Tresenlesen gastieren in Herne

Jochen Malmsheimer und Frank Goosen bieten mit Tresenlesen komische Literatur und noch mehr Humor | Foto: Daniel Sadrowski

Der Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz ging in der vergangenen Woche an Jochen Malmsheimer und Frank Goosen. Mit ihrem Duo Tresenlesen haben sie die komische Literatur abwegiger Bauart in eine neue Dimension geführt. Ab 1992 haben die beiden Ruhrgebietsoriginale acht Jahre lang eine ganz eigene Art der in Rage gelesenen, satirischen Spontan-Komik entfaltet und sind auch nach ihrer 20 Jahre andauernden „Sommerpause“ unvergessen geblieben. Jetzt gastieren sie wieder auf Kleinkunstbühnen und treten bald in Herne auf.  

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„You never walk alone“: Bochums Künstler erspielen 15 000 Euro für Erdbeben-Opfer

Kultureller Frühschoppen zugunsten der Erdbebenopfer in der Türkei by Andreas Posmyk

„Erst kommt ein Erdbeben und dann eine Ulk-Nudel, kann das gutgehen?“ Frage von Esther Münch, die in ihrer Paraderolle als Waltraud Ehlert auf die Bühne der Christuskirche Bochum kam, von Beginn an machte sie klar: Es geht, klar, Bochumer Künstler hatten zum „Kulturellen Frühschoppen“ in die Kirche am Platz des europäischen Versprechens geladen, ihr Ziel: Spenden einwerben für die Opfer des Erdbebens in der Türkei und Syrien. Ergebnis: 14.961,40 € plus 1 Dollar, die teils im Vorfeld des Events und teils am Spendensonntag selber in einer durchgehend gut gefüllten Kirche eingeworben worden sind  –  hier auch durch den Getränke- und Snack-Verkauf, vor allem aber durch Spenden, die beim Ausgang in einem historischen Tresor der Sparkasse Bochum gesammelt wurden. Das Geld geht ohne Abzug an die Erdbeben-Soforthilfe der AWO Ruhr Mitte. Deren Vorsitzender, der Landtagsabgeordnete Serdar Yüksel (SPD), ist erst vor wenigen Tagen aus Adiyaman zurückgekehrt, er habe dort „apokalyptische Bilder“ gesehen, sagte er hörbar erschüttert.

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Fotoinstitut: Unsachliche Ampel-Entscheidung gegen das Ruhrgebiet

Matthias Hauer Foto: CDU/CSU Fraktion

Gegen den klaren Expertenrat soll das Deutsche Fotoinstitut nach Düsseldorf und nicht nach Essen – das hat Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) bestätigt. Sie führt dafür die Entscheidung der Ampelkoalition im Haushalt sowie angeblich „neue Erkenntnisse“ an. Von unserem Gastautor Matthias Hauer.

Im März 2021 schien die Entscheidung in der Standortfrage für das Bundesinstitut für Fotografie gefallen zu sein: Eine von der damaligen Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters (CDU) in Auftrag gegebene 82 Seiten starke Machbarkeitsstudie hatte Essen als Standort für das geplante Bundesinstitut empfohlen. Zuvor war bereits im Frühjahr 2020 eine Expertenkommission unter Leitung von Prof. Thomas Weski zu der Einschätzung gelangt, dass Essen „aufgrund einer hervorragenden Konzentration von Einrichtungen und vorhandener Sachkompetenz zum Schwerpunkt Fotografie“ der am besten geeignete Standort für dieses neu zu schaffende Institut sei.

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„Memme, zeige es dem Spinner“

Heinrich Peuckmann Foto: Stefanie Silber/PEM


In der Nacht von Donnerstag auf Freitag ist Heinrich Peuckmann verstorben. Ich erlaube mir, ihn hier Heinrich zu nennen, weil er mich auch immer Memme nennen durfte. Ich durfte Heinrich als Lehrer kennenlernen, weil ich sein Schüler war. Ich durfte Heinrich als Schriftsteller kennenlernen, weil ich seine Bücher gelesen habe. Am besten gefiel Heinrich mir aber als Mensch, der Lebensfreude, Witz und viel Menschlichkeit ausstrahlte. Von unserem Gastautor Magnus Memmeler.

Über Heinrichs Verdienste als Literaturschaffender werden Schriftstellerkolleginnen und -Kollegen besser berichten können, als ich dazu in der Lage bin. Ich fand seine Bücher einfach nur gut, weil sie unserer Region stets gerecht geworden sind. Und meine Mutter hat seine Hörspiele auf WDR 5 geliebt. Auch dafür herzlichen Dank Heinrich, denn sie hat sie gehört, als es meinem Vater nicht gut ging und sie ihn bis zu seinem Tot

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Verlängerung für „Immer wieder aufsteh’n“ im Heimatmuseum „Unser Fritz“

Das Heimatmuseum „Unser Fritz“ beleuchtet die 1980er Jahre in der Stadt Herne mit vielen Schattenseiten | Foto: Heimatmuseum Unser Fritz

Die Ausstellung „Immer wieder aufsteh‘n‘“, die seit November im Heimatmuseum „Unser Fritz“ in Wanne Eickel läuft, geht nun wegen vieler Nachfragen in die Verlängerung und kann noch bis zum 16. April besucht werden. Thematisch werden die 1980er Jahre beackert. „Den Fußball haben wir etwas rausgehalten, aber sonst haben wir probiert alle relevante sozio-kulturellen Themen zu durchleuchten“, sagt der Historiker Ralf Piorr, der diese Ausstellung mit kleinem Team zusammen gestellt hat.

Mit den 1980er Jahren beginnt für die neue Stadt Herne die quälend lange Zeit des Strukturwandels. Überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit und Sozialhilfeleistungen belasten die Stadtkasse, fehlende Steuereinnahmen führen zu sinkenden kommunalen Investitionen und der knappe Raum in der dicht besiedelten Stadt ließ immer wieder Nutzungskonflikte zwischen Wohnen, Arbeit und Freizeit entstehen.

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