Rüttgers wirft alles hin

Rau-Groupie Rüttgers

Jürgen Rüttgers zieht die Konsequenz aus der Wahlniederlage am 9. Mai und seinem Taktieren nach der Wahl: Rüttgers wirft alle Ämter hin. Er wird 2011 nicht noch einmal für den CDU-Landesvorsitz kandidieren. Er will sich in das Privatleben zurückziehen. Ein politisches Comeback in NRW wird es für ihn nicht geben.

Noch vor wenigen Monaten war er der gesetzte Wahlsieger in NRW. Niemand glaubte ernsthaft, dass Hannelore Kraft ihn jemals hätte schlagen können. Jürgen Rüttgers war zwar in NRW kein Liebling des Volkes, aber er schien ungefährdet.

Dann kam eine Reihe von Skandalen (Rent a Rüttgers) und der Nimbus des gesetzten Siegers begann zu bröckeln. Aus Rüttgers wurde ein Gejagter. Die CDU-Wahlkampfzentrale reagierte auf die Enthüllungen mit Journalistenschelte, sprach von einer SPD Kampagne. Doch die wusste gar nicht so genau, wie sie zu ihrem Glück kam. Es waren die Enttäuschten, die von Rüttgers Entmachteten in der Union, die sich rächten und den in der eignen Partei zunehmend isolierten Ministerpräsidenten unter Druck setzten. Sie hatten Erfolg.

Rüttgers verlor die Landtagswahl. Nur knapp blieb die Union nach Stimmen stärkste Partei in NRW. Im Landtag hatte sie nach dem 9. Mai exakt so viele Sitze wie die SPD. Der Abend des 9. Mai wäre ein guter Tag für Jürgen Rüttgers gewesen, seine Niederlage einzugestehen und Platz zu machen. Für den Aachener Integrationsminister Armin Laschet zum Beispiel, der die Verhandlungen über eine große Koalition vielleicht erfolgreicher geführt hätte als Rüttgers. Und ihn am Wahlabend ja schon in den TV-Shows vertrat. Aber Rüttgers gab den Koch, klammerte sich an die schwindende Macht wie ein Ertrinkender an einem Stück Balsaholz.

Nun hat er die Konsequenzen gezogen. Zu spät für seine Partei, die letztendlich auch zu schwach war, ihn nach der Niederlage in die Schranken zu weisen.

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Maxx
Maxx
12 Jahre zuvor

In welchem Stadium der Intoxikation bloggen hier eigentlich „Journalisten“ das Ruhrgebiet?

„Rüttgers zieht wirft alle Ämter hin und zieht sich in das Privatleben zurück.“

„Aus Rüttgers wurde ein gejagte.“

Prost. Und: Schlaaand!

Thomas Auer
Thomas Auer
12 Jahre zuvor

Joa,
wie wäre es mal mit einer einfachen Rechtschreibprüfung (notfalls auch durch Microsoft)?

„Aus Rüttgers wurde ein gejagte.“

😉
Beste Grüße
Thomas

Thomas Auer
Thomas Auer
12 Jahre zuvor

@ maxx

Nur im Zustand der Intoxikation lässt sich Politik überhaupt noch ertragen und kommentieren.
Tja, und Hauptsache ist doch, dass man/frau sich glücklich vergiftet…^^

Mit unpolytoxen Grüßen
Thomas

P.S. Schland oh Schland summend und noch ein Bierchen hebend auf die Niederlage der Italiener. 😀

hering
hering
12 Jahre zuvor

@maxx Warum sich sachlich mit Argumenten auseinandersetzen wenn’s auch persönlich geht. Gratulation zur Bewerbung um den Jürgen-Rüttgers-Preis 2010.

Hannes
12 Jahre zuvor

So habe ich es aus CDU Mund gehört: Laschet ist sympathisch, aber Städter, Laumann ginge eher, weil solider Mann mit Verankerung und am besten in der Opposition einen der den Laden zusammenhält: Krautscheid.

Das sind allerdings nur oberflächliche Personalia. Die eigentliche Krise steht der CDU noch bevor. Die ideologische Blutspende durch die Grünen hat in NRW erst einmal nicht geklappt.

Mao aus Duisburg
Mao aus Duisburg
12 Jahre zuvor

Sehr guter Text. Da Ruhrbarone schneller war mit der Nachricht als andere Websites, sind die Rechtschreibfehler doch entschuldbar.

Mit Rüttgers wird der fünfte Gegner von Angela Merkel aufs Abstellgleis geschickt: Friedrich Merz ging in die Wirtschaft, Wolfgang Schäuble kümmert sich um den Trümmerhaushalt, Hessen-Koch hat die Sinnkrise bekommen und Wulff darf mit seiner zweiten Frau ein wenig Luxus-Urlaub in Berlin machen – vorausgesetzt, er hält das Maul und wird nicht zum zweiten Weizsäcker. Mit Intelektuellen kann Frau Merkel ja nicht so gut. Rüttgers, der fünfte des Andenpaktes, hat sich selbst die Knüppel zwischen die Beine geschmissen. Jetzt zieht er sich ins Private zurück und kann seiner Frau endlich im Haushalt helfen, wie er es in einer früheren WDR-Doku versprochen hatte – und nicht gehalten hat.

Das Interessante ist nun, ob Merkel nun auch den Landesverband NRW auf Vordermann bringt bzw. in unter Kontrolle oder ob sich die Christdemokraten an Rhein und Ruhr selbstbewusst geben. Mit Röttgern, Pofalle und Gröhe hat sie bereits drei der wichtigten NRW-Vertreter im Bund zusammen mit Peter Hinze auf ihrer Seite. Dem stehen Laschet und Krautscheid gegebenüber, die aber auf dem Treffen der Kreisvorsitzenden wenig Zuspruch bekamen. Die Partei ist paralysiert, weil Rüttgers alle kritischen Geister verkrätzt hat – und nur Typen wie Berger oder Wüst aufbaute. Typen, die keinerlei Lebens- und Politikerfahrung hatten und dann auf die Menschheit losgelassen wurden. Das Resultat ist bekannt: Verbrannte Erde ist ein wahren Paradies gegenüber dem, was die Typen (und Rüttgers, der sie machen ließ) hinterlassen haben.

Thomas Auer
Thomas Auer
12 Jahre zuvor

Eine „ideologische Blutspende“ unsererseits gibt es nicht.

Ich frage mich, wie zu dieser Aussage kommen.

Beste Grüße
Thomas

Thomas Auer
Thomas Auer
12 Jahre zuvor

Sie

ja, da fehlt ein „Sie“

pmn
pmn
12 Jahre zuvor

Ach, die Sprache und das Internet. Ich hab‘ mir ja angewöhnt in Word vorzuschreiben, da kann man immerhin den gröbsten Unfug vermeiden.

trackback
12 Jahre zuvor

Links anne Ruhr (25.06.2010)…

Essen: Eon-Ruhrgas-Zentrale: Kein Zuschuss ohne politischen Segen (DerWesten) – Nach der Zahlung von 1,9 Millionen Euro an Eon Ruhrgas, die seitens des Rates weiterhin als korrekt angesehen werden, wird jetzt seitens der Verwaltung vorgeschlagen,…

Hannes
12 Jahre zuvor

@Thomas Auer: Ist eine Metapher, soll heißen, dass die CDU von Schwarz-Grün ideologisch profitiert hätte.

Arnold Voss
12 Jahre zuvor

Ich finde es schön, dass die Kein-Bock-Mehr-Fraktion jetzt auch das christlich-demokratische Milieu durchdrungen hat. Toscana für alle! Mit Voll(er)Pansion!

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