Peer-Flop: SPD will mit Immobilien-Lobbyist die Mieterherzen erobern!

Peer Steinbrück (www.peer-steinbrueck.de)
Peer Steinbrück (www.peer-steinbrueck.de)

“Vor allem in Ballungszentren steigen die Mieten, bezahlbare Wohnungen werden knapp. Familien, Alleinerziehende und ältere Menschen finden in den Innenstädten keine Wohnungen mehr, die sie sich leisten können.” So beschreibt Peer Steinbrück auf seiner Homepage die Lage auf dem Wohnungsmarkt. Angeblich will er sich für bezahlbares Wohnen einsetzen – und verpflichtete dafür ausgerechnet einen Mitarbeiter, der direkt von einer berüchtigten Immobiliengesellschaft kommt. Von unserem Gastautor Patrick Gensing/Publikative.

“Als Bundeskanzler werde ich ein Aktionsprogramm für eine solidarische Stadt und bezahlbares Wohnen in Gang bringen und neuen Wohnraum schaffen.” Das verspricht der SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück in seinem Programm für die Bundestagswahl im Herbst. In die Verlegenheit, diese Zusagen Realität werden lassen zu müssen, dürfte Steinbrück angesichts der Umfragewerte ohnehin nicht kommen. Dies gilt umso mehr, da er nun ausgerechnet einen Sprecher für seinen Wahlkampf verpflichtete, der zuletzt für die Immobilienfirma Deutsche Annington tätig war: Rolf Kleine.

Kleine wechselte am 1. Feb­ru­ar 2012 als Head of Public Affairs zu dem Immobilienun­ter­neh­men Deutsche Annington (Diag). Zuvor Leiter des “Bild”-Hauptstadtbüros sollte Kleine künftig die “politische In­te­res­senvertretung der Diag

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Amazon: Primat der Bequemlichkeit

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Moralische Entrüstung trägt nicht weit. Dies musste der Buchhandel dieses Frühjahr erfahren, dem der Amazon-Skandal zunächst viele neue Kunden bescherte. Inzwischen hat sich die Aufregung gelegt. Die neue Tüv-Saar NetResearch Studie (Mai 2013) stellt in Frage, ob Amazons Image und die Kundenzufriedenheit überhaupt miteinander zusammenhängen. Von unserem Gastautor Reinhard Matern.

Die ARD-Reportage “Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon”, die am 13.02. diesen Jahres gesendet wurde, ist noch heute in der Mediathek abrufbar. Sie deckte auf, das der Preiskampf am Markt innerbetrieblich auf Kosten der Mitarbeiter geführt wird. Zahlreiche Medien griffen das Thema auf, u.a. der Spiegel. In Reaktion darauf änderte sich das Image von Amazon und teilweise auch das Kaufverhalten von Kunden.

Buchreport suchte im April nach Gründen für das “März-Plus im Buchhandel” und fand diese primär in der kritischen Berichterstattung. Bereits im März hatte der „Snapshot from the Chiefs of Marketing“ der Roland Berger Strategy Consultants, wie W&V berichtete, aber davor gewarnt, zu glauben, dass sich das Bestellhalten auch langfristig ändern würde. Kunden würden den für sie einfachsten Weg präferieren.

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Essen: Demonstration für die Proteste in der Türkei, von Festnahmen überschattet!

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Am Sonntag  fand in Essen eine Demonstration aus Solidarität mit den Occupygezi Protesten in Istanbul statt. In der ganzen Türkei gehen seit einigen Tagen tausende Menschen auf die Straße. Angefangen haben die Proteste, nachdem am Freitag die Besetzung des Gezi-Parks in Istanbul brutal von der Polizei beendet wurde. Von unserem Gastautor Sebastian Weiermann.

Um die 1000 Menschen protestierten auf der von Gönül Eglence (Bündnis90/ Die Grünen) organisierten Demonstration in Essen. Das türkische und kurdische Politikspektrum waren breit vertreten, von linken kurdischen Gruppen bis zu Anhängern, des Gründers der türkischen Republik, Kemal Attatürk. Außerdem beteiligten sich einige deutsche Gruppen an dem Protest, diese stammten zumeist aus dem linken, antiimperialistischen Spektrum. Nach Ende der Demonstration gab es einige Festnahmen und einen Polizeikessel. In einer Pressemitteilung der Polizei im Nachhinein hieß es, kurdische Jugendliche hätten Demonstranten provoziert. 

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„Glaub doch nicht, dass die Schoah vorbei ist.“

Ramona Ambs Foto:  U-line-Verlag
Ramona Ambs Foto: U-line-Verlag

Drogen, Erinnerung und Holocaust sind drei zentrale Themen in dem Roman „Die radioaktive Marmelade meiner Großmutter“. Eigentlich geht es aber um die Suche nach der goldenen Sonne des Lebens. Ramona Ambs hat eine Geschichte vorgelegt, die perfekt zum verregneten Frühling passt. Von unserem Gastautor Patrick Gensing/Publikative.

Ramona Ambs erzählt die Geschichte der jugendlichen Romy, die Ende der 1970er und in den 1980er Jahren bei ihrer Großmutter aufwächst. Romys Mutter war Junkie – und das H spielt in dem Roman sowie in Romys Leben eine zentrale Rolle. Die Drogen helfen ihr bei der verzweifelten Suche nach der Sonne. Und das H vertreibt die Erinnerung.

„Nach dem Holocaust ist doch wohl klar, dass die Erinnerung das Ein­zige ist, was uns aus dem Paradies der Gegenwart vertreibt“, schreibt Ambs in ihrem Vorwort. In dem Roman liegt die Erinnerung wie ein

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Das neue Ruhrbarone Bookzine #5 ist raus

RUHRBARONE-BOOKZINE #5: SELBER MACHEN! Alles andere ist uns zu wenig.

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Welche Magazine gibt es heute noch, die wirklich frei sind? Die sich dem Joch von Anzeigen und Wirtschaftsinteressen nicht beugen und Geschichten bringen, weil sie erzählt werden müssen. So lang, so hart und so selbstbewusst, wie sie es verdient haben. Es gibt einige Wenige, die es satt haben, und sagen: Selber machen! Die Ruhrbarone gehören mit ihrem Bookzine dazu.

Mit den 216 (anzeigenfreien!) Seiten des fünften Ruhrbarone-Bookzines setzen die Ruhrbarone ein Statement. Sie nennen ihre Art des Geschichtenerzählens S.Qu.A.T. – Storys mit Qualität: authentisch und tough! SQuAT heißt besetzen – Plätze, Räume oder Häuser. SQuAT nennt man es auch, wenn ein Schiff mit schneller Fahrt tiefer eintaucht als es normal wäre. SQuAT bezeichnet Zinnerze, die Quarze umschließen. SQuAT hat viele Bedeutungen.

Die Ruhrbarone schreiben in ihrer Nummer 5 über Menschen und Schicksale – aus den Tiefen des Ruhrpotts, den Weiten der Republik und den Rändern der Welt. Reportagen, Features, Fotostrecken – journalistisch, literarisch, gut.

In der aktuellen Ausgabe dreht sich alles ums Thema Selbst und Selber machen:

Der Dortmunder Autor Sascha Bisley erzählt die Geschichte eines jugendlichen Gewalttäters, der im Knast keinen anderen Ausweg sieht als den Selbstmord. In einer anderen Geschichte beschreibt er den Boxkampf von „El Pulpo – da Maxican Kickass.“

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GNTM-Mutationen

ABSCHLUSSPLÄDOYER  EINER SECHZEHNJÄHRIGEN  UND IHRER  EISLAUFMUTTER.

Um zu verstehen wie gruselig „Germanys next Topmodel“ ist, braucht man keine halbnackten FEMEN- Aktivistinnen, keine journalistischen Meister-Sätze in den Kulturteilen der Zeitungen:

man schaue sich einfach nur Folgendes an:

LOVELYN:

„(…)ICH HABE ÜBERALL MEINEN GANZEN EHRGEIZ  REINGESTECKT/ ICH HABE IMMER GESTRAHLT/ VON A-Z/ HABE ALLES MITGEMACHT, MIT MEINEN 16 JAHREN/

ICH HABE 100 PROZENT GEGEBEN/ NICHT UMSONST HAT HEIDI MICH BABY- BEYONCE GETAUFT/ ICH HABE GETANZT, GESTRAHLT, ICH HABE EIN GUTES KÖRPERGEFÜHL/ ICH HAB DEN NAMEN EHRENVOLL DURCH DIE GANZE STAFFEL TRAGEN DÜRFEN/ES HAT MICH SEHR GEFREUT (…)“

EISLAUFMUTTER HEIDI:

„SCHÖN HAST DU DAS GEMACHT LOVELYN/ ES IST NICHT EINFACH WENN ALLES RUHIG IST UND ALLE AUGEN SIND AUF DICH GERICHTET/ ES IST KEINE MUSIK DA ZU DER DU LAUFEN MUSST /ES IST KEINE AUFGABE DA/ DU SPRICHST VON DEINEM HERZEN/ DU BIST EIN SUPER NATÜRLICHES MÄDCHEN(…)“

Von unserer Gastautorin Anne Winterhager

Gostomzyk: Keine „Medien-Überwachung“

Tobias Gostomzyk Foto: TU-Dortmund
Tobias Gostomzyk Foto: TU-Dortmund

Gestern berichteten wir über einen Artikel des Dortmunder Journalistik-Professors Tobias Gostomzyk. Mit einem Gastbeitrag reagiert  Tobias Gostomzyk auf die Kritik dieses Blog: 

Vielen Dank für die Gelegenheit, zum Artikel „Dortmunder Journalistik-Professor Gostomzyk will Medien-Überwachung“ Stellung zu nehmen.  Er setzt sich mit einem Beitrag auseinander, den Herr Ladeur und ich im Journalistik Journal 1/2013 veröffentlicht haben. Er sollte aufzeigen, dass die Anwendung von Medienprivilegien wie dem Zeugnisverweigerungsrecht oder dem presserechtlichen Auskunftsanspruch zur praktischen Herausforderung geworden ist. Dabei kam es zu Missverständnissen. Deshalb folgende Klarstellung:

Die rechtlichen Medienprivilegien stammen im Wesentlichen aus einer Zeit, als sich beispielsweise das Internet kaum erahnen ließ. Vergleichsweise zu heute ließ leicht sich abgrenzen: Was ist Medium, was nicht. Dies ist angesichts der deutlichen Zunahme und größeren Vielgestaltigkeit von Kommunikationsformen merklich schwieriger geworden. Zweifelsohne sind die Ruhrbarone Journalismus. Wie sieht es aber mit einem Online-Bewertungsportal oder aber dem Blog eines Sportvereins aus?

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Das 8,2 K Event wird sich nicht wiederholen.

schneetorIm Nachhinein kann man immer gut sagen, das lag da und da dran, wenn etwas passiert war. Viel schwieriger ist es, zu sagen was in der Zukunft geschehen wird. Trotzdem gibt es immer wieder Menschen die glauben, dass sie das können. Wahrsager, Seher oder Wetterforscher werden sie genannt. Hinzugesellt haben sich in jüngster Zeit Menschen, die uns erzählen, dass sie, aus wissenschaftlicher Sicht heraus, fähig sind, nicht nur das Wetter, sondern darüber hinaus auch das Klima der Zukunft vorauszusagen. Von unserem Gastautor Helmut Junge.
Die Medien greifen solche Theorien mit großer Freude auf, weil sie ein Publikum beliefern, das sich gerne gruselt. Weil solche Theorien aber auf vielen Annahmen beruhen, und unsicher ist, ob sie stimmen, gibt es immer wieder andere Wissenschaftler, die das alles ganz anders sehen. So sind sie nun mal die Menschen. Nehmen wir nur mal das Wetter. Da glauben wir aus Erfahrung zu wissen, dass es im Winter kalt und im Sommer warm ist. Eigentlich eine Trivialität. Es gibt aber auch Irrtümer. Der Mai ist zwar bekannt als der Wonnemonat schlechthin, aber in diesem Jahr war er mal besonders kalt, und die Wonne, zumindest in der freien Natur hielt sich in Grenzen. Vor einigen Tagen glaubte ich, dass in meinem Garten Schnee legen würde, aber eine Freundin machte mich darauf aufmerksam, dass es nur vom Wind verwehte Apfelblüten wären. So kann man sich irren. Wirklich, bei den Temperaturen hätten es tatsächlich auch beinah Schneeflocken sein können.
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Mit Asylkompromiss und Brandflaschen gegen “die Kanaken im Land”


Vor 20 Jahren hat eine große Koalition aus Union, FDP und SPD das Grundrecht auf Asyl faktisch abgeschafft. Eine direkte Lehre aus der NS-Zeit wurde somit entsorgt. Dass damit eine neue Phase der nationalen Selbstermächtigung eingeläutet wurde, zeigte sich auch in vielen Medien und auf den Straßen, wo der rassistische Mob tobte und zahlreiche Menschen ermordete. Im Mai 1993 erreichte der rassistische Terror in Solingen seinen bisherigen Höhepunkt. Von unseren Gastautoren Andreas Strippel und Felix M. Steiner von Publikative.

Die Grundgesetzänderung vor 20 Jahren markierte einen neuen Höhepunkt einer seit Mitte der 1980er Jahre geführten Kampagne gegen „Ausländer“ und „Asylbetrüger“, in deren Folge nicht nur Gesetze verschärft wurden, sondern auch Menschen ermordet. Das vereinte neue Deutschland entledigte sich einer der direkten Lehren aus der Nazi-Zeit, nämlich der Überzeugung politisch Verfolgten zu helfen. Damit läutete die Bundesrepublik auch eine neue Phase nationaler Selbstermächtigung und das Ende der Nachkriegszeit ein. Das Wort „Asylant“ wurde zum Schmähbegriff einer Nation, die sich mit rassistischen Parolen gegenseitig die Zugehörigkeit zur weißen Mehrheitsgesellschaft versicherte.

Rassistische Debatte um das Asylrecht

Schon seit Anfang der 1980er Jahre hatte die Bundesregierung Stück für Stück die Leistungen für Asylbewerber zurückgefahren. Mitte des Jahrzehnts verschärfte sich der ohnehin schon rüde Ton in der Debatte. Der rechte Flügel der Union kämpfte um sein völkisches Verständnis von Nation und gegen die Realität der Einwanderungsgesellschaft. Von 1986 an betrieb die Union – trotz teilweise innerparteilicher Auseinandersetzungen – bis 1992 eine Kampagne gegen das Asylrecht. Bereits 1985 verstieg sich Franz Josef Strauß zu der Aussage, dass ohne eine Änderung des Grundrechtes auf Asyl Deutschland „bald die Kanaken im Land“ haben werde.

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Pornoladen: Sexuelle Selbstbestimmung im ,Sauspiel Essen‘!

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„Pornoladen“ heißt das neue Bürgerprojekt des Schauspiel Essen, das am Freitagabend umjubelt Premiere feierte. Sexarbeiter sowie Sozialarbeiter berichten über ihre Geschichten rund um das älteste Gewerbe der Welt. Regisseur Marc-Oliver Krampe beweist dabei mit seinem Laien-Ensemble und den beiden Profis Lisa Jopt und Johann David Talinski, wie authentisch und unterhaltsam eine Bühnenreise in den tabuisierten und stigmatisierten „Unterleib der Stadt“ sein kann. Ein Beitrag von unserem Gastautor Tim Walther mit  Fotos von Diana Küster.

Es war eine kleine Meldung, die manchen Essener Zeitungsleser von WAZ und NRZ am 7. September 2012 am Frühstückstisch wohl erst einmal schlucken ließ. „Schauspiel Essen will über Sex reden – Interviewpartner für Theaterprojekt gesucht“ lautete es noch harmlos in der Überschrift. In der Meldung selber ging’s dann zur Sache: „Gemeinsam mit Huren, Escorts, Strichern und Pornodarstellern, aber auch Freiern sowie Mitarbeitern und Besuchern von Sexshops, Erotikkinos oder Swinger- bzw. Sauna-Clubs will Regisseur Marc-Oliver Krampe ein Stück mit dem Titel „Pornoladen – Aus dem Unterleib der Stadt“ erarbeiten.“ Es solle „um die Arbeitsbedingungen von Sexarbeitern gehen, aber auch die ganz individuellen Gedanken und Gefühle von Sex-Anbietern und deren Kunden sollen zur Sprache kommen.“

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