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Sami Khedira: Jagen Schalke und Dortmund ein ‚Auslaufmodell‘?

Sami Khedira könnte bald hier im Revier 'kicken'. Quelle: Wikipedia, Foto: Steindy, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Sami Khedira könnte bald hier im Revier ‘kicken’. Quelle: Wikipedia, Foto: Steindy, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die beiden großen Revierclubs der Bundesliga, der FC Schalke 04 und Borussia Dortmund, spielen eine für ihre Verhältnisse enttäuschende Saison. Das soll sich in der kommenden Bundesliga-Runde so sich natürlich nicht wiederholen. In beiden Clubs sind für den Sommer größere personelle Umbrüche zu erwarten. Die diesbezüglichen Spekulationen haben bereits begonnen und beschäftigen die Fan-Lager bereits seit Wochen. Ein Name der dabei bei beiden Vereinen häufig genannt und gehört wird, das ist der des deutschen Nationalspielers Sami Khedira.
Dieser ist aktuell bekanntlich noch bei Real Madrid angestellt. Doch bei dem Club ist der Mittelfeldstratege schon seit geraumer Zeit nur noch eine Randfigur. Für das heute Abend anstehende Champions League-Halbfinale seines Clubs gegen Italiens Meister Juventus Turin, hat es Khedira nicht einmal mehr in den nominierten Kader der Spanier geschafft. Kann so ein ‚Auslaufmodell‘ von Real die beiden Revierclubs wirklich zukünftig wieder zurück auf die Spur, möglichst zurück auf Augenhöhe mit den ‚Großen‘‘ in Europa führen, wenn er es in Madrid nicht einmal mehr in den Kader schafft? Zweifel erscheinen zumindest angebracht!

 
Madrids Trainer Carlo Ancelotti verzichtet heute komplett auf die Nominierung des Mittelfeldakteurs, der in den Planungen des Italieners ganz offensichtlich keine große Rolle mehr spielt. Im laufenden Wettbewerb kam Khedira, der die Reise nach Turin nun offenbar gar nicht erst mit antrat, für sein Team ohnehin nur zweimal zum Einsatz. Sein Vertrag in Spanien wird im Sommer nicht verlängert. Khedira kann den Club daher ablösefrei verlassen.
Sami Khedira, der beim 4:1 im Champions League-Endspiel des vergangenen Jahres gegen Reals Lokalrivalen Atlético Madrid noch für die Startelf nominiert wurde, im Sommer in Brasilien mit Deutschland Fußballweltmeister wurde, scheint über den Zenit seiner Leistungsfähigkeit bereits deutlich hinaus zu sein. Dabei ist er erst 28 Jahre alt.
Trotzdem wirbt man in Gelsenkirchen derzeit ganz offensiv um seine Dienste. Selbst Club-Boss Tönnies hat mehrfach öffentlich betont, dass er den Ex-Stuttgarter zukünftig gerne in seiner Mannschaft sehen würde.

 
Und auch vom zukünftigen BVB-Trainer Thomas Tuchel war zu lesen, dass dieser dem Spanien-Legionär bereits eine SMS geschickt hätte, ihn darin gefragt habe, ob er sich vorstellen könne zukünftig in schwarz-gelb zu spielen. Tuchel und Khedira kennen sich noch aus dem Jahre 2005, als sie zusammen mit dem VfB Stuttgart Deutscher A-Jugend-Meister wurden.
Und auch wenn das dem Vernehmen nach mehr als beachtliche Gehalt für Khedira von beiden Revierclubs sicherlich zu stemmen sein dürfte, wenn man sich denn beim Buhlen um den Spanien-Legionär durchsetzen könnte, zumal vermutlich mit K.-P- Boateng und Ilkay Gündogan zwei hochpreisige Mittelfeld-Spieler, was die Gehaltslisten betrifft, die Clubs im Gegenzug verlassen dürften, stellt sich doch grundsätzlich die Frage, ob beide Clubs denn wirklich gut beraten wären das freiwerdende Gehaltsbudgets ausgerechnet in einen Spieler zu investieren, welcher von Real Madrid offenkundig als nicht mehr stark genug eingeschätzt wird um deren Team in einem Champions-League-Halbfinale zu verstärken?

 
Natürlich spricht die Erfahrung des Nationalspielers für ein Engagement hier im Revier. Doch dürfte es auch zahlreiche gute Gründe geben diesen Deal nicht abzuschließen. Den Neuaufbau eines Teams um einen Spieler herum voranzutreiben, welcher seit Monaten bereits ganz deutlich in einer Formkrise, wenn er nicht gar bereits endgültig auf dem ‚absteigenden Ast‘ seiner Karriere ist, zudem in den letzten Jahren häufig verletzt ausfiel, dürfte zumindest ein zweifelhafter und arg riskanter Weg sein. Und ob die Fans die häufig etwas kühle und distanzierte Art des Real-Spielers so in ihr Herz schließen würden, wie es mit anderen Neuverpflichtungen der Fall wäre, erscheint ebenfalls zumindest fragwürdig.
Beide Clubs sollten daher wirklich gut abwägen, in welche Neuverpflichtungen sie einen Großteil ihres Gehaltsbudgets zukünftig ‚investieren‘ wollen.

 
Heute Abend, beim Spiel Juventus Turin gegen Real Madrid, kann man sich von den Künsten Sami Khediras jedenfalls keine näheren Eindrücke mehr verschaffen. Und alleine diese Tatsache sollte die Entscheidungsträger bei S04 und BVB bedenklich stimmen…

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16 Kommentare zu “Sami Khedira: Jagen Schalke und Dortmund ein ‚Auslaufmodell‘?

  • #1
    Thorsten Stumm

    Solange man sich an "echter Liebe" besäuft ist das beim BVB doch kein Hinderungsgrund…..Sahin und Kagawa kriegen doch auch ihr Gnadenbrot… 🙂

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Thorsten: Bei Sahin und Kagawa hat man beim BVB wohl dem Drang nachgegeben sich von alten, erfolgreichen Spielern und Zeiten nicht wirklich trennen zu mögen. Eine Neigung, welche übrigens auch nach den Meisterschaften 95 und 96, sowie beim CL-Sieg 97 einsetzte. Mündete damals bekanntlich nicht nur fast im Abstieg, sondern auch fast in der Pleite. Khedira wäre ja zumindest neu in der Stadt…. Als nun allerdings die Gerüchte um eine mögliche Rückkehr von Götze aufkamen, da habe ich mich dann aber auch schon wieder an diese Mentalität erinnert gefühlt. Auch wenn da vermutlich nicht das Geringste dran ist, da das im Doppelpass ja am Sonntag eher ein Scherz war. An der Sache mit Khedira scheint da dann doch deutlich mehr zu sein. Zumal Tuchel und er ja wohl ‚befreundet‘ sind…

  • #3
    Thorsten Stumm

    @Robin
    Daran habe ich auch denken müssen… 🙂
    Allerdings ist bei Khedira ja noch die Frage zu beantworten ob er wirklich seinen Zenit überschritten hat, mit 28, oder ob er bei einem Trainer und Verein mit Rückhalt wieder zu alter Stärke findet, weiss ich nicht, ….und da er nix kostet an Ablöse…da hat der BVB sich aktuell sehr viel teuere Fehlinvestitionen geleistet…

  • #4
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Thorsten: Da hast Du Recht. Allerdings würde ein Sami Khedira zumindest wohl das Gehaltsgefüge gehörig durcheinanderbringen. Auch damit hat der BVB in der Vergangenheit schon schlechte Erfahrungen machen müssen. Aber uns wird man am Ende ja eh nicht fragen 😉 Wir können hier also letztendlich ganz in Ruhe in gemütlicher Runde über die Sache diskutieren. 🙂

  • #5
  • #6
    WALTER Stach

    Wir können hier spekulieren, ob Khedira für den BVB oder für S04 eine Verstärkung wäre. Ich bin ehe skeptisch, allerdings weniger aufgrund hinreichenden Faktenwissens, sondern ehe "geühlsmäßig".

    Zuständig und verantwortlich für den Kader 2o15/2o16 ist m.E. der Trainer und sonst niemand. Ob er, wann er, durch wen er sich dabei beraten läßt, ist ebenfalls seine Sache.
    Wir kennen alle die Konsequenz, die gezogen wird, wenn der Trainer im Rahmen dieser seiner Zuständigkeit/Verantwortlichkeit keinen Erfolg hat.

    Also, warten wir ‘mal ab, mit welchem Kader die zuständigen und verantworlichen Trainer bem BVB, bei S04 in die neue Saison starten werden.

    (Wegen meiner besonderen Wertschätzung des Trainer J.Klopp war ich, gelinde gesagt, sehr irritiert ob der von ihm zu verantwortenden "Kaderverstärkung" 2o14/2o15 mit Immobilie u.a. Ist da ‘was schiefgelaufen und warum ?)

  • #7
    Thomas Weigle

    Aus Frankfurter Sicht möchte ich auf das "Modell Alex M" verweisen, dass nach dem Motto Je oller desto doller in dieser Saison funktionierte und nur durch eine Verletzung gestoppt wurde. Die fußballerischen Qualitäten des Frankfurter Kultstürmers reichen sicher nicht an diejenigen des Sami K. heran, dennoch hat er immer noch eine Chance Torschützenkönig zu werden. Gut, dass wiederum sagt eigentlich mehr über die Qualitäten besser bezahlter und gehandelter Stürmer bei den Topclubs was aus. Also her mit Sami K.

  • #8
    langsamdenker

    Wenn ich ehrlich bin, wäre ich froh, wenn Sami Khedira zum BVB wechselt. Dann würde er logischerweise kein Schalker. Ich fürchte nämlich, dass beim Metzger und seinem Heldten auschließlich dessen Vergangenheit als Weltmeister und CL-Sieger sowie sein auslaufender Vertrag eine Rolle spielen. Das ist in der Vergangenheit leider mehrmals schief gegangen. Ich erspare mal den BVB Fans hier die Auflistung der halben Schalker Mannschaft. Was immer noch fehlt, ist eine eigene (oder auch "geklaute") Spielidee die auf möglichst alle königsblauen Mannschaften angewandt wird. Und dann schaut man, welcher Kader das umsetzten kann. Und dann wird dazu der passende Trainer gesucht.
    Es könnte alles so einfach sein, isset aber nich….

  • #9
    John Matrix

    Naja, Auslaufmodell mit 27? Wie kurz sollen Fußballerkarrieren denn mittlerweile sein? Entscheidender ist, ob ein Spieler wie Khedira eine Mannschaft findet, in der er "machen darf". Auf Schalke war das mit vielen guten Leuten in der Vergangenheit ein Problem, die mussten sich dem System fügen und waren von ihrer "sensiblen Art" (man könnte auch Diven sagen) her dafür ungeeignet. Beispiele: Rakitic, der jetzt feste Größe in Barca ist oder auch Raffael, der in Gladbach aufblüht.

    Und der BVB sollte in Sache Einkaufspolitik nicht den Finger auf andere richten. Dort wurde es jetzt, ebenso wie nach 97, versäumt richtig zu klotzen und gegen München anzustinken. Solche Gelegenheiten bieten sich vllt. alle 20 Jahre und jetzt ist das Geld für Ramos, Immobile oder Mchitarjan flöten gegangen…

  • #10
    Klaus Lohmann

    Was hier – übrigens genau so wie in vielen anderen Medien, die auch über Fußball debattieren – permanent übersehen wird, ist der kurz bevorstehende Rücktritt Sebastian Kehls von seiner Profikarriere. *Diese* integre und integrierende Leader-Lücke muss auch erst mal gefüllt sein und da hatte Khedira ja in der Löw-Elf als Persönlichkeit eigentlich ganz gut "gewirkt".

  • #11
    Klaus Lohmann

    @#9 John Matrix: "..versäumt richtig zu klotzen.." kann jetzt eigentlich in Kenntnis der Fast-Insolvenz- und Schulden-Problematik des BvB nicht wirklich ernst gemeint gewesen sein, oder?

  • #12
    John Matrix

    Wieso? Die hatten doch dann wieder Geld und haben ja auch investiert. Ich hätte die 60 Mio aber eher in einen richtigen namen gesteckt oder versucht den Bayern was wegzuschnappen, was die Konkurrenz eh viel zu selten probiert.

  • #13
    Klaus Lohmann

    @John Matrix: Und scheinbar ignorieren Sie auch, dass der BvB nun mal kein Festgeldkonto ala Byern pflegt, von dem man allein aus Spasss und dem Neid auf die Konkurrenz heraus teure Spieler einfach wegkaufen kann. Dass die teuren Einkäufe wie Micky und Ciro nach Lewas und Marios Abgängen notwendig waren. ist wohl unbestritten. Dass man dann kein glückliches Händchen hatte (gibt Zorc ja auch offen zu), ist ebenso keine Frage.

  • #14
    WALTER Stach

    Klaus Lohmann,
    solange Watzke beim BVB das sagen hat, wird der sich nicht darauf einlassen, "koste es was es wolle", neue Spieler einzukaufen. Watzke wird vermutlich in seinem ganzen Leben nicht vergessen, wohin eine solche Vereinspolitik führt, die alle finanziellen Risiken beim Einkauf neuer, teurer Spieler außer acht läßt.

    Ich gebe zu, daß ich als BVB-Fan immer wieder "in die Versuche gerate", mir Gedanken darüber zu machen, welcher Spieler von internationaler Klasse wohl dazu beitragen könnte, den BVB wieder zu einem echten Konkurrenten der Bayern werden zu lassen.

    Ich gehöre jedoch zu denjenigen, die dann relativ schnell "wieder auf dem Teppich sind" und sich gedanklich damit auseinadersetzen, ob der BVB nicht doch über die nächsten Jahre seine Ziele weniger in der Bayern-Konkurrenz sehen muß, sondern im "Kampf um die Plätze" 4 – 7 der Liga.
    Das wiederum könnte dann zu einer anderen "Kaderzusammensetzung, Kaderplanung" führen als die Zielvorgabe " Bayern-Konkurrent".
    Realismus als BVBFan? Ich bemühe mich darum. Aber….."man lebt ja auch von Wünschen,man lebt ja auch in Träumen" und manchmal…………….

    PS

    Khedira für den BVB?
    Ich gehe davon aus, daß Tuchel "Tag und Nacht" dabei ist, über den aus seiner Sicht richtigen Kader für 2o15/2o16 nachzudenken, selbstverständlich im Rahmen des von Watzke u.Co vorgebenen Finanzrahmens. Ist dabei Khedira für Tuchel eine Überlegung wert? Weiß ich nicht. Ich vermute dieses jedoch angescihts der bisherigen Praxis von Tuchel in Mainz, wenn es um die Kaderzusammenstellung für eine neue Saison ging, und angesichts seiner "Spielphilosophie" ehe nciht.

  • #15
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Klaus #10: Sebastian Kehl wird, wie der BVB gerade vermeldet hat, am Samstag Gast im ‘Aktuellen Sportstudio’ des ZDF sein. Los geht es um 23 Uhr.

  • #16

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