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Pater Tobias aus Duisburg-Neumühl: Seelsorge und Sport in Zeiten von COVID-19

Segnung von Ostergaben in Zeiten von COVID-19; Foto: Projekt LebensWert

Segnung von Ostergaben in Zeiten von COVID-19; Foto: Projekt LebensWert

In Zeiten von COVID-19 sind Veranstaltungen eine heikle Sache – und nicht ohne Grund untersagt. Christliche Hochfeste, an denen in normalen Zeiten ohne Pandemie viele Gläubige in die Gottesdienste strömen, sind in diesen Zeiten natürlich heikel. 

Pater Tobias ist für die Seelsorge in Duisburg-Neumühl zuständig und war bereits mehrmals Thema hier im Blog: Als Marathon-Pater erläuft er Spendengelder um die Lebensbedingungen im Duisburger Norden zu verbessern, über das Café Offener Treff mit Herz und das angeschlossene deutsch-syrische Restaurant Sham werden, seit Beginn der COVID-19-Krise, Menschen in ihren Wohnungen mit Essen versorgt.

Die Ruhrbarone haben sich die aktuellen Aktivitäten von Pater Tobias in Neumühl angeschaut.

Ostern in Zeiten von COVID-19

Wir durften aufgrund des Versammlungsverbotes keine Gottesdienste abhalten. Auch nicht zu Ostern,

fasst Pater Tobias die Situation zu Ostern zusammen. Für die katholische Kirche und Gläubige, ist das natürlich unschön: Keine gemeinsamen Gottesdienste, keine gemeinsame Feier um die Auferstehung des Herrn zu feiern.

Pater Tobias und die Kirchengemeinde in Duisburg-Neumühl haben dieses Jahr das wohl ungewöhnlichste Osterfest seit Bestehen der Gemeinde gefeiert:

Wir wollten das Leben feiern. Auf dem Vorplatz des Schmidthorster Doms, der Herz-Jesu-Kirche, haben wir deshalb in diesem Jahr einen Osterbaum aufgestellt. Wir haben unsere Gemeindemitglieder darauf aufmerksam gemacht, daß bei einem Osterspaziergang während den Ostertagen,  diesen Hoffnungsbaum geschmückt werden kann. Mit einem Osterei, einem Bunten Bild, einen aufmunternden Spruch in Ei-Form oder einem selbst gebastelten guten Wunsch.

Nachdem Pater Tobias das erste Ei aufgehängt hatte, füllte sich der Hoffnungsbaum schnell mit Leben: Viele Ostereier mit Sprüchen und Texte, wie Fürbitten und Gebete, wurden am Hoffnungsbaum befestigt. Etwa 600 Menschen haben, im Laufe des Ostersonntags und Ostermontags, diesen Baum mit ihren persönlichen Wünschen und Hoffnungen bestückt.

Gemeinschaft, trotz Social Distancing; Foto: Projekt LebensWert

Gemeinschaft, trotz Social Distancing; Foto: Projekt LebensWert

„Ostern ist das Fest des Lebens! Macht alle mit und sagt es weiter!“ war die Botschaft die Pater Tobias auf Facebook teilte – und die ankam.

Wir haben ein wundervolles, buntes Lebenszeichen für unseren Stadtteil und  können zeigen, dass wir alle „noch da “ sind. Trotz Kontaktverbot und sozialer Distanz können wir so miteinander verbunden bleiben!

Lebenszeichen für den Stadtteil: Der Malbwettbewerb kam gut an! Foto: Projekt LebensWert

Lebenszeichen für den Stadtteil: Der Malbwettbewerb kam gut an! Foto: Projekt LebensWert

Die Herz-Jesu Kirche war am Karsamstag von 10 – 20 Uhr, Ostersonntag und Ostermontag von 9 – 16 Uhr geöffnet.

Dieses Konzept des „offenen Hauses“ wurde von den Gemeindemitgliedern angenommen: Unter Einhaltung des  Sicherheitsabstandes nutzten Menschen aus Neumühl dieses Angebot, um in der Kirche zu beten oder um sich Ostergaben segnen zu lassen.

Segnung von Ostergaben; Foto: Projekt LebensWert

Segnung von Ostergaben; Foto: Projekt LebensWert

Der Malwettbewerb zu Ostern, ebenfalls mit genügend Sicherheitsdistanz für die teilnehmenden Kinder, war eine gelungene Ablenkung von der häuslichen Isolation.

Ostern: Pater Tobias erreicht seine Gemeinde digital

Pater Tobias und die Gemeinde nutzten zum Osterfest auch Email, Facebook und YouTube um die Menschen in der Gemeinde zu erreichen. Zur Vorbereitung des Osterfestes haben täglich 400 Gläubige Impulse zum Hochfest per Email erhalten. Das digitale Angebot der Gemeinde wird dankend angenommen. Der Ostergruß wurde am Ostersonntag 179 mal auf YouTube und über 200 mal auf Facebook angeschaut.

Helfen in Zeiten von COVID-19: Die Gemeinde hilft!

Neben der Lieferung von Mahlzeiten nach Hause, bietet die Gemeinde aktuell auch einen Einkaufsservice an: Dieser wird dankend, vor allem von älteren Menschen, angenommen.

Klar: Senioren sind aktuell die gefährdetste Gruppe für die potenziell tödliche Infektionskrankheit COVID-19. Die eigenen vier Wände sind sicherer als ein beschwerlicher Einkauf mit dem Rollator.

Dankt für den Lieferdienst der Gemeinde: Herr Liboska; Screenshot Facebook

Dankt für den Lieferdienst der Gemeinde: Herr Liboska; Screenshot Facebook

Pater Tobias läuft…

Auch sportlich ist in Neumühl einiges in Bewegung. Der virtuelle KiPa-Run (Die Ruhrbarone haben berichtet!) findet immer noch statt und wird von Läufern gut angenommen.

Aktuell trainiert Pater Tobias für den 100km-Lauf von Duisburg nach Münster.

Ziel des Laufes: 10000 Euro an Spenden zu sammeln für ein soziales Projekt in Duisburg. Diesmal geht es um Schwimmkurse: Aktuell sind über Spenden und Anzeigen 6220 Euro reingekommen.

Jeder Lauf ist ein Spendenlauf gegen die wachsende Kinderarmut in Deutschland. In Duisburg kommt inzwischen jedes dritte Kind aus einer Familie mit Sozialhilfebezug. Nur noch 40 Prozent der Kinder lernen heute noch Schwimmen. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt: „Deutschland ist auf dem Weg zum Nichtschwimmerland“. Die Ursachen sind vielfältig: Eltern können es selbst nicht, sie können sich Schwimmkurse nicht leisten und Schwimmbäder werden zunehmend geschlossen.

Wer dieses Projekt unterstützen möchte: Eine Spende ist jetzt steuerlich abzugsfähig!  Ab einer Spende über 201 € Spende erhält man eine extra Spendenbescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt. Bei Spenden bis 200 € reicht der Überweisungsbeleg als Nachweis beim Finanzamt.

Spendenkonto des gemeinnützigen Projekts LebensWert:  

Projekt LebensWert gGmbH 
IBAN: DE34360602950010766036
IBAN: BIC: GENODED1BBE

Klar: Die Ruhrbarone werden weiter zu diesen Projekten in Duisburg berichten.

Dank der Aktivitäten von Pater Tobias ist eines sicher: Langweilig wird es in Duisburg-Neumühl nicht werden.

RuhrBarone-Logo

2 Kommentare zu “Pater Tobias aus Duisburg-Neumühl: Seelsorge und Sport in Zeiten von COVID-19

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