Lässt sich der handwerkliche Teil des (literarischen) Schreibens lernen und lehren?

Kreatives Schreibens abseits der Illusionen des Geniekults und der ‚literarischen Ingenieure’
Der Dichter Gottfried Benn, im Brotberuf bekanntlich Arzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, hat 1951 in seinem Marburger Vortrag Probleme der Lyrik seinem Publikum verheißen, den „Vorgang beim Entstehen eines Gedichts“ gründlich zu erhellen und behauptet: „Ein Gedicht entsteht überhaupt sehr selten – ein Gedicht wird gemacht.“
Darüber hinaus hat Benn seine Zuhörer in Sachen Machbarkeit von Gedichten allerdings nicht weiter erleuchtet, sondern nur noch meilenweit hinter das versprochne Licht geführt. Denn die überragende Geisteskraft, ein Gedicht tatsächlich auch zu ‚machen’, es als Kunstprodukt bewusst und kontrolliert zu gestalten, hat Benn nur Auserwählten wie sich selbst zugesprochen. Benn verklärte: „… das Verhältnis zum Wort ist primär, diese Beziehung kann man nicht lernen. (…) das Wort faszinierend ansetzen, das können Sie, oder das können Sie nicht. Das Wort ist der Phallus des Geistes, zentral verwurzelt.

Benn und die „dumpfe(n) schöpferischen Keim“-Drüsen
Jaja, wo der Phallus sich verbal-erotisch aufbäumt, da liegt sublimiertes männliches Begehren nicht weit. „Artistik“ – so rechtfertigt Benn zuletzt auch sein eigenes verbittert-virtuoses Schreib-und-Lebens-Programm – sei „der Versuch, gegen den allgemeinen Nihilismus der Werte eine neue Transzendenz zu setzen: die Transzendenz der schöpferischen Lust“.

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Bochum Total: Rottstr. 5 Special

Von Donnerstag bis Sonntag findet im Bermudadreieck wie jedes Jahr das viertägige Festival Bochum-Total statt. Das Rottstr.5 Theater hat deswegen sein Programm geändert. Wem es also auf Bochum Total zu hektisch oder zu nass ist, kann die paar Meter rübergehen und sich überraschen lassen.

Mittwoch, 20. Juli, 19.30 Uhr, Selectamood

Donnerstag, 21. Juli, 18.00 Uhr, Metal de Chanson

Freitag, 22. Juli,18.00 Uhr, Chill Out Lounge & Marc Carsten Pfeffer

Samstag, 23. Juli, 18.00 Uhr, A little Bittl of Bochum Total

Sonntag, 24 Juli, 20.00 Uhr, Wattenscheider Schule



Ruhr2010: Ein Evaluationsbericht wie vom Auftraggeber gewünscht

Das Bonner Zentrum für Kulturforschung hat im Auftrag der Ruhr2010 GmbH deren Arbeit untersucht. Dieser Evaluationsbericht wurde nun veröffentlicht. Und löst gemischte Gefühle aus.

Was hat das Kulturhauptstadtjahr gebracht? Wurden die selbst gesteckten Ziele erreicht? Wie soll es weiter gehen? Mit diesen Fragen setzt sich auf 102 Seiten der Evalutionsbericht des  Zentrums für Kulturforschung (ZfK) im Auftrag der Kulturhauptstadtorganisation Ruhr2010 auseinander. Er ist jetzt online erschienen und kann heruntergeladen werden.

Grundlage des Berichts waren vor allem die Publikationen der Ruhr2010 GmbH, bereits verfasste Berichte über ihr Wirken sowie 34 Interviews. Da die Interviewten alle mehr oder weniger eng – meist jedoch sehr eng – mit dem Kulturhauptstadtjahre verbunden waren, es mit organisiert hatten, wurde sichergestellt, dass es zu keiner allzu intensiven Kritik kam. Ein Blick von Aussen? War nicht gewünscht und so fanden die Befragten ihre Arbeit grundsätzlich gut. Was wenig verwundert.

Und so kommen die großen Flops des Kulturhauptstadtjahres, die ausgefallenen Projekte wie Stadt unter Tag oder Land for Free in der Evaluation kaum zur Sprache. Was peinlich ist, weil  diese Projekte ja Gründe waren, warum das Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt Europas ausgewählt wurde. Jede auch nur halbwegs um Ernsthaftigkeit bemühte Evaluation hätte hier ansetzen müssen.

Und so ist die Stärke des Evaluationsberichts dann auch das Lob: Erfolgreiche Projekte wie Sing, Schachtzeichen, Twins und vor allem die große A40 Party Still-Leben werden gut beschrieben. Klug der Hinweis der Verfasser, das solche Veranstaltungen von ihrer Einzigartigkeit leben und nicht wiederholt werden sollten:

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[Bilderrätsel 08]

So, da morgen Bochum Total anfängt, kommt hier das letzte Bilderrätsel vor dem langen Wochenende.

 

Wünsche allen viel Spaß und auf keinen Fall verpassen..

 

Samstag ( 23.7.) WAZ-Bühne/17:00-17:45 Uhr

> „tengo hambre pero no tengo dinero“

 

Sonntag ( 24.7.) WAZ-Bühne/18:15-19:00 Uhr

> Ben Galliers

 

Sonntag (24.7.) trailer-Wortschatz-Bühne/ 19:00-19:30 Uhr

Wattenscheider Schule

[das wären so meine Tipps ;)]

 

 

 

 

 

 

 

 

Auflösung

 

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Der Ruhrpilot

NRW: Schulstreit beendet…Welt

NRW II: CDU opfert Hauptschule für das Gymnasium…Welt 

NRW III: Sekundarschule – kein Grund zur Freude…Zoom

Energie: Fracking in den USA…Ruhr Nachrichten

Ruhrgebiet: RVR gegen Flugzeiten-Verlängerung am Flughafen Dortmund…Der Westen

Ruhrgebiet II: Klamme Kommunen scheitern mit Beschwerde vor Gericht…Ahlener Zeitung

Ruhrgebiet III: Ausstieg aus Sozialticket ist für SPD kein Tabu…Ruhr Nachrichten

Ruhrgebiet IV: Unis fühlen sich gut auf Studentenansturm vorbereitet…Der Westen

Ruhrgebiet V: So teuer wird der Nahverkehr…Der Westen 

Bochum: Disziplinarverfahren gegen Schulamtsleiter Ulrich Wicking…Ruhr Nachrichten

Dortmund: Saufraum bleibt in der Mache…Der Westen

Duisburg: DerWesten-Nutzer warnten vor Toten…Der Westen

 

„Wenn die Gesellschaft leben will, muss sie gefährlich leben“

Am 17. Juli 1936 brach der Spanische Bürgerkrieg aus. Am 19. Juli, heute vor 75 Jahren, begann der Aufstand gegen Franco in Barcelona. Der Film „Die Utopie leben“  von Juan Gamero erinnert an den Kampf der spanischen Anarchisten gegen Franco und seine italienischen und deutschen Hilfstruppen. Und ihren Kampf mit den Kommunisten, die während des Spanischen Bürgerkriegs gegen alle brutal vorgingen, die sich ihnen nicht unterordnen wollten.

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Kämpft gegen die Netz-Moloche!

Amazon Kindle Foto: Franz Wegener

Web-Konzerne bestimmen, welche Programme Besitzer auf ihre Smartphones laden und welche Bücher sie auf ihren Lesegeräten behalten dürfen. Richard Stallman, Aktivist für freie Software, ruft zum Widerstand auf: Wer Freiheit und Privatsphäre will, muss gegen den Strom schwimmen.

Tim Berners-Lee hat das World Wide Web ab 1990 für den weltweiten Austausch von Informationen entwickelt, am 6. August 1991 gab er es zur allgemeinen Benutzung frei. Langsam verwandelt es sich aber in ein System der ausgelagerten Datenverarbeitung, ein System des „Remote Computing“. Es speichert Daten von Nutzern und Daten über Nutzer, auf die der Nutzer selbst nicht zugreifen kann – die US-Bundespolizei FBI aber jederzeit. Das Netz übernimmt die Datenverarbeitung, der Nutzer gibt die Kontrolle darüber ab. Dieses neue Web ist voller Verlockungen – doch wir müssen ihnen widerstehen.

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Berlin im Sommer: Unser Eisdielen-Check

Wir haben es gut am Prenzlauer Berg. Zumindest im Sommer. In den letzten Jahren haben viele Eisdielen aufgemacht. Und wenn mein ältester Sohn quengelt, „Mama, Kann ich ein Eis haben?“ Und der kleine sofort „Ich auch“ nachlegt, dann kann ich schnell sagen: „Na gut“ und dabei noch extrem gönnerhaft wirken, indem ich ein „ausnahmsweise“ nachschiebe. von Tatjana Willms

Aber wo gibt es die besten Eiscremes? Fangen wir einfach einen Streifzug an: Wir kommen von der Marie im Winsviertel am „Prenzlkasper“ (Marienburger Straße 39) vorbei. „Mein Eis“, schreit ein Kind  schon von ganz vorn an der Ausgabe. Hinter ihm hüpfen die nachfolgenden Kleinen, die das Eisangebot angucken wollen: „Ich kann nichts seh’n. Ich will auch ein Eis…“ Die Theke ist ein wenig hoch, aber irgendwann kommt jeder an die Reihe. Seit die sommerlichen Temperaturen über Berlin hereinbrechen, boomt das Geschäft mit der kühlen Leckerei. Die Saison ist eröffnet und der „Prenzlkasper“ hat ein Puppentheater im Eisladen. Eisschlecken und das Krokodil verprügeln sehen. SUPER. Das Geschäft boomt.

Puppenspieler und Kikaninchen-Moderator Christian Bahrmann gibt allerdings in der heißen Jahreszeit nur wenige Vorstellungen. Kinder sind dann ja viel lieber draußen. Die Eisdiele ist eine gute Ergänzung in den Sommermonaten. Nachdem die Kinder ihr Eis in der Hand haben, setzen sie sich

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