Documenta fifteen: Blick nach vorne

Documenta 15 Foto: Foto: Michael Paetzold, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de


Mit ganz viel Diskursgewese werden sie jetzt aus dem Documenta Skandal folgende Funken schlagen. Von unserem Gastautor Thomas von der Osten-Sacken.

Was in Deutschland als Antisemitismus wahrgenommen und gefühlt wird, ist anderswo etwas ganz anderes. Das hängt immer vom kulturellen Kontext ab. Denn im „globalen Süden“ gibt es keinen wirklichen Antisemitismus, sondern nur – manchmal eben etwas überzogene – Reaktionen auf den „israelisch-palästinensischen“ Konflikt.

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Documenta: Verkitschung Guernicas

Nachbildung des Gemäldes auf Fliesen als Wandbild in Originalgröße in der Stadt Gernika Foto: Papamanila Lizenz: CC BY-SA 3.0

 

Die „Wiedergutwerdung der Deutschen“. So heißt treffend ein Band mit Essays von Eike Geisel, der leider viel zu früh verstorben ist. Was gerade in und um die documenta in Kassel geschieht wäre, täte er noch leben, sicher Stoff für einen seiner Artikel geworden. Von unserem Gastautor Thomas von der Osten-Sacken.

Zu seinem Andenken schreibe ich die folgenden Zeilen, auch wenn er es so viel besser gekonnt hätte: Arnold Bode, ein sein Leben lang „überzeugter Sozialist“ und der spätere Gründer der documenta, verlor schon am 1. Mai 1933 seinen Job als Dozent am Städtischen Werklehrer-Seminar in Berlin. Kurze Zeit erhielt er als „entarteter Künstler“ auch ein Berufsverbot.

Auch wenn Bode nicht emigrierte war er einer derjenigen, die offenbar wirklich zwischen 1933-45 alles vermieden, um mit den Nazis sich gemein zu machen. Als besonderes Erlebnis in dieser Zeit schilderte er später einen Besuch in Paris 1937, wo er Pablo Picassos Guernica sah. Dieses Bild sei ihm damals als „ein Signal für alle Widerstandskämpfer“ erschienen.

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Der deutsche Verrat an der Ukraine

Bundeskanzler Olaf Scholz Foto: Roland W. Waniek


Die deutsche Bundesregierung unter dem amtierenden Kanzler Olaf Scholz ist auch mehr als 110 Tagen nach Kriegsbeginn unfähig, der Ukraine schwere Waffensysteme zu liefern. Es entsteht der Eindruck, dass Deutschland nicht willens ist, einem demokratischen Staat die Unterstützung zu liefern, die dringend gebraucht wird. Die letzte Lieferung von leichten Waffen aus Deutschland liegt mittlerweile über 2 zwei Monate zurück. Währenddessen spitzt sich die Lage im Osten der Ukraine zu. Der Krieg entwickelt sich zu einem Krieg der Artillerie, in welchem die Ukraine ohne die richtigen Waffen nicht gewinnen kann. Ergebnis sind immer neue Verluste von Land und Leben. Die Ukraine kommuniziert mittlerweile offen darüber, was das Land benötigt, um die russische Invasion zurückzuschlagen. Unter den geforderten Waffensystemen sind Panzer und Haubitzen, die die deutsche Rüstungsindustrie ohne Probleme liefern könnte. Doch dafür bedarf es der Genehmigung durch die deutsche Regierung und die wird, auch auf mehrmalige Nachfrage, nicht erteilt. Deutschland kann einen Teil zum Sieg beitragen, doch es weigert sich. Eine Chronologie der Unvernunft. Von unserem Gastautor Christian Gruber.

Deutschland liefert keine Waffen in die Kriegsgebiete dieser Erde. Weder leichte noch schwere Waffen. Diese Doktrin des politischen Handelns in Deutschland wurde am 27. Februar überwunden. In einer Rede vor dem Deutschen

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„Sie können sich nicht vorstellen, wie viel besser die ganze Welt dastehen wird, wenn die Tschekisten und Kommunisten gestürzt sind“

Putin in KGB-Uniform Foto: Kremlin.ru Lizenz: CC-BY 4.0


Diesen Text veröffentlichte gestern der israelische Blogger Dmitry Chernyshev. Er ist inhaltlich und sprachlich von seltener Brillanz und Intensität. Wir sind glücklich, dankbar und stolz, dass wir die Erlaubnis erhielten, ihn veröffentlichen zu dürfen: 

„Wir sind Zeugen des Zusammenbruchs eines jahrhundertealten Bastardstaates. Genauer gesagt, den Zusammenbruch eines Imperiums von Tschekisten und Kommunisten, die die Macht über ein riesiges Land an sich gerissen und angeeignet haben. Diese Leute herrschten mit Hunger, Gewalt und Niedertracht. Kein äußerer Feind hatte Russland einen so kolossalen Schaden zugefügt wie die Tschekisten und Kommunisten. Sie nahmen Geiseln und ermordeten ihre Gegner zu Millionen. Sie führten den Militärkommunismus ein. Sie organisierten erst den Roten Terror und dann den Großen Terror. Sie raubten ihr Volk durch die Beschlagnahmung von Weizen aus. Zehntausende von Gefangenen wurden ermordet. Sie errichteten ein riesiges System von Konzentrationslagern. Sie organisierten Dutzende von Schauprozessen. Sie versprachen den Bauern Land, zwangen sie aber stattdessen in Kolchosen und nahmen ihnen die Pässe weg. Die am härtesten arbeitenden Bauern wurden als Feinde bezeichnet und enteignet. Sie legalisierten die Folter bei Verhören und zwangen unschuldige Menschen, sich selbst und ihre Familien zu belasten. Die Ehefrauen, Kinder und Verwandten der Unterdrückten wurden zu Kriminellen erklärt.

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Nicht jeder Krieg ist gleich

Russische Soldaten im Dezember 2016 in Aleppo Foto: Mil.ru Lizenz: CC-BY 4.0


Ein immer wiederkehrendes Argument der Putinistas ist „Wieso durften die USA Irak, Afghanistan, Libyen, etc. bombardieren und bekamen keine Sanktionen, aber Russland bombardiert die Ukraine und wird sofort sanktioniert?“ Natürlich werden nur die Kriege der USA angeführt. Die Tatsache, dass Russland zuvor unter Putin mehrere Kriege geführt hat – Tschetschenien, Georgien, Syrien – und nicht sanktioniert wurde, wird nicht erwähnt. Aber gerade diese Beispiele zeigen, dass es keine Doppelmoral gegen Russland gibt. Von unserem Gastautor Jorge Arprin.

Ich bin nicht der Meinung, dass der Krieg gegen Tschetschenien oder die Intervention in Syrien „besser“ oder „humanitärer“ waren als der Krieg gegen die Ukraine. Aber trotzdem ist nicht jeder Krieg gleich. Der Krieg gegen Tschetschenien war ein Bürgerkrieg gegen eine abtrünnige Provinz. Die Intervention in Syrien war eine Parteinahme in einem bereits ausgebrochenen Bürgerkrieg zwischen zwei sehr schlechten Seiten. Beide waren grausam. Aber

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Ukraine: „Was gerade gefragt ist, sind Artilleristen und Panzerspezialisten“

Günter


Ich habe Günter (Kampfname) an einem geheimen Ort in Lwiw getroffen. Der Mitte 40-jährige kämpft seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf der Seite der ukrainischen Armee gegen die russische Invasion. Was bringt einen Schweizer dazu, sein Leben und seine Gesundheit in einem anderen europäischen Land aufs Spiel zu setzen? Von unserem Gastautor Christian Gruber (Lwiw) 

Hallo Günter, wie lange bist du bereits in der Ukraine. Was ist deine Aufgabe hier vor Ort?

Also der Aufenthalt in der Ukraine hat in der ersten Kriegswoche begonnen. Das war zwei Tage nach der Kriegserklärung durch den russischen Staat. Ich bin dann, als klar war, dass der russische Staat direkt Kyiv angreifen wird, mit dem Auto von der Schweiz in die Ukraine gefahren. Dabei hat mir ein bereits bestehendes Netzwerk geholfen. Seitdem ist einiges an Zeit

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Revierkunst in der Henrichshütte in Hattingen

Henrichsütte: Eisenmänner vor Hochofen Foto: Arnoldius Lizenz: CC BY-SA 4.0


Zum 11. Mal ist am Freitag die Revierkunst gestartet. Nach Essen, Bochum, Dortmund, Herten, ist Hattingen der diesjährige Austragungsort. Von unserem Gastautor Helmut Junge-

Organisatorin, Kuratorin und auch einzige Jurorin ist Sonja Henseler, ohne die es dieses Kunstereignis gar nicht gäbe. Die Veranstaltung findet einmal im Jahr statt. Sonja Henseler hat, wie sie selber sagt,  ein Konzept, eine Vorstellung

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Vor NRW-Landtagswahl: CDU-Parteivorsitzender Friedrich Merz lehnt Verantwortung für Niederlage ab

Friedrich Merz Foto: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 de


Vor seiner Wahl als Parteivorsitzender hat Friedrich Merz mehr als deutlich gemacht, dass sich für die CDU alles zum Besseren ändern würde, wenn er die Führung der Partei übernimmt. Verantwortung für mögliche Niederlagen bei den Landtagswahlen im Mai lehnt Merz allerdings rundherum ab. Von unserem Gastautor Achim Gahlen.

Noch immer scheint die CDU unter Führung von Friedrich Merz keinen Tritt zu fassen. Ein Beispiel ist der völlig überraschende Abgang der früheren NRW-Landtagsabgeordneten Andrea Verpoorten, die bei Antritt zuerst hochgelobt wurde, dann aber, anders ist es kaum

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Die Energieabhängigkeit Europas war strategisches Ziel in Putins hybridem Krieg

Roderich Kiesewetter Foto: Büro Kiesewetter Lizenz: CC BY-SA 4.0


Putin führte bereits seit vielen Jahren einen hybriden Krieg in Europa, der neben Cyberangriffen und gezielter Desinformation auch die strategische Schwächung und Spaltung Europas vorsah. In dem er gezielt die Energieabhängigkeit Deutschlands und anderer europäischer Staaten von Russland beförderte, schwächte er damit die EU im Bereich der Hard und Smart Power-Fähigkeiten und stärkte seine eigenen. Von unserem Gastautor Roderich Kiesewetter.

Viel wird aktuell über die Hintergründe der Russland-Politik berichtet, viele Fehler und Fehleinschätzungen sind heute offensichtlich, die Politiker über Jahre hinweg in Bezug auf Russland getroffen und die die Energieabhängigkeit von Deutschland immer mehr verstärkt haben. Dabei wäre die einseitige Abhängigkeit von russischem Gas trotz politischer

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Frankreich ist immer eine Reise wert – nicht nur für die Grünen

Jan Heinisch Foto: Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW Lizenz: CC BY-SA 4.0

Jan Heinisch, NRW Staatssekretär und stellvertretender CDU Vorsitzender, hat sich auf seiner Facebook-Seite wortstark über die Anne Spiegel geäußert. Er forderte, die Frankreichurlauberin auf, die gleichen Maßstäbe anzuwenden, wie sie von der Mallorca Urlauberin und CDU Umweltministerin Ursula Heinen auch gefordert wurden. Jetzt kommt Dank der WAZ raus: Jan Heinisch teilt mit Spiegel die Liebe zu Frankreich und war während der Flutkatastrophe dort auch im Urlaub. Wendet er auf sich jetzt auch die gleichen Maßstäbe an, fragt sich unser Gastautor Gert Bardusch.

Urlaubsreisen von Politikern sind gerade wieder ins verstärkte Interesse der Öffentlichkeit gekommen. Die bündnis-grüne Familienministerin Anne Spiegel musste wegen ihres Frankreich Urlaubs, den sie zehn Tage nach der Flutkatastrophe im Ahrtal mit ihrer Familie machte,

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