Die Wahl in Ungarn hat bewiesen, dass es möglich ist, einen korrupten Autokraten mit demokratischen Mitteln zu besiegen

Magyar bei einer Wahlkampfveranstaltung am 2. Juni 2024 Foto: MrSilesian Lizenz: CC0


Ein erdrutschartiger Wahlsieg am 12. April 2026 bescherte der bisherigen Oppositionspartei Tisza mit 141 Mandaten (53,18 %) eine komfortable Zweidrittelmehrheit (erforderlich dafür wären 133) im 199 Abgeordnete zählenden ungarischen Parlament. Die Tisza-Partei kann somit die Verfassungsänderungen, die V. Orban in den letzten 16 Jahren seiner Herrschaft initiierte, zurücknehmen und selbst Änderungen zur Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit durchführen. Bereits in der Wahlnacht hat der designierte Ministerpräsident und Vorsitzende der Tisza-Partei, Peter Magyar, umfassende Reformen und einen „vollständigen Systemwechsel“ angekündigt.

Die abgewählte Fidesz-Partei von V. Orban erhielt 52 Sitze (38,61 %) im Parlament, die ultranationalistische und rechtsextreme MHM Mi Hazank Mozgalom, übersetzt „Bewegung Unsere Heimat“, 6 Sitze (5,63 %). Die anderen kandidierenden Parteien erreichten nicht die erforderliche 5-%-Hürde und sind daher im Parlament nicht vertreten. Die Wahlbeteiligung betrug insgesamt 79,56 % und war die höchste seit dem

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Entscheidende Parlamentswahlen in Ungarn

Viktor Orbán Foto: European Union Lizenz: Copyright


Am 12. April 2026 findet eine scheinbar unwichtige Parlamentswahl in einem mittelgroßen EU-Land mit nur zehn Millionen Einwohnern statt. In Ungarn. Der Ausgang dieser Wahl ist nicht nur für das Land, sondern auch für die EU von außerordentlicher Wichtigkeit. Für Ungarn geht es um nichts Geringeres als die Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit, der Medienfreiheit und um die Eindämmung der Kleptokratie. Für die EU um die Wiedererlangung der Handlungsfähigkeit und nicht zuletzt auch der Glaubwürdigkeit.

Seit Jahren betreibt der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán eine Obstruktionspolitik innerhalb der EU, blockiert Beschlüsse und Sanktionen. Es kommt zu langwierigen Verhandlungen und zu unwürdigem Geschachere. Orbáns Zustimmung wird oft erst durch die Teilfreigabe der eingefrorenen EU-Gelder für Ungarn

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Tschechien nach der Wahl: Auf dem Weg in ein anderes Europa

Die Prager Burg über der Moldau Foto: Stefan Bauer, http://www.ferras.at Lizenz: CC BY-SA 2.5

Am 3. und 4. Oktober 2025 fanden in der Tschechischen Republik Wahlen zum Abgeordnetenhaus, das bedeutet zum Parlament, statt. In dem vorangegangenen, wochenlangen Wahlkampf wurde deutlich, dass sich die Tschechische Republik nicht mehr von vielen europäischen Ländern unterscheidet.

Nationalisten, Populisten und einige Rechtsextremisten, die die europäische Integration, liberale Demokratie und die Werte der westlichen Zivilisation ablehnen, kämpften erbittert gegen die Befürworter einer demokratischen, offenen und liberalen Gesellschaft in der Europäischen Union – und natürlich auch in der Tschechischen Republik. Weitere Wahlkampfthemen waren die hohe Inflation,

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Die wahre Dimension des russischen Angriffskrieges

Cherson im Mai 2023 Foto: National Police of Ukraine Lizenz: CC BY 4.0


Der bekannte ukrainische Philosoph, Essayist und Journalist Wolodymyr Jermolenko gab vor kurzem dem tschechischen Medienunternehmen Seznam Zpravy ein Interview. W. Jermolenko wurde 1980 in Kiew geboren, studierte in Kiew und Paris. Er ist Chefredakteur des Projektes ukraineworld.org, Verfasser mehrerer Bücher über Politik, Kultur und Geschichte und seit 2022 Präsident des Ukrainischen PEN – Clubs. 

W. Jermolenko befürchtet und warnt, dass Europa immer noch nicht die wahre Dimension des Krieges für die Zukunft der Welt begriffen hat. „Es geht nicht um ein Territorium, sondern um die Zukunft der Welt. Und wenn Europa nicht aufwacht, könnte es zu spät sein.“ Zu bedauern sei, dass Europa immer noch nicht konsequent mit einer Stimme spricht. „Ich habe den Eindruck“, sagt W. Jermolenko im Interview, „dass ein Teil der europäischen Öffentlichkeit immer noch denkt, dass Russland in die Ukraine einmarschiert ist, weil es ein bestimmtes Territorium beansprucht oder die russischsprachige Bevölkerung schützen will. Aber das ist nur Propaganda.“  Inzwischen scheint aber ein Erweckungsprozess im Gange zu sein.
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Russische Geschichtsklitterung und der 9. Mai

Sergei Lawrow  Foto: 15th BRICS SUMMIT Lizenz: Gemeinfrei

Auf die Frage eines Reporters des russischen Propagandasenders Rossija 1, wie es möglich sei, dass die Europäische Union den einzelnen Führern der europäischen Länder verbieten könne, an den Feierlichkeiten am 9. Mai in Moskau teilzunehmen, antwortete der russische Außenminister Sergei Lawrow unter anderem: „Die

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Europa ist jetzt Russlands Hauptfeind

Die Zentrale des SWR Foto: Alex Saveliev Lizenz: CC BY-SA 2.0

 

Das Pressebüro des Auslandsnachrichtendienstes der Russischen Föderation SVR (Sluschba vneschnej razvedki Rossijskoj Federacii) veröffentlichte kürzlich einen Aufsatz unter dem Titel „Eurofaschismus ist, wie vor 80 Jahren – ein gemeinsamer Feind Moskaus und Washingtons“ („Evrofaschism, kak i 80 let nazad – obschtschij vrag Moskvy i Vaschingtona“).

Es ist nicht alltäglich, dass ein Geheimdienst, insbesondere der russische, sich an die Öffentlichkeit wendet. Es kommt zwar gelegentlich vor, dass der Auslandsgeheimdienst SVR  einen Artikel oder eine Stellungnahme zu  wichtigen internationalen Themen  veröffentlicht. In diesem Fall deutet schon der Titel des Aufsatzes auf eine grundsätzliche  Änderung der russischen Politik gegenüber der USA.
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Gibt es für die Ukraine eine reelle Chance auf Waffenstillstand?

Wolodymyr Oleksandrowytsch Selenskyj Foto: President Of Ukraine from Україна Lizenz: CC0


Am 18. Februar 2025 begannen offiziell die Friedensgespräche zwischen den USA und Russland. Die Tatsache, dass die Ukraine nicht direkt beteiligt ist, erinnert in fataler Weise an die Verhandlungen der damaligen vier Mächte über die Tschechoslowakei, die zum sogenannten „Münchener Abkommen“, besser: Diktat, vom 30. September 1938 geführt haben. Im Ergebnis war es das Ende der Tschechoslowakei.

Die von den USA vorgeschlagene dreißigtägige Waffenruhe ohne Vorbedingungen, die jedoch von Russland abgelehnt wurde, sollte als Einstieg in die späteren Friedensgespräche dienen. Auch die Absichtserklärung der beiden

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