Auf feindlichem Gebiet: PEgIdA in Duisburg

Dominierten gestern die Gegendemo: Die Plakate "Nazis töten." der PARTEI; Foto: Peter Ansmann
Dominierten gestern die Gegendemo: Die Plakate „Nazis töten.“ der PARTEI; Foto: Peter Ansmann

Am 13.09.2020 fanden nicht nur die Kommunalwahlen in NRW statt: PEgIdA NRW hatte für den Wahltag zu einer Kundgebung am Hauptbahnhof in Duisburg aufgerufen.

Fast einem Jahr nach der letzten Demo von PEgIdA in Duisburg.

Duisburg zeigte Flagge gegen Nazis

300 Teilnehmer befanden sich, laut Angaben der Polizei, auf der Gegendemo – die PEgIdA zeigen wollte, dass die Rechtsextremisten in Duisburg unerwünscht sind. Diese Anzahl habe ich am Anfang der Demonstration geschätzt: Am Ende dürften es, von mir grob überschlagen, deutlich mehr als 400 Teilnehmer gewesen sein. Der Protest gegen die PEgIdA-Demo war bunt gemischt: Die SPD, Bündnis90 / Grüne, DIE LINKE, DIE PARTEI und diverse andere Gruppierungen waren vor Ort.

Claus Krönke (SPD): "Die sind wohl alle noch wählen!"; Foto: Peter Ansmann
Claus Krönke (SPD): „Die sind wohl alle noch wählen!“; Foto: Peter Ansmann

Die Polizei hatte mit einem Großaufgebot und mit Hamburger Gittern den Bereich um das rechtsextremistische Event weiträumig abgesperrt: Von meinem Standort waren zuerst fünf, dann acht Teilnehmer zu sehen – eine Zahl, die auch von den Veranstaltern der Gegendemo während der Veranstaltung bekanntgegeben wurde. Laut Polizei waren es am Ende aber wohl doch ca. 40 Teilnehmer auf Seite von PEgIdA.

Hamborns stellvertretender Bezirksbürgermeister, Claus Krönke (SPD), kommentiere die geringe Teilnehmeranzahl gleich zu Beginn der Veranstaltung mit der Bemerkung „Die sind wohl alle noch wählen!“ – wenn man sich das Ergebnis der „AfD“ in Duisburg ansieht: Damit könnte er leider Recht gehabt haben.

Der "graue Block" der PARTEI Duisburg (Sabine Hampe und Chris Fath) mit "Nazis töten."-Plakaten; Foto: Peter Ansmann
Der „graue Block“ der PARTEI Duisburg (Sabine Hampe und Chris Fath) mit „Nazis töten.“-Plakaten; Foto: Peter Ansmann

Die PARTEI Duisburg hatte ihre restlichen Plakate mit dem Schriftzug „Nazis töten.“ mitgebracht. Der freundliche Reminder – an die Blutspur des NSU, den Anschlag auf das Oktoberfest, das Attentat von Hanau und den Mord an Dr. Walter Lübcke – sorgte in der Vergangenheit bereits für Verwirrungen. Auf der Demo in Duisburg waren sie willkommen!

Bündnis90 / Grüne zeigten Flagge vor Ort. Foto: Peter Ansmann
Bündnis90 / Grüne zeigten Flagge vor Ort. Foto: Peter Ansmann

Die Ansage, dass man sich diese abholen kann, kam bei den Teilnehmern der Demo gut an. Innerhalb von Minuten waren die Plakate vergriffen. Die Plakate waren allgegenwärtig.

Auch sonst: Die Stimmung, es herrschte Kaiserwetter, war gut auf der Gegendemo. Die Band Sperling sorgte für die musikalische Untermalung des Events. Gegen 16.30 Uhr löste sich die Veranstaltung von PEgIdA auf. Die Gegendemonstranten hat es gefreut.

Duisburg hat hier ein schönes Zeichen gesetzt und Flagge gezeigt: Nazis sind in Duisburg nicht willkommen!

Vielleicht die schönste Nachricht dieses Wahltages, an dem die „AfD“ ihr Wahlergebnis – trotz der innerparteilichen Gräben und Streitereien – in Duisburg ausbauen konnte.

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