Barbara_Meisner_unl

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derpohl
Gast
13 Jahre vor

Barbara Meisner hat wirklich
einfach mal nachgefragt. Naiv ? Voreingenommen ? Mutternatur ?
In dem ganzen Schwachsinn, in der Art und Weise, in der Überzogenheit,
und Realsatiere , hart an der Grenze der Political Correctness, Märchen oder Wahrheit ? oder vieleicht einfach die freiheit der Kunst !

„Ich geh jetzt in den Birkenwald denn meine Pillen wirken bald“,
Martin Kippenberger

Barbara Meisner:
„Ich würde in der Nordstadt auch keinen Laden aufmachen. Nicht momentan. Was denn auch? Wo wären meine Käufer, meine Zielgruppe? Die kennen doch die Nordstadt noch nicht mal. Die gehen doch eh alle in die Innenstadt – und ich auch. Klar, ich versuche bei „Litfass“ Bücher zu kaufen, gehe ins „Roxy“ zum Filmegucken und habe noch nie ein Bier im Kreuzviertel getrunken (was kein Dogma ist). Aber ansonsten muß ich ja mein Geld aus der Nordstadt rausbringen (Ketten wie Rewe oder Staples zählen nicht).

Nun, das werde ich hoffentlich mit Frau Marita Hetmeier nachholen, die ich in kleiner Gruppe als erfri- schend offen empfand und die hoffentlich ein paar andere Ansätze als Baumscheiben bepflanzen und Multikultifeste in petto hat. Nicht, daß Sie mich falsch verstehen: das sind durchaus liebenswerte Ideen, aber man erreicht so weder die Bewohner noch die sozialen Randgruppen noch findet man Lösungsan- sätze für das internationale Problem der Milieuclashs aufgrund von Einwanderung. Menschen, die offe- nes Feuer in Häusern machen und Menschen, die den Ansatz einer Waldorfschule verstehen, sind nun mal so weit auseinander, daß ich da kaum Schnittmengen sehe. Der einzige Weg ist über die Bildung und da gehen Sie und Ihr Team mit leuchtendem Beispiel voran. Das ist soviel konkreter und effektiver!

Meines Erachtens eines der wichtigsten Ziele, um die Nordstadt in der Innen- und Außenwahrnehmung zu verbessern. Die vielen Gründerzeitfassaden im, laut Wikipedia, „größten zusammenhängenden Altbau- gebiet des Ruhrgebiets“, sind ein wahrer architektonischer Schatz und müßten unbedingt erhalten und fachmännisch restauriert werden so wie es momentan Christian Schmitt vorbildlich mit dem gesamten Schüchtermanncarrée tut. Auch alle Hausaufgänge mit ihren Terrazzoböden werden instandgesetzt. Die Farbwahl für den Außenanstrich ist besonders sensibel gewählt und bestens gelungen. Nur kann und will sich nicht jeder Immobilienbesitzer das leisten. Leider bekommen seriöse Kaufinteressenten von Banken keine Kredite, denn die Nordstadt ist ja „Risikobereich“, sprich geringe Mieten, hohe Fluktuation, kaum Kaufkraft, keine Gewinnmarge. Es gibt kein Haus, das GrünBau kaufen könnte, wurde mir gesagt. Da werden Häuser lieber gegen Bargeld an Mittelsmänner verkauft, die dann an den berühmten „Elends- matrazenlager“ verdienen während Häuser und Menschen verkommen. Das müßte wirklich mit hohen Geldbußen bestraft werden. Es bräuchte außerdem ein Gesetz, daß bei Immobilienbarkäufen den Tatbe- stand der Geldwäsche überprüft. Leider machen die großen Wettbüros Lobbyarbeit in allen Parteien und was Lobbyisten so ermöglichen, wissen wir ja…

Es passiert mir übrigens jedesmal, wenn ich neue Dortmunder außerhalb der Nordstadt kennenlerne (VHS, Cercle francais, politischer Stammtisch, Ärzte), daß erstens „Waaas, du bist von Düsseldorf in die Dortmun- der Nordstadt gezogen?“ kommt und zweitens „Nee, da war ich noch nie. Ich kenn’ die Nordstadt nicht. Hinter den Bahnhof geh’ ich nie“. J-e-d-e-s-m-a-l!!! Wie soll man diesen schlechten Ruf und dieses totale Desinteresse an einem großen Stadtteil ihrer eigenen Stadt verändern? „

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