
Bis an Heiligabend die Geschenke ausgepackt werden dürfen, ist es noch über drei Monate hin. Nur ARD und ZDF können sich heute schon freuen: Eine Gruppe Weihnachtsmänner und Weihnachtsfrauen überbrachten den Anstalten einen ganzen Korb an Präsenten.
Für ARD und ZDF gab es schon bessere Zeiten. Damals, als es weder Internet noch Privatfernsehen gab, erreichte ein eher schlichter Krimi wie der Sechsteiler „Das Halstuch“ in den sechziger Jahren durchweg Einschaltquoten von fast 90 Prozent. Zahlen, die ARD und ZDF seit langem nur noch bei Welt- oder Europameisterschaftsspielen der Nationalmannschaft erreichen. Zwar sind ARD, ZDF und die Dritten noch immer die reichweitenstärksten TV-Sender, aber mit Marktanteilen von 13,1 – 11 Prozent ist die Größe der Sender eher relativ. Und vor allem ist diese der Übertragung teurer Sportereignisse geschuldet. Bei der jüngeren Zielgruppe, man muss dem Phantasiebegriff der „Werberelevanten Zielgruppe von 14 bis 49“, den einst der ehemalige RTL-Chef Helmuth Thoma erfand, nicht folgen, sieht es düsterer aus: Mit Marktanteilen von 7,4 (ARD) und 6,8 Prozent (ZDF) erreichen die beiden großen öffentlich-rechtlichen Anstalten nicht einmal mehr jeden zehnten Zuschauer zwischen 14 und 49.
Nicht nur ARD und ZDF haben ein Problem. Der Fachdienst Meedia weist in einem Artikel darauf hin, dass auch die großen Privatsender unter Verlusten leiden: Die unter 50jährigen schalten immer seltener die Sender ein.





