“Christen, kauft nicht bei Juden!”
Die “Solidarische Kirche im Rheinland” hat zum Boykott israelischer Waren aufgerufen und sich damit einer Aktion von Pax Christi angeschlossen, die wiederum katholisch sind. Wenn es um Antisemitismus geht, scheint es mit der Ökumene also gut zu klappen.
Die Begründung für den Boykott der israelischen Waren, diesmal nicht durch Braunhemden sondern durch Lilatüchner: Obst und Gemüse aus Israel könnte aus israelischen Siedlungen stammen. Die Botschaft Israels hat heute auf die Aktion reagiert:
Stellungnahme der Botschaft zum „Kaufverzicht“
Zur Entscheidung der „Solidarischen Kirche im Rheinland“, zu einem Boykott israelischer Waren aufzurufen, erklärt die Botschaft des Staates Israel in Deutschland:
„Der Staat Israel wird nicht die andere Wange hinhalten, wenn jemand, der mit zweierlei Maß misst, das Land zum Sündenbock machen will. Wir hätten erwartet, dass eine Organisation, die im Namen der Moral auftritt, die Augen aufmacht und für den Frieden eintritt und nicht für Diskriminierung und Spaltung.“
Womit alles Notwendige gesagt wäre.





#51 | Helmut Junge sagt am 24. Oktober 2012 um 13:40
@Seraquael (50),
in Ihrem langen Beitrag vergesen Sie glatt, dass es mal einen Vertrag von Oslo gab, in dem den Palästinensern unter bestimmten Bedingungen eine Selbstverwaltung zugesichert wurde.
Es gab noch andere Verträge mit hnlicher Zielsetzung.
Wären diese Verträge umgesetzt, und nicht von radikalen Kräften im Pälastinenserlager torpediert worden, selbst einer wie Arafat konnte sich damals denen gegenüber nicht durchsetzen, hätten Sie @Seraquael keinen Aufhänger ” den gerechtfertigten Widerstand der Palästinenser” zu erwähnen. Die Grundlage für diesen, von Ihnen benutzten Begriff haben die Palestinenser durch die Sabotierung der Verhandlungen ihres eigenen Anführers geschaffen. Wer damals Interesse hatte die Lage zu verschärfen hat sich danach auch durchgesetzt.
Es folgte die Intifada, die zwar viele tote Israelis zur Folge hatte, die in Ihrer Analyse aber fehlen. Sie stehen ja dazu, dass von den Palästinensern keine Gefahr für Israel ausgeht. Die getöteten Israelis während der beiden Intifadas spielen in Ihrem Denken keine Rolle.
Merkwürdig erscheint mir daher Ihr Vorwurf an @Puck schon.
#52 | Arnold Voß sagt am 24. Oktober 2012 um 14:48
@ Seraquaell (#52)
“Was das leidige Thema Hamas angeht stellt sie für sich alleine genommen nicht die geringste Gefahr für den Staat Israel als Ganzes da, egal was sich der radikale Flüge auf die Fahnen geschrieben hat. Wir sprechen hier von ein paar Tausend aktiven Kämpfern unter Millionen Palästinensern die weder die militärischen noch die terroritischen Mittel haben Israel ernsthaft zu bedrohen.”
Das ist ein der dümmsten Sätze die ich seit langem zum israelisch-palästinensischen Konflikt gelesen habe. Und er ist gelogen.
Die Hamas ist keine leidiges Thema sondern der wesentliche Grund dafür, dass es immer noch keine friedliche Zweistaatenlösung gibt. Sie ist auch der Grund für die Radikalisierung und Militarisierung der israelischen Politik bzw. der letzten israelischen Regierungen, denn genau das passt der Hamas bestens ins Konzept.
#53 | Walter Stach sagt am 24. Oktober 2012 um 15:22
Ich habe unter -24-meine Meinung vorgetragen.
Und nun nach 27 weiteren Beiträgen?
Leider,leider,leider fühle ich mich in alldem, was ich grunsätzlich zum Streit Israel/Palästina angemerkt habe, mehr denn je bestätigt.
Gespräch(e)………………?
Das gelingt zu diesem Thema nicht ‘mal hier bei den Ruhrbaronen.
Und wenn das hier nicht gelingt, wie können wir erwarten, daß das Gespräch vor Ort zwischen den Betroffenen möglich ist?
Auch den Inhalt meines letzten Satzes unter -24- habe ich nach alldem nicht zu korriegen, im Gegenteil.
#54 | theo sagt am 24. Oktober 2012 um 15:43
Danke für die Info, Stefan Laurin. Ich habe gerade eine Protestmail an die Landeskirche geschickt und möchte andere bitten, ebenfalls aktiv zu werden. Es gibt gewisse Kreise in der Kirche, die auf Kosten aller Kirchensteuerzahler gerne ihr eigenes politisches Süppchen kochen – sie profitieren davon, dass sich nur so wenige Menschen in der Kirche organisieren (sonst hätte man sie längst gestoppt).
#55 | Nansy sagt am 24. Oktober 2012 um 16:31
Ich bezweifel auch, dass ein Warenboykott sinnvoll oder hilfreich ist. Zum Alltag voller Einschüchterungen in den besetzten Gebieten gibt es aber auch kritische israelische Stimmen, wie man diesem Beitrag aus Telepolis entnehmen kann:
http://www.heise.de/tp/artikel/37/37846/1.html
#56 | Helmut Junge sagt am 24. Oktober 2012 um 17:10
@Theo (54),
wenn auch unter anderem Vorzeichen, erinnert mich diese “solidarische Kirche” an die füheren wirren Aktivitäten des Duisburger Pfarrers Reuter, den die evangelische Kirche jahrelang hat machen lassen, bis die öffentliche Aufmerksamkeit ihr dann doch unangenehm wurde.
Wenn diese evangelische Kirche überlebensfähig sein will, sollte sie auch in dieser Boykottangelegenheit Profil zeigen. Ihr eigenes Profil gewissermaßen.
Die Öffentlichkeit ist zwar noch nicht so groß, wie damals, aber sie wird wachsam wachsen.
#57 | theo sagt am 24. Oktober 2012 um 17:25
@Nansy:
siehe Kommentar #7.
#58 | Puck sagt am 24. Oktober 2012 um 19:51
@Hans #46 Zitat: “(…)Im Bericht wird ganz klar zum Boykott gegen israelische Waren, nicht gegen jüdische Waren oder gegen Juden in irgendeiner Form aufgerufen.(…) Zitat Ende. Aha. Also nur wenn man gegen “jüdische Waren” zum Boykott aufruft, wäre das antisemitisch. Darf man mal erfahren, was Sie sich unter “jüdischen Waren” vorstellen? CDs mit Klezmer Musik? Filme von Steven Spielberg? Oder eher Gefillte Fisch im Glas? Ich bin ratlos.
#59 | Puck sagt am 24. Oktober 2012 um 20:08
@Seraquael #50
Ich habe Ihren Beitrag #36 gelesen. Da steht aber auch nix neues drin, Sie haben das Ganze nur ein wenig ausgewalzt.
Die Hamas ist nicht irgendso ein Ärgernis, über das man den Kopf schüttelt und dann zur Tagesordnung übergeht. Die Hamas verhindert seit ihrer Existenz jeden auch noch so zaghaften Versuch eines Friedensplanes, indem sie jedesmal, wenn jemand das Wort “Friedensverhandlungen” in den Mund nimmt, zum Anschlag ausholt, vermutlich, weil der Konflikt ihre einzige Daseinsberechtigung darstellt.
Wie Sie auf die Idee kommen, daß die Mehrheit der Palästinenser anders denkt, ist einigermaßen rätselhaft, weil sie im Gaza-Streifen von der Mehrheit gewählt wurde. Eine Reaktion auf die Siedlungspolitik der Israelis kann das nicht sein, weil im Gaza-STreifen keine israelischen Siedlungen (mehr) sind – was übrigens auch in anderer Hinsicht interessant ist: Diese Siedlungen werden ständig dafür verantwortlich gemacht, daß es den armen Palästinensern so übel geht. Komischerweise gehts den Palästinensern aber gerade im Gaza-Streifen besonders übel.
Dann muß das wohl an etwas anderem liegen.
Der Korruption innerhalb der eigenen Führugnsclique eventuell?
Daß Sie allen Ernstes behaupten, die Israelis wären auf dem gleichen Weg wie Deutschland während der Weimarer Republik ist eine geradezu groteske Verdrehung der Tatsachen – und die Annahme, daß alle anderen, außer Ihnen, nur zu blöd sind, das zu bemerkten, mit Verlaub ein wenig selbstgefällig.
#60 | Hutze sagt am 24. Oktober 2012 um 21:20
In dem ganzen Aufruf wird kein einziges Mal zum Boykott jüdischer Waren aufgerufen, das ist echt Blödsinn. Es geht um den Boykott von Waren aus jüdischen Siedlungen im Westjordanland, nicht um Waren aus dem jüdischen Kernland. Es geht um das Problem, dass in vielen Ländern diese Waren aus den Siedlungen nicht explizit gekennzeichnet werden (obwohl es möglich ist und in etlichen Ländern gemacht wird), und es wird dazu aufgerufen, auch Waren zu boykottieren, bei denen man sich nicht sicher ist. So weit, so einfach und bei vielen israelischen Bürgern auch selbstverständlich, weil auch dort die Siedlungen zum Teil sehr kritisch gesehen werden, nicht zuletzt aufgrund der Auswüchse, die das so mit sich bringt (u. a. die Hügeljugend und die Anhäufung und Fundamentalisten). Es geht sicherlich an der Diskussion vorbei, wenn man hier so tut, als sei Kritik an den illegalen jüdischen Siedlungen per se antisemitisch. Die Gleichsetzung von Antisemitismus und Antizionismus hilft weder hier noch dort.
#61 | Wolfram Obermanns sagt am 25. Oktober 2012 um 13:28
Klassischer Fall von Eigentor.
Auf dem Server der Evangelischen Kirche im Rheinland findet sich ein Beitrag zu einer Veranstaltung der Solidarischen Kirche i. R. auf der der Beschluß gefaßt wird, sich der Pax Christ Aktion “Besatzung schmeckt bitter” anzuschließen. Eine Aktion bei der gefordert wird: “Kaufen Sie nur Produkte, von denen Sie sicher wissen, dass sie aus Israel stammen.” Der Landespfarrer für christlich-jüdischen Dialog wird namentlich mit seiner Ablehnung zum mehrheitlichen Beschluß der versammelten 30 Personen genannt.
Da wird dann hier erstmal die evangelische Kirche raus, was man inzwischen klammheimlich korrigiert hat, und eine ökumenisches Projekt zum Antisemitismus. Und weil das alles so schrecklich ist, soll darüber natürlich erstmal nichts auf einer kirchlichen Seite geschrieben und dann sogar noch ins Archiv gestellt werden.
Man scheint hier gerade eine den Regeln der Zunft widersprechende Auffassung von Journalismus zu pflegen.
Ich fände es wirklich sehr schade, wenn dieser Blog in die Netzgeschwätzecke abdriften und seine Reputation durch derart schlampige Schnellschüsse verpielen würde.
#62 | theo sagt am 25. Oktober 2012 um 19:06
Wolfram Obermanns:
Die Veranstaltung der Solidarischen Kirche ist von der Evangelischen Kirche gesponsort worden. Und überdies nun so zu tun, als habe die EKiR “nur mal eben so” eine Mitteilung anderer veröffentlicht und sei selbst völlig unbeleckt, ist – wenn man das in diesem Kontext mal so formulieren darf – nicht ganz koscher.
#63 | Umleitung – Presseschau vom 29.10.2012 » xtranews - das Newsportal aus Duisburg » Duisburg, Presseschau, Umleitung sagt am 29. Oktober 2012 um 10:27
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