Der Mensch ist ein Feigling – Warum die Freiheit keine Mehrheiten gewinnen kann.

Der Mensch kommt als Schwächling zu Welt. So hat es die Natur für uns vorgesehen. Er braucht andere Menschen um groß und stark zu werden. Eine Garantie gibt es dafür deswegen nirgendswo auf dieser Welt. Wenn der Mensch bei Ort, Zeit und Eltern der Geburt Glück hat und seine Gene im hold sind, kann es klappen. Wenn nicht, klappt es meistens nicht. Der Mensch kann dann zwar später groß und stark aussehen. Innerlich ist er jedoch ein Schwächling geblieben und keine Therapie, kein höheres Wesen und kein esoterischer Hokuspokus kann daran etwas ändern.

Das ist für viele Menschen schwer zu akzeptieren. Aber spätestens wenn ihr Leben riskant wird, und das wird es früher oder später unvermeidlich, zeigt ihnen ihre Angst, dass sie von Grund auf feige sind. Sie konterkariert in geradezu bösartiger, weil in unkontrollierbar hormongesteuerter Weise, all das individuelle Freiheitsgeschwätz und lässt das diesbezüglich sorgsam gepflegte Selbstbild sang und klanglos in sich zusammenbrechen. Weswegen so etwas auch selten vor Publikum geschieht, sondern im stillen Kämmerlein. Gerade und erst recht bei sogenannten Prominenten.

Der gerade wieder ansteigende öffentliche Gesang von der Freiheit, auch gerne mit Liberalismus verwechselt, ist deswegen ein untrügliches Zeichen dafür, dass es sowohl mit dem Liberalismus als auch mit der persönlichen Freiheit nicht zum Besten gestellt ist. Vielmehr zeigen die meisten ihrer Prediger, wenn man hinter die öffentliche Kulissen schaut, selbst am deutlichsten, dass sie in ihrem eigenen Leben jedes Lebensrisiko tunlichst vermeiden. Oder besser so abgesichert haben, dass ihnen selbst dabei nichts passieren kann.

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Gegen Populismus hilft nur Populismus: Warum die Sozialdemokratie wieder im Rennen ist.

Martin Schulz Foto: http://www.martin-schulz.eu/


Nein, Populismus muss nicht Hetze und Lüge bedeuten. Populismus ist vielmehr die Fähigkeit das eigene politische Wollen dem Wahlvolk so zu erklären, dass weder der Verstand noch das Gefühl zu kurz kommt. Vereinfachung ist dann nicht notwendiger Weise Verblödung sondern gekonnte begriffliche Verdichtung, die Komplexität so reduziert, dass der Markenkern einer Partei für jeden deutlich wird. Zuspitzung bedeutet dann nicht die unbedingte Zerstörung des Gegners sondern den klaren Willen zum politischen Sieg.

Wer die dazugehörigen politische Visionen und Sehnsüchte nicht mobilisieren kann, der sollte deswegen erst gar nicht versuchen ein Populist zu sein. Wer das aber kann, der ist als einziger in der Lage dem zu Zeit herrschenden Populismus der Verdummung und der Aggression ein demokratisch gesinntes Paroli zu bieten. Der und nur der ist befähigt, der neuen völkischen Emotionalisierung eine Begeisterung für ein freies und offenes Europa entgegenzusetzen und damit die systematische Angstmache durch ein rationales und zugleich positives Gegenbild der Chancen zu unterlaufen.

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Trump – Ein Präsident dreht am Rad

Der Trump-Sieg leitet einen Zeitenwende ein


Nein, man muss nicht psychisch krank sein, um sich wie ein Irrer zu verhalten. Aber der Bau einer viele Meter hohen Mauer an der US-amerikanischen Grenzen zu Mexiko ist genauso irrsinnig wie die Erfindung von „Alternativen Fakten“. Gleichzeitig Handelsabkommen im pazifischen Raum und mit Europa auf- und mit Brexit-England anzukündigen, ist nicht weniger verwirrend.

Einem Weltkonzern, der in den USA seine größte Auslandsfabrik gebaut hat, für die Produkte aus seinem Heimatland so hohe Strafzölle anzudrohen, dass er ins Trudeln geraten könnte, ist wirtschaftlich genauso unsinnig, wie eine Strukturkrise mit einem Konjunkturprogramm zu bekämpfen. Die USA leidet nämlich nicht an Massenarbeitslosigkeit, sondern an industrieller Unterproduktivität und diesbezüglicher Wettbewerbsschwäche.

Nichts gegen eine Flugverbotszone in Syrien, die viele Menschenleben retten und den Flüchtlingsstrom Richtung Europa bremsen könnte. Aber man kann sie nur gegen und nicht mit Putin durchsetzen und das auch nur, wenn die USA ihr militärisches Engagement in der Luft massiv erhöht und auf den Boden ausdehnt. Das wiederum werden die Türkei und der Iran genauso scheiße finden, wie Mexiko die Idee, dass es die gegen sie gerichtete Mauer auch noch bezahlen sollen.

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Scheiß auf die Trumps, Höckes und Amris dieser Welt.

 

Der Trump-Sieg leitet einen Zeitenwende ein


Nein, ich habe nicht vor, mir mein Leben vermiesen zu lassen. Nicht von dieser Sorte großmäuliger und verlogener Menschen, die meinen, sie müssten irgendwas gaaaanz groß machen. Ihr Ego, ihr Land oder ihren Gott oder gleich alles zusammen. Die, egal, in welcher Position, sich von wem auch immer berufen oder erleuchtet fühlen, der Welt zu sagen, wo es langgeht.

Die sich ihre Wahrnehmung von der Welt so zurechtbiegen, dass sie, und nur sie, sie retten können. Es sind, jeder auf seine Art, eingebildete Schwachköpfe, die vor allem andere Schwachköpfe mobilisieren. Und die, die sich gerne belügen lassen, weil sie schon immer auf jemand gewartet haben, um sich nicht selbst retten zu müssen. Und die, die sich von diesen

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Wie der postmoderne Antirassismus zum Hemmschuh der multikulturellen Gesellschaft wird

 

Mural on Jones Avenue, Toronto, Canada Foto: Beatrice Murch Lizenz: CC BY 2.0

Oh ja Leute, es gibt Rassismus und das nicht zu knapp. Auch bei der Polizei. Es gibt ihn im Alltag auf den Straßen, in Schulen, Krankenhäusern und Universitäten. Es gibt ihn in der Politik, in der Kultur und in der Wirtschaft, in Familien, unter Freunden, ja sogar zwischen Menschen die sich lieben. Aber es gibt ihn auch als einen antirassistischen Popanz, der ausschließlich dazu dient, sich selbst von jedem Rassismus freizusprechen. Rassisten sind nämlich immer die anderen, und dazu gehören in der Regel die Menschen, die man sowieso schon scheiße findet. Mit Vorliebe Polizisten und Militärs oder anderes strukturell nervendes staatliches Ordnungspersonal. Aber auch gerne mal die, die weiß sind, oder ungebildet, oder zu reich, oder zur Unterschicht gehören, oder die sonst eine Eigenschaft haben, die man selbst nicht zu haben wünscht oder im geheimen gerne hätte, aber nie bekommen wird.

Wobei der Haken bei den Weißen ist, dass deren Hautfarbe genauso angeboren ist wie jede andere. Sie kann also nicht geändert werden wie die Zugehörigkeit zu einer Religionsgruppe, zu einer Nation oder zu einem wertebezogenen Kulturkreis. Sie kann auch immer noch nicht wegoperiert werden, wie mittlerweile – wenn auch mehr oder weniger notdürftig – das Geschlecht. So sehr man sich in eine andere Hautfarbe wünscht, oder sich in sie hinein zu fühlen versucht, man bekommt sie dadurch nicht selbst.

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Wir leben nicht im post- sondern im protodemokratischen Zeitalter.

Modische Kritik an der Postmodernen


Ich kann es nicht mehr hören, das Präfix post. Während Konzerne die Aufkäufe von Wasser, Boden und Rohstoffen immer weiter steigern und die privaten Vermögen sich aus Angst vor einer neuen Finanzkrise immer stärker in Sachwerten realisieren, faseln die postmodernen Worterfinder vom postmateriellen Zeitalter. Während überall die Grenzzäune verstärkt und viele Menschen die soziale und ökonomische Sicherheit sowie ihre kulturelle Identität wieder im Nationalen suchen, weil sie sie woanders nicht finden, versuchen sie uns unverdrossen das postnationale Zeitalter einzureden.

Obwohl jeder weiß, dass die meisten Menschen schon immer das am liebsten hören und lesen, was ihnen in den Kram passt, weil sich ihre Psyche im Gegensatz zur ihre Umgebung und ihren Kommunikationsmitteln kaum verändert hat, wollen sie uns mit ihrer neusten Worterfindung namens postfaktisch weiß machen, dass das erst mit dem Internet so richtig losgegangen ist.

Obwohl die Ideologisierung unserer Weltsicht nach der inneren- oder äußeren Zerstörung von Kommunismus und Nazi-Faschismus keineswegs aufgehört hat, ja der Faschismus sogar wieder in der immer schon gefährlichen Verbindung von Religion und Politik im Islamismus eine

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US-Präsident Trump – Katastrophe oder heilsamer Schock?

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Auch ich habe Trump nicht als Präsident kommen sehen, ja nicht kommen sehen wollen. Mein Blick auf die USA ist ein durch New York City gefilterter Ost-Küsten-Blick geblieben. Ich habe immer um die riesige amerikanische Provinz gewusst. Besucht habe ich sie, obwohl ich seit 1986 jedes Jahr für mindesten 2 Monate in diesem Land weile, jedoch nie. Ich will im Folgenden trotzdem versuchen, die Folgen dieser Wahl für die USA einzuschätzen.

Wer das tun will kommt nicht umhin, zwischen dem Wahlsystem-Ergebnis und dem Stimmenzahl-Ergebnis zu unterscheiden. Die politische Grundstimmung eines Landes hängt nämlich von Letzterem und nicht von Ersterem ab. Anders ausgedrückt: Trump hat die politische Macht erobert, nicht aber die Mehrheit der Wahl-Bürger des Landes für sich gewonnen.

Das macht außenpolitisch keinen Unterschied, innenpolitisch ist es jedoch von allergrößter Bedeutung und das weiß auch Donald Trump selbst. Es war also absehbar, dass er nach dem

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Der neue Populismus von unten

Sonnenaufgang in der Dortmunder Nordstadt
Sonnenaufgang in der Dortmunder Nordstadt


Populisten sind dazu da, den Teil der Bevölkerung demokratisch widerzuspiegeln, den es ohne sie und ohne die Demokratie nicht in den Parlamenten gäbe. Die, die sie nicht aus Überzeugung, sondern aus Protest wählen, und das ist die Mehrheit ihrer Wähler und Wählerinnen, wollen sie im Parlament, aber nicht an der Regierung, denn:

Globalisierung löst nicht nur Probleme, sie schafft auch welche.

Die Masse der Wähler ist nicht so blöd, wie es sich die Medien- und Politelite, und die, die sich dafür halten, vorstellt oder – als indirektes Eigenlob – sogar wünscht. Dafür ist ihr Sicherheitsbedürfnis einfach zu groß. Sie mögen zu den Ängstlicheren unter den Wahlbürgern gehören, zu den Dummen zählen sie nicht. Sie wissen deswegen sehr wohl, dass Populisten eher Probleme benennen, ja bewusst dramatisieren, als dass sie in der Lage wären, sie zu lösen. Aber sie wissen eben auch, dass es in bestimmten Fällen ohne diese

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Wer die Ruhrstadt leben will braucht ein Faltrad – eine Empfehlung

Klassisches Faltrad Foto_ Leupold Lizenz: CC BY-SA 3.0
Klassisches Faltrad Foto_ Leupold Lizenz: CC BY-SA 3.0

Nein, das Ruhrgebiet ist nicht der urbanste Ort der Welt. Selbst wer hier an einem der vier großen Hauptbahnhöfe, also in der Mitte von Dortmund, Bochum, Essen oder Duisburg ankommt, wird nicht gleich vom quirligsten Innenstadtleben umfangen. Selbst zum Bochumer Gastro-Viertel Bermuda3eck geht es erst einmal ein paar Minuten zu Fuß durch eine eher unansehnliche und spät abends auch menschenleere Kulisse. Urbanität heißt im Ruhrgebiet in der Regel erst einmal: Fahren, fahren, fahren. Für Fußgänger, geschweige denn für Flaneure ist diese Stadtlandschaft nun mal nicht gemacht.

Aber für Menschen, die die permanente ,flächendeckende und zuweilen alle anderen Stadtbewohner quälende Zusammenrottung von Menschen in Form von Party People, Szenegängern und Touristen nicht zu ihrem Lebenselixier zählen. Die ohne Probleme ein Stück Weges in kaufnehmen, um ihre ganz persönlichen Urbanitätsbedürfnisse jeweils wie ein

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Den humanitären Flüchtlingskurs der Kanzlerin gibt es nicht

Angela Merkel Foto: Pixelfehler Lizenz: CC BY-SA 3.0
Angela Merkel Foto: Pixelfehler Lizenz: CC BY-SA 3.0


Ich weiß nicht mehr vor was oder wem mir mehr gruselt, Leute. Vor den Wahlergebnissen der AFD oder vor denen, die sie zu Zeit interpretieren. Entweder wird der Untergang der deutschen Nachkriegsdemokratie als neofaschistisches Menetekel an die Wand gemalt, oder das genaue Gegenteil behauptet: Dass die Niederlage der beiden Regierungsparteien eigentlich ihren politischen Kurs mit überwältigender Gesamtmehrheit bestätigt hat. Dass die AFD also entweder die größte Gefahr oder aber eine letztlich vorübergehende und damit politisch zu vernachlässigende Größe darstellt. 

Ich halte beide Interpretationen für falsch, bzw. vorrangig ideologisch gespeist, denn sie setzen in der für diesen Wahlkampf zentralen Frage der Flüchtlingskrise einen politischen Kurs voraus, den es gar nicht gibt: Den humanitären Flüchtlingskurs der Kanzlerin. Es ist vielmehr geradezu irre, wie in Anbetracht der realen Situation an den europäischen Grenzen von ansonsten klugen Politschreibern behauptet wird, dass Frau Merkel ihren Kurs der unbegrenzten Obergrenze durchhält.

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