Überraschende Bestseller-Analyse von Frank Überall: Wie Buchautoren Journalisten sehen


Ist der Ruf erst ruiniert – aber wie ist der Ruf von Journalistinnen und Journalisten wirklich? Dafür hat Frank Überall die Journalismus-Darstellung in aktuellen Bestsellern der „Spiegel“-Bestsellerliste untersucht. Ruhrbarone hat mit Frank Überall, der auch Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands ist, über das Bild seiner Zunft gesprochen. Lob für das Werk gibt es im Vorwort übrigens von hoher Stelle: „Mit seinen Ergebnissen liefert der Autor eine Grundlage für den Diskurs über journalistische Tätigkeit, Medienkonsum und Pressefreiheit“, schreibt Katrin Budde, Vorsitzende des Kultur- und Medienausschusses im Deutschen Bundestag.

Ruhrbarone: In den Sozialen Netzwerken gehören Journalistinnen und Journalisten zu den besonders häufig beleidigten Personen. Wie schlecht ist ihr Ruf in der Belletristik?

Frank Überall: Besser, wenn auch überwiegend nicht gut. Wohl aus dramaturgischen Gründen werden sie oft negativ dargestellt. Und an die verbalen Angriffe in den sozialen Netzwerken erinnern vor allem die Tiernamen wie „Geier“ oder „Ratte“ sowie Schimpfwörter wie „Schmierfink“, „Wicht“ oder „Schlampe“. Immer wieder gibt es Schilderungen aufrichtiger und professioneller Recherche. Aber das ist leider nicht die Mehrheit. Vielleicht ist meine Studie ja auch eine Anregung für Autorinnen und Autoren, ihre journalistischen Romanfiguren künftig noch etwas realitätsnaher und freundlicher darzustellen. Wissenschaftliche Arbeiten sind ja auch dazu da, den gesellschaftlichen Diskurs zu beflügeln.

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Beliebter türkischer Schauspieler Cüneyt Arkın gestorben

Cüneyt Arkın ist tot! Der Schauspieler starb im Alter von 84 Jahren am Montagabend im Beisein seiner Familie in einem Krankenhaus im Istanbuler Stadtteil Beşiktaş, wie mehrere türkische Medien übereinstimmend am Morgen melden.

Cüneyt Arkın, der mit bürgerlichem Namen Fahrettin Cüreklibatır hieß, war ein türkischer Filmschauspieler, Regisseur, Produzent und Kampfsportler. Er hat in rund 300 Filmen und Fernsehserien mitgewirkt und gilt als einer der bekanntesten türkischen Schauspieler aller Zeiten. Er war die türkische Antwort auf Bud Spencer. Arkıns Filme reichten im Laufe seiner vier Jahrzehnte umspannenden Karriere von gut aufgenommenen Dramen bis hin zu Kassenschlagern.

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Documenta 15: Wimmelbild oder antisemitisches Weltbild? Volksfest oder Volksgerichtshof?

Friedrichsplatz, Zentrum der Documenta nach ihrer Eröffnung by Baummapper CC 3.0

Alle sprechen über ein Bild, das keiner sieht, „People’s Justice“ heißt es. Auf der Documenta, der Kassler Ausstellung mit globaler Ambition, wurde es drei Tage lang gezeigt, dann verhüllt, jetzt ist es vollends verschwunden. Claudia Roth, Staatsministerin im Kanzleramt, hatte darauf gedrängt. Seitdem sprechen sich alle frei von dem, was niemand sieht. Judenhass? „Zwei Figuren“ seien zu sehen gewesen, aber leicht zu übersehen, heißt es, man sehe sich das selber nach. So geht Bildanalyse auf der Documenta. Das Bild, um das es geht, ist 96 qm groß und durchkomponiert, die „zwei Figuren“ verschwinden in keinem „Wimmelbild“, sie stecken ein antisemitisches Weltbild ab. Die Verantwortlichen der Documenta reden von „Pluriversum“.

Drei Tage war die 8 x 12 Meter große, flächig bemalte Plane des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi in Kassel auf dem Friedrichsplatz aufgespannt zwischen Fridericianum, Documenta-Halle und Ruru-Haus, den Hauptspielorten der bisher renommierten Kunstausstellung. Deren Eröffnungsparty wurde vor der bunten Plane abgehalten wie vor einem Hochaltar, anschließend wurde das Banner schwarz verhängt, dann abmontiert „aufgrund einer Figurendarstellung“, wie die Documenta mitteilte.

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Dortmunds Stadtbeschreiber Elias Hirschl gewinnt Publikumspreis beim Bachmann-Wettbewerb

Elias Hirschl Foto: Roland Gorecki, Dortmund Agentur


Dortmunds „Stadtbeschreiber“ Elias Hirschl (28) ist um eine wichtige Auszeichnung reicher: Der Wiener Autor, Musiker und Spoken Word-Künstler gewann am Wochenende den Publikumspreis beim renommierten Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt. Der Preis, gestiftet von der BKS Bank, ist mit 7.000 Euro dotiert und mit einem Stipendium der Stadt Klagenfurt verbunden. Aktuell lebt Elias Hirschl auf Einladung der Stadt Dortmund seit Mai für sechs Monate in Dortmund, um an seinem Roman weiter zu recherchieren und zu arbeiten.

Der Ingeborg-Bachmann-Preis wurde 1976 von der Stadt Klagenfurt im Gedenken an die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann gestiftet und wird seit 1977 jährlich während der mehrtägigen Tage der deutschsprachigen Literatur verliehen.

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Barfuß und fernsehfrei – Das Schloss Elmau meiner Kindheit

Elmau vor dem Brand. Foto: R. v. Cube

Den Schauplatz des G7-Gipfels kenne ich ja wie meine Westentasche.
Erstaunen und Wehmut packen mich, wenn ich dieser Tage Nachrichten schaue. Wenn ich die vertraute Sillhouette mit dem Türmchen sehe, die gelbe Fassade mit dem grünen Dach. Dahinter die Wettersteinwand. Hier verbrachte ich Sommerferien. Elmau, mein Saltkrokan. Verwirrung, wenn ich dann G7 höre und mächtigste Männer der Welt und dass der Koch für Sonderwünsche auch mal Trüffel einfliegen lässt. Ein würdiger Ort für die Elite der Elite.
Nein, ich bin nicht in Luxusressorts aufgewachsen. Elmau war einmal ein verwunschenes, verschrobenes Reiseziel, das auch normale Menschen sich leisten konnten, sofern eben ein oder zwei Wochen in einem Hotel mit Vollpension in Frage kamen. Sofern man keinen Fernseher auf dem Zimmer brauchte und sich vorschreiben lassen wollte, wo man sitzt. Sofern man sich von Laien das Essen bringen lassen und mittags ein Lunch-Paket mit hartgekochtem Ei bekommen wollte, falls man einen Ausflug macht.

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