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Schon wieder Länderspielpause? Zeit für ein kleines Zwischenfazit in der Fußball-Bundesliga.

Fußball in Ingolstadt. Foto: Daniel Jentsch

Fußball in Ingolstadt. Foto: Daniel Jentsch

Auch wenn sich alle Augen der Fußballfans in diesem Lande sicherlich aktuell auf die noch ausstehenden Spiele des achten Bundesligaspieltags an diesem Nachmittag richten, kann man, streng genommen, eigentlich jetzt schon ein kurzes Zwischenfazit der Startphase der Liga ziehen, bevor es dann jetzt in Kürze erneut in eine dieser ungeliebten Länderspielpausen geht.
Denn völlig unabhängig vom Ausgang der heutigen Spiele werden der FC Bayern, Borussia Dortmund und auch der FC Schalke 04, welche nicht nur bereits jetzt, sondern auch nach diesen Spielen, die ersten drei Plätze der Liga einnehmen. Eine Platzierung also, welche sicherlich jedes der drei Teams vor Saisonstart so zufrieden gestellt hätte.

Dass die Bayern als Tabellenführer in die Pause gehen werden, das steht dabei ja auch schon fest. Schalke und Dortmund folgen dann auf den Rängen dahinter. Damit wird man insgesamt, so oder so, zufrieden sein können. Bei allen drei Clubs. Sogar mehr als das, wenn man bedenkt, dass beide großen Revier-Teams die Vorsaison auf einem Europa League-Platz abgeschlossen hatten. Beide großen Ruhrgebietsclubs wollten zurück auf einen Platz, welcher ihnen in Zukunft wieder die Teilnahme an der Champions League ermöglichen sollte. Und nach den ersten zwei Monaten im Ligabetrieb liegen beide Clubs da voll im Soll. Egal was heute noch passiert. Auch mit einem Punkteschnitt von zwei, oder besser, pro Partie darf man vollauf zufrieden sein.
Wenden wir uns hier heute an dieser Stelle mal wieder kurz einigen anderen Teams zu. Was ist hängengeblieben in den ersten acht Runden?

Auffällig bisher sicherlich, dass beide Aufsteiger, die vermeintlichen ‚Underdogs‘ aus Darmstadt und Ingolstadt bisher erst zwei ihrer acht Bundesligaspiele verloren haben. Das verdient großen Respekt.

Von den vor der Saison für sie prognostizierten Abstiegsrängen sind beide Teams aktuell weit entfernt. Ingolstadt hat durch seine beeindruckenden drei Auswärtssiege zum Start, aktuell sogar Kontakt zur Spitzengruppe. Und nachdem beim gestrigen 2:0 gegen Eintracht Frankfurt auch der ‚Torfluch‘ im heimischen Sportpark vom Team gewichen ist, gebührt der Respekt der Liga aktuell sicherlich vor allem auch den ‚Schanzern‘. Darmstadt 98 hingegen hat vor allem den vermeintlichen Top-Teams der Liga bisher überraschend gut getrotzt. Nur gegen die Bayern hatte auch die Schuster-Truppe keine Chance. Aber u.a. Leverkusen, Schalke und auch Dortmund konnten die ‚Lilien‘ nicht bezwingen.

Natürlich sollte man den aktuellen Stand der Dinge aber auch nicht überbewerten, doch die Vergangenheit hat oft genug gezeigt, dass Aufsteiger eigentlich nur eine Chance auf den Klassenerhalt haben, wenn sie sich am Anfang der Saison, mit der Aufstiegseuphorie, in so eine Art Rausch spielen, wenn sie am Ende eine Chance auf den Klassenerhalt haben wollen. Dass auch das am Ende dann aber häufig nicht wirklich etwas heißen muss, das haben die Beispiele Düsseldorf und Paderborn in den letzten Jahren gezeigt. Beide Teams rutschten nach einer Hinrunde in der oberen Tabellenhälfte am Ende noch auf einen der Abstiegsränge und spielen in der Eliteliga bekanntlich aktuell schon längst keine Rolle mehr, haben aktuell wieder ganz andere Sorgen. Aber Darmstadt und Ingolstadt haben durch ihren jeweils überraschend guten Start nun zumindest wohl eine realistische Chance auf eine erfolgreiche Saison, sprich den Klassenerhalt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Beide Teams sind, das kann man wohl mit Fug und Recht sagen, inzwischen gut in der Bundesliga angekommen.

Von einigen Etablierten kann man das zumindest für die neue Saison bisher noch nicht so wirklich sagen.

Zwar hat Borussia Mönchengladbach, nach zuletzt drei Siegen in Serie unter Interimscoach Andre Schubert, die Krise erst einmal verdrängt, fragt man sich dort inzwischen auch bereits, ob die vermeintliche ‚Notlösung‘ auf dem Trainerstuhl, nicht vielleicht sogar die Dauerlösung sein könnte bzw. sollte, doch haben Teams wie Stuttgart, Augsburg, Hannover, Hoffenheim und Bremen aktuell da noch ganz andere Sorgen. Alle vier Teams haben erst ein einziges ihrer bisherigen Saisonspiele gewinnen können. Das ist natürlich mager, in Anbetracht der Erwartungen. Augsburg kann zumindest heute Nachmittag noch den zweiten Sieg der Spielzeit erringen. In Leverkusen dürfte das aber auch nicht gerade einfach werden.

Insgesamt fällt auf, dass der FCA ein weiteres Beispiel dafür werden könnte, wie schwer Überraschungseuropapokalteilnehmer mit ihrer neuen Rolle und der damit verbundenen Mehrfachbelastung klar kommen, wenn Team und Verein diese ständige Ablenkung vom Tagesgeschäft durch die neue Dreifachbelastung und durch die vielen englischen Wochen irgendwie nicht so recht verkraften. Von der Spielfreude und der Leichtigkeit der vergangenen Saison ist die Weinzierl-Truppe aktuell jedenfalls noch sehr weit entfernt. Und auch in der Euro League setzte es schon zwei Niederlagen. Da braucht man jetzt Durchhaltevermögen.

Das braucht man in Stuttgart aktuell auch. Und zwar auch ohne Europapokalspiele. Die durch den Trainerwechsel im Sommer kurzfristig entstandene Euphorie ist aktuell bereits längst wieder verflogen. Die offensive Spielweise, welche Coach Alexander Zorniger praktizieren lässt, sorgt zwar stets für unterhaltsame Spiele, das Punktekonto der Schwaben ist jedoch davon noch nicht besser gefüllt worden. Im Gegenteil. Der VfB steht am Tabellenende. Und das als eine der Mannschaften mit den meisten Offensivaktionen. Auf die anhaltende Kritik reagiert Zorniger inzwischen arg dünnhäutig. Man darf gespannt sein, ob ihm die Trendwende in den nächsten Spielen gelingen kann. Ansonsten droht der VfB mit den sprichwörtlichen fliegenden Fahnen unterzugehen. Und das wird man von Vereinsseite aus nicht akzeptieren wollen. Hier droht daher vielleicht schon in Kürze ein Trainerwechsel.

Die bittere Erkenntnis, dass der VfB nun die ‚rote Laterne‘ hat, die verdankt er bekanntlich der Tatsache, dass Hannover 96 gestern ‘endlich’ auch den ersten Saisonsieg einfuhr. Das magere 1:0 gegen die ebenfalls kriselnden Werderaner konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die von Michael Frontzeck trainierte Elf den spielerisch vielleicht schwächsten Eindruck in der Liga bisher gemacht hat. Auch gestern war da offenkundig wieder viel Angst und Verunsicherung bei den Niedersachsen mit im Spiel. Coach Frontzeck dürfte daher unverändert auch ein ernsthafter Kandidat für den nächsten Trainerwechsel im Oberhaus bleiben. Zumal die Niedersachsen unter Präsident Martin Kind ohnehin ein ständiger Krisenherd der Liga geworden sind. Auch die Verpflichtung des in Nürnberg gescheiterten Martin Bader als neue rechte Hand des Präsidenten spricht eher für weitere Reibungsverluste in den nächsten Wochen als für das Gegenteil. Der Club ist auf allen Ebenen in Unruhe aktuell. Beruhigung nicht wirklich in Sicht. Man darf auch hier gespannt sein, wie lange die Geduld der Fans noch reicht.

So, aber nun können wir uns dann auch hier so langsam voller Vorfreude den abschließenden drei Sonntagsspielen zuwenden, auch wenn diese, wie bereits anfangs erläutert, eigentlich, zumindest eben auch tabellarisch, keinen wirklichen, keinen grundsätzlichen Einfluss mehr auf die Einordnung des Saisonstarts für die Beteiligten großen Drei haben. Obwohl es natürlich für Schalke- und BVB-Fans wohl schon einen gravierenden Unterschied macht, ob ihr Team in den nächsten 14 Tagen vor oder hinter dem ärgsten Rivalen steht. Na, ja. Warten wir es einfach ab. Spätestens um 19.20 Uhr werden wir es wissen. Dass die Bayern auch danach in jedem Falle noch die Liga anführen werden, egal was passiert, das wissen wir ja auch jetzt schon.

Und, wie geht es wohl aus nachher? Da ich  eigentlich fest davon ausgehe, dass Schalke 04 sein Heimspiel gegen Köln gewinnen wird, reicht dem BVB vermutlich auch ein Remis in München nicht um Platz 2 nach Spieltag Acht zu verteidigen. Und an mehr als einen Punkt mag ich für die Dortmunder, auch wenn es sicherlich gut für die Spannung in der Liga wäre, einfach aktuell nicht zu glauben. Ein Sieg der Bayern erscheint da doch deutlich wahrscheinlicher. Aber die ‘Hoffnung’ stirbt ja, auch bei den Schwarzgelben, bekanntlich zuletzt.

Wie dem auch sei: Gute Unterhaltung und viel Spaß nachher! 🙂

PS: Und hier noch einmal der kleine TV-Tipp, dass BVB-Boss ‘Aki’ Watzke, und auch Darmstadt Coach Dirk Schuster, gleich Gäste im ‘Doppelpass’ auf ‘Sport1’ sind. Los geht es, wie immer, um 11 Uhr.

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11 Kommentare zu “Schon wieder Länderspielpause? Zeit für ein kleines Zwischenfazit in der Fußball-Bundesliga.

  • #1
    WALTER Stach

    Robin,
    nach dem 5:1 der Bayernn gegen unseren BVB……….

    1.
    Jeder Fußball-Fan hat gewußt, daß gegen diesen FCB in der Bundesliga im Kampf um die Meisterschaft "kein Kraut gewachsen ist"; das wurde heute nachdrücklich bestätigt.

    Ich habe zudem nach den bisherigen Spielen in der Champ.liga den Eindruck, daß der FCB momentan auch in Europa die Nr.1 ist.

    2.
    Ich hatte gehofft (!), daß wir heute mit einem 3:1 davon kommen könnten. Das 5:1 ist deshalb schon eine besonders betrübliche Schlappe für den BVB und seine Fans.l

    3.
    Der BVB hat trotzdem ein gutes Spiel abgeliefert; insofern kritisiere ich Spieler und Trainer nicht. Mehr ist eben gegen diesen FCB nicht drin.

    4.
    Wie ich mir zu Saisonbeginn gewünscht habe, scheint der BVB weiterhin gute Chancen für die Driekt-qualifikation zur Champ.liga zu haben auch mit Blick auf die Konkurrenz – S04, Leverkusen, Wolfsburg.
    Auch insofern hat sich durch das heutige 1:5 gegen den FCB nichts geändert.

    Über die Gründe für das 5:1 und über die Gründe für souveräne Tabellenführung mag man streiten.

    Ein Grund ergibt sich aus der Qualität eines jeden Bayern-Spielers. Die haben z.B. heute -trotz der guten Leistung des BVB- gezeigt, daß es beim BVB nicht einen Spileler gibt, der die gleiche Qualiät hat wie der betr.Bayern-Spieler auf einer vergleichbaren Position. Und das gilt erstrecht, wenn ich die Spieler auf der sgo. Ersatzbank einbeziehe.
    Läßt sich das langfrisitig ändern? Es spricht nichts dafür.

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Auch wenn ich es so ähnlich erwartet habe, bin ich aktuell doch ziemlich betrübt und sogar etwas entsetzt über die drohende Dominanz im Meisterschaftskampf. Kein anderes Team scheint aktuell auch nur ansatzweise in der Lage zu sein die Bayern in der Bundesliga auch nur zu schlagen, geschweige denn ihnen auf Dauer paroli zu bieten. Der aktuelle Vorsprung ist bereits so groß, dass auch einzelne Ausrutscher der Münchener in der Zukunft, wenn die Konzentration dann vielleicht langsam mal etwas nachlassen sollte, schon nicht mehr ausreichen um die Lücke wieder zu schließen. Und Wolfsburg, Schalke, Leverkusen, Gladbach und nun auch Dortmund hingegen sind schon mehrfach ausgerutscht. Das sagt eigentlich schon fast alles… Ich muss da auch erst noch einmal drüber schlafen. Bitter für die Liga! Ganz unabhängig von der Vorliebe für den einen oder anderen Verein. Das kann eigentlich auch langfristig nicht gut für die Bayern sein. Dann kommen auf der nächsten Meisterschaftsfeier noch weniger Fans als zuletzt schon.

  • #3
    Klaus Lohmann

    Wir können nun trotz aller kurzfristigen Erfolge von Mannschaften ala Darmstadt, Augsburg und Köln konstatieren: Geld schießt doch Tore, Punkt.

    Wie Watzke heute im Doppelpass mehrfach mit Nachdruck betonte: selbst ein Verein wie der BvB bräuchte so ca. 30 Jahre, um den finanziellen Vorsprung der Bayern auch nur annähernd aufzuholen – und das auch nur dann, wenn die Bayern ihr Niveau halten und nicht noch stärker werden. Und die zwei Meisterschaften mit der Dominanz des BvB kamen nur zustande, weil die Bayern in dieser Zeit richtig schlecht waren.

    Das hat mich heute Mittag in der Deutlichkeit, mit der Watzke damit auch den anwesenden Journalisten übers Maul fuhr, richtig desillusioniert für das Spiel und leider hat er in allen Punkten Recht behalten. Nur die Höhe des Siegs kann ich nicht akzeptieren, da die Fehlerquote der Schwarzgelben, insbesondere die der einstmals gerühmten Innenverteidigung mit Hummels als Verantwortlichen, fast schon einer Zuschauer-Beleidigung gleich kam. Trotzdem hatte ich die ganze Zeit über das Gefühl, dass auch ein BvB momentan nur nach München fährt, um dort Punkte abzugeben und dass man dies den Spielern irgendwie anmerkte.

  • #4
    rote power

    Das war schon ziemlich geil, was da in München abging.

    Sollte alle aus dem Pott, die Höhenflüge hatten mal wieder erden. Ob die Bundesliga spannend ist, interessiert doch keine Sau.

    Hauptsache Bayern wird Meister.

    PS: Hoffentlich kann Norbert Dickel ein paar Wochen schlecht schlafen. Schlimmer Mensch.

  • #5
    Klaus Lohmann

    @rote power: Dass die Bauern-Fans seit den Offenbarungen um ihre kriminellen Vereinsführer immer gleich persönlich werden müssen, ts ts ts….

  • #6
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @rote power: "Ob die Bundesliga spannend ist, interessiert doch keine Sau. Hauptsache Bayern wird Meister."

    Das ist nicht Ihr/Dein Ernst, oder? Das dürfte so ja nicht einmal die Meinung von Rummenigge und Hoeness sein. Denn die wissen am Ende schon, dass ein möglichst spannender Wettbewerb im Sinne aller Beteiligten ist. Und die Diskussionen um die Langeweile in der Bundesliga beim Meisterschaftskampf gibt es ja schon länger. In den nächsten Tagen dürfte dieser Punkt nun wohl rasch die Debatten um das konkrete Spiel gestern ablösen. Denn jetzt merkt auch der Letzte, dass die Bayern nicht mehr ernsthaft zu gefährden sind. Und das wird auch den Bayernverantwortlichen letztendlich so nicht gefallen, denn das reduziert auch das öffentliche Interesse an deren Spielen.

  • #7
    rotrotrot

    @Robin
    Du sagst es, die Diskussionen gibt es schon lange und Bayern wird nur immer besser und stärker.

    Meinst du, wenn es so weiter geht gehen in die China die Streams aus? Bayern ist doch schon längst ein Selbstläufer. Als ob die Marke durch die Liga bestimmt würde. Interessiert bei Barca und Real auch keinen.

    Spieler werden auch immer kommen wollen, wenn die Aussichten die CL zu gewinnen so rosig ist. Sehe da kein Problem.

    VIelmehr sollten sich mal ALLE Vereine der Bundesliga fragen, was bei denen falsch läuft. Allen voran die "Top 6". Da wird durch dilettantische Arbeit in allen Geschäftsbereichen einfach jegliche internationale Konkurrenzfähigkeit zerstört. Da müssen Köpfe rollen und brauchbare Leute her.

    @Klausi

    Eben 🙂

  • #8
    Klaus Lohmann

    "Dilletantische Fehler" macht Schwarzgelb z.Zt. in der Abwehr. Nach den Artikeln über Zorcs berechtigte Wut und Hummels’ völlig geisterhafte und kritikunfähige Reaktion heute in der WAZ tippe ich auf den notwendigen Hummels-Abgang zur Winterpause. Mit egomanen Ex-"Weltmeistern" gewinnst Du heute in den Top-Ligen keinen Blumentopf mehr.

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  • #10
    rotkraft

    @Klaus Vielleicht hat man ja Glück und Klopp holt sich Hummels nach Liverpool. Wäre wohl für alle Beteiligte das beste.

  • #11
    Klaus Lohmann

    @#10: Für 40 Mios plus vielleicht Emre Can als Zugabe können die meinswegen Hummels mit Kusshand haben.

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