Wer sich auf Trump verlässt, ist verlassen, oder warum der Irankrieg noch nicht zu Ende ist

US-Präsident Donald Trump. Offizielles Porträtfoto zur Amtseinführung 2025. Foto: Daniel Torok Lizenz: Gemeinfrei


In Zeiten, in denen nicht internationale Gerichte, sondern Parteitage darüber entscheiden, was als Genozid gilt und wer ihn begangen hat, ist es medial riskant, über Krieg und Regimewechsel zu schreiben – besonders, wenn die USA und Israel beteiligt sind. Ich nehme dieses Risiko in Kauf. Wer widersprechen will, kann das gerne tun, solange er den Ton wahrt und dazu die Kommentarfunktion der Ruhrbarone nutzt.

Wenn es in den vergangenen Jahrzehnten eine realistische Chance auf einen notwendigen und nachhaltigen Regimewechsel gegeben hat, dann im Iran. Eine Allianz aus den USA, Israel, den Golfstaaten und den europäischen Militärmächten hätte die Möglichkeit gehabt, eines der brutalsten Regime der Gegenwart zu stürzen.

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Wir Ferngesteuerten – oder das Smartphone als trojanisches Pferd des 21. Jahrhunderts

Smartphone für interaktive Installationen Foto: Einsgoeins Lizenz: CC BY-SA 4.0


Es gibt Epochen, die werden durch ihre Monumente charakterisiert. Die Antike hatte ihre Tempel, das Mittelalter seine Kathedralen, die Industrialisierung ihre Fabriken. Die Gegenwart hat den gesenkten Kopf.

Wenn du dein Smartphone einmal zu Hause vergessen hast, erlebst du einen seltenen Moment der Klarheit. Du blickst auf, und was du siehst, gleicht einer anthropologischen Sensation: Menschen, die nicht mehr in ihrer Umgebung leben, sondern in kleinen leuchtenden Rechtecken. Menschen, die zwar körperlich anwesend, geistig jedoch permanent abwesend sind.

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Flugzeugträger gegen Bedenkenträger

USS Gerald und F18 Ford U.S. Navy photo by Erik Hildebrand Lizenz: Gemeinfrei


Stellt euch vor, ein Mensch, den ihr sehr liebt, ist dabei zu ertrinken. Eine furchtbare Vorstellung. Doch ihr seid in der Nähe und könntet mit einem beherzten Sprung ins Wasser zu Hilfe eilen. Um euch herum stehen allerdings Menschen, die euch dringend davon abraten. Die Strömung sei zu stark, das Wetter zu stürmisch, das Wasser zu kalt, viel zu gefährlich also. Die Rettung könne ohnehin nicht gelingen.

Ersetzt nun den Ertrinkenden durch die von ihren Herrschern geschundenen Menschen im Iran und euch selbst durch jemanden, dem dieses Leid nicht gleichgültig ist. Schon befindet ihr euch mitten in der deutschen Debatte über den Krieg gegen das iranische Regime.

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Die anderen als Verdächtige – Warum die „Wokeness“ am Ende ist

Demonstranten in Kanada Foto (Ausschnitt): JMacPherson Lizenz: CC BY 2.0


„Woke“ war das Schlagwort eines neueren Zeitgeistes. Es stand im Kern für gut gemeinte soziale Kontrolle gegenüber allem, was nicht dem jeweils aktuellen Standard der Political Correctness entsprach – einem Standard, dessen Maßstäbe die Anführer dieser Bewegung selbst festlegten. Von Anfang an enthielt dieser Begriff jedoch auch die Neigung zu Fanatismus und dem Aufbau geschlossener Feindbilder, so vernünftig und gemäßigt er zunächst erschienen war.

Zweifellos müssen Rassismus, Sexismus und Homophobie bekämpft werden, wenn die Welt menschlicher und vernünftiger werden soll. Ernährung sollte gesünder, das Leid von Tieren – selbst Nutztieren – möglichst gering und wissenschaftliche Erkenntnisse zu Klimawandel und Viren sollten anerkannt werden. Diskriminierung schadet jeder Gesellschaft. So weit, so gut.

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Frieden gibt es nicht ohne Verteidigung – Was Deutschland von den Polen lernen könnte

F16 im Einsatz in Polen Foto: U.S. Air Force photo by Staff Sgt. Jonathan Snyder Lizenz: Gemeinfrei

Es ist schwer zu begreifen, dass man im Krieg ist, wenn im eigenen Land keine Bomben fallen. Wenn das unausweichliche Leid, das eine bewaffnete Auseinandersetzung mit sich bringt, nicht von einem selbst erlitten wird. Das ging selbst den Deutschen im Zweiten Weltkrieg so lange so, wie die eigenen Soldaten in den von ihnen überfallenen Ländern auf der Siegerstraße waren. Sie konnten und wollten sich nicht vorstellen, dass er auch zu ihnen kommen und ihre Heimat in Schutt und Asche legen würde.

Aber sie waren in geradezu perverser Weise verteidigungsbereit, als er zu ihnen kam, weil sie in einer militärischen Kultur des Gehorsams groß geworden und in der Mehrzahl vom Faschismus als Herrenmenschenideologie angetan waren. Sie folgten, mit wenigen Ausnahmen, ihrem Führer bis in den Untergang und brauchten

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Israel als globales Feindbild

Anti-Israel-Demo am 7.10.2024 in Essen (Foto: Roland W. Waniek)


Die Welt hatte schon immer ein Problem mit Juden, die sich nicht alles gefallen lassen. Seitdem sie einen eigenen Staat und eine eigene Armee haben, müssen sie das aber nicht mehr. Sie können seitdem zurückschießen, und weil sie das sehr erfolgreich tun, werden sie seit der Staatsgründung von einem großen Teil der Welt gehasst. Viele sind geradezu beleidigt, dass Israel immer noch existiert, obwohl es zu den allerkleinsten Ländern dieser Erde gehört.

Wird es einmal gelobt, weil es nicht nur militärisch stark ist, kann man das Zähneknirschen der Lobenden gut hören. Wenn man deswegen seine Hilfe braucht, nimmt man sie zwar an, bedankt sich aber ungern dafür. Braucht Israel jedoch selbst Hilfe, gibt es nur sehr wenige, die es unterstützen. Stattdessen werden seine Todfeinde gefördert, gehätschelt und so bewaffnet, dass sie es immer wieder

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Die Demokratie braucht einen neuen Kampfgeist

Eugène Delacroix – Die Freiheit führt das Volk

Die Welt wirkt heute chaotischer und unsicherer als je zuvor. Doch hinter all den Krisen und Schlagzeilen stehen alte Muster, die sich kaum verändert haben. Die Spielregeln sind im Kern dieselben geblieben – und sie sind heute klarer erkennbar als je zuvor.

Wer die meiste Macht hat, bestimmt die Politik. Wer die meisten Informationen besitzt, kontrolliert die Medien. Wer das meiste Geld hat, beherrscht das Finanzsystem. Wer die besten Wissenschaftler

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Warum ich dieses Mal die Grünen wähle

Robert Habeck Foto: ra****@********il.com Lizenz: CC BY-SA 4.0


Die Probleme des Wandels sind nichts im Vergleich zu den Problemen, die entstehen, wenn wir nicht handeln. Politik in Krisenzeiten ist kein Spaziergang – sie erfordert Mut, klare Entscheidungen und die Bereitschaft, Fehler zu korrigieren. Genau daran ist die Ampel gescheitert, aber nicht wegen der Grünen.

Verpasste Chancen und verschlafene Innovationen

Die haben diesen richtigen Weg in vielen Bereichen viel frühzeitiger erkannt als alle anderen Parteien. Hätten wir rechtzeitig auf sie gehört, wäre Deutschland heute führend in klimafreundlicher Energie und Technologie. Stattdessen hat China diese Position eingenommen. Wir hätten auch keine Probleme mit Stromspeichern und Netzen, weil wir rechtzeitig in Digitalisierung und eine robuste und flexible Speicherinfrastruktur investiert hätten.

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Angst, Mut und Feigheit – oder wieso die Ukraine mit dem Rücken an der Wand steht

Zivilsten bereiten sich in Kiew auf den Kampf gegen den russische Armee vor Foto (Archiv): Yan Boechat/VOA Lizenz: Gemeinfrei


Der Mensch kommt schwach und hilflos zur Welt – das ist die Art und Weise, wie die Natur es für uns vorgesehen hat. Wir sind auf andere Menschen angewiesen, um zu wachsen und stärker zu werden. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht.

Wer Glück hat, was den Zeitpunkt, den Ort und die Eltern seiner Geburt betrifft, und zudem von guten Genen profitiert, kann erfolgreich sein. Doch wenn diese Faktoren nicht stimmen, bleibt vielen dieses Glück verwehrt. Zwar mag jemand äußerlich stark wirken, innerlich bleibt er jedoch oft ein Feigling. Keine Therapie, kein höheres Wesen und keine esoterischen Ansätze können das ändern.

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Der Israel-Palästina Konflikt – oder wie der Antisemitismus die Moral unterwandert

"Support the IDF!" (Plakat an der Tzemach-Tzedek-Synagoge in Jerusalem); Foto: Peter Ansmann
„Support the IDF!“ (Plakat an der Tzemach-Tzedek-Synagoge in Jerusalem); Foto: Peter Ansmann


Es ist schwierig, in der aktuellen Situation im Nahostkonflikt eine nüchterne Perspektive zu bewahren, die für eine faire Beurteilung nötig wäre. Jeder Mensch mit Empathie kann das Leid der Zivilbevölkerung nur als das erkennen, was es für die Betroffenen bedeutet: unermesslichen Schmerz, ständige Angst und tiefste Verzweiflung. Dieses Mitgefühl ist verständlicherweise oft mit Empörung und Wut verbunden, denn diese Menschen sind dem Krieg wehrlos ausgeliefert und werden in großer Zahl aus ihren Heimatorten vertrieben.

Kein Wunder also, dass sich Proteste vor allem gegen Israel richten. Auf den ersten Blick scheint Israel die deutlich überlegene und rücksichtslosere

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