Hetze gegen Flüchtlinge: Ein echtes 90er Revival?

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Wenig überraschend versuchen NPD und andere Neonazis von den Debatten über die Flüchtlingspolitik in Europa zu profitieren. Alles also wie gehabt? Die Nazis morden, der Bürgermob klatscht, der Staat schiebt ab? Nicht ganz. Von unserem Gastautor Patrick Gensing/Publikative

Da die Neonazis in Deutschland selbst nicht kampagnenfähig sind, hängen sie sich stets an aktuelle Debatten ran. So zu beobachten bei der “Integrations-” (treffender Exklusions-) Debatte nach der Buchveröffentlichung von SPD-Mitglied Thilo Sarrazin oder im Zuge der israelfeindlichen Diskussionen, ausgelöst durch Verse des deutschesten aller deutschen Nobelpreisträger, Günter Grass.

In Berlin-Hellersdorf marschierten Neonazis mehrmals auf, um von der feindseligen Stimmung in Teilen der Bevölkerung zu profitieren. Der Lohn: Bis zu 10,2 Prozent für die NPD bei der Bundestagswahl in einzelnen Wahllokalen in Marzahn-Hellersdorf, im gesamten Wahlkreis deutlich mehr als vier Prozent. Auch in Greiz wollten Neonazis marschieren, weiter gegen Flüchtlinge hetzen und zum Hass aufstacheln. Gestern solidarisierten sich Gegendemonstranten mit den Flüchtlingen, die Neonazis sagten ihre Demo ab – vorerst. Die Drohungen gehen aber weiter. Und Anfang Oktober konnten Neonazis bereits ungestört bzw. unter Zustimmung von Anwohnern mit Fackeln durch die Stadt ziehen. Auch in Chemnitz gingen Neonazis und andere Rechtsradikale auf die Straße, ebenso in Brandenburg und weiteren Bundesländern.

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Sven Lehmann
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Interviewmagazin Galore kehrt als App zurück

galore_coverDas 2003 vom Dortmunder Visions-Verlag gegründete und 2009 leider eingestellte Interviewmagazin Galore kehrt an den Kiosk und als App zurück.

Galore war war wohl eines der avanciertesten Projekte, die jemals von einem Verlag aus dem Ruhrgebiet gestartet wurde: 2003 brachte das Team des Indie-Magazins Visions Galore auf den Markt – ein Magazin nur mit Interviews in der Tradition von Andy Warhols Zeitschrift Interview. Galore sprach mit so unterschiedlichen Typen wie Noel Gallagher, Albert Speer junior oder Großayatollah Fadlallah. Wer jemals an der Arschlochhaftigkeit von Lou Reed zweifelte, wusste nach Reeds Galore-Interview warum man John Cale Fan sein muss.

2009 war Schluss mit Galore, online ging es noch ein paar Jahre weiter, aber Ende 2009 wurde auch die Webseite abgestellt. Nun kehrt Galore  zurück: Am 22. November als angeblich einmaliges Sonderheft am Kiosk mit einer Auswahl der besten Interviews zum 10jährigen Jubiläum und dann als App. 20 Neue Interviews pro Monat wird es ab Februar 2014 geben, teilt der Verlag mit:

So wird ab Ende November eine GALORE Interview-App via iTunes App Store und dem Google Play Store verfügbar sein, die über Tablets und Handys genutzt werden kann. In der kostenlosen App haben wir zum Launch sieben Interviews für Sie hinterlegt, über gezielte In-App-Käufe können Sie sich später Ihre persönliche GALORE Interview-Welt zusammenstellen. Dafür steht Ihnen unser Archiv aus mehr als 400 gründlich überarbeiteten Interviews zur Verfügung, die von den über 1.000 geführten Gesprächen der letzten zehn Jahre die Qualität der Zeitlosigkeit eint.

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Fußball: Leverkusener ‚Phantomtor‘ sorgt für Gesprächsstoff



Inzwischen dürfte es jeder Fußballinteressierte ja längst mitbekommen haben: Das Freitagspiel in der Bundesliga zwischen 1899 Hoffenheim und Bayer 04 Leverkusen wurde von einen skandalösen ‚Phantomtor‘ überschattet. Der Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 in der 69. Minute war kein Tor, der Ball rutschte durch ein Loch im Netz vom Außennetz in den Torinnenraum. Schiedsrichter Dr. Felix Brych gab den ‚Treffer‘ von Stefan Kießling trotzdem. Am Ende siegten die Gäste aus dem Rheinland mit 2:1.

Das Ganze ähnelt dem Phantomtor von Thomas Helmer aus dem Jahre 1994, als der FC Bayern durch dieses irreguläre Tor, am Ende den 1.FC Nürnberg mit 2:1 besiegte. Damals wurde das Spiel wiederholt. Die Bayern siegten im Widerholungsspiel gar mit 5:0, der 1.FC Nürnberg musste danach absteigen.

Im aktuellen Fall kann es wohl ebenfalls nur ein Wiederholungsspiel geben. Alles andere wäre ‚verrückt‘.

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Dortmunder Jusos gegen Große-Koalition

reichstagIn Berlin sieht alles nach einer großen Koalition aus. CDU und SPD werden die nächste Regierung gemeinsam stellen. In Dortmund regt sich dagegen Protest.

Die Nachwuchsgenossen sind nicht begeistert. In einer Pressemitteilung haben sich die Dortmunder Jusos  gegen eine Große-Koalition aus CDU und SPD ausgesprochen: „Wir können uns nicht vorstellen, wie eine Koalition funktionieren soll. Mit der Union können wir nicht glaubhaft für die Gleichstellung von Homosexuellen und deren Partnerschaften eintreten. Auch können wir nicht den Mindestlohn vorantreiben, wo doch die Kanzlerin zuvor eindringlich davor warnte, dabei wären Arbeitsplätze in Gefahr. Von einer rechtswidrigen Maut ganz abgesehen…“, erklärt Maximilian Schulz, Vorsitzender der Jusos Dortmund.

Die Jusos fordern die Teilnehmer des am Sonntag stattfindenden SPD-Konvents auf, gegen Koalitionsverhandlungen mit der CDU zu stimmen. In SPD-Kreisen macht sich indes kaum jemand Gedanken über den Konvent am Sonntag, an dem vor allem Funktionäre und Mandatsträger teilnehmen. „Das wird klar gehen“, sagte ein SPD-Funktionär. Sorgen macht er sich indes über den Verlauf einer Mitgliederbefragung nach Ende der Koalitionsverhandlungen – da könne es eventuell Überraschungen geben. Auch erwarte man in der SPD zahlreiche Parteiaustritte.