Adé „Ratgeber Technik“

Technik und Fernsehen – das paßt nicht mehr zusammen. Sagt die ARD.

BildDie ARD übt sich ja gegenwärtig nur noch im Verzicht: Weil unersättliche Intendanten vor 10 Jahren das ganze Internet offensiv erobern wollten, müssen nun überall durchaus sinnvolle Online-Beiträge der Öffentlich-Rechtlichen nach gewissen Fristen gelöscht werden – weshalb es auch nur noch selten Sinn ergibt, auf einen derartigen Beitrag zu verlinken.

Immerhin gibt es extrem anarchistische Vorratsdatenspeicherer, die diesem Mißstand abhelfen. Offiziell drohte man ihnen zwar bereits mit der Rechtsabteilung der öffentlich-rechtlichen Anstalten, klammheimlich ist man aber doch froh über diesen zivilen Ungehorsam, dem Datenverbrennen Einhalt zu gebieten.

Ja, soweit ist es schon gekommen: Unsereins mußte noch Steine werfen, um sich zum Außenminister zu qualifizieren – heute reicht dagegen schon das heimliche Abspeichern und Tauschen öffentlich-rechtlicher Websites oder eines Heino-MP3s, um staatlich anerkannter Anarchist zu werden. Dies erinnert an die öffentlich-rechtliche BBC, die zwecks Einsparen von Bandmaterial und Regalplatz viele Folgen von Dr. Who aus dem Archiv gelöscht hatte und sich archivtechnisch von privaten Raubkopierern aushelfen lassen mußte.

Technik allerdings mochte man bei ARD & ZDF schon länger nicht mehr besonders, man braucht sie ja auch üüüüberhaupt nicht zum Senden. Entsprechende Stimmen von entsprechend indoktrinierten Praktikantinnen quäkten mir schon vor Jahren entgegen.

Daß man nun aber die Traditionssendung meiner Kindheit, den „Ratgeber Technik“, absägt, ist bitter. Zwar trifft zu, daß die Sendung altbacken geworden ist, aber dann sollte man sie halt modernisieren. Aber nun, wie soll das gehen, wenn die Praktikantinen zwar ihren Ipod und ihr Handy wollen, und ihr Fernsehstudio und ihre Schnittmaschinen, von der Kaffeemaschine ganz zu schweigen, dann aber keine Technik leiden können?

Also: Schnell alles abspeichern, bevor es depubliziert ist!

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5 Kommentare

  1. #1 | Helmut Junge sagt am 23. September 2010 um 10:30 Uhr

    Vielleicht wollen die verbliebenen Zuschauer solche komplizierten Themen nicht?
    Es fehlen auch andere Programminhalte, allerdings gibt es innerhalb des ARD-Komplexes einige Sender, auf die man ausweichen kann.
    Für mich ist das „Erste“ schon seit Jahren das „Letzte“. Abgesehen von der Tageschau und seltenen Ausnahmen. Die haben viel Konkurrenz, und der Abend ist mir meist zu schade für „zum gucken“.

  2. #2 | Frank sagt am 23. September 2010 um 13:43 Uhr

    „Weil unersättliche Intendanten vor 10 Jahren das ganze Internet offensiv erobern wollten, müssen nun überall durchaus sinnvolle Online-Beiträge der Öffentlich-Rechtlichen nach gewissen Fristen gelöscht werden“

    Naja das sehe ich mit Verlaub anders. Es sind weniger die „unersättlichen Intendaten“ als die „Privatfernseh/Verlag hörigen Ministerpräsidenten“ die dies zu verantworten haben.

  3. #3 | Jo Frank sagt am 23. September 2010 um 14:49 Uhr

    Ausgelöst haben es die Intendanten, die zur Jahrtausendwende so taten, als ob das Internet nun ihnen gehört und mittlerweile ja auch eine Rundfunkgebühr auf den Internetzugang verlangen. Auch um uns lesen zu dürfen, mußt Du ARD & ZDF etwas zahlen. Wir bekommen davon aber nichts. Im Gegenteil, wir müssen selbst auch nochmal an ARD & ZDF zahlen, für die Erlaubnis, „ihr“ Internet nutzen zu dürfen.

    Daraufhin haben die Verleger zurückgeschlagen. Daß das ebenso schwachsinnig ist, haben die inzwischen zwar auch eingesehen. Ändert aber nichts daran, daß wir nun den Schlamassel haben. Die Internet-Zugangserlaubnis-Gebühr, aber gelöschte Inhalte. Also gleich 2x die Arschkarte.

    Ministerpräsidenten und andere Politiker spielen das miese Spiel auf beiden Seiten mit. Die Internet-Rundfunkgebühr wurde nicht von „Privatfernseh/Verlag hörigen Ministerpräsidenten“ durchgesetzt. Die Grünen/Bunten in Hamburg wollten dafür dann, daß diese Gebühr nicht etwa wieder verschwindet, sondern der Staat (also wir) ihnen diese Gebühr zahlt. Aber sie wollten vor allem, daß WIR sie zahlen. Der Internetzugang ist nur Gebührenzahlern erlaubt.

    Zukünftig wird es eine „Haushaltsabgabe“. Weil inzwischen ja schon Toaster Internetzugang haben.

    Stell Dir mal vor, nur Abonnenten einer Tageszeitung wäre es gesetzlich erlaubt, Faxe zu verschicken oder Radio zu hören…andere wären dann „Schwarzfaxer“, wenn sie es trotzdem, ohne gültiges Abo, tun…

    Aber das ist schon wieder ein anderes Thema (das auch noch an die Reihe kommt).

  4. #4 | Die Zukunft ist ab morgen Vergangenheit: ORF Futurezone verboten | Ruhrbarone sagt am 30. September 2010 um 12:56 Uhr

    […] In Deutschland würde sich dieses Problem allerdings in dieser Form gar nicht stellen, denn da gibt das Fernsehen die lästigen Technik-Inhalte ja schon ganz freiwillig auf… […]

  5. #5 | Na so ein Schieb aber auch: c’t Magazin wird ersetzt durch “ARD Ratgeber Internet” mit…ja, genau… » Ratgeber, Technik, Internet, Neues, Herrn, Schieb » xtranews - das Placeblog aus Duisburg sagt am 12. Juli 2011 um 11:30 Uhr

    […] überhaupt nicht, wenn ich recht behalte…Ich fand es schon sehr traurig, daß der “ARD Ratgeber Technik” eingestellt wird. Ebenso gibt es im Fernsehen auch nichts “Neues” mehr. Und dann ging […]

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