Der BVB ist schon seit Jahren nicht da, wenn die Bayern straucheln

BVB-Boss Hans-Joachim ‚Aki‘ Watzke. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Als BVB-Boss Hans-Joachim Watzke einst erklärte, die Borussia zum zweiten Leuchtturm im Deutschen Fußball nach Bayern München machen zu wollen, da gab er an, dass die Dortmunder da sein wollen, wenn der Rekord- und Serienmeister auf dem Weg zum nächsten Titel ausnahmsweise straucheln sollte.

In diesem Jahr ist das ohne Zweifel wieder einmal der Fall. Die Gelegenheit am Ende der Spielzeit vor den Münchenern stehen zu können, war schon seit Jahren nicht mehr so groß. Doch das Problem ist: Der BVB macht sich in dieser Phase viel zu häufig selber zur Lachnummer der Liga.

So auch am 28. Spieltag, als der Ruhrgebietsklub trotz Überzahl und einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung am Ende mit einem 3:3 beim VfB Stuttgart zufrieden sein musste, und den Patzer des Tabellenführers, der daheim gegen die TSG Hoffenheim nicht über ein 1:1 hinauskam, nicht nutzen konnte um den Zwei-Punkte-Rückstand in der Fußball-Bundesliga aufzuholen. So wird das sicher nichts mit der ersten Meisterschaft der Dortmunder seit 2012. Und das auch völlig zu Recht.

Ich weiß gar nicht, wie viele Texte ich hier im Blog in den vergangenen Jahren darüber geschrieben habe, dass sich der BVB einfach zu viele Ausrutscher erlaubt, um in der Liga berechtigte Ansprüche auf den Meistertitel erheben zu können. Spaß macht mir das nicht, schließlich bin ich selber seit den 1970er-Jahren ein leidenschaftlicher BVB-Fan. Doch man kommt bei sachlicher Betrachtung der Entwicklung des Dortmunder Kaders einfach nicht darum herum anzuerkennen, dass die Schwarzgelben immer wieder an den gleichen Schwächen scheitern. Ein solches  Déjà vu erlebten die BVB-Anhänger auch gestern in Stuttgart.

Eine Mischung aus fehlendem Biss, mangelnder Konzentration und Verletzungspech macht den Schwarzgelben seit Jahren immer wieder einen Strich durch die Rechnung, wenn es um die Titelchancen geht. Selbst jetzt, wo die Bayern so viel anbieten, wie schon seit Jahren nicht mehr.

Dass sich BVB-Verantwortliche davon immer noch überrascht zeigen, wie Sebastian Kehl kürzlich nach dem Aus im DFB-Pokal gegen RB Leipzig, oder aber Trainer Edin Terzic nach dem Rückschlag in Stuttgart, verwundert immer wieder. Es war ja alles andere als ein einmaliger Ausrutscher, den der BVB am Samstag beklagen musste.

Klar, nach den Ausfällen von Nico Schlotterbeck, Niklas Süle und Mats Hummels, der zur Halbzeit gegen den VfB ausgewechselt wurde, war der Defensivbereich der Borussia extrem ausgedünnt, was erfahrene Verteidiger betrifft. Und doch hätte ein 2:0-Vorsprung gegen einen Gegner, der mit 10 Mann auskommen musste, von einer echten Spitzenmannschaft niemals mehr verspielt werden dürfen, wenn das Ziel dieser den tatsächlich Meisterschaft heißen soll. Erst recht nicht, wenn man diese in der Nachspielzeit noch einmal in Führung gehen kann. Der Punktverlust im Schwabenland war also gleich aus mehreren Gründen peinlich.

Dass der BVB trotz des nächsten Rückschlags heute noch immer in Schlagdistanz zu den Bayern liegt, ist eigentlich nicht zu begreifen und nur der extremen Wankelmütigkeit der Münchener im Kalenderjahr 2023 zu verdanken, während die Borussia zu Jahresbeginn zunächst noch häufig mit dem Glück im Bunde war.

Auf dieses Spielglück vom Rückrundenstart ist aktuell jedoch kein Verlass mehr für die Dortmunder. Es kommt dadurch wieder vermehrt zu tragen, dass dem Kader eine gewisse Charakterschwäche nicht abzusprechen ist. Diese prägt die Leistungen der Dortmunder jetzt schon seit Jahren. Es fehlt den dem Team an echten Führungsspielern.

Die Besserung gelobenden Worte der Spieler wiederholen sich nach solchen Rückschlägen schon seit Jahren. Geändert hat sich auf Dauer nicht wirklich etwas.

So wird das nichts, mit einer Meisterschaft des BVB. So schwach können die Münchener gar nicht spielen, wie deren aktuelle Durststrecke zeigt. Denn der BVB ist eben viel zu häufig nicht da, wenn die Bayern straucheln….

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