Ausgerechnet in Sankt Petersburg formiert sich politischer Widerstand: Putin soll wegen Hochverrats abgesetzt werden

Vladimir Putin Foto: Kremlin.ru Lizenz: CC-BY 4.0


Lange schien es, als würde es Putin mit Hilfe seines Propagandapparats und seiner Geheimdienste gelingen, fest im Sattel zu bleiben, auch wenn sich sein Krieg gegen die Ukraine zum Desaster entwickelt hat. Doch die Anzeichen mehren sich, dass die politische Unterstützung für ihn in Russland zu bröckeln beginnt. Ausgerechnet aus seiner Heimatstadt Sankt Petersburg ist jetzt eine offizielle Initiative gekommen, ihn wegen der Erfolglosigkeit der „Militäroperation“ wegen Hochverrats anzuklagen und aus dem Amt zu entfernen. Auch wenn der Vorstoß scheitern sollte, wird er als Signal an andere politische Gremien wirken, Putins Kriegspolitik zunehmend kritisch zu sehen. Von unserem Gastautor Volker Eichener.

Schon Platon wusste, dass ein Diktator die Bevölkerung hinter sich bringen kann, wenn er einen Krieg beginnt. Seit Mitte 2018 dümpelten die Zustimmungswerte der russischen Bevölkerung, die das Levada-Zentrum regelmäßig ermittelt, für Putin nur noch knapp oberhalb der 60-Prozent-Marke. Als er den Krieg gegen die Ukraine begann, schossen die Zustimmungswerte sofort wieder auf 83 Prozent hoch. Der weit überwiegende Teil der russischen Bevölkerung begeistert sich für den Krieg gegen das Nachbarland, und Putin hatte bereits begonnen, sich mit Zar Peter dem Großen zu vergleichen und weitere imperialistische Expansionen in alle

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Isolationspflicht: Mehr Mut zur Eigenverantwortung

Andrew Ullmann Foto: Schlappinho Lizenz: CC BY-SA 4.0


„Die COVID-19-Pandemie hat uns seit zweieinhalb Jahren fest im Griff. Auch wenn wir auf die Endphase der Pandemie zusteuern, wird sie bis zum Herbst nicht vorbei sein“, warnt Ruhrbarone-Gastautor FDP-Gesundheitsexperte Andrew Ullmann in seinem Gastbeitrag.

Daher hat die Bundesregierung mit der Fortentwicklung des Infektionsschutzgesetzes ein umfassendes Paket auf den Weg gebracht, um besser auf die kalte Jahreszeit vorbereitet zu sein.

Doch welche Rolle spielen in der Endphase der Pandemie noch staatlich verpflichtende Regelwerke oder die eigene Gesundheitskompetenz im Sinne der Eigenverantwortlichkeit und Entscheidungsfreiheit. Und mindestens genauso wichtig, was ist mit der gesellschaftlichen Verantwortung Maßnahmen freiwillig oder staatlich verpflichtend einzuhalten? Der Staat wird es nicht schaffen, jeden vor Infektionen zu schützen. Denn die Verfassung gibt uns lediglich vor (Art 2 Abs. 2 GG Satz (2)), dass jeder das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit hat.

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„Menschen, die das grammatische Geschlecht nicht vom biologischen unterscheiden können, sollten Nachhilfeunterricht nehmen“

Hans Henneke Foto: CDU-Ratsfraktion Bochum Lizenz: Copyright


Unser Gastautor Hans Henneke ist Mitglied der CDU-Ratsfraktion in Bochum und sieht die Pläne der Stadt offiziell zu gendern kritisch.

In den letzten Jahren war es auch schon präsent im Schriftverkehr, in Beschlussvorlagen oder Mitteilungen der Bochumer Stadtverwaltung: das Gendersternchen. Es gab nur kein System für seine Verwendung, da auch alle möglichen Alternativschreibweisen genutzt wurden – bis hin zum heute beim Verwaltungsvorstand nicht mehr ganz so populären generischen Maskulinum.

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„Heiß wogt unter unseren Lesern der Kampf um die Romane des Reiseerzählers Carl May“

Winnetou-Illustration von Otto Krauskopf, dem Großvater des Autoren Lizenz: Copyright


Die an einen Shitstorm erinnernde aktuelle Presseschlacht um die Winnetou-Filme und den zugrunde liegenden Erzählungen von Karl May ist wahrlich nicht neu. Von unserem Gastautor Peter Krauskopf

Bereits 1889, als Karl May als Mitarbeiter des im sogenannten „Kulturkampf“ zwischen der protestantischen Bismarck-Administration des Deutschen Reiches und der katholischen Kirche gegründeten katholischen Unterhaltungszeitschrift „Deutscher Hausschatz“ mit seinen Reiseerzählungen das erste Mal Kultstatus erlangte, brachte der Hausschatz-Redakteur Heinrich Keiter in einem Editorial die Situation folgendermaßen auf den Punkt: „Heiß wogt unter unseren Lesern der Kampf um die Romane des Reiseerzählers Carl May.“ Noch heißer sollte es aber im letzten Lebensjahrzehnt Mays, etwa von 1900 bis 1912, werden. Mit dem Erscheinen seiner „Gesammelten

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Documenta: Antisemitismus differenziert betrachten

Die Säulen des Fridericianums bemalt von Dan Perjovschi | C. Suthorn cc-by-sa-4.0

Der Documenta-Kurator Anselm Franke wirft im Monopol-Magazin ein paar Nebelkerzen, um die wohl antisemitischste Kunstschau auf deutschem Boden seit 1945 reinzuwaschen. Von unserem Gastautor Thomas von der Osten-Sacken.

Bei der documenta fifteen ist man inzwischen ein wenig kleinlauter geworden, tritt vorsichtiger auf und gibt sich reflektiert, was alles kein Wunder ist angesichts der nicht abreißenden Skandale und ihres Missmanagements. Erst jüngst wieder fand darüber Sascha Lobo im Spiegel, der die Kunstausstellung ja schon vor Wochen treffend in »Antisemita« umgetauft hatte, sehr deutliche Worte und forderte: »Macht die documenta fifteen, die wohl antisemitischste Kunstschau auf deutschem Boden seit 1945, zu – sofort.«

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Wokeness beim Film: Selbstdarsteller statt Schauspieler

Natalie Wood Foto (Ausschnitt): Unknown publicity photographer Lizenz: Gemeinfrei


Immer häufiger und heftiger wird gefordert, dass Schauspieler nur das spielen dürfen, was sie auch tatsächlich sind – ob es jetzt um ihre Ethnizität oder ihre sexuelle Präferenz geht. Aspekte, die früher mal Privatsache waren. Nicht mehr. Big Brother is casting you. Von unserem Gastautor Karsten Kastelan.

In Shakespeares und Christopher Marlowes Zeiten wurden Frauenrollen ausschließlich von Männern gespielt, was sich letzten Endes als etwas antiquiert und verfehlt herausstellte. Aber auch nachdem dieser elisabethanische Ausrutscher korrigiert wurde, änderte dies nichts an der Profession. Menschen stellten jemanden oder (im Fall von Außerirdischen) etwas dar, was sie im wirklichen Leben nicht waren. Was irgendwie sinnvoll erscheint, schließlich blieben die Superhelden-Filme unserer Zeit sonst unbesetzt, weil man für Thor keinen entsprechenden Gottessohn finden kann und das Casting für Superman immer damit enden würde, dass ein Darsteller vom Wolkenkratzer plumpst.

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„Deutschland benötigt eigene Maskenproduktion“

MdB Erich Irlstorfer (CSU) Foto: Kuppel Lizenz: Copyright


„Eine Maskenpflicht ist das mildere, gleichsam effektivste Mittel, eine vergleichsweise verhältnismäßige Beschränkung von Grundrechten, durch die härtere Einschränkungen vermieden werden können“, schreibt der Bundestagsabgeordnete Erich Irlstorfer (CSU) in einem Gastbeitrag für Ruhrbarone.de.

Im Kampf gegen das Coronavirus sind Schutzmasken das niedrigschwelligste und zugleich wirkungsvollste Mittel, das wir haben. Weder gesundheitliche Risiken oder Nebenwirkungen, wie sie etwa bei den Schutz-Impfungen in einigen seltenen Ausnahmefällen auftreten, noch besonders erhebliche Einschränkungen in der individuellen Freiheit, wie etwa bei einem Lockdown, stehen diesem Mittel in der Abwägung gegenüber.

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Dass Mahmud Abbas ein Antisemit ist, ist nun wirklich nichts Neues

Dietrich Schulze-Marmeling. Foto: privat

Mahmud Abbas weigert sich, das Attentat von München 1972 zu verurteilen – begangen von der Terrororganisation „Schwarzer September“ mit logistischer Unterstützung durch deutsche Rechtsextremisten.

Von unserem Gastautor Dietrich Schulze-Marmeling.

 

Dass Mahmud Abbas ein Antisemit ist, ist nun wirklich nichts Neues. 2018 erklärte er dem Palästinensischen Nationalrat, der Holocaust sei nicht ein Ergebnis von Antisemitismus gewesen, sondern der sozialen Aktivitäten der europäischen Juden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Abbas ist nicht dazu in der Lage, die israelische Politik zu kritisieren, ohne gleichzeitig den Holocaust zu relativieren, oder gar zu rechtfertigen. Mit internationaler Kritik konfrontiert, rudert er dann stets zurück – aber in der Tiefe seines Herzens ist dieser Mann ein Antisemit. Dass man Abbas, dessen Organisation die Attentäter von München finanziell unterstützte, so kurz vor dem Jahrestag im Bundeskanzleramt empfing – gelinde gesagt: unsensibel.

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Ganz, ganz normal?

Hamja Ahsan Buchpräsentation, PrintRoom, Rotterdam, 2019, Foto (Ausschnitt): Florian Cramer/PR Documenta Lizenz: Creative Commons AttributionShare Alike 4.0

Zur zeitgeisthörigen Sprache zählt die Wiederholung kleiner Wörter. Das Adverb „sehr“ steht auf Platz 1 der Bestenliste, gefolgt vom Adjektiv „ganz“. In der Regel strömt aus dem Mund kulturbeflissener Damen und Herren die zweimalige Betonung, dass etwas „sehr, sehr wichtig“ oder „ganz, ganz wichtig“ sei. Zumeist irgendein verschrobenes „Narrativ“ oder „Momentum“ oder „die Luft nach oben am Ende des Tages“ in Verbindung mit „einer ganz, ganz wichtigen Position im öffentlichen Raum“. Von unserem Gastautor Olaf Müller

Obacht, denk ich, Obacht! Jetzt auch schon zweimal. Vielleicht war es vorher nur „ganz wichtig“ oder nur „sehr wichtig“. Nun muss der Vorfall wichtiger geworden sein, denn nun ist er ja „ganz, ganz wichtig“.

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