
Kirill Dmitrijew will ein russisch-deutsch-amerikanisches Wirtschaftsforum für 2027 unter Beteiligung der AfD vorschlagen.
Putins Sondergesandter für Investitionen und wirtschaftliche Zusammenarbeit liefert damit die nächste Freundlichkeit aus Moskau. Die Glückwunschkarte an die AfD bekommt einen Geschäftsteil.
Vom Wahljubel zum Wirtschaftstisch
In seinem X-Beitrag vom 9. September 2026 kündigt Dmitrijew an, ein „Russia-Germany-US Business Forum with AfD in 2027“ vorzuschlagen. Es solle den Wirtschaftsdialog wiederbeleben. Die AfD werde zur deutschen „common-sense party“, also zur Partei des gesunden Menschenverstands, und könne helfen, das Land zu retten.
So viel deutsche Rettungsliebe aus Moskau muss man erst einmal aushalten.

Der Absender leitet den russischen Staatsfonds RDIF und ist Putins Sondergesandter.
Schon am 6. September 2026 hatte Dmitrijew den „historischen Sieg“ einer „pragmatischen“ AfD gefeiert (Ruhrbarone: Moskau jubelt, Europas Rechte feiert – und Zemmour (Reconquête) sucht Sachsen-Anhalt). Anschließend attackierte er die angebliche „Kriegstreiberei“ der Bundesregierung und verkündete: „Deutschland ist erwacht.“
Sein Vorschlag folgt auf einen öffentlichen Austausch mit Alice Weidel am 8. September 2026. Die AfD-Chefin hatte einen von Dmitrijew gemeldeten Kontakt zwischen Putin und Trump begrüßt: „Sehr gut! So geht Diplomatie.“ Dmitrijew wiederum lobte Weidel und die AfD als Stimme der Vernunft. Dieser Austausch wurde hier bei den Ruhrbaronen bereits dokumentiert (Ruhrbarone: Weniger Schutz für die Ukraine, mehr Beifall aus Moskau).
Jetzt bekommt die gegenseitige Wertschätzung eine wirtschaftspolitische Fortsetzung – zunächst als Vorschlag Dmitrijews.
Trump spendiert den Beifall
Dmitrijew verbindet seine Ankündigung mit einem zitierten X-Beitrag über Trumps Lob für den AfD-Wahlerfolg. Trump hatte am Abend des 8. September 2026 gejubelt: „The Populist Party“ habe eine große Nacht erlebt. Gemeint ist die AfD, auch wenn er sie nicht beim Namen nennt. Er deutet ihren Erfolg als Aufbegehren gegen die deutsche Einwanderungspolitik. „Populistisch“ ist hier ein zustimmendes Etikett. Sein Wahljubel enthält allerdings keine Zusage zu Dmitrijews Wirtschaftsforum.
Moskau weiß, wen es umwirbt
Im X-Beitrag nennt Dmitrijew weder einen konkreten Termin noch einen Veranstaltungsort oder Zusagen der AfD und der US-Regierung. Dokumentiert ist zunächst seine Ankündigung, das Forum vorzuschlagen. Ein vereinbartes Dreierbündnis lässt sich daraus nicht machen.
Die politische Botschaft braucht allerdings keine Teilnehmerliste: Putins Wirtschaftsvertreter empfiehlt die AfD als Partner für die Wiederbelebung des Wirtschaftsdialogs. Das passt zu den hier im Blog beschriebenen Berührungspunkten zwischen AfD und russischen Interessen (Ruhrbarone: Russlands Netzwerke – wo sich AfD, BSW und Kreml-Propaganda berühren).
Wer sich als besonders deutsch verkauft, bekommt dafür bemerkenswert viel Verkaufsförderung aus Moskau.