Geschichten von hier – bodo im April.

bodo Titel April 2013Bereits vor Ostern erscheint die April-Ausgabe des Straßenmagazins bodo. Die Redaktion stellt das Heft vor:

Titelthema: Martin Fromme ist Teil des Comedy-Duos „Der Telök“, TV-Moderator, Schauspieler und Buchautor. bodo sprach mit ihm über Behinderung, die Medien, seine Kindheit in Herne-West und ein Rentnerleben an der Nordsee. Außerdem stellt die Redaktion sein Buch „Besser Arm ab als arm dran“ vor, einen bitterbösen „Behinderten-Knigge“.

bodo besucht „Die Urbanisten“ in Dortmund, einen Verein von jungen Stadtplanern, Pädagogen, Künstlern und Journalisten, die sich die „Mitgestaltung der eigenen Stadt“ zum Ziel gemacht haben.

Das eigene Auto mit fremden Menschen teilen? Oder gar auf ein eigenes Auto verzichten, um tage- oder stundenweise ein passendes Fahrzeug zu leihen? Für viele eine Schreckensvorstellung und doch ein Erfolgsmodell: Carsharing. Die Redaktion sprach mit Anbietern und Nutzern verschiedener Carsharing-Konzepte.

„Deaf Slam“: Bei einem Workshop im Vorfeld des inklusiven Filmfestivals der Aktion Mensch ließ sich bodo-Redakteur Sebastian Sellhorst zeigen, wie Poetry Slams in Gebärdensprache funktionieren. Und noch einmal Film: bodo hat das Programm des Internationalen Frauenfilmfestivals gesichtet und eine besondere Kino-Empfehlung.

Ein Floß für Athen: Drei Jahre dauerten die Vorbereitungen zur Gründung der ersten griechischen Straßenzeitung. Athen ist seitdem nicht wiederzuerkennen, die soziale Situation in Griechenlands Hauptstadt ist dramatisch. Seit wenigen Wochen ist „Shedia“ (dt. das Floß) nun auf Athens Plätzen und Straßen zu kaufen – und sie wird gekauft. bodo sprach mit der Deutschgriechin Polymnia, die Athen verließ und nun in Dortmund lebt und mit Chris Alefantis, Journalist und Mitgründer von „Shedia“.

Weitere Themen: Die Online-Marktplatz fairnopoly.de, die Rockband „Unkaputtbar“, in der der Musiker Boris Gott mit Suchtkranken aus einer Diakonie-Einrichtung arbeitet, die Nachhaltigkeits-Messe „gut.“ in Bochum, bodos soziale Stadtführung, Verkäufergeschichten, Opels ungewisse Zukunft, Zwangsräumungen, Ungarn, der Dortmunder Nordmarkt, Cig Köfte, der kommentierte Veranstaltungskalender mit 23 Verlosungen (z.B. Cindy von Marzahn, Tom Lüneburger, Quadro Nuevo), u.v.m.

Goethe und der eisige Schweinezyklus, oder leider doch keine Palmenplage auf Grönland.

Brunnen in Essen. Ende März 2013
Brunnen in Essen. Ende März 2013

In ein paar Tagen haben wir Ostern. Sie wissen doch bunte Eier im Gras verstecken, Frühlingsblumen blühen, und endlich wärmer. Sogar wärmer, als es uns Goethe, ein bekannter deutscher Dichter vormachen wollte. Was sagte Goethe? In seinem Stück Faust (1. Teil) ließ er Doktor Faust sagen: „vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blick“. Von unserem Gastautor Helmut Junge.

Jetzt erst? Eigentlich hatte mich das immer gewundert, denn ich kannte es nicht anders, als das Flüsse meist den ganzen Winter über eisfrei blieben. Aber man weiß doch, wo Goethe sich damals gerade aufgehalten hat. Ja, aber heute, nur wenige Tage vor Ostern ist es dort, im Osten immer noch lausig kalt. Dass dort die Bäche bis Sonntag eisfrei sind, ist unwahrscheinlich. Es ist also kälter, als zu Goethes Zeiten. Auerbachs Keller müsste wohl kräftig geheizt werden.

Dabei war das Klima ganz anders geplant. Seit Jahrzehnten reden die Meteorologen davon, dass die Erde sich aufheizt, wir also Energie sparen müssten, um den CO2 Anteil in der Atmosphäre, der für die Aufheizung sorgt, zu verringern. Ich bin vermutlich nicht der einzige, der sich aufgrund dieser Prognose eine größere Zahl mediterraner Pflanzen besorgt hat, und darauf gewartet hat, dass diese Erwärmung endlich stattfindet, damit ich diese Pflanzen nicht jeden Winter in den Keller schleppen muß. Das war zweimal im Jahr echte Knochenarbeit, mit den schweren Töpfen die steile Treppe hinunter zu gehen und im Frühjahr wieder hinauf.

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Räumlich verlegte Lebensmittelpunkte

wodkaundolivenAdrian Kasnitz erzählt in seinem Debütroman die Geschichten zweier Migrationsfamilien aus Polen und Griechenland in der westfälischen Provinz. Von unserem Gastautor Daniel Kasselmann.

Adrian Kasnitz‘ Protagonist Moritz ist neu in Berlin und treibt einsam und haltlos durch die Stadt. Der Grund seines Kummers, den er immer wieder mit Alkohol betäubt, bleibt bis zum Schluss im Verborgenen. Als er sich in die Kellnerin Ella verguckt, erzählt er ihr bruchstückhaft von dem Haus in der westfälischen Provinz, in dem er aufwuchs, und seinen migrantischen Bewohnern. Es sind insbesondere zwei Familien, die Bodanskis aus dem polnischen Diwitten und die kretischen Konstantinidis, die über drei Generationen als Migrationsgeschichten im Mittelpunkt des Hauses und Moritz‘ Geschichten stehen. Von der Elterngeneration in den Heimatländern über die Hintergründe der Emigration der Kindergeneration nach Deutschland, deren Ankunft, Einleben und Leben in der neuen Welt bis hin zur Enkelgeneration, zu der auch Moritz gehört.

„‘Es war ein ganz gewöhnliches Haus mit richtigen Menschen, die es bewohnten, real people sozusagen.‘ Er erinnerte sich an die Namensschilder, die Klingelknöpfe, Namen, die entweder in Blech graviert, in einen Plastikstreifen gestanzt oder auf Pappe geschrieben waren. All die unbürgerlichen Namen, die in alle Himmelsrichtungen aus diesem Land hinauswiesen. Warum gab es dieses Haus nicht mehr? Wohin waren all diese Menschen verschwunden?“

Moritz erzählt minutiös, in epischer Länge und als Ella schließlich müde heimgehen will, bietet er an, sie zu begleiten. Auf dem weiten Heimweg erzählt er weiter, bis sie bei ihr ankommen. Am nächsten Morgen verlässt er sie und streift weiter durch die Stadt; eine Rentnerin auf einer Parkbank, ein Wirt und ein Kind sind nun die flüchtigen Bekanntschaften, welche die Geschichten von ihm zu hören bekommen. Als er irgendwann in dem Café Ella wiederbegegnet und zu Ende erzählt, erschließt sich erst auf den letzten Seiten der Grund seines Kummers.

Die Zumutung, die Kasnitz dem Leser aufbürdet besteht darin, dass man zwar einerseits Moritz‘ akribische Erinnerungen über den faszinierenden Mikrokosmos des Hauses in der Provinz mit seinen Bewohnern und ihren Migrationsgeschichten genießt, sich aber dabei ständig fragt, was ihn so schmerzt, dass er dermaßen manisch dazu getrieben wird, jeder Zufallsbekanntschaft, davon zu

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Lohnt sich das Kohlekraftwerk Datteln IV noch?

Blick Löringhof 2011. Foto: Robin Patzwaldt
Blick Löringhof 2011. Foto: Robin Patzwaldt

Ende April geht das Genehmigungsverfahren für das Kohlekraftwerk Datteln IV in die nächste Phase. Die Regionalplanungsbehörde des Regionalverbands Ruhr (RVR) wird im Mai den Mitgliedern des zuerst beratenden Planungsausschusses umfangreiche Unterlagen zur Verfügung stellen. Anfang Juli wird dann das „Ruhrparlament“, die Verbandsversammlung des RVR, darüber entscheiden. Es geht nicht nur um die Genehmigung selber, sondern auch darum, ob im Rahmen eines sogenannten Zielabweichungsverfahrens die in der NRW-Staatskanzlei bei Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) angesiedelte Landesplanungsbehörde entscheiden muss. Darauf läuft es hinaus, denn im rot-grünen Koalitionsvertrag ist vorgesehen, das im Falle einer Genehmigung eh die Landesregierung alles noch einmal vollständig prüft. Das sag mir einer, dass die Politik nicht zu Datteln IV entscheidet, wenn sie für bestimmte Entscheidungen zusätzliche Hürden errichte. (vgl.“Rot-Grüne Willkür: Zusätzliches Verfahren für Datteln IV“ vom 13.06.2012) Von unserem Gastautor Dirk Schmidt.

Derweil dümpelt der noch nicht fertige Bau in Datteln am Kanal vor sich hin. Es ist mehr als ein Rohbau. E.ON hat dort alles fertiggestellt, soweit mit den erteilten Genehmigungen vertretbar war. Dabei darf nicht vergessen werden, dass der Konzern eine vollständige Genehmigung hatte. Nicht diese wurde ungültig, sondern mehr indirekt, weil die Genehmigungsgrundlagen während des Baus entfielen. Das warf Fragen nach einem Bestandsschutz auf. Denn da war ja faktisch mit einer gültigen Genehmigung bebaut

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“Unsere Mütter, unsere Väter”: Das Versagen des “Fernsehereignisses des Jahres”

 

Deutsche Soldaten auf Feld (Foto: Bundesarchiv Koblenz / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 DE)
Deutsche Soldaten auf Feld (Foto: Bundesarchiv Koblenz / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 DE)

Für ihren Dreiteiler “Unsere Mütter, unsere Väter” (UMUV) ernten Nico Hofmann und das ZDF von (fast) allen Seiten nichts als Lob. Und in der Tat: Die Produktion, die sich (zuweilen sehr eng) an US-Vorbildern wie “Private James Ryan” und “Band of Brothers” orientiert, beeindruckt mit schnellen und aufwendigen Schnitten, Zeitlupen, Super Close-Ups und kaum geschönter Brutalität. So spannend und gut inszeniert war der Zweite Weltkrieg in einer deutschen Fernsehproduktion vielleicht noch nicht zu sehen. Schade, dass der Film inhaltlich vor allem der Beweihräucherung deutscher Befindlichkeiten dient. Von unsere Gastautor Andrej Reisin/Publikative.

Vieles ist an diesem Film inzwischen gelobt wordenauch aus dem berufenem Munde führender deutscher Militär- und Zeithistoriker. Vieles, was in den Erzählungen “unserer Väter, unserer Mütter” (wobei hier eine gewisse Merkwürdigkeit liegt, denn man muss schon deutlich jenseits der 50 sein, wenn die Generation der um 1920 geborenen ernsthaft noch Vater und Mutter sein sollen) jahrzehntelang tabuisiert war: Die Darstellung des Massenmordes anhand blutdurchtränkten russischen Bodens, das Abschlachten einer Bauernfamilie durch Wehrmachtssoldaten, der Befehl wahllos Wohnhäuser anzuzünden, Hinrichtungen von Zivilbevölkerung, die man nach Partisanenangriffen als Geiseln nahm sowie die Hinrichtung einer Deutschen wegen lächerlicher Äußerungen über den immer unwahrscheinlicher werdenden Endsieg kurz  vor Kriegsende.

Bei so viel Lob, dem mittlerweile zumindest einige kritische Zwischentöne an die Seite gestellt wurden, möchte ich mich darauf beschränken, die offensichtlichsten Schwächen des Dreiteilers zu benennen.

It don’t mean a thing if it ain’t got that Swing

Der Film verharmlost von Beginn an die Entrechtung der deutschen Juden. 1941 sollen deutsche Frontsoldaten noch mit jüdischen Freunden gemeinsam in öffentlichen Lokalen gefeiert und zu Swingmusik auf den baldigen Endsieg gegen die Sowjetunion angestoßen haben? Natürlich könnte es das in Berlin unter (eher

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Straßenstrich: Dani K. hat ein Urteil : Na und ?

Foto: Barbara Underberg
Foto: Barbara Underberg

Dani K. hat es geschafft. Sie darf wieder auf der Strasse anschaffen gehen, irgendwann, irgendwo in Dortmund. Dani K. mag sich über Ihren vermeintlichen Sieg über die Stadt Dortmund freuen, die Medien das Bild streitbaren Huren pflegen. Von unserem Gastautor Thorsten Stumm.

Bei genauer Betrachtung ist es mehr als zweifelhaft ob dies wirklich ein Sieg für Dani K. ist.

Als ich gestern, nach bekannt werden des Urteils, mit Leuten gesprochen habe die sich massgeblich für die Schliessung des Strassenstrichs eingesetzt hatten, herrschte da grosse Zufriedenheit vor. Der Tenor war eindeutig : Die hat ein Urteil na und ?

Denn das Verwaltungsgericht hat sämtliche Argumente die zur Schliessung des Strassenstrichs im Dortmunder Norden geführt haben, voll umfänglich anerkannt und bestätigt. Zukünftigt wird nirgendwo im Dortmunder Stadtgebiet oder im Regierungsbezirk Arnsberg ein Strassenstrich etabliert werden können ohne diese Argumente gerichtsfest zu berücksichtigen. Siege sehen anders aus.

Nicht nur Huren können für einen Strassenstrich klagen sondern auch Anwohner dagegen. Mit nun sogar ausgeurteilten Kriterien. Niemand sollte sich täuschen, dass wird geschehen egal in welcher Ecke von Dortmund Dani K. sich in Zukunft wiederfindet.
Bis zum gestrigen Urteil sind fast zwei Jahre ins Land gegangen, man darf gespannt sein wie lange es dauert bis ein durch alle Instanzen geklagter neuer Standort gefunden ist. Bis dahin gilt die Sperrbezirksverordnung weiterhin ausser für Dani K. . Na und ?

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FDP: „Gute Gründe für das Leistungsschutzrecht“

Thomas Nückel Foto: Privat/HP
Thomas Nückel Foto: Privat/HP

Unser Gastautor Thomas Nückel plädiert für das Leistungsschutzrecht. Thomas Nückel ist freier Journalist, Landtagsabgeordneter der FDP in NRW und gehört zu den Gründern dieses Blogs, zu dessen Autorenkreis er bis 2009 gehörte.

Es stimmt, auf den ersten Blick ist der Streit um das Leistungsschutzrecht nicht nachvollziehbar: Google bietet durch die Veröffentlichung kurzer Textelemente,  sogenannte Snippets, einen schnellen Überblick über die Angebote der Verlage – Leser werden so auf die Artikel zu den Themen hingewiesen, die sie möglicherweise interessieren.

Die Argumentation der Gegner des Leistungsschutzrechts ist auf den ersten Blick nachvollziehbar: Anstatt sich zu beklagen, sollten die Verlage dankbar sein, dass Google ihnen Leser schickt.

Wer die Gegnerschaft zum Leistungsschutzrecht so begründet, geht von einem idealen Leser aus, der sein Informationsbedürfnis nach einer kurzen Phase der Orientierung durch die Lektüre eines ausführlichen Artikels befriedigt.

Doch dieser ideale Leser ist Fiktion. Es gab ihn nie und es wird ihn nie geben.

Leser informieren sich online wie früher mit der Tageszeitung sehr schnell: Nur das wenigste interessiert sie, sie werfen einen kurzen Blick auf die Überschriften und blättern und scrollen dann weiter. Tun sie das nicht auf den Seiten der Verlage und ihrer Angebote , sondern bei Google, verbringen sie einen immer größeren Teil der Zeit, der zu Orientierung dient, auf Angeboten von Google und anderen Aggregatoren und nicht auf den Seiten der Verlage.

Das ist für die Verlage in mehrfacher Hinsicht verheerend:

Es ist wirtschaftlich für die Verlage schlecht, weil auch oberflächliche Leser, die sich nur orientieren wollen, Werbung wahrnehmen. Den Verlagen entgeht so viel Aufmerksamkeit. Und damit auch Chancen der Werbeeinnahmen. Vielleicht ein Grund dafür, dass Google sich in Belgien mit den Verlagen dahingehend einigte, dass Google sich mit eigener Werbung einkauft.

Auch die Mischung von Nachrichten ist eine Frage der journalistischen Kompetenz. Jedes der großen Portale hat auch den Anspruch, innerhalb der Nachrichtenlage Orientierung zu bieten. Zum journalistischen Anspruch gehört es auch, den Leser zu überraschen, ihm Angebote zu machen, die ihn interessieren, nach denen er allerdings nicht gesucht hat.  Aggregatoren binden diese Leser und entwerten durch eine technische Lösung diese journalistische Qualität, in dem sie suggerieren, eine solche Leistung auch automatisiert erbringen zu können.

Da sich Aggregatoren wie Google-News im besten Fall an dem Leseverhalten der Suchenden orientieren, können sie genau diese Überraschung nicht nur nicht bieten – sie wollen es auch gar nicht. Das führt zu einem weiteren Problem, das sogar politisch bedenklich ist: Die Leser finden sich so schnell in einer Informationsblase wieder: Sie erhalten nur Nachrichten,  die denen ähneln, die sie schon kennen und können so in einen sich selbst verstärkenden Kreislauf geraten. Für eine Demokratie, die vom offenen Streit der Argumente lebt und für Medien, die sich längst zu Orten des Diskurses entwickelt haben, ist das eine bedenkliche Entwicklung.

Die Forderung der Verlage nach einem Leistungsschutzrecht ist also nicht so übertrieben, wie es oft wirkt – allerdings ist es den Verlagen nicht gelungen, mit treffenden Argumenten für Ihre Forderungen aufzuwarten.

Die Landesregierung täte gut daran, dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zu folgen. Es wäre eine wichtige Unterstützung für den professionellen Journalismus in Nordrhein-Westfalen.

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Veranstaltung: Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit und zunehmende Gewalt

Ich bin zu der Veranstaltung eingeladen worden, kann aber wegen eines anderen Termins nicht teilnehmen. Das Thema und der konkrete Tagungsplan sind  so interessant, daß ich auf die Veranstaltung aufmerksam machen will. Von unserem Gastautor Walter Stach.

(Mein Kontakt zur Akademie ist begründet in einem ersten Besuch der damaligen  Akademie im Mülheim a.R, den ich weniger mit dem damaligen Thema verbinde –irgend wie ging es um die Zukunft des Ruhrgebietes- sondern vor allem mit dem persönlichen Kennenllernen  von Pastor Schneider, heute der Vorsitzende (?) der BeRates der EGK in Deutschland –vermutlich ist der offzielle Titel für Pastor Schneider ein anderer.)

Bemerkens- und nachdenkenswert ist für mich, daß die drei Themen zugleich und und im Zusammenhang angesprochen werden.

In der Regel wird jedes dieser Thema separat angesprochen  und dabei dann  bestenfalls nebenbei  der Zusammenhang zu den beiden anderen Themen problematisiert. 

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Das Recht auf Sexarbeit

Die Dortmunder Prostituierte Dany K. verklagt das Land NRW und die Stadt Dortmund – ein Präzedenzfall in der Bundesrepublik. Am 21.03.2013 um 10:00 Uhr wird vor dem Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen in einem der interessantesten Prozesse der letzten Zeit die Frage verhandelt, ob eine Kommune das gesamte Stadtbereich zum Sperrgebiet erklären darf und damit eine ausnahmsloses Verbot der Straßenprostitution aussprechen kann. Die Frage ist juristisch wie auch sozialpolitisch umstritten – der Prozessausgang ungewiss. Eines aber ist sicher: Den Schaden tragen allein die Frauen. Ein Gastbeitrag von Ulrike Märkel, Ratsfrau der Grünen in Dortmund.

Nach der landesweit einmaligen Maßnahme im Mai 2011, die Schließung des Straßenstrichs und die Einrichtung eines lückenlosen Sperrgebietes, beschließt Dany einen ungewöhnlichen Klageweg und verklagt, stellvertretend für viele andere Prostituierte, das Land NRW und die Stadt Dortmund, um auf dem juristischen Weg eine Grundsatzentscheidung herbeizuführen. Sie kämpft dafür, dass sie und ihre Kolleginnen wieder an einem sicheren Arbeitsort in einem geschützten Bereich tätig sein können, so wie es das bundesweit beachtete Dortmunder Modell ermöglichte. Doch gerade dieses Erfolgsmodell bezeichnete das Oberverwaltungsgericht in einem Schriftsatz von März 2012 als Mitverursacher der „besonderen Bedrohung für eine gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und für Belange des öffentlichen Anstandes.“ Diese Sichtweise ist nicht nachvollziehbar – hat doch neben anderen Städten vor kurzem Zürich das Dortmunder Modell kopiert.

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Affenhaus: Duisburger Zoo buhlt um Jungegesellenabschiedsparties

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Dumm, dümmer, Duisburg. Der Duisburger Zoo buhlt um Junggesellenabschiedsparties. Nachdem die Düsseldorfer Altstadtwirte sie rauswarfen, macht sich jetzt das Affenhaus des Duisburger Zoos anheischig. Für „eine voreheliche Veranstaltung im Schafs- und Ziegengehege“. Von unserem Gastautor Thomas Meiser

Du stehst nach einem anstrengendem Tag in der Kommunikationsbranche in der Düsseldorfer Altstadt vor dem Uerige rum, reflektierst gepflegt die Landeslage – und dann kommen sie und sind laut, masslos und unhöflich.

Sie tragen unkomische Hüte und Kostüme, stümpern auf seltsamen Instrumenten, wollen Dich in ihr Geschehen einbringen, belästigen Dich mit Ihrer schieren Gegenwart:

Junggesellen aus dem Sauerland verabschieden einen der Ihren aus dem Schützenverein mit dem traditionellen Kult des Exzesses in der grossen Stadt in den Ehestand.

Und dabei bringen sie ihr eigenes Bier mit – deswegen sind Warsteiner und Veltins mittlerweile verfemt in der rheinischen Landeshauptstadt.

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