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Steinbrück-Vortrag: Von Spenden war nie die Rede – und die Stadtwerke schweigen

In Ruhrgebiet | Am 2 November 2012 | Von Stefan Laurin

Peer Steinbrück hat gegenüber der Süddeutschen Zeitung (SZ) seinen Schriftverkehr mit den Stadtwerke Bochum offengelegt. Davon dass das Honorar zu spenden sei, war nie die Rede.

Das Geld kam erst nach Mahnung und von einer Spende war nie die Rede. Zu diesem Ergebnis kommt die Süddeutsche Zeitung. Steinbrück hatte der SZ den Schriftverkehr zwischen seinem Büro und der Hellen Medien Projekte GmbHzur Verfügung gestellt, die für die Stadtwerke Peer Steinbrück zum Atrium Talk eingeladen hat.

Damit widerlegt Steinbrück Thomas Schönberg, den Sprecher der Stadtwerke Bochum, der gegenüber diesem Blog versicherte:

Wir haben zu keiner Zeit Herrn Steinbrück irgendein Honorar gezahlt. In der Charity-Gesprächsreihe “Atriumtalk” laden wir die Gäste mit der Maßgabe ein, den Betrag von 25.000 Euro an eine vom Talk-Gast zu benennende karitative Einrichtung zu spenden. So läuft es bei “Atriumtalk”-Veranstaltungen seit 2008. Hiermit gehen wir auch ganz offen um. Das können Sie auf der Homepage der Stadtwerke Bochum nachlesen. Gerade deshalb ist der Atriumtalk eine “Charity-Veranstaltung” die immer sozialen Zwecken dienen soll.

Zu dem Artikel  in der SZ wollen die Stadtwerke keine Stellung nehmen. Am Telefon wurde uns von einer Mitarbeiterin der Pressestelle versichert “Zum diesem Thema sagen wir nichts mehr und werden das auch in Zukunft nicht tun.” Was bleibt? Die Stadtwerke Bochum, die einer Pleite-Stadt gehören, die jeden Cent zwei Mal umdrehen musst zahlt an Steinbrück und andere sehr hohe Honorare für eine Renommeeveranstaltung. Im Fall Steinbrück lagen die Honorare  sogar deutlich über dem, was erfolgreiche und gut verdienende Unternehmen für den Auftritt des SPD-Kanzlerkandidaten gezahlt haben. Damit die Renommiersucht der Stadtwerkespitze nicht so unangenehm auffällt, nennt man das ganze Charity denn dann darf man nach Ansicht der Unternehmensleitung um den Vorstandschef Bernd Wilmert (SPD) und die Aufsichtratsvorsitzende Bochms Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD) machen was man will. Und wenn es peinlich wird, glaubt man damit durchzukommen, nichts mehr zu sagen.



53 Kommentare zu »Steinbrück-Vortrag: Von Spenden war nie die Rede – und die Stadtwerke schweigen«

  1. #51 | Arnold Voss sagt am 5. November 2012 um 08:38

    @ Klaus Lohmann # 48

    Wenn das stimmt, umso widerwertiger. Ich habe einfach nicht für möglich gehalten, dass sich hinter einer offiziellen Charity-Veranstaltung ein Selbstbedienungsladen verbirgt. Aber in Bochum scheint das wohl so zu sein. Welch ein Schlag ins Gesicht der Menschen die ehrenamtlich und gemeinnützig tätig und deswegen auf solche Veranstaltungen, bzw. die Spenden die dort generiert werden sollen, angewiesen sind.

  2. #52 | H. Schlicht sagt am 5. November 2012 um 10:07

    Diese Dreistigkeit übertrifft doch alles bisher Gebotene. Für wie dumm wird der Wähler gehalten, oder ist er es sogar, wie manche Wahlergebnisse der kurzfristigen Vergangenheit erahnen lassen ? Die gesamte Sozialdemokratie wirkt unglaubwürdig, wenn der Spitzenkandidat Sprudelwasser predigt, aber Sekt trinkt.

  3. #53 | Die selbstbewussten Führungsleitlinien der Bochumer Stadtwerke — Carta sagt am 11. November 2012 um 15:06

    [...] Bochumer Stadtwerke haben keine Minute gezögert, als es darum ging, offen und direkt eine 180-Grad-Wende zu vollziehen. Ein selbstbewusstes Unternehmen ist dadurch nicht zu [...]

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