Update IV: Die Linke Duisburg: Antisemitische Hetze – SPD/Innenminister Jäger reagiert
Die Linkspartei in Duisburg gehört zu den antisemitischsten Kreisverbänden der Partei in Deutschland. Ein Flugblatt, in dem Hakenkreuz und Davidstern zusammenwachsen zeigt die Erbärmlichkeit der Partei. Einen Link zu einer Seite auf der man Hitlers “Mein Kampf” runterladen kann komplettierte das Hetzangebot. Ich habe Strafanzeige erstattet. Die Linkspartei hat den Link entfernt. Die SPD Duisburg hat durch ihren Vorsitzenden, NRW-Innenminister Jäger, reagiert.
Die Linkspartei in Duisburg ist eine Brutstsätte des Antisemitismus: Der Fraktionsvorsitzende Hermann Dierkes ruft zum Boykott israelischer Produkte auf und nennt das Existenzrecht Israels “läppisch“. Gerne kooperiert die Partei auch mit anderen antisemitischen Gruppen. Wenn es gegen Juden geht, ist die Duisburger Linkspartei immer dabei.
Aber das auf der Seite der Partei wohl seit Jahren ein Flugblatt zum Download angeboten wurde (Es wurde nach Beginn unserer Berichterstattung gelöscht), in dem Hakenkreuz und Davidstern ein gemeinsames Logo bilden, haben wir erst heute auf Hinweis eines Lesers entdeckt. Man musste einfach nur Israel in die Suchmaschine der Seite www.die-linke-duisburg.de eingeben, schon kam man auf eine Seite mit dem Link zum Flugblatt. Es ruft zum Boykott israelischer Waren auf, getreu dem alten NSDAP-Motto “Kauft nicht bei Juden” und ist inhaltlich Hetze-Pur. Das ist man gewohnt von der Linkspartei in Duisburg gewohnt, das Hakenkreuz-Logo ist neu. Auch Sätze wie ”Tretet der moralischen Erpressung durch den sogenannten Holocaust entgegen!” sind selbst für die Linkspartei eher ungewöhnlich. Auch was die im Flugblatt angesprochene “Judenpresse” sein soll, ist eine interessante Frage.
Update:
Von dem PDF des Flugblatts kam man zudem auf die Internetseite “Radio Islam”, über die man Hitlers “Mein Kampf” runterladen konnte. Für die Linkspartei, die sich gerne antifaschistisch gibt, eher ein seltsamer Link. (Danke Marc)
Das alles hat bislang weder die SPD noch die Grünen abgehalten, mit den Antisemiten aus Duisburg eine Koalition einzugehen. Ich habe gerade bei SPD und Grünen nachgefragt, wie sie zum dem Flugblatt stehen und ob sie Konsequenzen daraus ziehen wollen. Wer weiß, vielleicht sind sich ja Grüne, Sozialdemokraten und Linkspartei in Duisburg auch in der Frage des Antisemitismus einig.
Ich habe gerade Strafanzeige erstattet. Die Polizei Bochum hat die Anzeige entgegengenommen. Die Staatsanwaltschaft Bochum wird sie an die Staatsanwaltschaft Duisburg weiter leiten.
Update: Der Link auf das Flugblatt ist nicht mehr aktiv. Hier ein Screenshot des Links:
Update II: Hier die Erklärung von NRW-Innenminister Jäger, dem Vorsitzenden der SPD-Duisburg
Der Vorsitzende der Duisburger SPD, Ralf Jäger, zum heutigen Bericht des Blogs „Ruhrbarone“ über ein antisemitischen Flugblatt auf der Homepage des Kreisverbandes der Linken:
Die Duisburger SPD verurteilt klar und eindeutig jede Form des Antisemitismus und jegliche Verbreitung antisemitischer Symbole und Schriften.
Die Duisburger SPD distanziert sich ebenso klar und eindeutig von Form und Inhalt eines antisemitischen Flugblattes, dass über eine Verlinkung auf der Homepage des Kreisverbandes der Duisburger Linken öffentlich einsehbar war.
Wir erwarten vom Kreisverband der Linken eine ebenso klare und öffentliche Verurteilung bzw. Distanzierung von diesem Flugblatt und dessen Verbreitung.
Wir erwarten vom Kreisverband der Linken eine lückenlose Aufklärung des gesamten Vorganges.
Konsequenzen droht Jäger nicht an. Für den “Verfassungsminister” eine eher schlappe Reaktion.
Was Jäger zudem nicht verstanden hat: Das Dokument war nicht extern verlinkt – es war auf dem Server der Linkspartei gespeichert. Auf diesen Server hat nur die Linkspartei Zugriff. Das Flugblatt lag unter dieser Adresse:
http://www.die-linke-duisburg.de/fileadmin/kvduisburg/Bilder/flugblatt_01.pdf
Update III: Anhänger der Linken verbreiten, das antisemitische Flugblatt auf Seiten der Linken Duisburg sei vielleicht im Rahmen eines Workshops, einer Mailingliste oder ähnlichem als Anschauungsobjekt im Rahmen einer Aufklärung – wie bei uns – auf dem Server der Duisburger Linken gelandet. Das Hetzblatt sei aber nirgendwo verlinkt und nicht zur Veröffentlichung bestimmt gewesen, sondern nur zufällig über Google zu finden gewesen.
Das ist natürlich Unfug. Hier der Screenshot der Seite, auf der das Hetzblatt im Stürmer-Stil abgelegt war. Der Link zum Hetzblatt findet sich unter dem dritten Beitrag. “Boykottiert den Apartheitstaat Israel” Der Link ist bezeichnet mit den Worten:
“NIE WIEDER KRIEG FÜR ISRAEL”
Der Beitrag selbst ist wortwörtlich aus dem Flugblatt abgeschrieben.
Für ein großes Bild auf das kleine klicken.








#51 | Rechtsextremismus in der Duisburger Linkspartei « Kruppzeuch sagt am 27. April 2011 um 16:26
[...] dem Sticker wurde ein Flugblatt mit dem Titel “Nie wieder Krieg für Israel” verlinkt. (Siehe Ruhrbarone) Die auch hier antisemitische Bildsprache lässt erahnen, was im Flugblatt zu lesen [...]
#52 | genova sagt am 27. April 2011 um 16:28
Tja, jetzt treten hier ja ganz spezielle Kommentatoren auf die Bühne: ein schnieker FDP-ler namens Oliver Fink, der von “rotlackierten Nazis” spricht und ein paar ähnliche Pappenheimer, die braun und rot gleichsetzen, ist ja alles “sozialistisch” und somit ganz, ganz schlimm. Bemerkenswert auch Dieter Carstensen, der Stefan Laurin zuerst für den “informativen Beitrag” dankt, um dann ebenfalls seine Ansichten zu den “rotlackierten Nazis” kundzutun.
Um das mal klar zu sagen: Das ist rechtspopulistisches Stammtischgeschwätz, sonst nichts. Jedem halbwegs seriösen Historiker dreht sich der Magen um angesichts solcher Geschichtsklitterung. Die politische Analysefähigkeit liegt ungefähr auf dem Niveau der erwähnten Duisburger Linken.
Bei aller Kritik an diesen Linken (siehe meinen Kommentar oben), aber ich habe das Gefühl, dass hier so manche ihre Entrüstung spielen, um ihre peinlichen Politphantasien loszuwerden.
Vielleicht ist das der Extremismus der Mitte.
#53 | Nähkästchen sagt am 27. April 2011 um 16:29
Johannes Rehborn schrieb:
> Irgendwie mutet es beinahe Ironisch an, dass die beiden “konservativeren”
> Parteien in Deutschland diese Probleme seit knapp 10 Jahren hinter sich
> gebracht haben.
Auch das halte ich für eine gefährliche Verklärung der Tatsachen. Zum einen kann man der FDP nun wirklich nicht zugute halten, dass sie sich von sich aus des Möllemann-Antisemitismus entledigt hat. (Oder gibt es da eine Verschwörungstheorie, die ich noch nicht kenne?)
OK, die antisemitischen Ausfälle des damaligen CDU-Politikers Martin Hohmann sind jetzt 7,5 Jahre her. Aber die ekelhafte und verharmlosende Trauerrede von Günther Öttinger für den früheren Nazi-Todesurteil-Richter Hans Filbinger mussten wir vor nur vier Jahren ertragen. Öttinger selbst darf weiterhin für die CDU Politik machen. Kontakte der CDU/JU zu rechten Landsmannschaften und zu der extrem rechten “Schlesischen Jugend” gab und gibt es jede Menge – genauso, wie es einige Internetblogs gibt (auf die ich jetzt hier nicht verlinken will), die sich explizit die Vernetzung der CDU mit Teilen der extremen Rechten zur Aufgabe gemacht haben. (Die Protagonisten nennen sich dann euphemistisch “konservative” CDUler.)
Und meines Wissens duldet die CDU weiterhin solche extrem rechten Politiker wie Hans-Helmuth Knütter in ihren Reihen, der kein Problem damit hat, gemeinsam mit NPDlern aufzutreten.
Der Typ hat bereits in den 1970er Jahren verbreitet, dass die Juden für ihre Vernichtung während der Shoah mitverantwortlich sind. In den 1990ern führte er dann Veranstaltungen mit dem Holocaustleugner David Irving durch, und mit der extrem rechten “Burschenschaft Danubia” und der “Jungen Freiheit” macht der auch heute noch gemeinsame Sache. Meines Wissens ist Knütter bis heute nicht aus der CDU ausgeschlossen worden, sondern darf weiterhin mit dem CDU-Parteibuch als wichtiger Vordenker der angeblichen “Neuen Rechten” aktiv sein.
Also auch unabhängig von den ganzen Studien, die antisemitische Einstellungen ebenso bei CDUlern wie in den anderen Parteien nachweisen: Zu behaupten, dass die CDU “diese Probleme seit zehn Jahren hinter sich gebracht hat”, ist eindeutig falsch. Analog zu Geschichtsknitterei würde ich solche Behauptungen “Gegenwartsknitterei” nennen.
#54 | Katharina sagt am 27. April 2011 um 16:33
Und gegen Christen auch.
Mir ist ganz schlecht geworden.
Danke Stefan Laurin
Außen-Rechts und Außen-Links: Gleiche Gefahr
#55 | Gender_gap sagt am 27. April 2011 um 16:37
Danke.
Danke!
#56 | Dieter Carstensen sagt am 27. April 2011 um 16:46
@52 #Genova Ach ja? Sie nennen es “Stammtischgeschwätz” wenn man Zusammenhänge herstellt, zwischen den von Nazis oder Kommunisten unschuldig Ermordeten?
Geschichtsbücher haben wenig mit Stammtischen zu tun und nachweislich hat die kommunistische Ideologie mehr Ermordete in ihren Diktaturen “produziert” als die Nazis.
Lediglich die fabrikmässige Tötung, dies blieb den Nazis vorbehalten, von Menschen unterschied beide verblendeten menschenverachtenden Ideologien.
Mir ist kein einziges Land dieser Welt bekannt, dem beide Ideologien, ausser Massenmord, Diktatur und Gewaltherrschaft auch nur irgendeinen Nutzen brachten.
Da der Kommunismus weltweit nachweislich mehr Menschen ermordete, als die Nazis, warum sollten denkende Menschen ihn heute als Alternative sehen?
Wäre höchstens was für Masochisten oder blinde Gläubige.
Die Fakten können Menschen wie Sie und Anhänger der kommunistischen Glaubenslehre nicht wegfabulieren, so einfach ist das.
#57 | CSa sagt am 27. April 2011 um 16:47
Wegen welcher Normen wurde Strafanzeige erstattet?
Dem Bild kann ich evt. das Nutzen eines Symbols einer Verbotenen Partei zuordnen, sonstige strafrechtlich relevanten Inhalte konnte ich nicht finden (da gegen Israel als Staat gemeckert wird und nicht gegen irgendeine Religion oder Volksgruppe). Sehe ich das Richtig? Oder ist da mehr?
#58 | Mark Seibert sagt am 27. April 2011 um 16:47
Um ein paar der Fragen zu beantworten, die hier aufgeworfen wurden:
- Ja, #12, Bodo Ramelow hat das zur Kenntnis genommen und die Bundesgeschäftsstelle der LINKEN informiert. Von dort aus wurde sich auch um die Löschung gekümmert.
Ich selbst habe heute – privat – eine Strafanzeige erstattet und werde auch mit zahlreichen anderen Parteimitgliedern der LINKEN Parteiausschlussverfahren gegen die Verantwortlichen anstrengen.
Mark Seibert
Mitarbeiter DIE LINKE Bundesgeschäftsstelle, Bereich Öffentlichkeitsarbeit
#59 | Katharina sagt am 27. April 2011 um 16:48
Bodo Ramelow ist ein Christ bei/unter den Linken
Dazu kann er aus religiösen und politischen Gründen NICHT schweigen.
Wer hat nochmal gesagt, daß die Linken sich selbst demontieren.
Auf diese Weise. Ich kann es nicht fassen.
Ich habe mich schon einmal mit H.Dierkes gezofft.Unbelehrbar der Mann,
ein früherer Gewerkschaftler.
Was sagen Thomas Keuer und Ingrid Jost dazu, beide Gewerkschaftler?
Wegen ihm ist für mich die LINKE nicht wählbar. Bin auf Distanz gegangen
und heute richtig froh darüber.
Da bekommt man ja Angst um Duisburg.
#60 | Oliver Fink sagt am 27. April 2011 um 16:49
@Nähkästchen: Die These, dass FDP und CDU “diese Probleme seit knapp 10 Jahren hinter sich gebracht” hätten, halte ich in der Tat auch für gewagt. Die Qualität der Äußerungen an sich – verglichen mit dem von der Linkspartei Duisburg veröffentlichten Pamphlet – ist in allen Fällen allerdings jeweils eine deutlich andere gewesen. Ebenso die Reaktion darauf, die im Falle der Linkspartei schlicht nicht vorhanden ist. Das wird schon seine Gründe haben. Diesen qualitativen Unterschied finde ich dann doch erwähnenswert.
Ansonsten freue ich mich aufrichtig, dass mich eine Person mit dem Pseudonym “Genova”, der ihre eigene Meinung so peinlich zu sein scheint, dass sie dafür nicht mit dem eigenen Namen einstehen mag, “schnieke” findet.
#61 | Wen wunderts sagt am 27. April 2011 um 16:53
Das die Linspartei auf derartige Rückschlüsse über den Nahost Konflickt setzt, liegt vorallem durch den Einfluss der DKP und SDAJ Strömung innerhalb der Partei die Linke (PDL), gerade im Westen der Republik.
#62 | Stefan Laurin sagt am 27. April 2011 um 16:53
@Csa: Ich habe die Anzeige wegen der Verwendung des Hakenkreuzes gestellt. Der Staatsanwaltschaft liegt aber auch das PDF des Flugblatts vor. Wenn die weitere Straftaten feststellt, wir sie, bei Offizialdelikten, von sich aus tätig werden.
#63 | Christian sagt am 27. April 2011 um 17:00
Da Hohmann schon ein paar Mal erwähnt wurde: Zunächst einmal wird der Unsinn, den Hohmann 2003 verbreitet hat, von einem Flugblatt mit Hakenkreuz (!), das den Leser dazu auffordert, sich von “der Judenpresse” (!) nicht moralisch mit dem “sogenannten” (!) Holocaust erpressen zu lassen, um Längen übertroffen. Weiterhin darf man auch die Reaktion nicht aus den Augen verlieren: Hohmann wurde 2003 erst aus der Fraktion, 2004 dann im Parteigerichtsverfahren auch noch aus der CDU ausgeschlossen. Dieser Dierkes verbreitet dagegen schon seit Jahren krude antisemitische Thesen und wird trotzdem immer wieder für hohe Ämter nominiert (OB-Kandidat, derzeit Fraktionsvorsitzender im Stadtrat).
#64 | Thomas sagt am 27. April 2011 um 17:00
Die für das für den Webauftritt der Duisburger Linken Verantwortliche Ute Abraham, erklärt sich im Tagesspiegel:
http://www.tagesspiegel.de/politik/antisemitische-aktivitaeten-bei-duisburger-linken/4105220.html
#65 | Dieter Carstensen sagt am 27. April 2011 um 17:04
“Der Ideologiebegriff Kommunismus ist ohne geschichtliche Einordnung und ohne Hinweis auf die Menschenrechtsverletzungen, die seinen Weg gepflastert haben, nicht verwendbar.” (Bodo Ramelow)
- um mal den hier öfter erwähnten Bodo Ramelow zu zitieren, den ich persönlich und privat als Mensch sehr schätze, ich bin kein “Linkenfresser” und differenziere zwischen irrealen linken Spinnern, Kommunisten und demokratisch-linken Sozialisten.
Letztere scheint es in der die West-Linke aber kaum noch zu geben, sie wurden wohl alle aus der Partei rausgeekelt oder ausgeschlossen.
Kein Wunder, wenn dort Leute wie in Duisburg sogar noch braune Sosse als “links” verkaufen wollen!
#66 | Jan sagt am 27. April 2011 um 17:23
Unklar ist, in welchem Zusammenhang dieses pdf auf der Seite zu finden war. So könnte es Teil eines kritischen Artikels, über antisemitische Hetze eines solchen Flugblattes gewesen sein. Das macht die Sache nicht weniger peinlich, aber vorschnelle Urteile sind auch nicht angebracht.
Das dies nichts mit Positionen der Partei zu tun hat ist klar und wird in dem oben verlinkten Artikel im Tagesspiegel von der Kreissprecherin auch klar gestellt.
#67 | Katharina sagt am 27. April 2011 um 17:24
Was ist mit der Duisburger Gruppe “Bandbreite”?
Spielt die in diesem Zusammenhang eine Rolle?
Sie soll rechtslastig sein, tritt aber sehr häufig für die Linken in Erscheinung???
#68 | Frank Heinze sagt am 27. April 2011 um 17:27
Hiermit trete ich mit sofortiger Wirkung aus der Partei DIE LINKE aus.
Begründung:
Eingetreten bin ich in die damalige WASG, um mich gegen die Schrödersche Agendapolitik, Hartz IV, und die unsägliche Renten,-Steuer.- und Gesundheitsreformen zu Lasten der abhängig Beschäftigten, Alleinerziehenden, Kleinrentner und Arbeitslosen zu engagieren.Ich habe die ersten 20 Jahre meines Lebens in der DDR verbracht, eine Erfahrung die ich nicht missen möchte.Meine größte Lehre daraus ist, dass soziale Sicherheit nichts wert ist, wenn es nicht auch Demokratie, allgemeine, freie und gleiche Wahlen, freie und starke Gewerkschaften, Bewegungsfreiheit, das Recht auf freie Meinungsäusserung und eine freie Presse gibt.
Heute finde ich mich in einer Partei, in der die Parteivorsitzende zusammen mit einer RAF-Terroristin “Wege zum Kommunismus” suchen will und weibliche Bundestagsabgeordnete (die jedes fehlende Binnen-I oder nichtquotierte Redelisten bemängeln würden) auf dem Frauendeck eines Islamistenkreuzers der faschistischen HAMAS zu Hilfe eilen. Repressive, antiemanzipatorische Religionen, Nationalisten und Diktaturen werden hofiert und Künstler wie Kurt Westergaard als “Rassisten” bezeichnet. Die links-jihadistische Querfront ist auch keine Schnapsidee einiger verwirrter Antiim perialisten mehr. “Als im Iran die Opposition gegen das die Hamas protegierende Mullah-Regime aufstand, verweigerte die Linke in Deutschland ihr weitgehend die Solidarität und glänzte durch Schweigen. Was bis dahin Schweigen, Nicht-Reaktion war, wurde, als die »Mavi Marmara« in Istanbul ablegte, zur aktiven Kollaboration.” (Ivo Bozic)
#69 | Stefan Laurin sagt am 27. April 2011 um 17:27
@Jan: Es stand im Zusammenhang mit dem Boykott israelischer Produkte unter der Motto “Kein Krieg für Israel”. Auch wenn ich kein Freund der Linkspartei bin, so etwas in einen falschen Zusammenhang zu stellen würde ich niemals tun.
#70 | Christian sagt am 27. April 2011 um 17:31
@Jan: Der erste Absatz des Flyers war mit einem Boykottaufruf unter anderem in der Sektion “Material” der so:lid-Subseite zu finden: http://www.die-linke-duisburg.de/nc/politik/linksjugend_solid/material/?sword_list Inzwischen ist das natürlich auch gelöscht worden, aber vielleicht hat ja jemand einen Screenshot. Der Gedanke an eine “Doku zum Thema Antisemitismus” scheint mir da recht abwegig zu sein, zumal die Linkspartei in Duisburg ja auch schon mehrfach zum Boykott israelischer Waren aufgerufen hat…
#71 | Christian sagt am 27. April 2011 um 17:33
Ich sehe gerade, dass es hier sogar einen Screenshot von der so:lid-Subseite gibt: http://reflexion.blogsport.de/images/linke_dui_1.jpg Das Pamphlet war also nicht Teil einer “linken Doku über Antisemitismus” sondern ganz offiziell auf der Webseite verlinkt. Das straft übrigens auch die Aussage der Kreisvorsitzenden im Tagesspiegel Lügen, man “rätsele” wie das PDF auf den Server gelangen konnte…
#72 | Mark Seibert sagt am 27. April 2011 um 17:35
@Jan:
Nein, das ist nicht unklar. Der Link war im Bereich Politik, Rubrik “Material” als Download-Link zu finden. Der begleitende Text warb um Beteiligung an Aktionen. Leider.
#73 | ruelfig sagt am 27. April 2011 um 17:44
Bei denen wundert mich gar nichts mehr. Auf ihrer Demo gegen Israel im letzten Jahr skandierten die Genossen: Tod dem Faschismus, Krieg dem Krieg, Intifada bis zum Sieg. Im Zusammenhang mit dem Thema der Demo bedeutet dies: Israel=Faschismus=Kriegstreiber=Bekämpfung bis zur Vernichtung.
Von deren Aufklebern habe ich schon einige abgeknibbelt, die kleben nicht mal richtig. Der Haufen kann gar nichts, und sowas will regieren? Schüttel.
#74 | genova sagt am 27. April 2011 um 17:52
Chrstian,
Hohmann hat behauptet, dass “die Juden” für den Stalinismus verantwortlich seien so wie die Deutschen für den Nationalsozialismus. Ergo: Eins zu eins, unentschieden. Ob diese Ansicht “um Längen übertroffen wird” von der hier thematisierten Internetseite, könnte man bezweifeln, nicht wahr. Was Sie hier mache, ist noch ein Versuch, die eigene unrühmliche Vergangenheit reinzuwaschen, indem man auf andere zeigt.
Christian,
das würde jetzt und hier zu weit führen, aber wer ist “die kommunistische Ideologie”, die Millionen ermordet hat? Oder gar “der Kommunismus”? Wo hat Marx, der diese Ideologie maßgeblich entwickelt hat, das gefordert? Oder woraus könnte man das zwischen den Zeilen schließen? Sagen wir doch eher, dass das System des Stalinismus dafür verantwortlich war. Die Frage wäre eher, wie der Weg von Marx zu Stalin verlaufen ist, warum die Instrumentalisierung Marx´durch Stalin zumindest in der Form erfolgreich war, dass die Katastrophen nicht verhindert wurden.
Nichts anderes sagt Ramelow in dem Statement, das du zitierst.
Für die Millionen Toten einfach “den Kommunismus” verantwortlich zu machen und ihn auch noch mit dem NS gleichzusetzen, ist unseriös, das machen nur noch die kalten Krieger der CDU.
#75 | cofblog sagt am 27. April 2011 um 17:58
die stellungname die von der rp zitiert wird ist voller lügen und das ist auch leicht zu belegen. oder hat “die-linke-duisburg.de/fileadmin/kvduisburg/Bilder/flugblatt_01.pdf” – das ist die url auf screenshots – vielleicht wirklich null komme nix mit dem kreisverband die linke duisburg zu tun…??? mh…….
screenshots (siehe url):
http://twitpic.com/4q67ek / http://twitpic.com/4q680q
#76 | Thomas sagt am 27. April 2011 um 18:00
@Christian (#71):
>Das straft übrigens auch die Aussage der Kreisvorsitzenden im Tagesspiegel Lügen, man “rätsele” wie das PDF auf den Server gelangen konnte…
Ich glaube übrigens Frau Abraham, die ich aus langandauernder Beobachtung des Duisburger Politbetriebes ganz gut persönlich kenne tatsächlich, daß sie “rätselt”, wie das PDF auf den Server gelangen konnte. Und klammheimliche Sympathie für die Aussageform dieses Pamphletes kann ich ihr nach meinem Wissen auch nicht unterstellen.
Die ist halt noch vom Schlage Internetausdrucker. Das war ihr Fehler im technischen Handling des Sachverhaltes.
Aber – das entlastet sie nicht von ihrer Verantwortung als Websiteverantwortliche.
Und sie verantwortet natürlich auch den entstandenen politischen Schaden.
Insoweit ist ein Parteiausschlußverfahren, wie
Mark Seibert (#58) es gemeinsam mit anderen Parteimitgliedern zu betreiben gedenkt, natürlich ein angemessener Schritt.
Ich bin auch mal gespannt, inwieweit sich die von Abraham zu verantwortende Flyer-Katastrophe auf ihren Job als Ratsfraktions-Geschäftsführerin auswirken wird.
Müßte doch eigentlich ein Grund für sofortige Suspendierung sein, oder?
Nur – Fraktionsvorsitzender ist Dierkes, dessen Antisemitismus Abraham tendenziell teilt.
Pointenmäßig beinahe eine Art Treppenwitz. (-:
#77 | Dieter Carstensen sagt am 27. April 2011 um 18:00
#71 Christian Danke für Deinen informativen Hinweis.
#68 Deine logische Konsequenz verdient meinen ausdrücklichen Respekt:) Ich war 2005 mal Pressesprecher der WASG hier im oberbergischen Kreis, siehe hier
http://www.rhein-berg-online.ksta.de/html/artikel/1126676295342.shtml
aber dann kam alles ganz anders. Die Trotzkisten, Kommunisten und andere Sektierer überrollten uns, die wir eigentlich nur aus Frust für die unsoziale Politik der SPD und der Grünen, es war ja nicht Hartz IV alleine, sondern gleichzeitig die Steuergeschenke für Reiche, Förderung der Hedge Fonds, Ausweitung der Leiharbeit usw. in der WASG eigentlich nur eine Alternative suchten.
Was daraus wurde, ist dieser Chaos-Haufen “Die Linke” West, der bei keiner der bevorstehenden Wahlen jemals mehr das Vertrauen der enttäuschten zurückgewinnen kann.
Der Blog demokratisch-links.de berichtet heute z.B. unter dem Titel “Ist die Linke RLP pleite” (Rheinland-Pfalz) über das merkwürdige Verhältnis der sogenannten Linken zum Geld.
http://www.demokratisch-links.de/ist-die-linke-rlp-pleite
In der Partei Die Linke passt scheinbar garnichts mehr zusammen. Der von der Vorsitzenden Gesine Lötsch ausgerufene “Osterfrieden” hielt nicht länger, als ihr Statement vor der Presse.
Die Linke hat abgewirtschaftet, gut, dass auch die Ruhrbarone, journalistisch korrekt und treffend, aufzeigen, mit wes Geistes Kindern wir es bei dieser Partei wirklich zu tun haben.
Das Tagesspiegel Interview mit der Duisburger Die Linke Kreisvorsitzenden hat für mich schon etwas tragikomisches an sich, Zitat:
“Sie werde versuchen zu klären, wie es auf die Internetseite des Kreisverbandes gelangen konnte. „Wir rätseln noch“, sagte Abraham. Nach Tagesspiegel-Informationen haben alle Ortsverbände in Duisburg die Möglichkeit, den Internetauftritt mitzugestalten, daneben etwa auch die Jugend- und die Studentenorganisation.”
http://www.tagesspiegel.de/politik/antisemitische-aktivitaeten-bei-duisburger-linken/4105220.html
Geht es noch dümmer? Wenn ich eine Internetseite betreibe, bin ich für die Inhalte verantwortlich und wenn ich Hinz und Kunz darauf rumwerkeln lasse, ohne es zu kontrollieren, entbindet es mich nicht meiner Rechtspflicht, die auf meiner Seite erscheinenden Inhalte VOR Veröffentlichung zu prüfen, sonst mache ist sie mir zu eigen, mit allen Konsequenzen.
Für Frau Abraham gilt die Volksweisheit:
“Mitgefangen, mitgehangen” und dümmliche Schutzbehauptungen und Ausreden lässt da kein Gericht dieser Welt zu.
#78 | Yaku sagt am 27. April 2011 um 18:10
http://www.wdr.de/themen/kurzmeldungen/2011/04/27/hakenkreuz_bei_duisburger_linken.jhtml
#79 | Brothers in Crime « sagt am 27. April 2011 um 18:10
[...] Auf der Website von „Radio Islam“ findet sich denn auch das Original des Flugblatts, das sich die Duisburger Linkspartei zu Eigen gemacht hat – womit einmal mehr bewiesen wäre, dass die politischen Grenzen vollends verschwimmen und es keinerlei Berührungsängste gibt, wenn es um Juden im Allgemeinen und um den jüdischen Staat im Besonderen geht. Nun darf man gespannt sein, wie die SPD und die Grünen, die im Duisburger Stadtrat gemeinsam mit der Linkspartei eine Koalition bilden, auf diesen neuerlichen „Kauft nicht beim Juden“-Aufruf reagieren werden. Derweil sind bei der Staatsanwaltschaft bereits mehrere Strafanzeigen eingegangen; eine davon stammt von Stefan Laurin, dem Verantwortlichen des vorzüglichen überregional bekannten Webportals Ruhrbarone. [...]
#80 | Thomas sagt am 27. April 2011 um 18:11
Indessen bastelt der Pressesprecher der Duisburger Linkspartei am Ansatz einer Verschwörungstheorie, lt dpa hält es für möglich, daß Rechte den Text eingeschmuggelt haben.
http://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/ruhrgebiet-regional/antisemitisches-flugblatt-auf-linkenhomepage-17609456.bild.html
#81 | Christian sagt am 27. April 2011 um 18:19
“Rook hält es für möglich, dass sich ein Rechter in die Partei eingeschmuggelt und das Flugblatt eingestellt hat.” http://www.wdr.de/themen/kurzmeldungen/2011/04/27/hakenkreuz_bei_duisburger_linken.jhtml
Unfassbar, wie da dem Bürger ins Gesicht gelogen wird. Glücklicherweise gibt es Linke wie Mark Seibert, die den Flyer dort verorten, wo er auch tatsächlich zu finden war: In der offiziellen Materialsammlung des Kreisverbands, verbunden mit einem Aufruf zur Boykottbeteiligung. Überhaupt scheinen mir die Differenzen zwischen den Linken Ost und den Linken West immer krasser zu werden. Die Linkspartei-Mitglieder, die ich aus der Kommunalpolitik hier in Sachsen-Anhalt kenne, kämen meiner Einschätzung nach jedenfalls nicht im Traum auf die Idee, eine derartig schwachsinnige Hetzschrift zu verbreiten. Wird vielleicht Zeit für ein Schisma…
#82 | LINKE sagt am 27. April 2011 um 18:21
Distanzierung vom Boykott-Aufruf
Antisemitismus hat keinen Platz in der LINKEN, das war immer so und wird immer so bleiben
Der Kreisverband DIE LINKE Duisburg, Die LandessprecherInnen der LINKEN NRW, die Duisburger Landesvorstandsmitglieder, die Fraktionsvorsitzenden der Linksfraktion im Landtag NRW, die Linksjugend [`solid] nrw und die Duisburger Landtagsabgeordnete distanzieren sich gemeinsam ausdrücklich von dem ehemals verlinkten Dokument auf der Webseite der LINKEN Duisburg, in dem zum Boykott israelischer Produkte aufgerufen wurde:
„Das Dokument ist vor Monaten auf dem Server der LINKEN Duisburg gelandet und wurde inzwischen gelöscht. Wir verwehren uns gegen jegliche Vorwürfe des Antisemitismus und distanzieren uns hier noch einmal ausdrücklich von dem fälschlich veröffentlichten Papier,“ so Ute Abraham vom Duisburger Kreisverband. „Wir können und wollen allerdings nicht jeden Link auf unserer Seite kontrollieren. Wie der Link letztlich auf die Seite gelangte, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht genau feststellen. Wir behalten uns eine Anzeige vor. Entsprechend unserem partizipativen Grundverständnis gibt es mehrere GenossInnen, die auf die Webseite des Duisburger Kreisverbands Zugriff haben. Wir werden dies intern besprechen und zukünftig eine andere Administration der Seite umsetzen.“
Katharina Schwabedissen Landessprecherin der LINKEN NRW ergänzt dazu: „DIE LINKE ist eine Partei die seit Beginn ihrer politischen Laufbahn gegen Antisemitismus, Faschismus und Rechtspopulismus auf allen Ebenen sowohl in Deutschland als auch international aktiv ist. Wir unterstützen Stolperstein-Projekte, engagieren uns bei Großdemonstrationen und Blockaden gegen Faschisten, wie sie etwa in Dresden oder Dortmund stattfinden und fordern die Einführung von mehr Opferberatungsstellen für Opfer rechter Gewalt. Antisemitismus hat keinen Platz in der LINKEN, das war immer so und wird immer so bleiben.“
#83 | GerdEric sagt am 27. April 2011 um 18:27
Kann es sein, daß nier nicht alles veröffentlicht wird, damit man ein Bild erhält, wie man es sich wünscht?
Die Linke ist NÍCHT antisemitsch!
#84 | Stefan Laurin sagt am 27. April 2011 um 18:29
@Gerd: Ja, das kann sein. Wir haben erklärt dass wir unter diesem Text nicht den Nahostkonflikt diskutieren werden. Entsprechende Kommentare werden gelöscht. Und Antisemitische Posts sowieso. Übrigens: Auch heute Nacht. Und nein, die Linke ist nicht antisemitisch. Es gibt in dieser Partei nur viele, die was gegen Juden haben.
#85 | Christian sagt am 27. April 2011 um 18:32
@LINKE: “Wir können und wollen allerdings nicht jeden Link auf unserer Seite kontrollieren. Wie der Link letztlich auf die Seite gelangte, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht genau feststellen.”
(1) Ist dem Pressemitteilungs-Schreiber der Linken der Unterschied zwischen einem Link und einer Datei bekannt? (2) Wenn nur eine Datei “fälschlicherweise” auf dem Server abgelegt oder “eingeschmuggelt” wurde – wie war es dann möglich, dass diese Datei im Kontext der allgemeinen “Materialsammlung” eingebettet sowie auf der [solid]-Materialseite im Kontext eines Boykottaufrufs explizit zitiert und verlinkt wurde, wie auf den Screenshots zu erkennen ist? (3) Lese ich richtig heraus, dass die einzige Reaktion auf diesen Skandal darin bestehen soll, die Administrator-Rechte künftig anders zu verteilen?
Fragen über Fragen…
#86 | Die Nazi-Bombe von Duisburg | Tapfer im Nirgendwo sagt am 27. April 2011 um 18:34
[...] Tag, an dem auf dem ehemaligen Gelände der Loveparade eine Bombe entschäft wurde, fand der Blog „Ruhrbarone“ eine mindestens ebenso schlimme Bombe in Form eines Flugblattes, für die der Duisburger [...]
#87 | Der neue Antisemitismus « Teilnahmebedingungen. sagt am 27. April 2011 um 18:37
[...] die Duisburger Linkspartei bricht es blogmäßig ja grade von allen Seiten herein. Klick, klick, klick, klick. Neben dieser kurzen Link-Sammlung habe ich noch ein paar Rosinen der linksdeutschen [...]
#88 | Oliver Fink sagt am 27. April 2011 um 18:39
Habe ich die Pressemitteilung richtig verstanden: Bis auf die Ratsfraktion Duisburg distanziert sich so ziemlich jeder bei den Linken in Duisburg und in NRW explizit und einzeln aufgeführt von dem Pamphlet? Weshalb distanziert sich die Ratsfraktion nicht ebenfalls explizit davon? Hält sie das Papier weiterhin für richtig?
Dass man sich eine Anzeige lediglich vorbehält und sie nicht gegen Unbekannt gestellt hat, macht die vorgebliche Ablehnung des Antisemitismus übrigens nicht glaubwürdiger. Es bleibt ein Geschmäckle von Ankündigungspolitik, um anderen in der Partei nicht tatsächlich an die Karre fahren zu müssen…
Und dass ein komplettes Dokument abgelegt wurde und nicht nur ein einfacher Link auf dem Server gesetzt wurde, sei nur noch am Rande erwähnt. Spätestens mit der Ablage des Dokuments hat sich der Betreiber des Servers seinen Inhalt zu eigen gemacht.
#89 | Bert sagt am 27. April 2011 um 18:42
Das Logo da oben ist in der Tat sehr heftig.
Wer jetzt noch Die Linke in NRW wählt/unterstützt, ist in meinen Augen ein Nazi !
#90 | Arnold Voss sagt am 27. April 2011 um 18:43
@ Gerderic # 83
Wir produzieren hier keine Wunschbilder. Schauen sie sich einfach per Suchbutton unsere bisherigen Diskussionen zum Nah-Ost-Konflikt, zur israelischen Politik und zur Hamas an, dann verstehen sie, was ich damit meine.
#91 | Thomas sagt am 27. April 2011 um 18:46
@LINKE (82):
Aha, die Websiteverantwortliche Frau Ute Abraham will sich lau entlasten:
>Wir können und wollen allerdings nicht jeden Link auf unserer Seite kontrollieren. Wie der Link letztlich auf die Seite gelangte, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht genau feststellen.
Was für ein Bullshit.
Nochmal:
Das Content Management System (CMS), auf dem das Pamphlet publiziert wurde, basiert auf dem Linken CMS der Berliner Firma Majuskel –
http://www.linkes-cms.de/
Im Prinzip ist es ein ausgedünntes Typo 3.
http://de.wikipedia.org/wiki/TYPO3
Jede einzelne Contentmodifikation bzw Stylesheetmodifikation jeder Upload usf ist in Abhängigkeit der Autorenrechte klar nachvollziehbar, weil protokolliert – wie bei jedem CMS.
Daraus folgt, das jedes Milchmädchen nachvollziehen kann, wer, was, wann – mglw auch von wo – hochgeladen hat.
Was will uns Frau Abraham wohl sagen?
Ich werfe eine Nebelkerze, um meinen Arsch zu retten?
Und am Ende solls dann wieder keiner gewesen sein?
Zugestandenermaßen kennt man dieses, das sogenannte Duisburger Erklärungsmodell, ja auch aus dem Kontext der Loveparade. (;
#92 | PLinks KW 16/11 - Linke, Libyen, Legales | Principien sagt am 27. April 2011 um 18:54
[...] Die Linke Duisburg: Antisemitische Hetze zum Download [...]
#93 | Thomas sagt am 27. April 2011 um 19:01
Lizaswelt hat ein Summary und weist erhellt außerdem die Originalquelle:
http://lizaswelt.net/2011/04/27/brothersincrime/
#94 | Dieter Carstensen sagt am 27. April 2011 um 19:10
Nein, “Linke” sind NIE antisemitisch … Sollte man mal die in Polen und der UDSSR nach dem zweiten Weltkrieg drangsalierten Juden fragen, was sie dazu denken.
Eine pure historische Lüge, dass Linke nicht antisemitisch waren und sein können, wie man hier nachlesen kann:
http://www.ieg-ego.eu/en/threads/transnational-movements-and-organisations/international-social-movements/samuel-salzborn-antisemitismus
Frau Schwabedissen sollte vielleicht mal ein paar Geschichtsbücher lesen, bevor sie hier versucht, in platter Rhetorik einen Persilschein für sogenannte Linke zu erhaschen.
Der “linke” Antisemitismus hat eine lange Tradition und dass der bei den Duisburger Linken wieder auftaucht, kann nun wirklich niemand verwundern.
Man gebe mal bei Google den Suchbegriff “Antisemitismus in sozialistischen Staaten” ein und lese.
http://www.google.de/webhp?rls=ig#rls=ig&hl=de&source=hp&biw=1174&bih=537&q=antisemitismus+in+sozialistischen+staaten&btnG=Google-Suche&aq=f&aqi=&aql=&oq=antisemitismus+in+sozialistischen+staaten&rlz=1R2GZAZ_deDE421&bav=on.2,or.&fp=ec9435be732bdc08
Wer dann noch meint, Linke wären “Unschuldslämmer”, und könnten nicht judenfeindlich eingestellt sein, zumal sich viele ihrer Mitglieder, gerade bei der West-Linke auf Traditionen der “sozialistischen” Staaten berufen, und besonders hier in NRW, die dümmlichen Fernsehinterviews von Mitgliedern der heutigen “Linken” Landtagsfraktion NRW zur DDR Vergangenheit sind mir noch in bester Erinnerung, hat irgendwas nicht mitbekommen.
Nein, der antisemitische, judenfeindliche Ausfall der Duisburger Linken war kein “Zufall”, er hängt mit historischen Ursprüngen der Linken zusammen.
Wölfe im Schafspelz sind trotzdem Wölfe!
#95 | Die Presseschau vom 27. April 2011 - politikblog.org sagt am 27. April 2011 um 19:11
[...] Die Linke Duisburg: Antisemitische Hetze zum Download | Ruhrbarone – Die Linke in Duisburg hat ein antisemitisches Hetzblatt verlinkt. Stefan Laurin von den [...]
#96 | So jagt man Nazis « Letters from Rungholt sagt am 27. April 2011 um 19:15
[...] Israel mit den Nazis gleich. Ich übernehme hier aus einem Kommentar von Yael die Links zu den Ruhrbaronen und Tapfer im Nirgendwo, die sich gründlicher den Inhalten dieser „Kritik“ [...]
#97 | Thomas sagt am 27. April 2011 um 19:17
Laut welt.de sei das inkriminierte Dokument am 20.05.2006 erstellt worden.
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13282452/Linke-verbreitete-antisemitische-Propaganda-im-Netz.html
Lösbar abzuleiten ist also die Frage: Von wem? Und wer hat es in verantwortlicher Position fast fünf Jahre online geduldet?
Und – immer wieder gerne genommen – in Duisburg — die Frage aller Fragen:
Wer übernimmt die Verantwortung? (-:
#98 | h.f.ullmann sagt am 27. April 2011 um 19:19
Also neu ist sowas ja nicht, bekannt für solche Aussagen und Aktionen ist die BDS.
http://www.bds-kampagne.de/die-bds-kampagne-in-deutschland
Das ist nichts anderes als ein neuzeitliches “Kauft nicht bei Juden”:
http://www.bds-kampagne.de/articles/2011/03/11/boykottaktion-in-der-wachmannstrasse/#extended
“Wir können und wollen allerdings nicht jeden Link auf unserer Seite kontrollieren. Wie der Link letztlich auf die Seite gelangte, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht genau feststellen.”
Ihr kennt das Telemediengesetz? Ihr seid für alles verantwortlich, wenn ihr diese Verantwortung nicht übernehmen wollt seid ihr als Partei nicht wählbar. Aber so sind Politiker heutzutage, keiner will für Konsequenzen gerade stehen ..
#99 | Nähkästchen sagt am 27. April 2011 um 19:31
Oliver Fink schrieb:
> Es mag sein, dass es auch in der politischen Mitte Antisemiten gibt. Ich
> nehme allerdings wahr, dass dort gegen entsprechende Ansichten – selbst
> wenn sie allenfalls vermutet(!) werden können – sofort entsprechende
> Klarstellungen oder heftige Abgrenzungen erfolgen (Hohmann, Jenninger,
> Möllemann, Sarazzin).
Da scheinen wir in zwei verschiedenen Parallelwelten zu leben. In meiner hat die FDP keineswegs “sofort” auf Möllemanns Antisemitismus reagiert. Auch nachdem er 2002 Verständnis für palästinensische Selbstmordattentate geäußert hatte, wurde er weiter in der Partei akzeptiert, und auch als er Jamal Karsli (der vom “Vernichtungskrieg” und von “Nazi-Methoden” Israels sprach) in den FDP-Fraktion aufnahm, hatte das keine Konsequenzen für Möllemanns Ämter. Problematisch wurde es für Möllemann erst, als herauskam, dass er ein antisemitisches Flugblatt illegal finanziert hatte.
Und wie komme ich in Ihre Parallelwelt, in der sich die SPD von Sarrazin distanziert hat? Da würde ich auch gerne leben. In meiner duldet die SPD Sarrazin weiter in ihren Reihen, und führende SPD-Politiker wie Olaf Scholz und Kurt Beck verteidigen das gerade offensiv in der Presse. Und ein anderer führender SPD-Politiker nennt den Rassisten sogar euphemistisch “Querdenker” (http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article1868347/Dohnanyi-verteidigt-Verbleib-von-Querdenker-Sarrazin.html).
Leider zeigt der Fall Sarrazin mehr als deutlich, wie sehr Rassismus und auch Antisemitismus (“Judengene”) in großen Teilen der Bevölkerung akzeptiert sind, die sich selbst in der “politischen Mitte” verorten würden.
Natürlich hat es einiges mit der Geschichte der Linken in Deutschland zu tun, dass Antisemitismus wie der in der Duisburger Linkspartei möglich ist. Genauso, wie der Fall Möllemann einiges mit der Geschichte der FDP NRW zu tun hat, die sich nach dem Krieg massiv gegen eine Entnazifizierung wehrte (http://www.wdr.de/themen/politik/deutschland/wiederaufbau/entnazifizierung/051004.jhtml), und in der eine ganze Menge alter Nazis eine neue politische Heimat gefunden haben. Hier hat übrigens ausgerechnet eine vom linken Landtagsabgeordneten Rüdiger Sagel in Auftrag gegebene historische Studie (http://www.linksfraktion-nrw.de/fileadmin/lv/dokumente/Dateien/Brosch_Sagel_Vergessene_Erbe.pdf) wirklich Gutes geleistet. Gleichzeitig müssen sich die Linkspartei-Strukturen natürlich vorwerfen lassen, den Antisemitismus in den eigenen Reihen längst nicht so kritisch und ehrlich aufzuarbeiten und die Konsequenzen daraus zu ziehen.
Trotzdem bleibt es grober Unfug, durch ideologische Hassreden über “rot lackierte Nazis” den Blick auf die tatsächliche Verbreitung von Antisemitismus in der Gesellschaft zu verstellen – oder gar mit irgendwelchen zynischen Bodycounts nebenbei noch den Nationalsozialismus zu verharmlosen. (In über 90 Jahren seit der Oktoberrevolution 1917 seien weltweit mehr Menschen unter staatssozialistischen Regimen ums Leben gekommen als in 12 Jahren Nationalsozialismus in Deutschland – ein ekelhaftes Rechenspielchen, das mir fast genauso zuwider ist wie das antisemitische Flugblatt, das auf dem Server der Linken veröffentlicht war.)
Auch wenn einige es hier wohl gerne so hätten: Diese platt-populistischen Gleichsetzungen hauen an so vielen Punkten daneben, dass es nicht mehr feierlich ist. Weder ist die Linkspartei repräsentativ für die politische Linke in Deutschland (und auch überhaupt nicht für die radikale Linke, in der viele durchaus ernstzunehmend gegen solche Antisemitismen in der deutschen Linken kämpfen), noch lässt sich die (radikale) Linke in Deutschland sinnvoll unter den Begriff “Kommunismus” zusammenfassen. Und so weiter, und so weiter. Aber ich befürchte, wer so etwas von sich gibt, der will sich überhaupt nicht differenziert mit dem Thema auseinandersetzen.
LINKE schrieb:
> „Das Dokument ist vor Monaten auf dem Server der LINKEN Duisburg
> gelandet und wurde inzwischen gelöscht. Wir verwehren uns gegen jegliche
> Vorwürfe des Antisemitismus”
Was für eine miese Erklärung, Chance vertan, wenigstens noch irgdendwas zu retten.
Statt sich erstmal pauschal gegen “jegliche” Vorwürfe zu “verwehren”, hätte doch spätestens jetzt mal ein Umdenken einsetzen sollen. Nicht immer die Schuld bei anderen suchen, sondern sich Gedanken machen, warum die Linke (insbesondere in Duisburg, wo sich Dierckes und die “Rote Antifa” rumtreiben) so attraktiv für AntisemitInnen ist. Und feststellen, dass ein Herr Dierckes mit seinem antisemitischen Geschwafel vom “läppischen Existenzrecht” Israels als Fraktionsvorsitzender genauso unerträglich ist wie ein Rassist namens Sarrazin in der SPD oder ein extrem Rechter Politikwissenschaftler namens Hans-Helmuth Knütter in der CDU. Aber nein, es reicht immer noch nicht für ein Umdenken. Ihr tut mir leid. So macht ihr euch endgültig zu ausgewiesenen GegnerInnen von emanzipatorischen und undogmatischen Linken, die gegen diesen Mist kämpfen, der eben auch aus euren Reihen verbreitet wird.
#100 | mehrdad sagt am 27. April 2011 um 19:42
nur mal zu info:
dinge wie:
-Kauft keine Produkte aus Israel!
-Boykottiert Firmen, die Israel unterstützen!
-Vor diesem Hintergrund ist die
Bezeichnung gewisser Blätter als “Judenpresse” wohl weniger ein Schimpfwort als vielmehr die zutreffende Umschreibung…..
-Informiert euch über die wahren Hintergründe des Judaismus!
-Tretet der moralischen Erpressung durch den sogenannten Holocaust entgegen! Wahrheit macht Frei !
und auch noch das verlinken auf eine seite, wo folgendes steht:
“Doch bis zum heutigen Tage ist kein gerichtsmedizinisches Gutachten bekannt, das auch nur einen einzigen Todesfall durch Vergasung nachweist.”
sind nur im kopf der rotbraunen faschisten “israelkritik”.