
Foto: Land NRW/Stefanie Loos
Gestern sind die Pläne, die Olympischen Spiele nach Nordrhein-Westfalen zu holen, gescheitert. NRW mit der „Leading City“ Köln zog gegen München den Kürzeren. Die bayerische Landeshauptstadt wird sich 2036, 2040 und 2044 als Austragungsort der Olympischen Spiele in Deutschland bewerben.
Damit endet auf absehbare Zeit eine Idee, die vor über 40 Jahren im Ruhrgebiet aufkam: 1984 beschloss der Kommunalverband Ruhrgebiet, der Vorläufer des heutigen Regionalverbands Ruhr, sich für die Olympischen Spiele 1996 zu bewerben. Die Begeisterung war groß. Um zu zeigen, was man kann, sprang das Ruhrgebiet ein und organisierte 1989 mit Erfolg die World University Games in Duisburg.
Alles war auf dem Weg, bis die Mauer fiel: Das Ruhrgebiet zog seine Bewerbung zurück und unterstützte die Bewerbung Berlins, die dann an den Protesten der Berliner scheiterte. Doch die Idee war in der Welt. Die Landesregierung nahm sich der Sache an und das Revier wurde zum Anhängsel degradiert. Dem Schmuddelkind traute man den Sieg nicht zu. 2003 bewarb sich das Land NRW mit der „Leading City“ Düsseldorf um die Spiele 2012 und scheiterte auf nationaler Ebene an Leipzig, das dann international unterging.
Joachim Erwin (CDU), der damalige Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, sorgte mit seiner maßlosen Arroganz gegenüber dem Ruhrgebiet und selbst Köln dafür, dass sich die Begeisterung außerhalb der Altbierstadt in Grenzen hielt und auch die Niederlage mit einem Schulterzucken quittiert wurde: An Erwin-Spielen hatte niemand in Köln und im Revier ein größeres Interesse.
Der nächste Anlauf scheiterte gestern, war aber regional besser vorbereitet: Das Ruhrgebiet wäre zwar wieder nur das B-Hörnchen geblieben, aber es gab keine arroganten Ausfälle, und mit Köln als Leading City konnte man leben. Bei den Bürgerentscheiden im April dieses Jahres war die Zustimmung im Ruhrgebiet höher als in Köln.
Genutzt hat es nix. Die Olympia-Nummer ist zu Ende. Aber eines sollte nicht vergessen werden: Der Ideengeber war das Ruhrgebiet. Die Idee wurde ihm gestohlen, und die Diebe blieben glücklos.
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Nochmals wird darauf hingewiesen, dass das Revier seine Bewerbung 1991 zu Gunsten Berlins zurückzog. Nun wolle die Region „die immensen strukturpolitischen Potenziale von Olympia entschlossen nutzen. (Quelle RvR) Doch auch Gesamtberlin war chancenlos gegen Atlanta.
Doch auch diesmal klappte es nicht, mit ganz NRW, mit der strahlkraft des Kölner Doms. Die meisten Sportverbände haben sich letztlich für München entschieden.
Am Ende sollten wir in NRW jetzt auch München unterstützen. Es ist die einzigste Möglichkeit dass wir in Deutschland noch einmal die Olympischen Spiele in München erleben können. Ohne das tragische Ende. Zu hoffen ist es, dass es nicht erst 2044 ist.
Garantieren kann man jedoch nicht, ob die Bewerbung überhaupt durchkommt. Wie die internationalen Abstimmungen erfolgen, das kann keiner voraussehen.
Olympische Radrennen mitten in der Wüste bei 50 Grad, ohne Schatten, möchte ich natürlich nicht erleben.
Was NRW betrifft, auch ohne Olympia sollten wir die Bahnstrecken, die Autobahnen und ausbauen.