gegen die AFD und ihre Parolen zu argumentieren, sondern die für ihre Werte, ihre Überzeugungen , ihre politischen Ziele streiten, die agieren und nicht nur reagieren.
    Die wünsche ich mir über Waltrop hinaus .

    Robin,
    was mich diesbezüglich z.B. immer wieder grudnsätzlich fragen läßt:
    Warum wird beispielsweise in den diversen Fernseh-Runden von den Demokraten aus den Parteien, aus den Medien, aus gesellschaftlich relevanten Gruppen nicht ständig und unaufgefordert den ADFlern gegenüber klargestellt, daß rund 85 % Prozent "der Deutschen" sich gegen sie positioniert haben, daß "diese" 85 %, wenn man denn meint, "wir sind das Volk" sagen zu sollen, das Volk repräsentieren und nicht die restlichen 15 %?
    Und wenn "man" das und alles Andere vorträgt zwar aus Sorge um die Zukunft der Demokratie in Deutschland, aber doch nicht aus Angst "vor einer neuen braunen Diktatur" und ihren "heimlich/unheimlichen Helfern". Denn, so meine ich, Angst haben vor der AFD kann keine Eigenschaft selbstbewußter Demokraten sein!

    Klaus Lohmann,
    in Ihrem Sinne….."Die Bürgergesellschaft in Waltrop wird am 23………".

    Zum Umgang der Medien mit "der AFD, mit AFDlern….

    Nicht verwunderlich ist für mich, daß z.B. die BILD, daß die WELT, daß die FAZ sich -mehr oder weniger- unkritisch bis wohlwollend mit der AFD, mit AFDlern, mit ihren politischen Grundsätzen und Zielen befassen einschließlich mancher Akteure hier bei den Ruhrbaronen, sondern verwunderlich für mich ist, daß diese unkritische bis wohlwollende politische Einstellung gegenüber der AFD regelmäßig auch bei Moderatoren/Moderatorinnen in den sog. öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten zu spüren ist und offenkundig auch bei denjenigen zu existieren scheint, die die "Themen" für die diversen Gesprächsrunden auswählen und bestimmen -jedenfalls wohl weniger orientiert an den Interessen und Bedürfnissen der von mir zitierten 85% der Prozent der Wählerschaft als an den Interessen und Bedürfnissen der AFD.
    Warum ist das so? Wegen der Quote? Eine Ausrichtung von ARD und ZDF ausschließlich nach der Quote, z.B. in der Frage nach "dem richtigen Umgang mit der AFD" ,ist m.E. mit deren "öffentlichem Auftrag" nicht zu vereinbaren.

  • #9
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Bernd Schäfer #6: Vielleicht wäre es ja Ihrerseits fairer gewesen, wenn Sie zumindest kurz mit erwähnt hätten, dass sie beim ‚Waltroper Aufbruch‘ lokalpolitisch aktiv sind. Dann hätte die Masse der Leser hier, die mit Waltrop sonst eher wenig bis gar nichts zu tun hat, zumindest einordnen können, dass Sie lokalpolitisch aus der gleichen Ecke stammen, wie kürzlich schon Michael Finke. Auch der hat hier im Blog ja viel Wind zu machen versucht, indem er recht harsche Kritik an einem meiner Artikel über unsere gemeinsame Heimatstadt Waltrop geübt hat. Leider hatte auch er damals völlig vergessen zu erwähnen, dass er aus dem erweiterten Kreise der im damaligen Text angesprochenen Lokalpolitiker stammt. Kann ja mal passieren, ne? 😉

    Siehe auch hier: http://waltroperaufbruch.de/?p=408

  • #10
    puck

    @ Bernd Schäfer #6

    Da ist Ihnen aber begrifflich etwas durchgegangen.

    Toleranz ist, wenn man zulässt, dass abweichende, auch völlig abstruse Meinungen geäußert werden – nicht, sie unwidersprochen zu lassen. Das nennt man dann Prinzipienlosigkeit.

  • #11
    Gerd

    @11:

    Wenn sich die Gegner der AfD nur aufs Widersprechen beschränken würden, hätte die AfD es deutlich schwerer. Stattdessen setzen sie auf mundtot machen. Siehe Berlin, Bremen und Döbeln.

    In Waltrop werden die bestimmt auch ein Eigentor schießen.

  • #12
    walter stach

    Gerd,
    "mundtot machen"?
    "Die" werden sicherlich in der Stadthalle den Mund sehr weit aufmachen -aufmachen können, aufmachen dürfen- und niemand kann "die" und niemand wird "die" daran hindern.

    Was Waltroper Bürger am 23. machen, ist ihre Sache und dient ihrem Anliegen, aufzuzeigen, was Leben -alltägliches Leben- in einer freien und pluralistischen Bürgergesellschaft ist, wie viele Gemeinsamkeiten sie jenseits aller gesellschafts- und parteipolitischen Differenzen als freie Bürger in einer freien Gesellschaft zusammenhält. u.a. in dem alltäglichen Bemühen aller, sich nicht von blindwütigem Hass auf andere Menschen ihrer Herkunft, ihrer Rasse, ihrer Religion, ihrer politischen Überzeugung, ihrer sexuellen Präferenzen wegen lenken und leiten zu lassen.

    Und das ist m.E. "gut so", sehr gut so -mich jedenfalls freut es sehr, daß es Bürger der Stadt sind, die allein und/oder über ihre Organisationen für den 23.3.nachmittags/abends ein Bürgerfest in Waltrop planen und organisieren werden. Ich bin dabei und ich freue mich darauf.

    Gerd,
    auf einem anderen Blatt steht, wie "man" -wer , wo und wie auch immer – ansonsten mit dem "politischen Ungeist" , der die AFD zu beherrschen scheint umgeht, umgehen sollte.

    Sorgen macht mir z.B. dieserhalb derzeit vor allem eine zumindest auffällige Zurückhaltung staatlicher Behörden -BKA, LKA, Bundes-/Landesverfassungschutzämter, Polizeibehörden, Bundeswehr, wenn immer wieder Einzelfällen public werden über "rechtsradikale, rassistische, fremdenfeindliche, antidemokratisch, nationalistisch" gesinnte ,entsprechend agierenden und sich miteinander vernetzende Beamte in ihrer Mitarbeiterschaft.

  • #13
  • #14
  • #15
    Willi

    Ja, das muss ein Demokrat ohne Gewaltausbrüche ertragen.
    Auch die Ergebnisse der Europawahl und der Nachschlag bei den drei kommenden Wahlen im Osten,
    könnte zu massiver Schnappatmung in Verbindung mit einer Hyperventilation einiger selbst ernannter Demokraten führen.

  • #16
    walter stach

    Willi,
    solange sich bundesweit rd. 85% der Wähler gegen die AFD entscheiden, habe ich als Demokrat keinen Anlass,mich zu ängstigen mit Blick auf die Zukunft von Freiheit und Demokratie in Deutschland .

    Sorgen macht mir allerdings der sich immer ungehemmt äußernden Hass der Höckes und Co. auf alle Menschen, für die Freiheit, Pluralismus, Demokratie und Rechtstaat Werte/Prinzipien sind, für die sie kämpfen ..

    Wohin blindwütiger Nationalismus, Fremdenhass und Rassenwahn führen…..-sh.Brevik, sh. NSU, sh. jetzt in Neuseeland ,

    "Wir Deutsche" sollten uns zudem immer wieder daran erinnern (lassen), was blindwütiger Nationalismus, Fremdenhass, Rassenwahn auch aus uns bzw. mit uns gemacht hat und zukünftig wieder machen könnte.

    Also

    "Wehret den Anfängen".
    Ich denke, diesem Motto folgend werden am 28.3. in Waltrop viele Menschen aktiv beim sog. Bürgerfest dabei sein -völlig unabhängig von ihrer parteipolitischen Präferenz ( sh. CDU/DU/SPD/GRÜNE, LINKE, FDP , Waltroper – Aufbruch)und das ohne "Schnappatmung"und ohne Hyperventilation, sondern überzeugt in der Sache und mit viele Freude im Kreise insofern gleichgesinnter Demokraten , gleichgesinnter Gegner von Rassismus jeglicher Art und als "Fans" einer freiheitlich-pluralistischen Gesellschaft.

    PS
    Wenn "Schnappatmung" bei dem einen oder dem anderen freiheitlichem Demokraten eingesetzt haben sollte, nachdem er heute die TAZ gelesen hat, kann ich das nachvollziehen.
    Sh. taz am Wochenende 16./17. märz 2o19 -S.20 Gesellschaft
    "Miliz made in Germany" -Unter den Augen der deutschen Behörden hat sich ein Netzwerk gegründet, das bewaffnete Einheiten trainiert , Zivlisten in Militärtaktiken schult und Sicherheitskräfte von Autokraten ausbilden möchte"
    Und da ich beim Lesen dieses Artikels zugleich nachgedacht habe über….sh. 12 letzter Absatz-, über Rechtsradikale in der AFD, über die Höckes und Co und über rechtsradikale Attentäter in Norwegen, in Neuseeland -und"bei uns"-sh.NSU- kann ich nicht sorgenfrei mit dem politisch Alltäglichen umgehen, dh. u.a. , daß es insofern für mich als "Sozi" relativ egal ist, für welche demokratischen Partei sich die rd. 85 % der Nicht-AFDler unter den Wählern bei kommenden Wahlen entscheiden werden jedenfalls werde ich die Wahlergebnisse schnappatmungsfrei zur Kenntnis nehmen.

  • #17
    Thomas Weigle

    "Schnappatmung" anderen , die hier mit vollem Namen agieren, vorwerfen, aber selbst anonym bleiben. Das ist frech und feige. Aber auch nicht wirklich überraschend.

  • #18
    Elke

    Wenn man sich GEGEN jemand stellt schafft man Kampf Positionen.
    Zum Kampf, den unsere Altparteien eigentlich durch Klugheit
    vorbildlich vermeiden sollten, weil jeder Kampf zumindest zwei Gegner erfordert,
    schafft immer eine Kommödienstadelbühne wie im Karneval.
    Dieses Verhalten schafft nicht Demokratie, Klugheit, Besonnenheit und ist nicht Lösungsorientiert im Sinne guter politischer Verantwortungsübernahme auch für Lächerlichkeiten politisch dümmer Fehlentscheidungen.
    Dieses Verhalten der Verantwortungslosigkeit sämtlicher Parteien führt zum Vertrauens und Wähler Verlust.

    Wenn man zuhört, z.B. Meuthen zum Thema Brexit, stellt man sehr schnell
    das Alzheimer Vergesslichkeitssymptom fest. Noch vor kurzer Zeit wurde nicht nur der Brexit sondern z.B. auch Le Pen von der AFD bejubelt. Meuthens heutige Vergesslichkeit
    erinnert schlicht an Karneval. So entsorgen jedoch alle Parteien ihre Fehlentscheidungen zulasten der Bürger wie Pappmache und sind sich ganz " demokratisch?" einig , wir
    waren das nicht, das Thema Fehlentscheidung lag immer bei den Gegnern….
    Das Grundgesetz sichert ALLEN MENSCHEN MEINUNGSFREIHEIT UND MENSCHENWÜRDE ZU. Es muss also NICHT über Ethnien gestritten werden, meine ich.
    Es muss über GEWALT UND GENERSCHAFFT DISKUTIERT WERDEN.
    Woran unser politisches Tun scheitert ist und bleibt Gegnerschaft, die immer in Gewalt
    mündet. Das MITEINANDER ÜBERLEGEN WIE GUTE LÖSUNGSANSÄTZE IN GEMEINSAMER POLITISCHER VERANTWORTUNG DAS BÜRGERWOHL SICHERT , GESCHIEHT NICHT.
    Diese politische Dummheit kann nicht durch Genderismus Schwachsinn der Gleichmachung geschehen. Wir brauchen Grundsatzdebatten darüber, was ist überhaupt
    noch SOZIAL ? was ist christlich, was ist politische Moral, die allen Menschen gleiche
    Rechte auf Würde und Selbstbestimmtes Leben lässt ?
    Wir haben soviel Dreck vor der eigenen Tür , erinnere die Kindesmissbrauchsfälle,
    die systematische Familienzerstörung, die vollständige Entsorgung von Müttern,
    die politische Schaffung von Armutsopfern um die Zweiklassengesellschaft EU weit
    zu fixieren.
    DIE Wegschau und Vergessensjustiz , die mediatorisch Täter Schutz vor Opfer Schutz stellt.
    Nicht dort wird das Grundgestz durchgesetzt, sondern immer noch wird der Zeigefinger gegen andere , NICHT NUR polische GEGNER GESTRECKT, als wäre NIX gewesen was es an politischer, und moralischer Selbstverpflichtung an
    Dummheit mit wirklich guten Lösungen aufzuarbeiten gäbe.
    Statt Gegendemos als Friedensfest darzustellen sollten gerade unsere jetzigen
    politischen Groessen endlich mal eigenes Tun im Sinne politischer guter Verantwortungsübernahme aufarbeiten . Nur das schwächt den AFD "Gegner"
    der bei guter Altparteienarbeit gar keine Chance hätte.

  • #19
    Marion

    Moin an alle,
    ich möchte gerne an der Veranstaltung der AfD teilnehmen, um mir vor Ort ein eigenes Bild dieser Partei zu machen, also zu meiner persönlichen Information.
    Ich habe mittlerweile aufgrund der Meldungen in Presse und Internet allerdings die Befürchtung, dass Teilnehmer dieser Veranstaltung attackiert werden könnten.
    Das finde ich aus demokratischer Sicht sehr bedenklich, nicht jeder Teilnehmer ist AfD-Anhänger.
    Jeder sollte sich ohne Angst vor Übergriffen informieren können.

  • #20
    Klaus Lohmann

    @Marion: Da in der Region Dortmund/Lünen der größte Teil politisch motivierter Straftaten von Rechtsextremisten begangen wurde und wird, sitzt Ihre "Gefahr" eher zusammen am Tisch mit den AfD-Bonzen und -Fans. Ich würde mich an Ihrer Stelle nicht draußen, sondern *im* Saal sehr unsicher fühlen.

  • #21
    Marion

    @Klaus Lohmann
    Da mögen Sie recht haben, ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass *im* Saal die Teilnehmer der Veranstaltung von Jemandem angegriffen werden.

  • #22
    walter stach

    Marion,
    und wenn Sie am 28. in Waltrop sind, dann kommen sie doch ‚mal vorbei
    Sozusagen "neben an" findet ein sog. Bürgerfest statt unter dem Motto…….? Kenne ich exakt noch nicht, aber aber keineswegs " G e g e n….-was auch immer-, sondern F ü r …….: ich stelle mir en Motto vpr wie z.B. " F ü r Demokratie/Rechtsstaat und ein friedliches Miteinander aller Menschen in Waltrop". oder so ähnlich.
    Bei hoffentlich schönen Wetter werden freiheiltlich gesinnte Demokraten -aus Waltrop und Umgebung- bei Bier, Wein…….Zeit und Gelegenheit haben, miteinander zu reden -und zu streiten,
    z.B. über den besten Weg zum Ziel, nämlich dem Erhalt einer freiheitlich-pluralistischen Gesellschaft im Widerstand gegenüber ihre rechtsradikalen Feinde und im Widerstand gegen den radikal fanatischen politischen Islamismus. Das Bürgerfest, da bin ich mir sicher, wird zeigen, daß es in Waltop diese freiheitlich-pluralistische Gesellschaft -noch? -gibt und das man miteinander ein fröhliches Fest zu feiern weiß.

    Ansonsten….?
    Da mich die AFD-Veranstaltung nicht interessiert, weiß ich auch nicht, ob der Veranstalter sich Sorgen macht, daß die Teilnehmer-Besucher von wem auch immer attackiert werden könnten.

    PS
    Möglicherweise interessiert es, daß nach einem Artikel in der Waltroper Zeitung vom….(?) -weiß ich nicht mehr genau – der Kreisverband RE der AFD zeitgleich mit der Hallenveranstaltung des Landesverbandes der AFD ebenfalls zu einer Veranstaltung nach Waltrop eingeladen hat -Jachthafen Münster-Str. in Waltrop.
    Marion, wenn Sie also "AFD-Interessent" sind, haben sie am 28. die Auswahl zwischen Stadthalle und Jachthafen.
    An Spekulationen darüber, wer hier wem seitens der AFD Konkurrenz macht und warum, beteilige ich mich. Was soll’s, was bringt’s?

    Irritiert sind ""einige " Waltroper allerdings darüber, daß die AFD während ihrer Veranstaltung in der Stadthalle vor der Halle eine Mahnwache (!!) präsentieren will " gegen Extremismus jeder Art."(!!).
    Ich habe zunächst gedacht, "die " AFD wolle mit dieser Mahnwache (!!) gegen Extremismus jeder Art" " uns Waltroper vera……- "AFD-Kundiger" sind jedoch der Meinung, diese "Demonstration gegen Extremismus" jeder Art per Mahnwache sei seitens des AFD-Veranstalters sei nach "Innen gerichtet", nämlich gegen die extrem Rechtsradikalen in den eigenen Reihen, sh. "einschlägige " Tätigkeiten des Verfassungsschutzes.

    Aus der Sicht eines Waltroper Bürgers, der sich auf sein Bürgerfest freut und als überzeugter und engagierter Gegner der AFD hoffe ich, daß wir Waltroper mit unseren Gästen ein schönes, freudiges und friedlicihes Bürgerfest feiern können.

    Und was die AFD zeitgleich macht und warum sie das -gleich zweifach- in Waltrop macht.? Belanglos . jedenfalls für mich und viele Gleichgesinnte in der Stadt, jedenfalls bezogen auf die zwei Veranstaltungen der AFD am 28. in Waltrop.
    "Lasse `mal machen" -sagt man hier zu Lande.

  • #23
    Marion

    @Walter Stach
    wie ich bereits in meinem ersten Kommentar erwähnt habe, möchte ich mir die Veranstaltung der AfD aus reiner Neugier, um mir ein Bild zu machen, besuchen. Ich bin kein "AfD-Interessent".
    Ich bin einfach nur ein Mensch, der versucht , alles von allen Seiten zu beleuchten und der sich dann eine Meinung bildet. Ich bin nicht links oder rechts, ich denke selber.
    Ich habe auch von dem Bürgerfest gelesen. Da das, soweit ich weiß, schon früher beginnt, werde ich mit Sicherheit auch dann schon in Waltrop sein. Vielleicht wäre es möglich, dass wir uns dort treffen und weiter diskutieren. würde mich freuen :). Wenn Sie dazu Lust haben, sagen Sie mir doch bitte Zeit und Ort, wo wir uns dann treffen können.
    Würden Sie mich kennen, wüssten Sie, dass ich absolut für Demokratie/Rechtsstaat und friedliches Miteinander bin. Unter unseren besten Freunden befinden sich Muslime (meine beste Freundin ist Muslima) und Schwule. Ich bin sicherlich nicht rechtsradikal, jeder sollte nach seiner Fasson selig werden, wenn er damit seine Mitmenschen nicht schädigt.
    Mit allen Freunden hatte ich schon sehr gute, fruchtbare Diskussionen.
    Für mich ist es wichtig, sich mit allen auseinanderzusetzen, auch mit denen, die anderer Meinung sind, und sich dann eine Meinung zu bilden. Das ist für mich Dmokratie.
    Es tut mir leid, aber das "Spiel nicht mit den Schmuddelkindern"-Konzept kann ich nicht mitmachen. Ich gebe jedem eine Chance, deswegen möchte ich ja auch zu dieser Veranstaltung gehen und mich informieren.
    Ich mag es nicht, mir meine Meinung nur über Zweitinformationen zu bilden.
    Ich hoffe, wir kommen am 28.3. zusammen, wird bestimmt interessant.
    Ich empfinde es als Armutszeugnis, dass dieser Partei so entgegen getreten wird wie dem Teufel das Weihwasser. Demokratie muss auch extreme Positionen aushalten können, ansonsten ist sie sie nur Schein.

  • #24
    Marion

    @Heribert Eisnehardt
    Das ist das Problem in Deutschland. Es gibt nciht mehr so viele Menschen, die offen sind und diskutieren, um vielleicht einen Konsens zu finden. Ich habe das Gefühl, es gibt nur noch Schubladendenken.
    Dass die Afd pauschal rechts eingeordnet wird, zeugt nicht von demomokratischem Verständnis.

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