Offener Brief: Wohnsituation der Neuzuwanderer aus Bulgarien und Rumänien in Dortmund

Das Straßenmagazin Bodo, der Planerladen und der Mieterverein Dortmund haben sich mit einem offenen Brief an die Dortmunder Dezernentin Birgit Zoerner  (SPD) gewandt. Wir dokumentieren das Schreiben:

Sehr geehrte Frau Zoerner,

am 15.11. 2011 haben Sie eine Stellungnahme zur „Interkommunalen Kooperation zur Entwicklung eines Handlungskonzeptes ‚Zuwanderung aus Südosteuropa‘“ veröffentlicht. Darin skizzieren Sie einen „Dortmunder Handlungsansatz“ und greifen auch bisher entwickelte Maßnahmen und Angebote auf. Wir begrüßen eine integrierte Dortmunder Strategie. Leider fehlt jedoch das zentrale Thema WOHNEN. Außenstehende könnten den Eindruck gewinnen, als hätten die Neuzuwanderer aus Südosteuropa keine Probleme auf dem Dortmunder Wohnungsmarkt. Dabei ist das Gegenteil der Fall.

Durch die Diskriminierung bei der Wohnungssuche findet ein Teil der Menschen keine Wohnung und ist obdachlos. Die Existenznot der anderen wird durch Spekulanten und Eigentümer von Problemhäusern zur Profitmaximierung ausgenutzt, die zu horrenden Preisen ein Zimmer oder gar nur eine Matratze vermieten. Wehren können sich die Menschen gegen die Wuchermieten nicht, weil der Verlust Ihrer bescheidenen Unterkunft droht und keine Alternative in Aussicht ist. Finden Menschen eine Wohnung, holen Sie in vielen Fällen Ihre Angehörigen und Freunde hinzu, um Sie aus der Obdachlosigkeit oder den Händen von Spekulanten zu befreien. Diese „Überbelegung“ führt zu Problemen und wird in der Nachbarschaft häufig als störend empfunden sowie durch die Medien transportiert, was die Diskriminierung weiter verstärkt. Dieser Teufelskreis ist daher nur zu durchbrechen, wenn die Neuzuwanderer diskriminierungsfrei Wohnungen in Dortmund finden können. Erst dann verbessert sich Lebenssituation der Menschen und es ist möglich gegen die Profiteure der Wuchermieten vorzugehen.

Mieterverein Dortmund, Planerladen und bodo e.V. fordern daher die Stadt Dortmund auf sich der Wohnungsfrage für Neuzuwanderer aus Bulgarien und Rumänien anzunehmen und diese Wohnraumsuche zu unterstützen sowie gegen Wuchermieten und die Eigentümer der sogenannten Problemhäuser vorzugehen. Angesichts der Wintermonate sind zudem kurzfristig Übernachtungsangebote für obdachlose Neuzuwanderer zu schaffen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Dr. Tobias Scholz                        Tülin Kabis Staubach                        Bastian Pütter

Mieterverein Dortmund              Planerladen e.V.                                   bodo e.V.
und Umgebung e.V.

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German Pie
German Pie
12 Jahre zuvor

Als Neuzuwanderer kümmere ich mich doch vorher schon um einen Job und eine Wohnung.

*kopfschüttel*

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[…] Dortmund, der Planerladen und bodo e.V. forderten die Stadt Dortmund Anfang Dezember in einem offenen Brief auf, sich der Wohnungsfrage für Neuzuwanderer aus Bulgarien und Rumänien anzunehmen und […]

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