Kreativwirtschaft und Metropolensimulation

Metropolen zeichnen sich dadurch aus, dass sie globale Trends setzen. Andere Städte und Regionen folgen ihnen mit zeitlichem Abstand. Die Kreativwirtschaft war so ein Trend. Und das Ruhrgebiet folgte ihm. Eigene Akzente setzt man anders.

Auf fast jeder Pressekonferenz der Ruhr2010 GmbH zum Thema Kreativwirtschaft taucht diese eine Folie immer ganz kurz auf: Drei Linien sind auf ihr zu sehen, und alle weisen sie nach oben. Sie zeigen das Wachstum der Kreativwirtschaft in Köln, Düsseldorf und dem Ruhrgebiet und sie dienen als Beleg für das wirtschaftliche Potential dieser Branche. Trotzdem mochte keiner auf dem Podium, dass man sie sich allzu lange anschaute. Denn die Linie mit dem deutlich geringsten Wachstum dieser fabulösen Branche ist die des Ruhrgebiets. Und da die Kreativwirtschaft im Ruhrgebiet trotz der ungeheuren Größe der Region mit fünf Millionen Einwohnern noch hinter vergleichsweise kleinen Orten wie Köln und Düsseldorf zurückliegt, ist sie alles andere als ein Beleg der Stärke. Sie zeigt, was niemand der Verantwortlichen der Ruhr2010 GmbH gerne hören will: Die Kreativwirtschaft hat keine Chance eine bedeutende Grundlage eines wirtschaftlichen Wachstums des Ruhrgebiets zu werden.

Das heißt nicht, dass es keine Kreativwirtschaft im Ruhrgebiet gibt. Es gibt sie, Tausende arbeiten in dieser Branche. Verlage, Werbeagenturen, Galerien, Designer, Programmierer – sie alle sind Teil eines Branchenmixes, den jede Stadt und jede Region vorzuweisen hat. Überall gibt es  – neben der Kreativwirtschaft – auch zahlreiche Beschäftigte in der Finanzwirtschaft. Sie arbeiten bei Banken und Sparkassen. Verkaufen Versicherungen und Bausparverträge. Und irgendwo findet sich immer jemand, der einem einen Fond verkaufen will. Oder im Außenhandel. In der Logistik. In der Medizin. Doch bei kaum einer Branche ist die Verführung so hoch, sie zur entscheidenden Zukunftsbranche zu machen wie in der Kreativwirtschaft. Dafür gibt es einen Schuldigen, und der heißt Richard Florida.

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Wie sieht das Ruhrgebiet 2050 aus?

Perry Rhodan sucht in Wanne-Eickel nach Gucki dem Mausbiber.

Ein Freund von mir arbeitet an einem Science Fiction. Er soll im Ruhrgebiet spielen. Und gestern haben wir uns darüber unterhalten, wie das Ruhrgebiet 2050 aussieht.

Und ich sagte: Leerer. Nicht leer, aber leerer. Mal grob geschätzt weniger als vier Millionen Einwohner. Was ja immerhin noch eine ganze Menge ist – aber mehr als eine Million weniger als heute. Wir haben uns dann gefragt, wie das dann so aussieht. 40 Jahre – rückwärts kann ich das gerade einmal überblicken: Ungefähr vor 40 Jahren machte in Gladbeck die Zeche zu, auf der mein Opa gearbeitet hat. Arbeitslosigkeit war im Ruhrgebiet trotzdem noch kein so großes Problem – insgesamt gab es in ganz Deutschland weniger als eine Million Arbeitslose. Es gab auch keinen Leerstand. Und viel weniger Autos als heute. Man konnte aber die Wäsche nicht raushängen weil es noch Rus in der Luft gab und am  Samstag stank es bei uns in der Straße oft nach faulen Eiern. Die Begründung dafür die niemanden aufregte: „Die Veba lässt ab…“ Ach so: geheizt wurde natürlich mit Kohle. Im Winter roch es überall nach verbrannter Kohle. Für mich der Geruch nach Kindheit.

Und in 40 Jahren? Sieht es dann in weiten Teilen so aus wie heute in Duisburg Bruckhausen – vergammelte, leerstehende Häuser die auf den Bagger warten? Oder wird das Ruhrgebiet zu einer Parklandschaft mit ein paar kleineren Städten ab und an. Werden die Pumpen abgestellt, die dafür sorgen, dass das nördliche Ruhrgebiet wegen der Bergsenkungen  nicht zu einer großen Seenplatte wird? Oder wird es so sein wie heute, nur etwas mieser? Was meint ihr.

 

 

Osterküche: Der Metthase

Ein Hase kurz vor der Zubereitung Foto: Consuela76 Lizenz: CC 2.0
Ein Hase kurz vor der Zubereitung Foto: Consuela76 Lizenz: CC 2.0

Ostern – ein Familienfest. Besuch kommt. Und der will satt werden. Mit einem Metthasen kein Problem.

Der Hase ist ein alter Freund des Menschen. Kinder mästen ihn gerne beim Spiel im Garten und groß ist die Freude, wenn Meister Lampe dann eines Tages auf den Tisch kommt. Zum Beispiel zu Ostern, dem Fest, das ganz im Zeichen des Hasen steht. Ostern ohne einen Hasen auf dem Tisch? Für viel unvorstellbar. So unvorstellbar, das in schlechten Zeiten die Menschen gerne auch mal eine Katze als Hasenersatz serviert haben – den berühmten Dachhasen.

Doch wie soll der Mümmler zubereitet werden? Mit Mett natürlich. Dafür erwerben wir einen Hasen, gerne schon tot und ausgenommen und ein gutes Pfung (500 Gramm) gemischtes Hackfleisch. Das wird dann zusammen mit zuvor glasig gebratenen Zwiebeln und ein wen Speck in der Pfanne gebraten. Ist alles fertig ab durch den Po in das Langohr. Das wird dann mit etwas Fett eingerieben, nach Geschmack Gewürzt und kommt bei 200 Grad zwei Stunden in den Backofen.

Und was gibt es dazu? Pommes – die können auf ein separates Backblech am Ende der Garzeit in den Ofen geschoben werden.

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Ai Wei Wei: China wirbt in Duisburg – Diskurs als Propaganda

Der chinesische Künstler Ai Wei Wei ist seit Wochen verschwunden. Das chinesische Regime hat ihn am 3. April wegen angeblicher Wirtschaftsverbrechen festgenommen. In Duisburg kann man nun mit den freundlichen Gesichtern der chinesischen Diktatur reden – auch über Ai Wei Wei.

Die Konfuzius Institute sollen weltweit für die chinesische Kultur werben – und für die Politik der Unterdrückung in der größten Diktatur der Welt. Und das China unter der Führung der Kommunistischen Partei nach wie vor nichts anderes als eine brutale Diktatur ist, kann man an dem Schicksal der Künstler Ai Wei Wei sehen. Der ist seit dem 3. April verschwunden. Festgenommen wegen angeblicher Wirtschaftsverbrechen. Deutsche Politiker fordern, wie viele Menschen auf der Welt, seine Freilassung. Vor wenigen Tagen kam es auch in Deutschland zu Protesten gegen seine Verhaftung.

Sind die auch in Duisburg geplant? Noch nichts davon gehört. Aber  zwei gute Gelegenheiten gegen das kommunistische Regime in China zu demonstrieren gibt es in den kommenden Tagen. Und zwar im Konfuzius Institut der Uni. Konfuzius Institute sind so etwas wie die Diktaturen Variante der  Goethe Institute. Sie sollen weltweit für die chinesische Kultur und Sprache werben – und Propaganda für das Regime machen.

Heute zum Beispiel: Da hält Dr. Jiang Feng, Gesandter-Botschaftsrat der chinesische Botschaft aus  Berlin, einen Vortrag zum Thema „Das chinesische Bildungsideal“. Ob dazu auch die Verhaftung von bildenden Künstlern gehört? Ort des Vortrags: Konfuzius-Institut Metropole Ruhr, Bismarckstraße 120,  Duisburg       Raum: Kora 3.

Oder am 2. Mai, wenn Yu Keping, Professor an der Beijing Universität und wohl einer der einflussreichsten Intellektuellen Chinas über das Thema „Democracy in China: Opportunity or Challenge?“  referiert. Ein Essay von ihm zum Thema Demokratie kann man in der Zeit nachlesen. Der Tenor:

Wir bauen zur Zeit ein sozialistisches, modernes, starkes Land chinesischer Prägung. Für uns ist die Demokratie daher umso mehr eine gute Sache. Sie darf nicht fehlen. Die marxistischen Klassiker haben bereits gesagt, dass es keinen Sozialismus gibt ohne Demokratie.

Wie gut das mit der Demokratie im Sozialismus funktioniert durften ja schon ein paar Millionen Menschen in den Lagern der verschiedenen sozialistischen Diktaturen erfahren. Und nun wohl gerade auch Ai Wei Wei. Der Vortrag Yu Kepings findet am 2. Mai ebenfalls im Konfuzius-Institut Metropole Ruhr statt.