Verschwörungstheorien haben dieser Tage wieder Konjunktur. Montagsmahnwachen, Gaza-Krieg und der Ukraine-Konflikt tun ihr Übriges dazu. Um dies bloßzustellen haben sich vornehmlich im Internet Gruppen gegründet, die solche Mechanismen aufdecken und bloßstellen wollen. Unsere Gastautorin Ronja Mercedes Nabert hat sich mit der „Rothschild-Jugend“ unterhalten. Die Gruppe versammelt eine fast tausendköpfige Anhängerschaft um sich. Deren Agenda lautet knackig: „Für mehr Chemtrails I ♥ Volkstod. Rothschild Jugend bis zum Kommunismus“. Alles Satire – oder etwa doch nicht?
Wie ist das so, Funktionär der Rothschild Jugend zu sein?
Administrator: Der Job wurde mir vom Zentralkomitee der Rothschild Jugend nach Rücksprache mit der Familie Rothschild für meine Verdienste im antigermanischen Krieg verliehen. Wie es sich anfühlt, so wichtig zu sein? Eigentlich ist es nichts besonderes, wir sitzen den ganzen Tag in unserem Berliner Büro rum, veröffentlichen die neusten Meldungen aus der Zentrale und warten auf die nächsten Kokain-Lieferungen vom Mossad.
„Wir sind Die PARTEI und WIR sind Rock `n` Roll! – Diesmal sogar mit Inhalten“, schreibt unser Gastautor El Comandante Stadtmann.
Finanzielle Stärkung der freien Kulturszene in Essen!
Im Jahr 2006 gründete sich die „kulturelle Marketing-Initiative Essen“, ein Zusammenschluss von zahlreichen Kultureinrichtungen und Theatern, Kunst- Musik- und Literaturinitiativen aus dem freien Kulturbereich.
Die Einrichtungen und Initiativen der freien Kulturszene haben einen bedeutenden Anteil am Essener Kulturlebens und setzen Impulse und Trends. Im krassen Gegensatz zur Bedeutung steht jedoch die finanzielle Förderung der Freien. Die Stadt Essen gibt im Jahr ca. 93,2 Millionen Euro an Steuergeldern für Kulturförderung aus, doch diese kommt fast ausschließlich der so genannten Hochkultur zugute, eine Kultur die wohl schon längst völlig ausgestorben wäre, würde sie nicht immer wieder von der Stadt mit gewaltigen Finanzspritzen künstlich am Leben gehalten.
Der gesamte Bereich der freien Kultur wird aber gerade mal mit ca. 3,5 Prozent des Kulturhaushaltes gefördert. Der Kulturhaushalt der Stadt Essen und der Anteil zur Förderung der Freien Kulturszene stehen damit absolut in keinem angemessenen Verhältnis.
Die Stadt Essen schmückt sich ja gerne mit Titeln wie „Metropole Ruhr“ oder „Kulturhauptstadt 2010“. Dabei wird vergessen, dass gerade Großstädte einen hohen Anteil ihrer Attraktivität aus dem kulturellen Leben abseits der Hochkultur gewinnen.
Clubs, Kneipen, Bars, kleine Kinos und freie Theater prägen die Kulturlandschaft der Stadt Essen in einem hohen Maße. Der Kulturwert einer Stadt ist in den letzten Jahren auch zu einem immer größeren Standortfaktor geworden, der von der Stadt Essen nun aber auch finanziell gewürdigt werden muss.
Ohne Einrichtungen und Initiativen der freien Kulturszene würde das Kulturangebot der Stadt Essen an Vielfältigkeit und Qualität und Quantität verlieren. Das Engagement und die enorme Leistung der freien Kulturszene für die Entwicklung der Stadt muss auch in finanzieller Hinsicht Deshalb fordert Die PARTEI Essen eine deutliche Erhöhung des
Budgets zur Förderung der freien Kultur in Essen!
Support your local scene!
El Comandante Stadtmann ist Fraktionsvorsitzender der PARTEI-Piraten in Essen
Solidarität mit Israel – Demonstration in Düsseldorf Foto: Mathias Schumacher Lizenz: Copyrigt
Gestern zeigten 400 Menschen auf einer Demonstration in Düsseldorf ihre Solidarität mit Israel. Neben dem Fraktionsvorsitzenden der SPD im nordrhein-westfälischen Landtag Norbert Römer und der FDP-Landtagsabgeordneten Ingola Schmitz sprach auch dort auch Sebastian Hammer, Mitglied des Jusos-Landesvorstandes NRW. Wir dokumentieren hier seine Rede.
Frischkäse und Hass sind die beiden wichtigsten Exportgüter Dänemarks Foto: Arla Lizenz: CC3.0
Immer diese Dänen. Die gehören zu denen, denen auch Dänen alles zutrauen würden und trotzdem unter ihnen bereitweillig leiden. Von unsere Gastautor Thorstein al-Danmarkirya.
Dänen sind furchtbare Menschen. Sie beschießen jetzt schon seit über 50 Jahren Holstein. Die Bewohner Flensburgs, Westerlands und Kappelns sehen sich jeden Tag dem Risiko von Raketenangriffen ausgesetzt. Das eigentliche Problem sind aber nicht die Dänen, sondern die verdammten Norweger und Schweden und Esten, welche den Dänen Raketenmaterialien liefern. Und wenn einmal ein Transport in der Ostsee aufgehalten wird, gibt es gleich einen Protest bei den Vereinten Nationen.
Dänemark ist ein Land, welches sich zu den rotweißen Protestschweinen bekennt und niemals die Niederlage bei den Düppeler Schanzen vergessen konnte. Erst dieser Sieg ermöglichte aber erst, dass sich eine andere Nation wirklich einte. Im
Unsere Gastautorin Katharina König ist Landtagsabgeordnete der Linken in Thüringen. Sie ist seit langem in der Antifa-Arbeit aktiv, war im NSU-Untersuchungsausschuss Thüringens und setzt sich gegen Antisemitismus ein – auch in der eigenen Partei.
Während ich diesen Kommentar schreibe, hat die Hamas den Waffenstillstand gebrochen – oder klarer formuliert: nie eingehalten. Während ich diesen Kommentar schreibe vibriert mein Handy im Dauerrhythmus:
In Nahost ist Krieg. Raketen fliegen seit Monaten aus dem Gaza-Streifen auf Israel. Die Reaktion in Deutschland: Schweigen. Drei jugendliche Israelis werden entführt. Die Reaktion in Deutschland: weitgehendes Schweigen. Wenige Tage nach der Entführung werden die drei Jugendlichen tot aufgefunden. Unmenschlich. Grausam. Es gibt keine Demonstrationen, keine Kundgebungen.
Wenn man von den Gefahren der Internetnutzung spricht, geht es immer nur um die privaten Informationen und Spuren die man hinterlässt; Was ich noch mehr vermeide, und was ich viel gefährlicher finde, sind die falschen. Die Idee für einen besseren Informationsaustausch, jedem die Chance zu bieten mitzureden führt sich selbst ad absurdum: Ein jeder nutzt sie auch. Von unserer Gastautorin Ronja Mercedes Nabert.
Facebook wird dabei immer politischer. Seit der ersten Berichte zur Ukraine-Krise beobachte ich, dass meine Texte mit einem „gefällt mir“ markiert werden, von Leuten die früher genervt von meinem Hobby waren und mir Wein nachschenkten, sobald ich ansetzte: „Heute morgen in der Zeitung…-“ Das ist natürlich erst einmal gut; Die Bürger demokratischer Gesellschaften machen zu oft und zu lange den Fehler ihren Einfluss zu unterschätzen, nur war die noble Erfindung des Internets eben keine Einladung zum größten Stammtisch der Welt. Wenn jemand über Politik redet, ohne zu wissen, worum es geht, ist das für mich etwa so, als würde ein Fremder meine Familie beleidigen.
Da fallen viele Wörter, die richtig zu verwenden nicht in der Schule gelehrt wird und insbesondere die Begriffe „rechts“ und „links“ munter vor sich hin. Man sollte meinen, die Klärung der Terminologie wäre hier einfach. Eine Gegenüberstellung, die „gut und schlecht“ am nächsten kommt: Ein Adjektiv steht für Menschen oder Dinge, die den Gleichheitsgedanken teilen, das andere für das Gegenteil. Wer seine „politische Bildung“ von Facebook hat (und das ist offenbar der ganze Rest meine Generation), für den sind Nazis „auch nur Menschen“ und Linke irgendwelche Leute, die überall Nazis sehen. Für den gibt es Linksfaschismus und für den braucht man auch die Einflüsse und Gedanken der Nazis um zum „Weltfrieden“ zu kommen. Ich spreche hier nicht nur über die Initiatoren der neurechten
Dugins Ideengeber: Französischer Traditionalist René Guénon.
Aktuell hat es den Anschein, als ob eine bereits in den Zwanziger Jahren verfeinerte Idee ihre Wiederauferstehung feiert, die damals bei Rechtsradikalen wie Esoterikern gleichermaßen Anklang fand – und das im Russland des Jahres 2014. Es geht um die Idee der „integralen Tradition“. Von unserem Gastautor Franz Wegener
Im Gefolge des Pariser Okkultisten und Gnostikers Papus (Gérard Encausse, 1865-1916) hat der Metaphysiker René Guénon (1886-1951) in den Zwanziger Jahren die Idee ausgebaut, alle Religionen gingen auf eine Urreligion zurück. Ähnliche Gedanken finden sich bereits in der Renaissance und werden bis heute unter dem Begriff der philosophia perennis geführt. Im 18. Jahrhundert stießen diese Ideen dann bei den Freimaurern auf offene Ohren und dann erreichten sie einen jungen, in Blois geborenen Franzosen aus gut bürgerlich-katholischem Hause: René Guénon. Obwohl er selbst kein Rassist war, inspirierte er in den kommenden Jahren den sizilianischen Baron Julius Evola, der eine Zeit lang Einfluss auf den italienischen Faschismus nahm und zahlreiche Vertreter der konservativen Revolution in Deutschland bis hin zu einzelnen SS-Mitgliedern.
Im Mittelpunkt seiner Lehre steht der Begriff der „Tradition“, der eine einstmals vorhandene Urkultur (häufig wird hier auf die Atlantis oder ein nordisches Volk verwiesen) und deren Urreligion voraussetzt. Nur das esoterische, ausschließlich Eingeweihten, also Initiierten, tradierte, also übertragene Wissen dieser Urreligion ließ Guénon als echtes metaphysisches Wissen gelten. Dem gegenüber ständen kontra-initiatorische Kräfte, die falsche, leere Weisheiten verbreiteten. Hierzu zählte er im weitesten Sinne auch den durch Rom seiner gnostischen Elemente weitgehend beraubten Katholizismus. Als Alternative empfahl der späte Guénon das Wissen der östlichen Religionen; er selbst konvertierte zum Islam und widmete sich bis zu seinem Tod in Kairo den Lehren des Sufismus. Da war es folgerichtig, dass er gegen frei erfundene Ersatzreligionen wie die Theosophie zu Felde zog: Sie gewährten keinen authentischen Anschluss an die Tradition. Hier wurde seines Erachtens nicht in einem Meister-Schüler-Verhältnis die Echtheit der Übertragung von Mensch zu Mensch durch die Jahrtausende gewährleistet. Entsprechend feindselig zeigte er sich zeitlebens gegenüber dieser Spielart östlichen Wissens – eine Haltung, die ihm vorübergehend Sympathien auch aus dem katholischen Lager einbrachte. Es ging ihm darum, den Westen erneut in eine ihm gemäße traditionelle Zivilisation zu
Auf seiner Webseite bewirbt Gregor Schneider noch sein zensiertes Projekt Totlast
Raimund Stecker ist gelernter Kunsthistoriker, er war 2010 bis 2013 Direktor des Duisburger Lehmbruck-Museums. Ein umstrittener Mann, der geschasst wurde. Stecker holte den Sozialdemokraten und Volkstümler Sarrazin zum Diskurs in Wackerbarths Intergrations-Ausstellung „Rote Couch“. Stecker forderte einen Zaun als Kunstwerk um den Museumspark, damit er wieder ein Stadtgarten würde. Stecker hat Verdienste: Niemals zuvor war das Lehmbruck-Museum so im Gespräch wie unter seiner Ägide. Jetzt kritisiert Raimund Stecker die Zensur des Duisburger Oberbürgermeisters Sören Link (SPD). Dieser hat ein provokatives Kunstwerk verboten – die „Totlast“ von Gregor Schneider sollte im Rahmen der Ruhrtriennale im Lehmbruck Museum installiert werden. Ein internationaler Kunstskandal.
Ein Interview von unserem Gastautor Thomas Meiser.
Ruhrbarone: Herr Dr. Stecker. Wann ist ein Sozialdemokrat erwachsen?
Raimund Stecker: Das sollten Sie besser die beiden zurzeit berühmtesten SPDler des Kunstbetriebs fragen: Duisburgs
Dietmar Wolf (Grüne), Vize Susanne Garn (SPD), BV-Chef Walter Schmidt (CDU) von links nach rechts Foto: TextUnion, Günther A. Classen Lizenz: Copyright
Obwohl in der Landeshauptstadt Düsseldorf der bisherige CDU-Oberbürgermeister in einer Stichwahl haushoch von seinem Herausforderer Thomas Geisel (SPD) abserviert wurde, haben sich damit die bestehenden, extrem knappen Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat allenfalls noch verschärft. Von unsere Gastautor Günther A. Classen.
Um eine von allen Seiten ungeliebte „Große Koalition“ im Rat zu vermeiden, favorisierten CDU und Grüne nach der Kommunalwahl zunächst ein rot-schwarzes Bündnis. Nach der anschließenden OB-Stichwahl schrumpfte die gemeinsame Mehrheit auf nur noch eine Stimme zusammen, die zusätzlich mit einem sozialdemokratischen Oberbürgermeister an der Spitze mit Sicherheit wenig Bestand für die kommenden sechs Jahre haben dürfte. Also wurschtelt augenblicklich noch ohne absehbares Ergebnis an einer „Ampel“ aus SPD, Grünen und FDP herum.
In einigen von den zehn Stadtteilparlamenten kam es teils ebenfalls zu spektakulären Veränderungen, neben zwei Christdemokraten, die ihren eigenen Kandidaten nicht wählten und dadurch einen SPDler ermöglichten, jedoch allen voran bei der größten Bezirksvertretung 3, wo milieubedingt und in Uninähe die Linkspartei diesmal einen zweiten Sitz für sich verbuchen konnte, während die CDU dort einen an die SPD verlor.
Viele meiner politischen Emails drehen sich in den Tagen vor der konstituierenden Ratssitzung um die Bildung von Ausschüssen und der Organisation der Arbeitsweise im Stadtrat, der CDU-Fraktion und der Partei. Normal. Dazwischen trudelte einen Monat nach der Kommunalwahl eine Email ein, die mitteilt, dass der Kämmerer Dr. Busch (Grüne) eine Haushaltssperre verhängt habe. Ich dachte gleich an Dortmund. Vor fünf Jahren kam da die Haushaltssperre direkt in den Tagen nach der Kommunalwahl. Nun, sie werden auch im Rathaus Bochum gelernt haben, dachte ich so. Dann hab ich die Email mal gelesen. Ein Beitrag von Dirk Schmidt, Mitglied der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Bochum.
Die Zeitung und der Bericht des Kämmerers im Rat verdeutlichten das Ausmaß des Problems. Bis zu 40 Millionen Euro fehlen in der Kasse. Und die fehlen so plötzlich, dass das vor einem Monat noch nicht absehbar war? Da gibt es Mindereinnahmen, weil zum Beispiel die Sparkasse nicht so viel Gewinn abführt, wie erhofft. Bei den Sozialtransfers und den Personalkosten kommt es zu Steigerungen. Das sind dann so die Zwangsläufigkeiten.
Sparmaßnahmen greifen nicht so wie erhofft
Da sind dann aber auch verwaltungsseitig hausgemachte Probleme. Der Personalabbau kommt nicht so recht voran. Standortdebatten haben Verschlankungen der Verwaltungsorganisation nicht vorankommen lassen. Es sind nicht nur die nicht erfolgreichen Maßnahmen des Haushaltskonsolidierungskonzepts (HSK), die jetzt schmerzen. Dieses Jahr müssten ja weitere folgen. Dr. Busch hat dazu eine Folie, die er im Ratssaal an die Wand projeziert. Die Einsparungen von 0,7 Mio. € bei den städtischen Seniorenheimen erwartet er auch nicht mehr – und so manch anderes auch. Ich sehe die Liste und denke mir: Da fehlen noch die Folgen des Sturms am Pfingstmontag.
Kämmerer Dr. Busch erklärt dem Rat eine Kurve. Das ist die Kurve, wie sich jedes Jahr das Defizit der Stadt Bochum verringern soll. Im Bundeshauhalt würde das dann Nettoneuverschuldung heißen. Die Kurve fällt dieses Jahr auf 85 Millionen Euro. Immer noch eine stolze Summe, aber leider wird die fallende Soll-Linie auf der Wand von einer roten Kurve geschnitten. Ihr Endpunkt liegt bei etwa 120 Millionen Euro. Das wird schwierig, auf mindestens 40 Millionen Euro weitere Einsparungen zu kommen. Einige Oberbürgermeister wollen beim Land vorsprechen, die Verluste an Bäumen und anderen Schäden nicht regulär mit allen Konsequenzen in ihren Haushalten verbuchen müssen, hörte ich.