BVB-Trainer Niko Kovac hatte zuletzt nur noch selten Grund zur Freude. Foto: Robin Patzwaldt
Es ist mal wieder diese Phase, in der man sich bei Borussia Dortmund fragt, ob das alles eigentlich ein großer Plan ist – oder einfach nur das wiederkehrende Gefühl, dass jemand mitten im Marathon beschlossen hat, spazieren zu gehen.
Die Bundesliga-Saison 2025/26 biegt auf die Zielgerade ein, doch der BVB wirkt dabei weniger wie ein ambitionierter Verfolger als vielmehr wie ein Team, das innerlich schon die Koffer für die Sommerpause packt.
Vorstellung von BVB-Trainer Niko Kovac (2.v.r.) in Dortmund im Februar. Foto: Robin Patzwaldt
Es sollte ein Sommer des Umbruchs in Dortmund werden. Ein Neuanfang. Nach einer Saison voller Widersprüche, in der der BVB zwar dank eines starken Endspurt erneut die Champions-League-Qualifikation klar machte, aber gleichzeitig in der Bundesliga über weite Strecken enttäuschte, war die Marschroute eigentlich klar: Die Mannschaft muss neu strukturiert, mit frischer Qualität und neuer Mentalität aufgeladen werden.
Doch Stand Ende Juli wirkt die vielbeschworene Erneuerung eher wie eine leere Worthülse. Denn von einem Umbruch ist bislang kaum etwas zu sehen. Im Gegenteil: Der BVB droht, eine einmalige Gelegenheit zu verspielen.
DFB-Pokal und Meisterschale. Foto: Robin Patzwaldt
Noch immer steht die Leistung von Schiedsrichter Sascha Stegemann beim kleinen Revierderby zwischen dem VfL Bochum und Borussia Dortmund (1:1) am vergangenen Freitag im Mittelpunkt der Diskussionen von Experten und Fußballfans im Lande.
Es ist lange her, dass sie beim BVB ein verschworener Haufen waren. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Als der BVB am Samstag sein Heimspiel gegen den SV Werder Bremen in den letzten Minuten noch komplett vergeigte, und aus einem 2:0-Vorsprung noch eine 2:3-Niederlage machte, da kam wohl nicht nur ich mir vor, als wäre ich in einer Zeitschleife gefangen.
Ich weiß gar nicht mehr, wie viele Blogbeiträge ich in den vergangenen Jahren an dieser Stelle schon geschrieben habe, in denen ich die extreme Wankelmütigkeit der Schwarzgelben bei den Ruhrbaronen öffentlich kritisiert habe und wie häufig wir hier danach schon in eine Diskussion über die fehlende Siegermentalität des Kaders eingestiegen sind.
Erling Haaland bei seiner Vorstellung in Dortmund. Archiv-Foto: BVB
Beim späten 3:2-Sieg des BVB gegen die TSG Hoffenheim war Erling Haaland einmal wieder der große Held der Dortmunder. In der Nachspielzeit sicherte der Norweger den Heimerfolg der Schwarzgelben. Es war das vielumjubelte Ende eines hochklassigen und umkämpften Spiels.
Für die Borussia war es nach dem 5:2-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt zum Saisonauftakt bereits der zweite Sieg im heimischen Westfalenstadion. Damit verdrängten die Dortmunder erfolgreich die aufkommende Unruhe, die im Umfeld nach den Rückschlägen im DFB-Supercup (1:3) und in Freiburg (1:2) aufzukommen drohte. Mit sechs Punkten aus drei Liga-Begegnungen liegt der BVB aktuell im Soll. Es war bisher ein ordentlicher, wenn auch kein wirklich guter Saisonauftakt der Westfalen.
In der nach diesem Wochenende starteten zweiwöchigen Unterbrechung des Spielbetriebs in der Bundesliga gibt es im Lager des DFB-Pokalsiegers trotzdem viel zu tun und zu bedenken. Einer diese auf längere Sicht durchaus sorgenbereitenden Ansätze ist dabei der große Trumpf vom Freitag: Die gleich auf mehreren Ebenen bedrohliche Abhängigkeit vom Siegtorschützen Haaland.
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